Dynamik-Foto:
Durch den Kanal rauschen

Dieser Urlaubs-Schnappschuss vermag auf einfache Weise das Gefühl einer Gondelfahrt in Venedigs engen Kanälen zu vermitteln. Etwas Bewegungsunschärfe macht den ganzen Unterschied.

Gondelfahrt in Venedig

Gondelfahrt in Venedig – Sony A58, 1/25s bei Blende 11 mit 18mm Brennweite und ISO 100 © Tobias Traxl

Tobias Traxl aus Lauterbach: Das Bild habe ich in Venedig aufgenommen, mit der Absicht die engen Wasserstraßen Venedigs und die, im Gegensatz zu den öffentlichen Plätzen, ruhige Atmosphäre des Wassers einzufangen. Entstanden ist es im Sommer 2016 während einer Jugendfreizeit.

Eigentlich ist in dieser Fotografie nicht arg viel zu sehen. Und trotzdem gelingt ihre Hauptaufgabe – der Transport von Emotion – erstaunlich gut: Die Betrachterin hat nicht nur das Gefühl, in einer Gondel zu sitzen, sondern auch, übers Wasser geschaukelt zu werden. Warum?

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Urlaubs-Fotografie:
Frühstücks-Stillleben

Fotografen haben es im Urlaub nicht leicht: Ausspannen – oder tolle Fotos machen? Leider entsteht daraus häufig ein Gewissenskonflikt. Dieses Stillleben bringt ihn zum Ausdruck.

Urlaubsfoto Charco Azul

Sony A7II, 28mm, f8.0, 1/200s. JPEG straight outta camera, lediglich auf 33% skaliert. © Bernhard Mayr

 

Bernhard Mayr aus Uttenreuth schreibt: Wie viele Menschen photographiere ich gerne im Urlaub. Mir ist es wichtig, (mindestens) ein Photo zu machen, das für mich DIESEN Urlaub symbolisiert, das die Atmosphäre, die ich erlebt habe, einfängt. In diesem Fall eine tiefe, heitere und frische Ruhe, wenn man aus dem kalten Winter kommt und ein paar Tage Freiheit (nicht nur Freizeit) hat. Das Bild ist aufgenommen in unserer Unterkunft in einem Haus am Meer (der Ort heißt Charco Azul), aufgenommen gegen Mittag an Silvester. Ich weiß, dass das was der Photograph beim Betrachten seines Bildes empfindet, sich nicht immer automatisch auf andere Betrachter überträgt. Mich interessiert wie ein Betrachter, der den Rest des Ortes nicht kennt, das Bild empfindet, und ob und ggf wie der gewünscht Eindruck besser heraus gearbeitet werden könnte.

Wie wirkt das Bild? Warm, freundlich, friedlich, ruhig, nach Siesta und Meeresluft und lauem Lüftchen. Und ein bisschen unordentlich:

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Sandsturm-Porträtfoto:
Top Stimmung

Situations-Porträts von Menschen sind bisweilen elegante Vehikel für den Transport einer grösseren Stimmung. Aber auch dann müssen sie dem Anspruch unserer Neugier genügen: Ich möchte die Augen und die Tätigkeit des Porträtierten sehen.

Sandsturm In Marokko

„Ruhe im Sturm“ Sony Alpha 7, Blende 5.6, Verschlusszeit 1/250, ISO 320, © Manfred Leuchter

Manfred Leuchter aus schreibt zu diesem Bild: Aufgenommen während eines heftigen Sandsturmes (der es bis in die dt. Tagesthemen schaffte) in der südmarokkanischen Sahara

Die seltene Situation, in der ein Farbstich nicht nur gerechtfertigt, sondern ausgesprochen Ausdrucksstark ist: der Sandsturm in Marokko. Wir hoffen, Du hast das Objektiv nicht gewechselt…
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Urlaubsfoto:
Auf- statt über die Schulter

Fotos vom Typ „Blick über die Schulter“ müssen etwas zeigen, wohin zu blicken es sich lohnt. Oder eine interessante Schulter. Das fehlt hier.

Mädchen mit Fernglas

Olympus E-450, 1/500s bei Blende 8 mit 43mm Brennweite und ISO 100. © Oliver Diallo

Oliver Diallo aus Hamburg: Ich habe das Bild in Laboe an der Ostsee aufgenommen. Das Mädchen auf dem Bild ist die Tochter meiner Freundin.

In unserer WordPress-Installation für dieses Blog gibt es ein Werkzeug, mit dem man den wichtigsten Teil eines Fotos markieren kann – die Software sorgt dafür, dass in allen möglichen Bildschnitten dieser Teil enthalten bleibt. Wenn ich bei einer Fotografie nicht weiss, wohin ich das Fadenkreuz setzen soll, stimmt etwas an dem Bild nicht.  Weiterlesen

Surfing in High Key:
„Eyes burning, salt on your lips“

Nachbearbeitung ist immer die Entscheidung des Fotografen, und wenn dieser sich für High Key entscheidet, kann aus einem Bild etwas ganz anderes werden.

2014_eyes-burning_maxmauthner

Max Mauthner aus Graz schreibt zu diesem Bild:

Dieses Foto entstand im September 2014 an der Südwestküste Frankreichs. Die zwei Surfer im Vordergrund sowie die weiteren Personen im Hintergrund ergaben für mich ein sehr gutes Fotomotiv. Jedoch war ich zu diesem Zeitpunkt mit der Lichtsituation und mit den Farben nicht zufrieden. Erst zu Hause im Rahmen der Nachbearbeitung und nach Umwandlung in ein Schwarzweißfoto entsprach das Foto meinen Vorstellungen. Nach langem Herumspielen mit Kontrast und Helligkeit entstand für mich mein Lieblingsfoto dieses Surf-Trips.

Canon 600D, ISO 100, 55mm, f / 5.6, 1/1000 Sek.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich hier das Buch „Surfing“ von Jim Heimann rezensiert, das auch der Hauptpreis für das beste Foto ist, das uns zu unserem Leser-Fotobuch-Projekt „Doppelt Gesehen“ eingereicht wird. Surfing ist mittlerweile mehr als nur ein Sport, es ist ein Kulturphänomen, und in bestimmer Weise schon fast ein Kult – es bedeutet, cool und frei zu sein, und für manche füllt es ihr Leben vollkommen aus. Weiterlesen

Das Schiff im Wohnviertel:
„Magna Anibong“

Ein Foto, das von Farben lebt, sollte auch entsprechend nachbearbeitet werden.

Canon EOS 500D, Kitobjektiv 18-55mm, 200 ISO, Blende 7, 1/100s und wegen der Mittagszeit in den Tropen eine Belichtungskorrektur von -2 EV - (c) Thorsten Kallnischkies

Canon EOS 500D, Kitobjektiv 18-55mm, 200 ISO, Blende 7, 1/100s und wegen der Mittagszeit in den Tropen eine Belichtungskorrektur von -2 EV – (c) Thorsten Kallnischkies

Thorsten Kallnischkies aus Berlin schreibt zu diesem Bild:

„Ich bin beruflich immer wieder im Ausland unterwegs, diesmal im Zusammenhang mit Aufräumarbeiten nach dem Taifun Hayian, der im November 2013 über die Philippinen hinweggezogen ist und große Verwüstungen hinterlassen und leider auch viele Menschen das Leben gekostet hat. Im Stadteil Anibong in Tacloban wurden sieben Schiffe an Land gespült. Hier stand kein Stein mehr auf dem Anderen. Ein halbes Jahr nach dem Taifun entstand diese Aufnahme, das Leben geht fast weiter wie vor der Katastrophe.

Leider ist die JPG-Datei vom Farbeindruck viel flacher als beim Original in PaintShopPro, möglicherweise habe ich noch nicht die richtigen Einstellungen zum JPG-Export gefunden.
Ich würde mich sehr über Tips freuen, wie ich solche Themen besser „ins Bild setzen“ kann.“

Das Schiff neben den Hütten, die es auch optisch fast verdrängt, war der Blickfang, der mich dazu bewogen hat, Dein Foto auszusuchen. Es wirkt bei der mir vorliegenen Auflösung etwas verschwommen, und die Farben wirken ausgebleicht. Weiterlesen

Momentaufnahme:
Siesta in Cuba

Ein Schnappschuß, der eine Geschichte erzählt.

NIKON D4S - 1/200s f/7.1 - 170 mm - ISO 800 - (c) Adelheid Maria Prünte

NIKON D4S – 1/200s f/7.1 – 170 mm – ISO 800 – (c) Adelheid Maria Prünte

Adelheid Maria Prünte aus Menden schreibt zu diesem Bild:

Ende November, Anfang Dezember war ich für 15 Tage in Cuba. Begeistert kam ich zurück. Am besten wird man in Havanna mit dem Fahrradtaxi befördert. Es war Mittagszeit und der Fahrer legte eine Pause ein. Gerade in dem Moment als ich den Auslöser betätigte, stieß er den Rauch seiner Zigarre aus. Für mich bedeutet das Foto,…. Cuba wie es leibt und lebt.

Zu sehen ist hier ein Mann, der auf etwas Autositzähnlichem ausruht, von der Kamera abgewandt. Der Rahmen darum herum, wie auch seine Armlehne, lassen erraten, daß es sich um irgend eine Art Fortbewegungsmittel handeln muß. Er ist eher dunkelhäutig und sieht von dieser Perspektive fast asiatisch aus, also hätte ich den Ort nicht unbedingt erraten können. Weiterlesen

Minimalistische Stadtansicht:
Istanbul im Dunst

Insbesondere bei einem ungewöhnlichen Kompositionsansatz sollte man auf bestimmte Kleinigkeiten achten.

(c) Bernd Plumhof

Leica Digilux2 mit Festzoom; Brennweite 36 mm (KB); 1/400 s; Blende 6,7; ISO 100 – (c) Bernd Plumhof

Aufgenommen bei der Überfahrt von der asiatischen zur europäischen Seite. Während es über dem Marmara-Meer noch relativ klar ist, liegt der europäische Teil Istanbuls im Dunst des Morgens. Hier eine untypische Stadtsilhouette Istanbuls ohne hochaufragende Minarette. Das Bild vermittelt den Kontrast zwischen scheinbar friedlicher Individualität und der „Vermassung“ einer zugewachsenen Großstadt. Das Bild habe ich leicht bearbeitet, es war unterbelichtet, aber nicht beschnitten.

Von Istanbul gibt es genauso typische Aufnahmen, wie von allen anderen Großstädten dieser Erde, die irgendwie auf der Bucket List von Touristen stehen – bestimmte Trophäenbilder kommen immer wieder, wie (hier nicht abschließend aufgezählt) der Gedeckte Basar, Sultanahmet oder die Hagia Sophia. Du hast aus der Hand heraus eine Aufnahme von der Fähre aus gemacht. Man sieht vorne ein kleines Boot, dann viel Wasser, und schließlich hinten die Stadt im Dunst. Es ist nicht leicht zu erkennen, daß es sich um Istanbul handelt, außer man kennt die Stadt sehr gut, denn es fehlen eben die typischen visuellen Aufhänger. Jedenfalls muß es sich (Fahne auf dem Boot) um eine Großstadt in der Türkei handeln. Weiterlesen

Leserfoto – «Paris en pleine nuit»:
Etwas mehr Nacht bitte

(c) Nicolas Zenz

Eigentlich beginnt doch jeder Urlaub gleich. Streit mit der Freundin, ob das Stativ nun mitkommt oder nicht. Ich habe mich durchgesetzt, das Stativ im Gepäck, leider auch das Versprechen es bei der Stadtbesichtigung zuhause zu lassen (=100% der Zeit). Was macht der kreative Fotograf? Er fotographiert aus dem Hotelfenster bei Nacht. So ist dieses Foto also entstanden.

Mir gefällt es gut, der Freundin (vielleicht aus Trotz, weil ich sie damals aufgeweckt habe?) nicht besonders. Nun fände ich eine professionelle Meinung zu dem Bild interessant. Was könnte man verbessern? Wenn man sich zu lange selbst mit einem Bild beschäftigt, wird man einfach betriebsblind.

Fotodaten:
Sony NEX-C3, Daten: 60mm; F22; 20 Sek. Verschlusszeit; ISO 200

LG Nicolas

Paris ist eine dieser Städte, die einen nicht mehr losläßt, wenn man mal da war. Mir war es nur einmal vergönnt, und ich rede heute noch drüber. Du hast uns einen Schnappschuß eingereicht, der die Stadt bei Nacht zeigt. Zu sehen ist der Fluß, Straßenlichter reihen sich wie Perlen durchs Bild. Weiterlesen

Leserfoto – „Wein und Berge“:
Der letzte Schliff

Manche Landstriche haben von sich aus einen gewissen „Wow“-Faktor, den es aber fotografisch zu unterstreichen gilt.

 

© Bernd Plumhof

Vor allem Ölbäume und Weinreben bestimmen das Landschaftsbild im Süden Siziliens bei Caltabellotta. Hoch ragen die Gebirgszüge auf und speichern im regenreichen Winter das kostbare Wasser, das das ganze Jahr über aus den zahlreichen Quellen fließt. Das Bild habe ich im Juni gegen 14 Uhr aufgenommen.
Nikon D700 mit Nikkor 24-120 mm f/4; 1/125 s; Blende 19; 24 mm; ISO 200.
Mit Lightroom die Horizontale leicht korrigiert. Beschnitt unten, rechts und links.

Auch nach all den Jahrzehnten, in denen sich Fotografie von klobigen Holzkameras zu Hochleistungsmaschinen hingearbeitet hat, sind Landschaften immer noch etwas, was man gerne fotografiert. Sie halten still, jeder kann dazu einen Bezug aufbauen, und sie sind frei verfügbar. Gute Landschaftsfotografie ist jedoch schwieriger, als sich das mancher vorstellt – nur weil das Motiv spektakulär war, muß es die Aufnahme noch lange nicht sein. Weiterlesen