Bildkritiken lesen

Landschaft mit Schafen:
Smartphone-Fotoromantik

Eine gute Fotografie braucht nicht unbedingt eine hohe Auflösung. Bisweilen kann der „Weichzeichner“ einer Pixelreduktion sogar einen zusätzlichen Reiz ins Bild bringen.

iPhone-Foto: Schafe in grüner Landschaft

Schafe vor Grün iPhone 4S © Kerstin Hermelink

Kerstin Hermelink aus München schreibt: Diese Aufnahme habe ich im Sommer 2016 mit einem i-Phone im Northumberland National Park gemacht, in einer völlig menschenleeren Landschaft.

Smartphone (oder iPhone-)-Fotografie ist ja inzwischen, wenn man den Kursangeboten folgt, eine eigene fotografische Disziplin. Das hat durchaus seine Berechtigung, denn die technischen Eigenschaften wie auch die ungewohnte Handhabung der Geräte verlangen in paar eigene Regeln, damit man das einfängt, was man gesehen hat. Hier ist ein wunderbares Bild gelungen, das trotz oder sogar wegen der geringen Auflösung bezaubert.

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Sandsturm-Porträtfoto:
Top Stimmung

Situations-Porträts von Menschen sind bisweilen elegante Vehikel für den Transport einer grösseren Stimmung. Aber auch dann müssen sie dem Anspruch unserer Neugier genügen: Ich möchte die Augen und die Tätigkeit des Porträtierten sehen.

Sandsturm In Marokko

„Ruhe im Sturm“ Sony Alpha 7, Blende 5.6, Verschlusszeit 1/250, ISO 320, © Manfred Leuchter

Manfred Leuchter aus schreibt zu diesem Bild: Aufgenommen während eines heftigen Sandsturmes (der es bis in die dt. Tagesthemen schaffte) in der südmarokkanischen Sahara

Die seltene Situation, in der ein Farbstich nicht nur gerechtfertigt, sondern ausgesprochen Ausdrucksstark ist: der Sandsturm in Marokko. Wir hoffen, Du hast das Objektiv nicht gewechselt…
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Gegenlichtfotografie:
Auf der Lauer

Die besten Bilder entstehen oft spontan, aus der Situation heraus

gegenlicht-Fotografie, © Jens Friedrich

Gegenlicht-Fotografie, Olympus Stylus 1, 1/800s bei Blende 6,3 mit 108 mm Brennweite und ISO 100, © Jens Friedrich

Jens Friedrich aus Bludenz schreibt zu diesem Bild: Nach einer lange Bus-Fahrt bin ich morgens in Berlin angekommen und bin mit meiner Kompakten Olympus sofort auf Street-Erkundungstour gegangen. Dieses Bild ist bereits an der Unterführung vom ZOB Richtung S-Bahn entstanden.
Ich habe das perfekte Gegenlicht gesehen und für 20 Minuten verschiedene Bildkonzepte ausprobiert und die Belichtung so angepasst, dass der Hintergrund richtig ausbrennt.
In Lightroom hab ich dann nur noch 1zu1 beschnitten, SW umgewandet, den Kontrast und Klarheit noch etwas erhöht sowie eine leichte Vignette hinzugefügt.

Herzlichen Glückwunsch, Jens! Du hast mit deinem Bild eine motivliche Situation wahrgenommen, wobei du wohl schon eine klare Vorstellung hattest, wie das Foto nach dem Auslösen aussehen soll.  Weiterlesen

Landschaftsfotografie:
Fluchtpunkt im Torf

Eine Landschaft muss nicht immer unberührt sein. Aber hier fehlt etwas: Hinter dem Fluchtpunkt benötigt das Auge etwas Raum.

Torflandschaft, Landschaftsfotografie

Sony NEX-6,  1/100s bei Blende 22 mit 55mm Brennweite und ISO 400, die Brennweite entspricht 82mm im Kleinbildformat. © Horst Luehring

Horst Luehring aus Engelschoff: Bei Neulandermoor im Landkreis Stade wird Torf noch wie anno dazumal in Form von großen Ziegelsteinen abgebaut und getrocknet. Zwischen den Torfhalden verläuft ein naturbelassener Entwässerungsgraben, der einen schönen farblichen Kontrast bietet und in seinem diagonalen Verlauf vor dem knapp angeschnittenen Horizont die Weite der Fläche erahnen lässt.

Wir sehen eine Torflandschaft (Affiliate-Link), in der sich ein grüner Streifen sehr schön vom braunen Torf abhebt. Im Vordergrund spiegelt sich der blaue Sommerhimmel im klaren Wasser eines Entwässerungsgrabens. Wie der Titel des eingereichten Bildes schon verrät, führen die Linien alle auf einen Fluchtpunkt am Horizont zu. Diese Linien habe ich in der folgenden Illustration in pink hervorgehoben. Weiterlesen

Gewinner Oktober:
Der Raum fasziniert

Die Uploads vom Oktober werden ind er Gewichtung der Kritiker gekrönt vom Bild einer Plakatwand. Interessanterweise ist das zweitplazierte Werk ebenfalls eines mit Bezug zum Raum.

Hochgeladene Fotografien aus dem Kritikerbereich

Die besten Uploads vom Oktober: „Das Plakat“ von Hendrik Lauber, „Mensch und Raum“ von Marcus Leusch, „Schnee im Tuxertal“ von Uta Knapp, „Reflections“ von Roman Becker und „Zeitungschaos“ von Thomas Schiefke

„Das Plakat“ von Hendrik Lauber ging nur haarscharf am Maximum vorbei, es war der eindeutige Sieger der Uploads vom Oktober, obwohl Marcus Leuschs „Mensch und Raum“ ebenfalls sehr gut abschnitt: Das bild befasst sich wie Hendriks Arbeit mit Raum, Tiefe und Dimension.

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Sossusvlei, Namibia:
Menschen in der Landschaft

Landschaftsfotografie findet typischerweise ohne Menschen statt. Bisweilen aber können sie als Akzente dienen und durchaus für Spannung sorgen.

 

Kamera: Canon EOS 40D Aufnahmedaten: 1/125s bei Blende 8/1 mit 62/1mm Brennweite und ISO 100 © Ulrich Schreyer

Canon EOS 40D Aufnahmedaten: 1/125s bei Blende 8/1 mit 62/1mm Brennweite und ISO 100 © Ulrich Schreyer

Ulrich Schreyer aus Berlin: Dieses Foto habe ich im September 2013 mit einer Canon EOS 40D aufgenommen. Es war eine Momentaufnahme. Während des Aufstiegs zur Düne „Big Daddy“ hat mich der Reiz der langen Schatten dazu inspiriert.

Das Bild stammt aus dem Sossusvlei in Namibia, einer Tonerde-Pfanne mit den höchsten Sanddünen der Welt. (Affiliate-Link)

Mein erster Gedanke war: Schade, sind hier Menschen im Bild. Der zweite: Super, die Menschen mit den Schatten! Weiterlesen

Straßenkreuzung in Monaco:
Flächen und Linien

Gerade wenn das Hauptmotiv aus geometrischen Formen und Linien besteht, ist es wichtig, dass auch an den Rändern des Fotos alles stimmt.

Canon EOS 750D, 1/2s bei Blende f/8 mit 31 mm Brennweite und ISO 200.

Canon EOS 750D, 1/2s bei Blende f/8 mit 31 mm Brennweite und ISO 200. © Fabian Reisert

Fabian Reisert aus schreibt zu diesem Bild:

Ich habe dieses Bild im Sommer 2016 mit meiner Canon 750D und Kit-Objektiv 18-55mm im Zentrum von Monaco, von einer Fußgängerbrücke aus, aufgenommen. Habe extra mein Stativ den ganzen Abend rumgeschleppt. Ich mag die Farben, die Stimmung und die tollen Farbahnmarkierungen (offensichtlich Teil der Rennstrecke).

Ich war noch nie in Monaco, aber nachdem ich Dein Foto gesehen habe, ist das auf meiner „Bucket List“, denn Fahrbahnmarkierungen und Straßenschilder fotografiere ich persönlich auch sehr gerne. Das allerdings richtig hinzubekommen, ist nicht so einfach, wie man glauben möchte, unter anderem deswegen, weil ja ständig Autos und Fußgänger vorbeikommen. Du hast es hier fast geschafft.

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Blickfang setzen:
Abstraktion, nachbearbeitet

Das Auge des Betrachters geht immer zum hellsten Punkt des Bildes. Wenn dies aber nicht das eigentliche Motiv ist, kann dies eventuell problematisch sein.

Olympus E-M5MarkII, 1/60s bei Blende 7,1 mit 15 mm Brennweite und ISO 200. © Kirsten Heinrich

Olympus E-M5MarkII, 1/60s bei Blende 7,1 mit 15 mm Brennweite und ISO 200. © Kirsten Heinrich

Kirsten Heinrich aus Weinheim hat uns das Bild „Heute geschlossen“ mit folgendem Kommentar eingereicht: Schräg mache ich gerne. Mit Architektur habe ich meine Probleme, selten gelingen mir Bilder, die mich zufriedenstellen. Dieses hier mochte ich sofort – auch ohne Beschäftigung mit Rodtschenko.

Über Rotschenko steht bei Wikipedia: „Vom Dadaismus beeinflusst, gelangte Rodtschenko (Affiliate-Link) über die Fotomontage zur Fotografie, wobei er bald zu einem wichtigen Vertreter der russischen Konstruktivisten wurde. Er wurde besonders durch seine ungewöhnlichen Perspektiven bekannt, aber auch durch die starke abstrakt-grafische Wirkung seiner Aufnahmen.“ Weiterlesen

Hong Kong Sundowner:
Etwas mehr Drama bitte

Wenn Drama im Bild bereits angelegt ist, sollte man das in der Nachbearbeitung auch herauskitzeln.

Hongkong

Marius Ruhnau aus Aachen schreibt zu diesem Bild:

Das Foto entstand während meines Studiums in Ostasien und zeigt die Skyline von Hongkong vom Victoria Peak aus gegen 19 Uhr. In Lightroom nahm ich die vertikale Upright-Transformation und die Farbanpassung vor, um die Wirkung des späten Sonnenlichts in den Höhen und gleichzeitig die Atmosphäre der blauen Stunde in den Tiefen zu unterstreichen. Bei der Aufnahme ärgerte ich mich noch über die Wolken. Jetzt tragen sie wesentlich zur Atmosphäre bei.

Ich liebe Panoramen deshalb so sehr, weil sie bei Landschaften am ehesten das Gefühl wiedergeben, das man bei der Aufnahme hatte. Dein Foto illustriert das sehr gut, denn ich kann mir gut vorstellen, wie man sich wohl fühlen muss, wenn man auf dem Victoria Peak steht, und diese Aussicht geboten bekommt.

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Urlaubsfoto:
Auf- statt über die Schulter

Fotos vom Typ „Blick über die Schulter“ müssen etwas zeigen, wohin zu blicken es sich lohnt. Oder eine interessante Schulter. Das fehlt hier.

Mädchen mit Fernglas

Olympus E-450, 1/500s bei Blende 8 mit 43mm Brennweite und ISO 100. © Oliver Diallo

Oliver Diallo aus Hamburg: Ich habe das Bild in Laboe an der Ostsee aufgenommen. Das Mädchen auf dem Bild ist die Tochter meiner Freundin.

In unserer WordPress-Installation für dieses Blog gibt es ein Werkzeug, mit dem man den wichtigsten Teil eines Fotos markieren kann – die Software sorgt dafür, dass in allen möglichen Bildschnitten dieser Teil enthalten bleibt. Wenn ich bei einer Fotografie nicht weiss, wohin ich das Fadenkreuz setzen soll, stimmt etwas an dem Bild nicht.  Weiterlesen