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Hamburger Speicherstadt ist Weltkulturerbe:
Wir suchen Eure besten Bilder!

Detail aus der Speicherstadt in Hamburg

Detail aus der Speicherstadt in Hamburg (c) Pixelharmony

Die Hamburger Speicherstadt wurde gerade zum Weltkulturerbe erklärt. Bis zum 12.7.2015 suchen wir Eure besten Fotos zu diesem Motiv, die wir dann mit voller Byline auf fokussiert veröffentlichen werden. In den Wochen danach gehen wir die Liste, die SPON zu dem Thema veröffentlicht hat, Stück für Stück durch. Also sucht das beste, was Ihr habt, und schickt es uns!

PS. Wie immer treffen wir schlußendlich nach unserem Ermessen die Auswahl. Wenn Euer Bild aus irgend einem Grund nicht genommen werden sollte, und Ihr Fragen dazu habt, können wir die gerne offline beantworten.

Blitzfotografie:
Glücksschlag am Half Dome

Lucky Strike: Blitzeinschlag am Half Dome, fotografiert von Glacier Point, Yosemite, Kalifornien, USA. Sony a7s, Sony/Zeiss 24-70, 0.4 s, F11, ISO50

Lucky Strike: Blitzeinschlag am Half Dome, fotografiert von Glacier Point, Yosemite, Kalifornien, USA. Sony a7s, Sony/Zeiss 24-70, 0.4 s, F11, ISO50

 

Ein Blitz-Sensor ist in Kalifornien grundsätzlich etwa so nützlich wie eine Fischerrute in der Sahara. Aber gelegentlich schleicht ein bisschen subtropische Feuchtigkeit über die Sierra Nevada und erblüht in nachmittäglichen Gewittern. Ich überprüfe das Wetter täglich (das ist eine ziemliche Untertreibung) fast nur wegen dieser Möglichkeit, auf ein Gewitter in Yosemite hoffend, wie Fussballfans nach einem Sieg ihrer Mannschaft lechzen. Mit etwa dem gleichen Erfolg – bis letztes Wochenende.

Denn vergangene Woche wurden die feuchten Überreste des Hurrikans Blanca in eine instabile Luftmasse über der Sierra gesogen, was exakt dem Gewitter-Rezept entspricht, auf das ich immer hoffe. » weiterlesen

Was tun gegen Fotoklau – II/II:
Abschreckung und Warnrufe

Die zweite Hälfte unserer zweiteiligen Serie gegen Bilderklau (hier zu Teil1) – Ist das Kopieren der Werke anderer die “aufrichtigste Art der Schmeichelei”?

 

Sauerteigbrot

(c) Sofie Dittmann 2012

4. Wasserzeichen

Bleibt der Gedanke, ein Wasserzeichen auf dem Bild anzubringen. Das kann mehrere Formen annehmen: ein Muster quer über die Aufnahme, oder ein einzelner Schriftzug in der Mitte oder am Rand. Vorteil: wenn es auch mit modernen Nachbearbeitungsprogrammen wie Photoshop sehr einfach ist, diese wieder zu entfernen, macht man es den Raubkopierern zumindest ETWAS schwerer.

Nachteil: jene kümmern sich oft noch nicht einmal darum; ich habe schon mehrere Fälle gesehen, wo ein Foto auf einer Scraper-Seite mit Wasserzeichen und allem prangte, als habe es der Seiteninhaber selbst angefertigt. Weiterhin können Wasserzeichen legitime Nutzer auch ziemlich nerven, je nachdem, wie sie verwendet werden. » weiterlesen

Was tun gegen Fotoklau? – Teil 1

Gibt es heutzutage noch einen Weg, eklatanter Urheberrechtsverletzung entgegenzuwirken?

Der folgende Beitrag soll sich nicht so sehr der juristischen Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen oder deren Ausuferungen (sprich: „Abmahnindustrie“) widmen, sondern anderen praktischen Möglichkeiten, wenn die juristischen Mittel entweder nicht einsetzbar sind oder fehlgeschlagen haben.

Stop

(c) Sofie Dittmann 2012

Vor kurzem stieß ich auf einen Artikel in DIY Photography, der sich so unglaublich anhörte, daß er fabriziert zu sein schien: ein Künstler verkauft Drucke der Instagramfotos ANDERER Leute für fast $100.000. Wenn man allerdings denkt, es sei ein Witz, ist man leider auf dem Holzweg. Richard Prince hat tatsächlich Drucke (etwa in A3) von Instagramfotos angefertigt, eine Galerie in New York hat sie in eine Ausstellung gehängt, und eines davon ist für fast $100.000 weggegangen. Herrn Princes „Beitrag“ zu diesen Fotos war, einen Kommentar unter das Bild zu setzen (der eine Fall, der in dem Artikel besprochen wurde, zeigte einen Kommentar, der mit dem Inhalt des Fotos garnichts zu tun hatte). Abgesehen von der eklatanten Urheberrechtsverletzung fragt man sich unwillkürlich: wer zum Teufel kauft so etwas? Zu dem Preis?

Urheberrecht ist in den USA ähnlich geregelt wie in Deutschland: derjenige, der ein Foto aufnimmt, hat das Urheberrecht. Punkt. Um jenes nicht zu verletzen, muß man aus dem Foto so etwas vollständig Neues machen, daß es das ursprüngliche Werk gewissermaßen verblassen läßt. Meines Erachtens hat Richard Prince das nicht getan, und es ist auch nicht das erste Mal, daß er sich bei anderen bedient hat. Er und seine Galerie hoffen wahrscheinlich darauf, daß es den Leuten zu dumm sein wird, ihn zu verklagen. Und wenn es auch ein besonders übler Fall sein mag, der auf Twitter und anderswo einen Shitstorm ausgelöst hat (Herr Prince nimmt ihn als freie Publicity), wirft er doch die Frage auf: gibt es heutzutage noch einen Weg, dem entgegenzuwirken?

Die Antwort ist mal wieder Ja und Nein. Vor Jahren habe ich einmal ein Essensblog betrieben, und die große Diskussion auf allen möglichen Foodbloggerforen drehte sich immer um den Klau von Material. Man verwendet viel Zeit auf die Entwicklung von Rezepten und Blogbeiträgen, und Scraper-Seiten kopieren den gesamten Beitrag plus Fotos und veröffentlichen ihn bei sich, ohne den Autor auch nur zu erwähnen, oder zu seiner Seite zurückzuverlinken. Auch hier: der Fall ist eigentlich klar, doch wissen die Täter genau, wie schwierig es ist, etwas gegen sie zu unternehmen.

1. Offline bleiben

Man kann selbstverständlich internetsmäßig zum Höhlenmenschen werden und sich von allem abkoppeln. Keine sozialen Medien, keine Webseite, kein persönliches Blog. Motto: wenn man nichts ins Netz stellt, kann es auch nicht gestohlen werden. Was andere dennoch nicht daran hindern muß, und gesehen werden sie eben leider auch nicht. Das mag einen nicht interessieren, wenn man einen bestimmten Bekanntheitsgrad hat, doch für die meisten von uns ist das nicht praktikabel. Das Internet bietet eine Plattform, die bei all ihrer Unvollkommenheit auch die Möglichkeit gibt, anderen die eigenen Machwerke zu zeigen. Wofür ist Bildende Kunst gut, wenn sie keiner sieht?

2. „Nachbarschaftshilfe“

Ein Food Blogger namens Chef Dennis startete 2012 eine „Neighborhood Blog Watch“ Gruppe, basierend auf dem Konzept der amerikanischen „Nachbarschaftswachsamkeit“. Wenn jeder in der Nachbarschaft seine Augen offen hält und weiß, was um ihn herum passiert, wird weniger eingebrochen; oder im Fall der Blogs, Inhalt raubkopiert. Das hat allerdings nicht besonders gut funktioniert, denn die Leute waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

3. EXIF

Dann gibt es die Möglichkeit, seine Bilder per EXIF-Daten so auszuzeichnen, daß sie in entsprechenden Google-Suchen auftauchen UND eindeutig auf das eigene Urheberrecht hinweisen. Diese sind jedoch relativ einfach zu ändern, denn in Windows braucht man lediglich per rechtem Mausklick die Eigenschaften des Bildes aufzurufen, dann kann man die EXIF-Daten in den Details bequem ändern. Mit anderen Programmen kann man das sogar im großen Stil tun. Sich allein auf EXIF zu verlassen, bringt also nichts. Allerdings kann man davon ausgehen, daß viele Leute fremde Inhalte so offen raubkopieren, daß sie sich nicht einmal die Mühe machen, EXIF zu löschen oder zu verändern – für viele Seiten ist es ein Zahlenspiel, das Scraping übernehmen Computer.

[Teil 2]

7 Tipps für die Gesundheit (Eurer Kamera) – Teil 2

Kaputtes Objektiv

Kaputtes Objektiv; Quelle: Flickr Creative Commons

[Teil 1]

4. Sensorreinigung

Vielen Fotografen ist nicht bewußt, daß sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Staub auf dem Sensor ansammeln kann. Jeder Objektivwechsel gibt das Innere der Kamera potentiell dem preis, was so durch die Luft fliegt. Wenn sich Fremdkörper auf dem Sensor oder Spiegel angesammelt haben, bekommt man das meistens erst mit, wenn man in bestimmten Einstellungen fotografiert.

Ich selbst habe einmal bei digitalen Lochkamera-Aufnahmen feststellen müssen, daß mein Sensor komplett verdreckt war – obwohl ich mir immer Mühe gegeben hatte, ihn sauber zu halten. Es passiert eben. Bei Lochkamera-Aufnahmen arbeitet man mit einer extrem kleinen Blende (was auch immer das Loch im adaptierten Objektivdeckel hergibt) plus einem Fokus auf unendlich, und dann werden auf den entstandenen Fotos dunkle Flecken unterschiedlicher Größe sichtbar, wenn der Sensor verschmutzt ist (desgleichen, wenn man mit normalem Objektiv eine Blende von f/22 einstellt, mit demselben Fokus). Wenn man Glück hat ist der Dreck auf dem Spiegel und kann mit speziellen Hilfsmitteln entfernt werden – oft ist es jedoch der Sensor.

Moderne Spiegelreflexkameras haben zwar eine Sensorreinigungsfunktion eingebaut, aber die hilft nur begrenzt. Es gibt weiterhin die Möglichkeit, seinen Sensor selbst zu reinigen, doch dafür muß man wirklich wissen, was man tut. Ich selbst traue es mir nicht zu, und so gebe ich lieber das Geld aus und schicke sie ein.

5. Schutzfilter

Um den oben erwähnten Albtraum zu verhindern, ein Objektiv zu verkratzen, gibt es natürlich die Möglichkeit, besser aufzupassen (einfach, aber effektiv – hat nur bei unserem Freund letztlich nicht funktioniert). Oder man schraubt einen Schutzfilter darüber, der dann das auffängt, was sonst das Objektiv abbekommen hätte (bei einem Fisheye ist das allerdings nicht möglich – da paßt man eben tatsächlich einfach auf).

Ich selbst habe auf allen Objektiven UV-Filter, doch es gibt auch reine Schutzfilter zu kaufen, die sonst keinen anderen Zweck erfüllen als den, eben das Glas darunter zu schützen. Das Problem bei UV- und anderen Filtern kann sein, daß man einen leichten Qualitätsverlust am Bild hinnehmen muß, oder sich Verschlußzeiten etc. ändern. Ich persönlich hatte aber nie damit Probleme, wenn ich auch weiß, daß das Thema lebhafte Diskussionen unter Mitfotografen auslösen kann.

6. Accessoires und Ports

Bessere DSLR-Kameras bieten die Möglichkeit, alles Mögliche anzuschließen, wie etwa einen Auslöser für remotes Blitzen, Kabel und so weiter. Diese Accessoires werden zum Teil an Ports festgemacht, die hinter Gummi- und Plastikklappen liegen. Wenn man sie einfach eingestöpselt läßt oder jene Klappen nicht richtig zumacht, schafft man erstens noch eine weitere Stelle, mit der man an Dingen hängen bleiben kann und durch die Fremdkörper eindringen können. Zweitens läuft man Gefahr, daß sich jene Klappen abnutzen oder schlimmer, abgerissen werden. Ich entferne bei meiner Kamera grundsätzlich alles, das nicht zur Grundausstattung gehört (man denke an den Gurt) oder wie eine L-Schiene zusätzlichen Schutz bietet, damit genau das nicht passiert. In diesem Fall bin ich aus Schaden klug geworden, denn ich habe mir vor Jahren einen Blitzauslöser so ruiniert.

(Wenn wir schon beim Thema Blitz sind: wenn selbiger länger nicht benutzt wird, sollte man die Batterien entfernen. Ebenfalls ein No-Brainer, aber auch mir sind bereits einmal Batterien ausgelaufen und haben einen ruiniert.)

7. Ein Wort zum Thema Kamerataschen

Es fasziniert mich immer, wenn ich sehe, wer welche Kamera und in welcher Tasche mitführt. Wenn überhaupt. Da gibt es Leute, die zum geringsten Anlaß fast schon einen Koffer mitschleppen, in dem unzählige Objektive stecken, von denen vielleicht eines gebraucht wird. Und es gibt das andere Extrem: Fotografen, die eine super teure Kamera mit entsprechendem Objektiv lässig über der Schulter tragen, als wäre es eine Einkaufstasche – und entsprechend damit hantieren.

Dazwischen gibt es jedoch den Goldenen Mittelweg. Wenn man einmal in eine Kameraausrüstung investiert hat, sollte man bei der Kameratasche nicht sparen. Eine gut gepolsterte Tasche, entweder als Rucksack oder über die Schulter geschlungen, die alle normalerweise benutzten Objektive und die Kamera gut hält und schützt, reicht vollkommen aus. Man sollte weiterhin darauf achten, daß die Tasche wasserdicht ist und/oder einen Regenschutz eingebaut hat, falls man einmal von einem Gewitter überrascht wird.

Wie haltet Ihr es mit Eurer Ausrüstung? Benutzt Ihr Filter für Eure Objektive? Wenn ja, was für welche – wenn nein, warum nicht?

7 Tipps für die Gesundheit (Eurer Kamera) – Teil 1

Geborstener Kamerafilter

Geborstener Kamerafilter; Quelle: Flickr Creative Commons

 

Der folgende Beitrag wurde von einem Artikel auf Digital Camera World auf Deutsch adaptiert. Er geht von DSLRs mit abnehmbaren Objektiven aus, kann aber auch entsprechend auf Kompaktkameras angewandt werden.

Wenn jetzt hier jemand mit den Augen rollt und denkt, seine Kamera sauber und intakt zu halten sei doch logisch, warum muß man einen Artikel darüber schreiben, bedenkt dieses: das dachte ich bisher auch – bis ich vor kurzem die Kamera eines Freundes (ernsthafter Amateur mit einer soliden mittleren DSLR) in die Hand nahm und beim Entfernen des Objektivdeckels feststellen mußte, daß ein obszöner Kratzer quer über das Glas desselben lief. Außerdem war sie rundherum etwas, nun ja, abgeliebt. Erst hatte ich die Hoffnung, daß sich jener Kratzer auf den UV-Filter beschränkte, um dann feststellen zu müssen, nein, er hatte sich ins eigentliche Objektiv gefressen. Mein Freund war nach eigenen Angaben beim Fotografieren eines Sportevents an ein Hindernis gekommen, und ansonsten schleppt er seine Kamera lose mit.

Das zu sehen, tat weh. Richtig weh. Und dann stieß ich kurz darauf auf diesen Artikel und dachte mir, vielleicht ist es ja interessant. » weiterlesen

Ich, Ich und… Ich – Teil 2

[Teil 1]

Warum schlußendlich sich selbst fotografieren?

Self #41

(c) Sofie Dittmann

1. Das immer verfügbare, vertraute Motiv

Frida Kahlo soll gesagt haben, sie male sich selbst, weil sie oft allein und das Sujet sei, das sie am besten kenne. Wenn man also niemanden anderen porträtieren kann, oder ansonsten nicht die Möglichkeit hat, nach anderen Themen zu suchen – das eigene Porträt als Fotoprojekt ist immer vorhanden. Man muß keine Kleinkinder zum in die Kamera Schauen motivieren, oder (noch schlimmer), sie zum Lächeln bringen. Man muß sich nicht nach dem Terminplan anderer richten. Und vor allem, man muß sich nicht auf sein Modell einstellen – denn schließlich kennt man sich ja seit Jahren und schaut sich jeden Tag im Spiegel an. » weiterlesen

Ich, Ich und… Ich – Teil 1

Über reine Selfie-Schnappschüsse hinaus – das Selbstporträt oder: Macht die Selfie-Generation die Kunstform des Selbstporträts überflüssig?

Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann 2009

Eines der ersten Bilder, die ich auf fokussiert besprochen habe, war ein Selbstporträt unseres Lesers Thomas Wenskat. Mir hat der Stil der Aufnahme so gut gefallen, daß ich es selbst versucht habe, und herausgekommen ist eines der besten Fotos, die von mir bis heute existieren (siehe rechts). Von da an hatte ich meine Ablehnung gegenüber Selbstporträts überwunden.

Seitdem Menschen ihr Spiegelbild entdeckt haben und anfingen, Kunst zu erschaffen, gibt es Selbstbildnisse. Einige Künstler, man denke hier etwa an Frida Kahlo, haben das Abbild des Ich so perfektioniert, daß sie zum Inbegriff desselben geworden sind. Und auch für Fotografen sind Selbstporträts eine der besten Übungen, denn man schult nicht nur sein Auge, sondern tritt sich selbst auch auf eine Weise gegenüber, die man sonst zu vermeiden sucht. Für viele Leute, die ich kenne (mich selbst eingeschlossen), ist ein guter Grund, HINTER der Kamera zu sein (abgesehen davon, daß man passioniert fotografiert), daß sie nicht gerne fotografiert werden. » weiterlesen

Für einen Apfel und ein Ei? – Teil 2

Photobombe II

(c) Sofie Dittmann 2014

[Teil 1]

Und wie soll man es dann schaffen?

Erstens muß es etwas geben, das einen von den anderen Fotografen und Fotografinnen abhebt. Schaut Euch in Eurer Umgebung um, studiert die Webpräsenz der Konkurrenz. Vieles, was Ihr dort beispielsweise zum Thema Porträtfotografie zu sehen bekommt, gleicht sich letztlich wie ein Ei dem anderen. Das ist zwar einerseits dem geschuldet, was die Kundschaft von einem erwartet, doch andererseits auch dem Zögern des Fotografen oder der Fotografin selbst, aus dieser Gußform auszubrechen. Was macht diejenigen aus, die nach außen hin Erfolg haben? Man sieht oft sofort, daß es sich bei einer Landschaft um eine Aufnahme von Ansel Adams, bei einem Porträt um eines von Annie Leibovitz handelt. Selbst Anne Geddes mag man hassen, aber ihre Neugeborenenfotos werden zwischenzeitlich überall kopiert. Auch weniger berühmte, aber erfolgreiche Fotograf/Innen haben ihre Signatur. Was ist Eure?

Gesetzt den Fall, man hat sich noch keinen Portfolio erarbeitet, ist nichts Falsches daran, selbigen über Spezialarrangements mit seinem sozialen Umfeld anzufangen. Irgendwann einmal muß jedoch der Punkt kommen, wo das aufhört – meine Autowerkstatt und mein Frisör arbeiten ja auch nicht ohne Bezahlung.

Und wieviel soll man verlangen? Wenn man seine Hausaufgaben gemacht und den Markt studiert hat, sollte man eine Vorstellung dessen haben, was allgemein preislich drin ist. Je nachdem, was das eigene Angebot ist, kann man sich entsprechend positionieren – doch eben nicht in die Falle tappen, daß man der gleiche fotografische Billig-Discounter sein sollte, wie viele andere.

Nehmen wir einmal an, der Fokus sind verträumt-nostalgische Neugeborenenporträts in Schwarzweiß. Die Webseite und alles andere an Werbematerial spiegeln die Kunstfertigkeit wider, die man für diese Art von Porträts benötigt (unter anderem muß ja ein schlafendes Baby entsprechend in Szene gesetzt werden), alles sieht edel und elegant aus – und dann verlangt man Billigpreise? Und kommt, wenn man Nachbearbeitungszeiten etc. hineinrechnet, auf einen Stundenlohn von weniger als einem Euro? Würdet Ihr für das Geld bei McDonald’s arbeiten? Warum dann also für einen Hungerlohn Bilder machen?

Ich persönlich habe mittlerweile einen Preisspiegel, von dem ich nicht mehr abweiche. Es gibt natürlich Leute, die das nicht bezahlen wollen – einige sogar – aber es gibt auch erstaunlich viele, die nicht mal mit der Wimper zucken, wenn sie hören, was das Shooting kosten soll. Ansonsten sehe ich zu, daß ich die Ausgaben anderweitig decke, wenn mal porträtsmäßig Flaute ist. Zumindest hat das eines bewirkt: ich bin nicht mehr frustriert, weil ich wieder nur einen Apfel und ein Ei für ‘zig Stunden Arbeit bekommen habe.

Wie seht Ihr das? Versucht Ihr in eine bestimmte Fotografiesparte als Profis einzusteigen und seht Euch mit Dumpingpreisen der Konkurrenz konfrontiert? Besteht Ihr auf Euren Preisen? Sonstige Tipps?

Für einen Apfel und ein Ei? – Teil 1

Photobombe

(c) Sofie Dittmann 2014

Muß man seine Seele verkaufen, um als Fotograf/in erfolgreich zu werden?

Vorwort: Ich will hier nicht den Ausbildungsberuf Fotograf ansprechen, sondern eher Quereinsteiger. Zu diesem Beitrag hat mich eine Unterhaltung mit einem befreundeten Fotografen inspiriert, der, obwohl sehr gut in dem, was er tut, Schwierigkeiten hat, für seine Arbeit angemessen bezahlt zu werden. Sobald er auf bestimmten Preisen pocht, wird eben jemand anders angeheuert für den Job. 

Viele Fotografen kennen den folgenden Erfahrungsbericht in Variation: Man wird gebeten, für eine befreundete Familie Porträts derselben zu machen. Vereinbart sind zwei Stunden vor Ort, zwei Kinder, Eltern, Großeltern. Weil man sich ja kennt, macht der Fotograf nichts Schriftliches aus, es wird lediglich mündlich ein Betrag vereinbart. Das Shooting verläuft allerdings alles andere als glatt – die Kinder sind unkooperativ, die Eltern gestreßt, es dauert drei Stunden – er hat zwar am Schluß ein paar ganz gute Aufnahmen gemacht, aber für die Nachbearbeitung benötigt er weit länger als erwartet. Die Kunden nörgeln an den Ergebnissen herum, plötzlich kann sich niemand mehr daran erinnern, was als Preis vereinbart wurde, und schlußendlich bekommen sie ihre Fotos praktisch umsonst.

Anderes Szenarium: ein neues Cafe eröffnet an der Ecke und sucht gerahmte Kunst für ihre Wände. Gegenleistung: freie „Publicity“, denn es besuchen ja jeden Tag einige Leute das Cafe. Und verkaufen kann man selbstverständlich konzessionsfrei. Nach einem halben Jahr verkauft hat man jedoch: nichts. » weiterlesen