Bildkritiken lesen

Leserbilder in der Profi-KritikArchitektur verlangt Geduld

Architekturfotografie ist ein sehr spezielles Feld: Stürzende Linien und geometrische Formen bieten einzigartige Möglichkeiten, verlangen aber auch viel Planung.

Daniel Ebneter Erdölarchitektur Calgary
Leserfoto (Klick für
Vollansicht): „Erdölarchitektur“ (© Daniel Ebneter). – Olympus uD800,S800 – 1/640s – f/5.6 – ISO 64 – 80mm

Kommentar des Fotografen:

„Erdölarchitektur“ in Calgary, Alberta, Canada

Profi Joachim Graf von Arnim meint zum Bild von Daniel Ebneter:

Zu diesem Architekturfoto gibt es einiges zu sagen. Grundsätzlich gefällt mir die Perspektive. Das Kunstwerk zwischen den Hochhäusern scheint Einfluss auf die Form der Gebäude zu nehmen – gut gesehen.

In der Ausführung gibt es jedoch einiges, was man hätte besser machen können. Fangen wir mit der Farbumgebung an: Erst beim zweiten hinschauen wird deutlich, dass es sich um ein Farbfoto handelt.

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Leserbilder in der Profi-KritikSuper Dynamik

Abstraktion als Ausdrucksmittel bringt künstlerische Qualität. Tempo bringt Dynamik, und nur die angeschnittene Karussell-Kabine stört.

Markus Mayer Karrussell
Leserfoto (Klick für Vollansicht) (© Markus Mayer). – Nikon D70s – 1/6s – f/11 – 31mm (46mm)

Kommentar des Fotografen:

Freihand, mitgezogen. RAW entwickelt in ACR.

Profi Joachim Graf von Arnim meint zum Bild von Markus Mayer:

Ein ausgesprochen schönes, ja beinahe künstlerisch wertvolles Bild. Besonders gefallen mir hier die Aufteilung, die Farbumgebung sowie die außergewöhnliche Dynamik des Bildes:

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Leserbilder in der Profi-Kritik – Königsdisziplin, gemeistert!

Thema, Motiv, Umsetzung: Gesellschaftskritik in Bildform – hier sehr gut getroffen. Der Verzicht auf Farbe tut das seine, ein mutiger Schnitt hätte noch mehr gebracht.

Michel Rossier Wegwerfgesellschaft Fribourg, Schweiz
Leserfoto (Klick für Vollansicht): „Wegwerfgesellschaft“ (© Michel Rossier). – Keine Exif-Daten

Kommentar des Fotografen:

Das Bild „Wegwerfgesellschaft“ stammt aus einer kleinen Serie von Streetphotos aus dem Jahre 2004, welche ich in der Stadt Fribourg gemacht habe. Aufgenommen mit einer D100, war es eines meiner ersten Digitalfotos überhaupt. Und ich mochte es überhaupt nicht.

Profi Joachim Graf von Arnim meint zum Bild von Michel Rossier:

Sich einem gesellschaftskritischen Thema zu stellen, seine Phantasie spielen zu lassen um dann eine Bildidee umzusetzen, das gehört wohl zu den Königsdisziplinen in der Fotografie – wie in diesem Foto beeindruckend umgesetzt.

Lediglich der Ausschnitt und die Belichtung sind hier zu monieren:

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Leserbilder in der Profi-KritikGespür für Farben und Materialien

Grossartige Farb- und Stoffwahl kombiniert mit einem attraktiven Modell bieten eine gute Ausgangslage – besseres Licht die Lösung der Aufgabe.

Melanie Gubser: Scheue Freundin
Leserfoto (Klick für Vollansicht): „Scheue Freundin“ (© Melanie Gubser). – Canon EOS 300D – 1/80s – f/3.5 – ISO 100 – 24mm

Kommentar der Fotografin:

Das Bild entstand mit meiner besten Freundin bei mir zu Hause. Anfangs war Sie ein bisschen scheu – und danach entstanden Bilder wie dieses. :)

Profi Joachim Graf von Arnim meint zum Bild von Melanie Gubser:

Dieses Foto habe ich ausgewählt, weil mir vor allem das Gespür für die Auswahl der Farben und Stoffe sehr gut gefallen hat:

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Leserbilder in der Profi-KritikVorder- braucht Hintergrund

Viel Vordergrund und der Goldene Schnitt sind wichtige Gestaltungselemente. Aber wo der Vordergrund Platz macht, sollte in der Regel Hintergrund zu sehen sein.

Bild
Leserfoto (Klick für Vollansicht): „Rollenspieler“ (© Florian Ullbrich). – Nikon D70, 1/250s, f/9.5, 18mm (27mm)

Kommentar des Fotografen:

Ein Kamerad als Rollenspieler bei einer vorbereitenden Ausbildung für den Auslandseinsatz auf einem Truppenübungsplatzaufenthalt.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Florian Ullbrich:

Schwieriger Fall: Mir gefällt, dass der Kamerad schön groß im Bild zu sehen ist, nicht mittig im Bild läuft und damit den rechten Bildrand für weitere Informationen zur Verfügung lässt. Das ist schon fast eine Anwendung des goldenen Schnitts, nach dem Bilder grob gesagt horizontal und vertikal in Drittel aufgeteilt werden und an den Schnittpunkten die wichtigesten Bildinformationen liegen sollten. Außerdem ist das Bild nicht aus Augenhöhe sondern eher Hüfthöhe entstanden und der Schritt des Mannes gibt der Aufnahme eine gewisse Dynamik. Aber:

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Leserbilder in der Profi-Kritik:
Perfektes Licht

Ein beinahe perfektes Stimmungsbild, die Strandkörbe auf Sylt. Verbesserungs- Versuche bleiben fanatischen Perfektionisten vorbehalten. Jan Zappner wagt es dennoch, Vorschläge zu machen.

Strandkörbe auf Sylt - Daniel Lanz
Leserfoto (Klick für Vollansicht): „Strandkörbe auf Sylt“ (© Daniel Lanz). – Canon EOS 20D, 10s, f/8.0, ISO 400, 10mm (16mm)

Kommentar des Fotografen:

Entstanden ist das Bild an der Promenade von Westerland auf der Insel Sylt. Das von hinten kommende Licht sorgt für die, wie ich finde, spannende Beleuchtung. 23:00, Sommer, das offene Meer, der Himmel und die 10mm (bzw. 16mm) tun das übrige.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Daniel Lanz:

Du hast recht, Daniel, das Licht ist wunderschön. Und zwar beide Lichtquellen: Der Mond hinter den Wolken taucht die wabendernden Wolken in ein fantastisches Blau, das sich bis an den Horizont zieht und nur stellenweise von kleinen Lichflecken unterbrochen wird und dadurch dem Himmel so etwas wie ein rudimentäres Muster gibt.

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Leserbilder in der Profi-KritikStandpunkt! Reduktion!

Landschaftsfotografie lebt von Zeitpunkt, Standpunkt und der Reduktion aufs Wesentliche. Die ersten beiden Punkte erfüllt diese Nachtaufnahme vom Pilatus in der Schweiz – den dritten etwas weniger.

Pilatus Nachtaufnahme Schweizer Mittelland Matthias Kreienbühl
Leserfoto (Klick für Vollansicht): „Pilatus, Schweiz“ (© Matthias Kreienbühl ). – Canon EOS 400D, 30s, f/3.5, 14mm, ISO 100

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Matthias Kreienbühl:

Eine gelungene Nachtaufnahme einer winterlichen Vorgebirgslandschaft. In der Landschaftsfotografie spielen vor allem der Zeitpunkt, der Standort und die Reduktion aufs Wesentliche eine entscheidende Rolle. Besonders schön bei diesem Bild sind die leuchtenden Ortschaften, die unterbrochen durch kleine, dunkle Wälder und schneebedeckte Wiesen wie eine organische Verästelung aussehen: Der Zeitpunkt ist also sehr gut ausgewählt und bringt damit die winterliche Stimmung sehr gut rüber.

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Leserbilder in der Profi-KritikMit Licht malen

Fotografieren heisst „Malen mit Licht“. Das wird schwierig, wenn das Motiv schlicht zu dunkel oder die Unterschiede Hell/Dunkel zu gross sind.

Baum Wolken Feld
Leserfoto (Klick für Vollansicht) (© Tobias Bühlmann). – Nikon Coolpix P4. 1/190s (sagt Exif…?), f4.8, ISO 50, 7.5mm (26mm KB).

Profi Robert B. Fishman meint zum Bild von Tobias Bühlmann:

Eigentlich ein schönes Motiv – doch es fehlt das Licht. Es stellt sich das klassische Problem der mangelnden Dynamik von digitalen Sensoren: Das Bild lässt sich entweder auf den (interessanten) Himmel oder aber den Boden richtig belichten. Und mit der Digitalkamera muss auf das Licht, also den Himmel, gemessen werden.

Bei der tiefen ISO-Zahl von 50 bleibt deswegen aber die Landschaft grau in grau. Dabei bietet der Weg mit der leichten Schwingung ein schönes Thema:

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Leserbilder in der Profi-Kritik:
Porträt im Auge

Ein Porträt in technisch und stilistisch hervorragender Umsetzung. Die Betonung der Augen gefällt, die Pseudo-Ringblitzbeleuchtung funktioniert.

Michael Schmid Porträt mit Ringleuchte
Leserfoto (Klick für Vollansicht): „Porträt mit Ringleuchte“ (© Michael Schmid). – Canon EOS-1D Mark II; 1/80s, f4, ISO 200, 70mm.

Kommentar des Fotografen:

Fotografiert mit einer runden Leuchtstoffröhre. Sonst keine Beleuchtung.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Michael Schmid:

Herzlichen Glückwunsch Michael, ein ausgezeichnetes Porträt. Es ist technisch als auch inhaltlich hervorragend umgesetzt. Die Dame ist frisch gepudert, damit die Poren auf dem Foto nicht so hervorstechen.

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Fokussiert-Kritiker:
Jan Zappner Chronist der letzten Diktatur

Ein halbes Dutzend Profis kommentiert im Auftrag von fokussiert.com werktäglich Eure Bilder. Der Berliner Jan Zappner ist auf Osteuropa spezialisiert.

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Jan Zappner ist freier Fotojournalist aus Berlin, der sich auf Geschichten aus Osteuropa spezialisiert hat.

Dabei hatte Jan, geboren 1973 und aufgewachsen in Bad Kissingen, in Hamburg Rechtswissenschaften studiert und im 2002 abgeschlossen. Aber seit 2004 arbeitet er vollberuflich als Journalist und Fotograf.

Begonnen hatte alles mit einer silbernen Praktika ohne Belichtungsmesser, die ihn 1998 in Prag getreu dem Motto: „Sonne lacht, Blende 8“ in die Fotografie einführte. Momentan arbeitet er mit einer Canon Ausrüstung, zu der unter anderem zwei D30 Bodies gehören, die mit einem 16-35 mm, 50 mm und 70 -200 Objektiv bestückt werden können.

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