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Über Steigerungsversuche des Alltäglichen

Nicht alle Motive lassen sich durch Bearbeitungstechniken bzw. ‚Looks‘ zu einem dramatischen und wirkungsvollen Bild verarbeiten.

Ausgangsbild

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Unser Leser Martin Jakob aus Wien hat uns das obige Bild unter dem Titel „Licht am Ende des Tunnels” in der Kategorie ‚Natur/Tier‘ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Das Bild wurde im Juni 2013 in einem Irrgarten von Schloss Schönbrunn in Wien aufgenommen. EXIF Daten sind vorhanden, es wurde mit Lightroom 4 nachbearbeitet … Beste Grüße und ich freue mich auf ein Feedback … Martin Jakob”

Zur Aufnahme wurde eine Nikon D7100 mit einem Weitwinkelzoom (vermutlich Sigma 10-20 mm F4-5,6 EX DC HSM) verwendet. Die Brennweite betrug 10 mm (entsprechend 15 mm Kleinbildäquivalent bei einem Formatfaktor von 1.5), die Belichtungsdaten waren 1/100 Sekunde bei Blende f/4.0 und ISO 100. Da das eingereichte Bild mit 5252 mal 4000 Pixel etwas groß für normale Monitore war, habe ich es auf 1000 mal 762 Pixel verkleinert.

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Beim ersten Blick dachte ich an ein HDR-Bild mit seiner recht unwirklichen Atmosphäre, dem massiv verstärkten Mikrokontrast, den sehr satten Farben und den typischen Artefakten. Doch erwähnte Martin solches nicht, und auch die im Bild verbliebenen Exif-Daten ließen nicht an eine Belichtungsreihe und Photomatix-Bearbeitung denken. So erschien mir am ehesten eine ‚Pseudo-HDR-Bearbeitung‘ plausibel … Weiterlesen

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Studie zur Komposition II

Kompositorische Überlegungen bestimmen nochmals die heutige Bildbesprechung. Am Ende wartet aber auch noch eine kleine Frage zur Aufnahmetechnik auf die Leser.

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Unser Leser Martin Göbe aus Berlin hat uns das obige Bild unter dem Titel „Duck shadows“ (Entenschatten) zur Besprechung eingereicht. Er schreibt dazu: „An einem See ist mir die Grenze zwischen dem noch zugefrorenen Teil und dem schon aufgetauten kleinen Streifen am Rand aufgefallen. Die Spiegelung der Umgebung faszinierte mich. Aber viel mehr war es eine Ente auf der Eisfläche, die sich ebenfalls spiegelte. Diese Spiegelung sah aber mehr wie ein Schatten aus, welcher für mich imposant und majestätisch wirkte. Nach mehreren Versuchen bewegte sich die Ente an die richtige Stelle. Genau an den Rand der Eisfläche, wo die Spiegelung ihre volle Wirkung entfaltete. Zunächst noch in Farbe geschossen, habe ich mich schon beim Ansehen für eine Entsättigung entschieden, um die Wirkung des Schattens noch zu verstärken. Ebenso wurde das Bild an den Seiten beschnitten.“

Zur Aufnahme wurde eine Canon EOS 600D mit der Festbrennweite EF 50 mm f/1.8 II verwendet (entsprechend einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 80 mm), die Belichtungsdaten waren 1/1000 Sekunde bei Blende f/1.8 und ISO 100.

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Der in Martins Beschreibung deutlich werdende Ansatz, das vor Ort Gegebene ebenso wachsam wahrzunehmen wie in seine bildgestaltenden Überlegungen einzubinden, gefällt mir sehr gut. Hier klingt etwas an, was ich als ‚den fotografischen Blick‘ zu bezeichnen nicht müde werde. Martin mag dabei das einzelne Bild vielleicht als Ausgangpunkt eines künftig noch besseren Bildes auffassen („das Bessere ist des Guten Feind“). Doch betrachten wir im Sinne der klassischen Bildanalyse zunächst wieder die grundsätzlichen Elemente … Weiterlesen