Beelitzer Heilstätten:
Der „Motivgier“ widerstehen

Ein Motivierungsbeitrag statt einer Bildbesprechung: Warum man sich eine Chance auf ein wirklich tolles Bild nicht durch „Motivgier“ vergeben sollte.

Beelitzer Heilstätten, Chirurgie

Beelitzer Heilstätten, Chirurgie. Sony Alpha 58 Aufnahmedaten: 1/20s bei Blende 6.3 mit 18mm Brennweite und ISO 400, © Thomas Noack

Thomas Noack aus Chemnitz: Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, mich in der ehemaligen Chirurgie der Beelitzer Heilstätten für eine Stunde frei zu bewegen um Fotos zu machen. Da das Gebäude sehr groß und verwinkelt ist, ist eine Stunde ziemlich knapp, und ich habe natürlich versucht in kürzester Zeit so viele Aufnahmen zu machen, wie möglich. Ich hoffe mir ist es trotzdem gelungen, die Atmosphäre einzufangen, auch wenn nicht jede der Aufnahmen dem Profistandard entsprechen.
Auf jeden Fall ein Besuch wert. Es lohnt sich.

Wir leben in Zeiten, in denen nichts mehr unfotografiert bleibt. Kein Konzert, an dem nicht allen Aufnahmeverboten zum Trotz hunderte von Smartphones mitfilmen, kein Ausflug, von dem nicht Dutzende von Eindrücken auf Facebook und zwei vermeintlich künstlerische Aufnahmen auf Instagram landen. Hier deshalb mal ein Plädoyer für die intensivere Form der Fotografie.

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Leserfoto – Beelitzer Heilstätten:
Auf halben Wege stehen geblieben

Bilder kommen selten perfekt aus der Kamera, und deshalb erspart ein attraktives Motiv allein effektive Nachbearbeitung grundsätzlich nicht. Zu einem guten Foto gehört mehr.

(c) Tobias Scheck

Das Bild wurde wärend einer Fototour in den Ruinen der Beelitzer Heilstätten aufgenommen.
Was mich an dem Bild fesselt, sind zum einen die, wenn auch schwach zu erkennen, knalligen Farben
und zum anderen das Ungewisse, was einen hinter der Tür erwarten könnte. Mein Ziel war es
genau diese Ungewissheit einzufangen und im Bild festzuhalten.

Verlassene Gebäude üben auf uns einen Zauber aus, dem wir uns nur schwer entziehen können. Hier kann man Geschichte fühlen und sehen, und der langsam fortschreitende Verfall und etwa zurückgelassene Artefakte bieten sich als Motive regelrecht an. Viele auf „UrbEx“ („urban exploration“) spezialisierte Fotografen nehmen für Aufnahmen sogar in Kauf, wegen unerlaubten Betretens verhaftet zu werden und ein Bußgeld zu kassieren. Orte und Zugang zu ihnen werden oft als „Betriebsgeheimnis“ gehütet.

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