Bildkritiken lesen

Urlaubs-Fotografie:
Frühstücks-Stillleben

Fotografen haben es im Urlaub nicht leicht: Ausspannen – oder tolle Fotos machen? Leider entsteht daraus häufig ein Gewissenskonflikt. Dieses Stillleben bringt ihn zum Ausdruck.

Urlaubsfoto Charco Azul

Sony A7II, 28mm, f8.0, 1/200s. JPEG straight outta camera, lediglich auf 33% skaliert. © Bernhard Mayr

 

Bernhard Mayr aus Uttenreuth schreibt: Wie viele Menschen photographiere ich gerne im Urlaub. Mir ist es wichtig, (mindestens) ein Photo zu machen, das für mich DIESEN Urlaub symbolisiert, das die Atmosphäre, die ich erlebt habe, einfängt. In diesem Fall eine tiefe, heitere und frische Ruhe, wenn man aus dem kalten Winter kommt und ein paar Tage Freiheit (nicht nur Freizeit) hat. Das Bild ist aufgenommen in unserer Unterkunft in einem Haus am Meer (der Ort heißt Charco Azul), aufgenommen gegen Mittag an Silvester. Ich weiß, dass das was der Photograph beim Betrachten seines Bildes empfindet, sich nicht immer automatisch auf andere Betrachter überträgt. Mich interessiert wie ein Betrachter, der den Rest des Ortes nicht kennt, das Bild empfindet, und ob und ggf wie der gewünscht Eindruck besser heraus gearbeitet werden könnte.

Wie wirkt das Bild? Warm, freundlich, friedlich, ruhig, nach Siesta und Meeresluft und lauem Lüftchen. Und ein bisschen unordentlich:

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Makro-Fotografie:
Spinne mit Auftritt

Eine Makro-Fotografie wie ein Still-Photo eines Horror-Films aus den Siebzigern: Die Tarantel, die nicht zu sehen ist, wirkt grade deshalb furchteinflössend schön.

Makrofoto einer Spinne, die auf einen Ast klettert

Makrofotografie mit grossem Auftritt. Canon EOS 6D , 1/60s bei Blende 4 mit 100mm Brennweite und ISO 250. © Johann Schreml

Johann Schreml aus Bad Wörishofen: In einer Ausstellung in München fotografiert. Eigentlich wollte ich die Spinne als ganzes fotografieren, doch dies war auf Grund der starken Reflektionen des Terrariumglases nicht möglich. So entstand nach langem Herumprobieren dann dieses, aber wie ich finde, spannenderes Fotos als das eigentlich geplante.

Man ist geneigt zu sagen: Glück gehabt. Aber das wird Deinem fotografischen Können wahrscheinlich nicht gerecht, denn die Qualität dieser Aufnahme scheint mir kaum ein Zufall.

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Sportfoto:
Der Elfmeter-Überblick

Die Sportfotografie sollte das zeigen, worum es im Sport geht: Emotionen. Die sind am besten in den Gesichtern der Akteure zu sehen. Eine Aufgabe für lange Brennweiten und kurze Zeiten.

Sportfotografie, Fussball, Tottenham hotspur, Elfmeter. © Henrik Lauber

Olympus E-620, 320/s bei Blende 7 mit 14mm Brennweite und ISO 250, © Henrik Lauber

Henrik Lauber aus Nienburg: In englischen Stadien sitzen die Zuschauer oft ganz dicht am Spielfeldrand. Hier hatte ich das Glück, beim Spiel Tottenham Hotspur gegen Stoke City direkt hinter dem Tor zu sitzen, als Stoke City ein Elfmeter zugesprochen wurde. Ich habe schnell die Schärfe im Bereich des Torwarts gespeichert und habe dann gewartet, bis Arnautovic von Stoke City den Ball traf. Vielleicht wäre es besser gewesen, die Schärfe auf den Schützen zu legen. Ich habe keine Erfahrung mit Sportfotografie und habe versucht, mit 1/320 und Blende 7 einen Kompromiss zwischen Bewegungsunschärfe und Schärfentiefe zu finden. Ich finde, das Netz im Vordergrund stört, allerdings konnte ich es ja nicht wegzaubern. Arnautovic traf und Tottenham verlor schließlich.

Dinge aus Fotos wegzuzaubern ist heute ein verbreitetes Hobby… dazu brauchst Du  nicht unbedingt Photoshop. Eine lange Brennweite und eine offene Blende würden es auch tun:

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Fotografisches Stillleben:
Die Klosterküche

Die gegenständliche Fotografie soll entweder etwas dokumentieren oder Emotionen auslösen oder transportieren. Ein Stillleben versucht das eine über das andere zu erreichen.  Das gelingt hier aus simplen Gründen nicht.

Canon EOS 5D Mark III Aufnahmedaten: 1/10s bei Blende 28/10 mit 46/1mm Brennweite und ISO 5000

Küche, Santa Catalina Kloster, Arequipa, Peru. Canon EOS 5D Mark III 1/10s bei Blende 2.8 mit 46mm Brennweite und ISO 5000. © Benjamin Koenig

 

Benjamin Koenig aus Remchingen schreibt zu diesem Bild: Das Bild entstand im September letzten Jahres in Arequipa, Peru. Eine Küche im Kloster Santa Catalina. Ich weiß nicht genau warum, aber wenn ich die ca. 2000 Bilder der Peru Reise ansehe bleibe ich hier immer hängen. Für mich hat dieses Bild etwas absolut besonderes.

Ein angenehmes, warmes Bild,  das Gemächlichkeit, Nostalgie und Langsamkeit ausdrückt. Allerdings verstehe ich nicht, in welchem Zusammenhang. Und das ist fatal.

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Nächtliche Panoramafotografie:
Capitol bei Nacht

Panoramafotografie in der Nacht: das heisst – zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Entschleunigtes Fotografieren mit Stativ.

Kamera Canon EOS 70D; Tokina 11-16mm f/2.8 AT-X116 Pro DX ; 15s bei Blende 11 mit 16mm Brennweite und ISO 200

Kamera Canon EOS 70D; Tokina 11-16mm f/2.8 AT-X116 Pro DX ; 15s bei Blende 11 mit 16mm Brennweite und ISO 200, © Christian Künitz

Christian Künitz aus Radolfzell hat uns diese Nachtaufnahme des Capitols in der Kategorie „Architektur“ eingereicht.

Ein starkes Bild, welches du hier eingereicht hast!

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Chor-Konzertfotografie:
Alle Blicke nach rechts

Ein Chor in Aktion: Die Gelegenheit, viele konzentrierte Gesichter in einem Bild dynamisch zu vereinen. Es fehlt nur der Fokuspunkt im Vordergrund.

Gospelnight Dresden

Gospelnight Dresden © 2016 Frank Herbrand

Frank Herbrand aus Dresden: Neben den technischen Parametern ist auch manchmal Glück im Spiel, dass sich das Objekt entsprechend verhält, ohne dass der Fotograf Einfluß auf die Szene und die Beleuchtung hat. In der Dynamik des Chores hat in diesem Sinne eine zentrale Person den Kopf fixiert, sodass der Bewegungsdynamik des Chores ein Fixpunkt zur Verfügung steht.

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Handy-Fotografie:
Morgendämmerung

Die beste Kamera ist immer die, die man dabei hat. Heute ist das häufig das Smartphone. Dank diesem Umstand lohnt es sich auch mal, beim Joggen eine Fotopause einzulegen.

Saamsung-Waldfoto

Samsung Galaxy S7 1/33s bei Blende 2.2 mit 4.8mm Brennweite und ISO 40 © Ulla Zimmermann

Ulla Zimmermann aus Eynatten Belgien schreibt zu diesem Bild: Das Bild ist mit meinem Samsung S7 aufgenommen bei einem Morgenlauf. Die Steine sind die sogenannten Zyklopensteine…im belgischen Wald, nahe der deutschen Grenze zu Aachen

Es bietet sich ein tolles Motiv, der Moment ist flüchtig, und ich habe eine Kamera dabei: Früher kam es zu oft vor, dass der letzte Punkt nicht zutraf. Heute lohnt es sich, mal einen Stopp einzulegen und mit dem Smartphone eine richtig gute Fotografie zu machen.

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Fotografie aus dem Ballon:
Viel und wenig

Kann man Weite ausdrücken und zugleich viel in ein Bild packen? Diese Fotografie einer Ballonfahrt über der Wüste versucht exakt das.

© Jürgen Meier Namibia, Fotografie aus dem Ballon

Nikon D200 1/250s bei Blende 11 mit 18mm Brennweite und ISO 200 © Jürgen Meier

Jürgen Meier aus São Paulo schreibt zu diesem Bild: Das Bild nahm ich 2014 in Namibia (Sossusvlei) auf. Zum einen wollte ich die Weite der Landschaft einfangen. Deshalb habe ich das Bild auch etwas beschnitten. Zum anderen auf die dortigen Feenkreise hinweisen , sowie auch auf mein „Transportmittel“. ich weiss, viel auf einmal – war ein Versuch.

Muss eine Fotografie eindeutig sein, kann sie mehr als ein Motiv liefern? Oder tut sie das vielleicht gar nicht?  In diesem Bild ist wenig zu sehen, aber das wenige ist so aufgeteilt in der Komposition, dass Du selber findest, es ist schon fast zuviel.

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Color-Key-Fotografie:
Die leuchtende Himbeere

Bilder wie dieses laden zum Spielen mit dem Color-Key-Effekt ein. Ich würde ihn aber immer ausschliesslich am Rechner und mit dem Raw-Material der Fotografie anwenden, niemals direkt in der Kamera.

Color-Key Aufnahme einer Himbeere

Color-Key-Himbeere Sony Alpha 6000, 1/250s bei Blende 5.6 mit 155mm Brennweite und ISO 2000 © Bernhard Ruhland

Bernhard Ruhland aus Eggstätt schreibt: das Bild „Himbeere“ entstand im Sommer 2016 in einem kleinen Waldgebiet. Das kräftige Sonnenlicht brachte die Himbeere zum leuchten und schuf in diesem Detailausschnitt eine tolle Stimmung. Aufnahmedaten: Alpha 6000, 1/250 s, Blende 5,6, 155 mm und ISO 2000 (das Foto wurde aus der Hand aufgenommen). Die Einstellung s/w und „selektive Farbe rot“ habe ich ebenfalls noch vor Ort vorgenommen. In PSE wurden dann einige kleinere Störstellen weggestempelt, sowie eine Tonwertkorrektur und ein Beschnitt vorgenommen. Hier allerdings musste ich von den klassischen Vorgaben (Drittelregel bzw. goldener Schnitt) abweichen, da ich neben der Himbeere auch das sonnenbeschienene Blätterdach drauf haben wollte. Ich habe mich daher entschieden, die Himbeere ins Zentrum einer Fibonaccispirale zu legen, um so den harmonischen Ansprüchen Rechnung zu tragen. Ganz sicher bin ich mir aber nicht, ob der Leerraum links nicht zu dominant ist und die Lichtreflexe stören. Was haltet ihr davon, eure kritische Meinung interessiert mich!

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Golfplatz-Foto:
Wo ist der Spieler?

Nachdem man Golfplätze nur schwer als Landschaft klassieren kann, sie aber durchaus harmonische Ausblicke bieten, hilft ein Spieler im Bild, der Szene gerecht zu werden und dem vielen Grün einen Spannungs- und Kontrastpunkt zu geben.

Rauhreif-Fotografie Golfplatz

Golfplatz im Rauhreif © Max Riedl

Max Riedl aus Gergkirchen schreibt zu diesem Bild: Trotz winterlicher Verhältnisse hatten wir eine schöne Golfrunde an diesem Wintertag.

Das glaube ich! Gute Handschuhe an beiden Händen vorausgesetzt. Golfplätze, namentlich Parkland-Anlagen, bieten als die englischen Parks (mit Hindernissen), die sie sind, immer wieder faszinierende Pseudo-Landschaftsansichten. Pseudo deshalb, weil englische Parks eine natürliche Landschaft imitieren: Die Harmonie darin stammt von Menschenhand.

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