Alle 226 Artikel in der Kategorie Bildkritik auf fokussiert.com:

Morgenschwimmer:
Ruhe ohne Pol

Peter Sennhauser, 5. November 2008 um 15.59 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Landschafts- oder Szenenfotografie? Es zahlt sich nicht immer aus, eigentlich unerwünschte Elemente ins Bild einzubeziehen: Dabei geht der Fokus der Bildgestaltung schnell verloren.

Kommentar des Fotografen:

Älteres Paar, das ich am frühen Morgen beim Schwimmen \”erwischt\” habe. Das Foto ist im Oktober an der Ostsee entstanden.

Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Franziska Zuber:

Zwei ältere Schwimmer am frühen Morgen also. Ja, wenn man genau hinguckt, erkennt man zwei Personen im Wasser. Ich wette allerdings darauf, dass das nicht das war, was Du Dir ursprünglich zu fotografieren vorgenommen hattest:

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Mädchenporträt:
Raum für den Blick

Peter Sennhauser, 4. November 2008 um 11.27 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Schnappschussportäts sind ein Risiko. Häufig scheitern ansonsten grossartige Bilder an einem unglücklichen Ausschnitt. Daran ist der Autofokus mitschuldig.

Kommentar des Fotografen:

Die Serie mit meiner jüngeren Schwester habe ich letzten Sommer an einem See aufgenommen. Ich wollte den Übergang vom Kind-Sein zum Erwachsenwerden zeigen, die Nachdenklichkeit, die ebenso Kindern wie Erwachsenen eigen ist.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Jeannine Jentsch:

Vor rund einem halben Jahr habe ich das erste Bild aus dieser Serie besprochen. Hier sehen wir das gleiche Mädchen, schätzungsweise in der gleichen Örtlichkeit, aber diesmal in schwarz/weiss und ohne jeden Hintergrund.

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Action-Porträt:
Volltreffer

Peter Sennhauser, 3. November 2008 um 10.11 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Im Studio entstehen kunstvoll präparierte Porträts vor endlos-Hintergründen und mit sorgfältig ausbalancierter Beleuchtung. Das spontane Shooting dafür hat Seele.

Kommentar des Fotografen:

Ein spontanes Shooting beim Herumalbern mit meinen Sohn.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Mario Mertsch:

Da gibt es diesen Witz - die Besucherin fragt die Gastgeberin beim Diner: “Sind das Dosenerbsen?” - “Nein, sind selbstgezogen aus dem Garten!” - “Erstaunlich. Schmecken wie aus der Dose.”

Ich hab ihn auch nie wirklich kapiert, aber er scheint mir hier angebracht:

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Superzoom-Makro:
Echse ganz nah

Peter Sennhauser, 30. Oktober 2008 um 18.24 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Makrofotografie mit dem Superzoom: Mit langer Brennweite lässt sich Tiefe in die Miniatur bringen.

Kommentar des Fotografen:

Makro-Aufnahme eines Gekkos auf der Veranda des Ferienhauses in Italien. Da der Gekko bereits seinen Schwanz verloren hat, musste ein akzeptabler Blickwinkel her - die Lösung war das Blatt im Vordergrund. Das Tier wollte nur kurz hinhalten.

Peter Sennhauser meint zum Bild von David Schroff:

Diese Echse sitzt schon sehr lange in unserer Datenbank - dabei blickt sie so freundlich zwischen den Blättern hervor, dass man sich durchaus mal ihrer annehmen dürfte.

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Obdachlos:
Sozialkritik mit Engagement

Peter Sennhauser, 29. Oktober 2008 um 16.26 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Sozialkritische westliche Fotografie findet in Obdachlosen ein dankbares Motiv. Es ist allerdings sehr ausgereizt und stellt hohe Anforderungen, um nicht effekthascherisch zu wirken.

Kommentar des Fotografen:

Berber. Ein Wohnungsloser in Konstanz - am schönen Bodensee. Aber eigentlich ist das egal, denn dieses Bild könnte auf der ganzen Welt aufgenommen worden sein. Und genau darum geht es! Die Langzeitbelichtung als Mittel der Kommunikation für eine Gesellschaft, die Werte wie Solidarität, Liebe und Freundschaft durch “Unwerte” wie Ignoranz und Egoismus ersetzt zu haben scheint. Auch darum - und nicht nur aus ästhetischen Gesichtspunkten - ist das Bild in SW gehalten.

Die Aufteilung ist sehr bewusst gewählt, um westliche Sehgewohnheiten und gestalterische Grundregeln wie rechts-links (rückschritt, negativ, …) und li-re (fortschritt, postitiv, schön, …) gross-klein und hell-dunkel auszunutzen. Das wars eigentlich. Würde mich über die Massen über eine Kritik freuen.

MR ist übrigens vorhanden, falls es rechtliche Fragen gibt. Und zum Schluss noch ein großes Dankeschön an die Macher und Initiatoren dieser Seite. Grandios, die Möglichkeit der Bildkritik für junge und unerfahrene Fotografieneulinge wie mich.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Thommy Gebhardt:

Fotografie soll Menschen berühren. Wer sich mit dieser Kunst auseinanderzusetzen beginnt, möchte bald schon die Welt verändern und eindeutige Aussagen machen.

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Zwiegespräch:
Strassen-Schnappschuss

Peter Sennhauser, 28. Oktober 2008 um 17.18 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Die Begegnung zweier fremder Menschen zu beobachten und auch noch zu fotografieren ist eine spannende Angelegenheit. Die Herausforderung besteht darin, das Optimum einzufangen, ohne die Interaktion zu stören.

Kommentar des Fotografen:

Andalusisches Fest zum Ende des Sommers: Hinter den Kulissen ein alter Herr mit seinem Hund, der mit jedem, der sich ihm nähert, auch gerne mal ein Schwätzchen hält - ob man nun will oder nicht. In der Aufnahme ging es mir einerseits um die pure Situation, anderseits um den Kontrast zwischen den Personen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Patrick Figaj:

“Menschen zusehen” ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen in Städten und auf Reisen. Am Rande postiert, könnte ich den Ein- und bisweilen Zwei- und Dreiaktern auf Gehsteig und Strasse stundenlang zusehen:

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Das Schlossbild:
Architektur mit Anforderungen

Douglas Abuelo, 27. Oktober 2008 um 12.00 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Architekturfotografie hat spezielle Anforderungen. Einige Faktoren lassen sich dabei beeinflussen, andere nicht. Technische Hilfsmittel gibt es, aber sie sind teuer.

Kommentar des Fotografen:

HDR Aufnahme bestehend aus 9 Aufnahmen (3×3). Aufgenommen mit der Canon EOS 350D und einem Standard-Objektiv von Sigma. Das Panorama zeigt das Schloss Solitude in Stuttgart.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Sascha Ronge:

Architekturfotografie kann bisweilen eine Herausforderung sein. Eine der größten Schwierigkeiten ist die Beleuchtung:

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Stacheldraht:
Hyperperfekt und unvollkommen

Peter Sennhauser, 24. Oktober 2008 um 15.01 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Die Digitalisierung hat der Fotografie große Veränderungen beschert. Einer der negativen Auswirkungen ist eine übertriebene Perfektion und Leblosigkeit der Bilder.

Kommentar des Fotografen:

Soll düster, beklemmend wirken

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von GreGor Holzner:

Während der letzten Jahre hat die digitale Technologie einen großen Einfluss auf die Fotografie ausgeübt. Für uns alle, die mit dem Verwenden von Film begannen, ist einer der größten Neuerungen die Beschaffenheit und Tiefe, die man mit Digitalkameras im Vergleich zu Fotofilmkameras erreichen kann. Dieses Foto ist ein gutes Beispiel:

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Motorrad:
Perspektiven-Witz

Douglas Abuelo, 23. Oktober 2008 um 11.47 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Bildaussagen lassen sich verstärken, indem nur jene Elemente ins Foto eingeschlossen werden, die eine Ergänzung zum Hauptobjekt und zur Komposition darstellen.

Kommentar des Fotografen:

Triumph Bonneville in meinem Garten, aufgenommen mit Sony a200 Einstellung AUTO

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Christof Baumgartner:

Als ich das Foto sah, musste ich zuerst ein bisschen lachen. So, wie es gerahmt ist, und wir durch die Blätter lugen müssen, erweckt es den Eindruck der Perspektive eines Motorraddiebes, der grade seine künftige Beute ausspäht. Ich musste mich fragen, warum der Fotograf die Blätter im Bild lassen musste. Wollte er einfach einen Trick anwenden, um zu versuchen, ein ansonsten alltägliches Foto interessanter zu machen?

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Obdachlosen-Strassenszene:
Gut präsentiert

Douglas Abuelo, 22. Oktober 2008 um 11.50 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Weil Obdachlose schon so häufig fotografiert wurden, kann es schwierig werden, mit solchen Fotos ein Publikum zu finden. Neben der richtigen Komposition kann aber auch die Präsentation Aufmerksamkeit erregen.

Kommentar des Fotografen:

Das Foto ist bereits im April 2008 entstanden und zeigt eine Frau, die auf der Straße lebt. Während sie ihr Lächeln bei dem schlechten Wetter nicht verloren hat und zugleich dafür Sorge tragen muss, ihr Hab und Gut trocken zu halten, verschwinden die Gesichter der Passanten unter ihren Regenschirmen.

Um dem Bild einen zusätzlichen Reiz zu verleihen, habe ich eine Textur mit eingearbeitet, die sicherlich Geschmackssache ist, dem Foto aber gleichzeitig den “Alltagscharakter” dieser Szene nehmen soll.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Besim Mazhiqi:

Obdachlose wurden ad infinitum fotografiert, und das meist nicht besonders gut. Dieses Foto einer offenbar obdachlosen Frau ist jedoch aus einer Reihe von Gründen interessant:

Durch die ausgewogene Komposition und den niedrigen Blickwinkel wirkt das Bild sofort ansprechend: Die Froschperspektive ist besonders interessant, weil sie uns als Betrachter mit dem Objekt bildlich sowie wörtlich auf die selbe Ebene stellt. So erlaubt uns der Fotograf, die Welt aus einem ähnlichen Winkel zu sehen wie die Frau.

Indem er die Umgebung vorteilhaft nutzte, leitet uns der Fotograf direkt zum Hauptobjekt. Fast jedes Objekt im Bild, von den Gebäuden und dem Fußweg über den hellen Himmel im Hintergrund bis hin zu den Kartons und Tüten im Vordergrund, führen unseren Blick genau zum lächelnden Gesicht der Frau, das den wichtigsten Aspekt in diesem Foto darstellt.

Sehr häufig verfallen Fotografen beim Fotografieren Obdachloser oder benachteiligten Menschen unserer Gesellschaft in die Klischees von Sorgenfalten und runzliger Stirn zurück. Hier hat der Fotograf das Objekt erfolgreich nicht als klischeehafte Karikatur dargestellt, sondern als ein Individuum, ohne dass wir Mitleid oder Nostalgie empfinden müssen.

Während all diese Dinge sich zu einem ordentlichen Foto addieren, ist in meinen Augen erst die Art der Präsentation das i-Tüpfelchen. Die Bildecken sehen aus, als wären sie abgenutzt, die Bildoberfläche wurde mit Kratzern versehen, und der Fotograf hat die Farben so manipuliert, dass sie aussehen, als wäre das Foto Wind und Wetter ausgesetzt gewesen.

Dies ist sehr effektiv, denn es ist eine direkte Referenz zu den Lebensbedingungen der Frau.

Ich denke, das Foto könnte dennoch an Stärke gewinnen, wenn nicht ein Passant aus der Schulter Frau herausragen, und die Schrift auf der Tüte nicht da wäre und uns vom Objekt ablenken würde. Beides hätte leicht vermieden oder entfernt werden können – entweder bei der Aufnahme oder später in der Dunkelkammer.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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