Artikel der Kategorie „Fotografieren“ lesen

Analog in zitronengelbem Duochrome:
Der «Third Man Records» Sofortbildfilm

Die Zukunft ist nicht nur analog, sie hat einen dezidierten „Coolness Faktor“. Und zwar in der „Third Man Records“ Edition von Impossible Project.

The Two Towers - (c) Sofie Dittmann

The Two Towers – (c) Sofie Dittmann

Dieser Artikel knüpft an einen Beitrag an, den ich vor einiger Zeit über das Impossible Project verfaßt habe.

Vor ein paar Jahren, nachdem ich mich bei meinem Mann beschwert hatte, daß er mir schon lange keinen Schmuck mehr geschenkt hatte, sagte er nur lapidar, “Kauf Dir halt etwas, was Dir gefällt.“ Das tat ich dann auch, und kam mit noch einer Kamera nach Hause. Man konnte sie sich um den Hals hängen, das zählt ja irgendwo als Schmuck.

Seitdem frage oder beschwere ich mich nicht mehr; so, wie dieses Mal, als es dann ein paar Packungen des koolsten Films sein mußten, den ich seit langem in den Händen gehalten habe: die „Third Man Records“ Edition (Affiliate-Link) von Impossible Project. Nicht vollkommen ohne Schattenseiten (mehr unten), aber wirklich kool. Weiterlesen

Die fotografische Nachbearbeitung:
Sechs Argumente gegen die Askese

Gute Nachbearbeitung ist der schmale Grat zwischen einem fotografischen Erfolg oder Desaster. Aus Unsicherheit, wie die Entscheidung zu treffen sei, dann aber gar nichts zu tun, ist fast noch schlimmer, als ein Bild zu verhunzen. Im letzteren Fall hat man es zumindest versucht, und ist eben gescheitert.

Vorher/nachher

Dieser Artikel knüpft an einen Beitrag von Carsten über die Motivfindung an.

Gleich eingangs möchte ich hier mit einer Entschuldigung ins Gericht gehen, die wir bei Bildeinreichungen immer wieder serviert bekommen: „Ich bearbeite meine Fotos eigentlich nie nach.“ Ich nenne das Nachbearbeitungsaskese, und es bedeutet letztlich nur, den letzten Schritt ohne guten Grund nicht gegangen zu sein. Wir betonen immer wieder, daß Bilder nur ganz selten perfekt aus der Kamera kommen, wenn das auch letztlich der Goldstandard ist. Will sagen, man sollte natürlich mit dem Ziel fotografieren, daß hinterher praktisch nichts mehr getan werden muß.

Allerdings sollten die Fotos dann auch so aussehen. Weiterlesen

Buchrezension «Kompendium digitale Fotografie»:
Ein lockeres Lehrbuch

Das «Kompendium digitale Fotografie» gibt dem fortgeschrittenen Einsteiger die theoretischen UND praktischen Werkzeuge in die Hand, seine bereits gesammelten fotografischen Erfahrungen umzusetzen und weiterzuentwickeln.

"Kompendium digitale Fotografie" von Tilo Gockel

„Kompendium digitale Fotografie“ von Tilo Gockel

 

Level: Einsteiger, Fortgeschritten
Genre: gemischtes Lehrbuch
Benutzbarkeit*: 8
Preislevel**: €€€
Ein solides Buch für den anspruchsvollen Einsteiger, der bereits einige Erfahrung mit Fotografie gesammelt hat, die er jetzt auf ein gewisses theoretisches wie praktisches Fundament bewegen möchte.
* 1 – eher nicht, 5 – geht so, 10 – super
** € (sehr billig) bis €€€€€ (überteuert)

Ein fundiertes Lehrbuch – aber trotzdem locker

Tilo Gockel erwähnt im Vorwort, er habe ein Lehrbuch schreiben wollen, kein Bilderbuch – aber dennoch eines, das trotzdem ein Kompromiß sein sollte zwischen rein grafischen Publikationen und großen Lehrwerken, die der Zeit hinterher sind. Diesen Mittelweg zwischen zu vielen Formeln/Theorie und zuviel Veranschaulichung ist er recht gekonnt gegangen. In der Fotografie, da stimme ich mit ihm überein, zählt zwar letztlich die Kreativität, und nicht nur die Technik, aber “oft können kreative Fotografen die Bildideen in ihrem Kopf nicht umsetzen, weil es am Detailwissen zur Technik hapert.“ Mit anderen Worten: man sollte nicht nur seine Kamera kennen, sondern auch wissen, wie bestimmte Ergebnisse erzielt werden. Weiterlesen

Schwarz-Weiß Fotografie:
Mein digitaler Workflow

Du magst Schwarz-Weiß-Fotografien? In diesem Artikel verrate ich dir meinen Schwarz-Weiß-Workflow – und wie ich ein besserer Schwarz-Weiß-Fotograf geworden bin.

Winter am Teich in Schwarz-Weiß - (c) Darius Kupczak

Winter am Teich in Schwarz-Weiß – (c) Darius Kupczak

„Wenn du Menschen in Farbe fotografierst, dann fotografierst du Ihre Kleidung. Wenn du sie in Schwarz Weiß fotografierst, dann fotografierst du Ihre Seelen,“ ist ein bekanntes Zitat von Ted Grant. Es ist natürlich etwas überspitzt, aber die Grundaussage stimmt schon. Damit ist nicht gemeint, dass Farb-Portraits „falsch“ oder „nicht schön“ sind, sondern dass Farben ein Bild wesentlich komplexer machen.

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Statt digitalem Bilderstapel:
Projektbezogenes Fotografieren

Im Anschluß an ein paar vor kurzem von Darius und mir erschienene Artikel will ich hier im einzelnen noch einmal auf projektbezogenes Fotografieren eingehen.

Serenity Prayer 1 - (c) Sofie Dittmann

Serenity Prayer 1 – (c) Sofie Dittmann

Profis, deren Arbeit auf bestimmte Sparten konzentriert ist – Porträts, Landschaften, Reise etc., haben ihre Netzpräsenz gerne nach Projekten geordnet, oder nach Aufträgen, aber auch diese Kategorien sind oft nicht komplett durchgehalten. Persönliche Fotografiewebseiten dagegen sind häufig so organisiert: meine Porträts, meine Landschaften, meine Stilleben, etc. etc. Unter diesen Überschriften findet man dann im Idealfall eine Art „Best of“ der Fotografin, aber als Konsequenz weisen diese Bilder in der Regel keinen visuellen Bezug zueinander auf.

Diese Manifestation des künstlerischen Schaffens spiegelt konzentriert das wieder, was wir auf unseren Festplatten haben: ein Sammelsurium dessen, was wir so über das Jahr hinweg aufgenommen haben; ein digitaler Bilderstapel, der immer größer wird. Fotospaziergang in der City, Familienporträts an Ostern… Wenn man sich darüber hinaus entwickeln möchte, muß man sich irgendwann einmal Gedanken darüber machen, was man eigentlich tut.  Weiterlesen

Drauflosfotografieren reicht nicht (2/2):
10 Gründe, warum Deine Fotos
wie Anfängerschnappschüsse wirken

(Fortsetzung von Teil 1)

Auch Komposition und Nachbearbeitung sind wichtig, um nichtssagende Schnappschüsse zu vermeiden.

Nichtssagendes Naturfoto

6. Dir sind Regeln der Komposition nicht bewußt, bevor Du sie brichst

Viele Anfängerbilder haben Kompositionsmängel. Die Regel des Goldenen Schnitts, vereinfacht Drittelregel, hält sich in der Malerei und jetzt in der Fotografie schon seit Jahrhunderten. Der Grund: so komponierte Bilder werden vom menschlichen Auge als angenehm empfunden.

Diese Grundlage sollte man einzusetzen wissen, bevor man mit ihr bricht. Wenn man einen Gegenstand mittig darstellt, wirkt er statisch. Tut man das bei einer dynamischen Sportszene, wirkt es fehl am Platz. Will man dadurch die Ruhe in einer Landschaft noch unterstreichen, ist es richtig. Im allgemeinen eben.

Auch wenn das Foto zufälligerweise mit Regelbruch so stimmen sollte, kann man sich als Fotografin in dieser Hinsicht nur weiterentwickeln, wenn man Kompositionsentscheidungen bewußt trifft; andernfalls ist jede Aufnahme kompositionsmäßig ein Schuß ins Blaue. Manchmal kann es klappen, meistens nicht. Weiterlesen

Drauflosfotografieren reicht nicht (1/2):
10 Gründe, warum Deine Fotos wie Anfängerschnappschüsse wirken

Wer einfach ohne nachzudenken auf den Auslöser drückt, bekommt eben nur Schnappschüsse.

Nichtssagendes Naturfoto

Seit Jahren besprechen wir hier bei fokussiert jetzt schon Leserbilder. Sehr häufig sind Einreichungen mit der Frage verbunden, was der oder die Fotograf/in anders hätte machen können.

Was sich in dieser ganzen Zeit bei unseren Bildbesprechungen abgezeichnet hat, sind bestimmte „Themen“, die immer wiederkehren: technische Mängel, Kompositionsfehler etc. Im folgenden möchte ich einige typische Anfängerfehler zusammenfassen. Vielleicht ist es ja von Nutzen. Weiterlesen

Urlaubsfotografie:
Fotografische Tipps für die schönste Zeit des Jahres

Langweilige Urlaubsbilder? Hier erfährst Du, wie es besser geht.

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Halong-Bucht im Norden Vietnams

 

Egal ob eine kurze Städtereise, Pauschalurlaub oder Backpacking in exotischen Ländern, egal ob Knipser, ambitionierter Amateur oder Profi, heutzutage fotografiert fast jeder während seines Urlaubs. Werden die Bilder dann zu Hause gesichtet, folgt oft die Ernüchterung und dann Enttäuschung. Der Urlaub war super, die Bilder davon leider nicht. Sie bringen es irgendwie nicht rüber, wie es war. Ich denke, dieses Problem dürften viele kennen. Manch einer glaubt aber auch, er (oder sie) hätte tolle Bilder gemacht, und ist dann enttäuscht, dass Freunde und Familie eher gelangweilt reagieren.

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Erlebnisbericht:
Worldwide Photo Walk 2015 (Teil 2) – Es gibt kein schlechtes Wetter

(Fortsetzung des ersten Teils: „Erlebnisbericht: Worldwide Photo Walk 2015 (Teil 1) – Wo darf’s denn hingehen?“)

Seit 2008 wird der World Wide Photo Walk von Kelby One ausgerichtet. Nach zwei Jahren als Walker war Autorin Sofie Dittmann dieses Jahr als Führerin dabei.

West Side Market

West Side Market, Ohio City, Cleveland/Ohio – (c) Sofie Dittmann

 

Das Backend des Photo Walks ist übersichtlich organisiert, und es gibt auch viele Informationen für diejenigen, die es trotzdem nicht schaffen durchzublicken. Man muß die Route nicht vorher vollständig festgelegt haben, eine Anfangsadresse genügt. Den Walk hinterher zu editieren ist etwas komplizierter, weil die Anleitung nicht ganz eindeutig ist. Auch andere Funktionen, die man sonst an WordPress und dazugehörigen Plugins schätzen gelernt hat, wirken hier etwas unausgegoren umgesetzt – Kommentarmoderation etwa. Ich bekam mittendrin mal eine Email eines Walkers, der sich beschwerte, er habe jetzt schon zig Kommentare in der Moderationsschlange hängen, warum sie nicht zu sehen seien. Ich konnte ihm nur antworten, ich sähe sie auch nicht, und habe mich folgerichtig bei den Administratoren (also Jennifer) beschwert. Jennifer schrieb lapidar zurück, die Kommentarfunktion für Walker sei nicht eingerichtet. Man bekommt eben geboten, wofür man bezahlt hat. Weiterlesen

Erlebnisbericht:
2015 World Wide Photo Walk (Teil 1) – Wo darf’s denn hingehen?

Seit 2008 wird der World Wide Photo Walk von Kelby One ausgerichtet. Nach zwei Jahren als Walker war Autorin Sofie Dittmann dieses Jahr als Führerin dabei.

West Side Market

West Side Market, Ohio City, Cleveland/Ohio – (c) Sofie Dittmann

Scott Kelby ist nicht nur der Photoshop- und Lightroom-Gott, er dominiert auch die englischsprachige Workshopszene zu diesen Themen. Ich selbst habe mir Photoshop vor Jahren mittels seiner nach Rezeptmanier aufgebauten How-to-Büchern angeeignet. Dementsprechend war ich etwas skeptisch, als ich vor etwas über zwei Jahren auf den Scott Kelby World Wide Photo Walk stieß. Was konnte es auch sonst sein, als eine perfide PR-Aktion von jemandem, der sowieso schon genug Geld gescheffelt hat?

2013 trug ich mich spaßeshalber für einen Photo Walk im Cuyhoga Valley in Ohio ein, um es einfach mal auszuprobieren. Die meisten unserer Leser, die mit der US-amerikanischen Pampa nicht vertraut sind, werden nicht genau wissen, worum es sich hier handelt. Cuyahoga Valley National Park ist erst seit 2000 ein Nationalpark; davor war das Gelände teilweise eine National Recreation Area, ansonsten ein Mischmasch an Bauernhöfen, Gemeinden und dem Towpath Trail. Außerdem gab es mehrere problematische Mülldeponien, die aber mittlerweile fast alle beseitigt sind.

Jedenfalls genießt das Gebiet wie erwähnt seit 2000 National Park Status, und das wurde unserem Walk im Jahr 2013 schlußendlich zum Verhängnis, denn im Oktober war die Regierung mit ihren Finanzen mal wieder am Ende, „Government Shutdown“ genannt auf amerikanisch, und deshalb der Park für Besucher gesperrt. Deshalb mußten wir kurzfristig auf einen städtischen Park in der Nähe von Cleveland ausweichen. Weiterlesen