Artikel der Kategorie „Fotografieren“ lesen

Das Auge umgewöhnen:
In anderen Bildern denken

Sobald man von seiner gewohnten Kamera auf eine andere umsteigt, muß man diese nicht nur lernen, man muß auch sein Auge (und Gehirn) umschulen, es an die neuen bildlichen Ergebnisse gewöhnen. Das gilt umso mehr, wenn die Umgewöhnung auf ein analoges Medium geschieht, mit dem man davor nicht gearbeitet hat.

Lake View Cemetery in Cleveland/Ohio - (c) Sofie Dittmann

Lake View Cemetery in Cleveland/Ohio – (c) Sofie Dittmann

Diese Umgewöhnung geht über die bloße Beherrschung der Kamera hinaus – es ist irgendwo der psychologische Effekt, die erste Reaktion aus dem Bauch, wenn man zum ersten Mal sieht, was man da fotografiert hat. Man muß lernen, mit ihr nicht nur technisch, sondern auch kreativ umzugehen. Weiterlesen

Im Test:
Impossible Project Color 600 und Fujifilm Instax Wide (Teil 2/2)

Sofortbildkamera und Sofortbildfilm ist nicht gleich Sofortbildkamera und Sofortbildfilm.

Polaroid 600/Fujifilm Instax Wide 300

Polaroid 600/Fujifilm Instax Wide 300

Dieser Artikel schließt sich an mein Interview mit meiner Tochter zum Thema Fujifilm Instax Wide an.

Weil ich selbst eine der alten Polaroid-Kameras besitze, habe ich meine Tochter gebeten, mir ihre Instax (Affiliate-Link) auszuleihen. Ich wollte einfach mal wissen, ob beide vergleichbar sind. Mit zwei Pack Color 600 Film, die mir Impossible freundlicherweise zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt hat, und einem Doppelpack (Affiliate-Link) für die Instax, den ich mir selbst zugelegt habe, war ich auf dem Hof einer Freundin unterwegs, die dort jede Menge schönen Schrott herumliegen hat. Der Film von Impossible trug das Produktionsdatum 12/15, war also noch bis 12/16 haltbar; der von Fuji noch bis 06/17. Weiterlesen

Fujifilm Instax Wide:
Analoges für die Selfie-Generation (Teil 1/2)

Warum legt sich die Selfie-Generation eine Sofortbildkamera zu?

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Anstatt wie ursprünglich geplant einfach nur einen Vergleich von Fujifilm Instax und Polaroid/Impossible Color zu schreiben, wollte ich erst einmal erforschen, warum sich die Selfie-Generation heutzutage eine Sofortbildkamera zulegt. Der detaillierte Vergleich beider Kameras und Filme ist hier zu lesen.

Vor kurzem hat sich unsere Tochter eine Fujifilm Instax Wide (Affiliate-Link) gekauft. Zugegebenermaßen habe ich mich etwas gewundert – sie hatte sich eigentlich nie wirklich für Fotografie interessiert, aber ihre Freundin hatte eine, und mit den Aufnahmen eine klassische Collage an einer Pinwand zusammengestellt. Weil ich genauer wissen wollte, wie sie als junge Erwachsene zur Sofortbildfotografie steht und warum es ausgerechnet eine Instax sein mußte, habe ich ihr ein paar spezifischere Fragen gestellt. Weiterlesen

Kostenloses E-Book:
Produktfotografie am Esstisch

Ein Produktfotograf plaudert aus der Schule: Eberhard Schuy hat eine Einführung in die Produktfotografie geschrieben, die mit einfachen Mitteln auskommt. Der kostenlose Ratgeber ist als E-Book im PDF-Format zu beziehen.

Cover des Ebooks über Produktfotografie

Produktfotografie: Übertriebene Originalität führt nicht zum Ziel.

Produktfotografie? Wer will denn sowas? Nun: Alle, die was zu verkaufen haben. Das sind, stellt Eberhard Schuy gleich zu Beginn seines Büchleins fest, immer mehr auch Privatpersonen. Sie verkaufen übriges oder handgemachtes auf Ebay und diversen anderen Online-Märkten. Und langsam gewinnen die meisten dabei die Erkenntnis, dass eine gute Fotografie den Absatz enorm ankurbelt.

Worin liegt denn aber der Reiz oder wenigstens die Herausforderung der Produktfotografie? Vielleicht schon im Umstand, dass keine Menschen in den Bildern zu sehen sind: Menschen interessieren uns nämlich automatisch; alte Bügeleisen, Spielsachen oder Töpferwaren hingegen deutlich weniger. Also müssen diese Dinge so fotografiert werden, dass sie den Rückstand aufholen: Sie sollen interessant werden. Das schreit nach kreativer Umsetzung.

Und darin liegt ein Risiko: Weiterlesen

Analog in zitronengelbem Duochrome:
Der «Third Man Records» Sofortbildfilm

Die Zukunft ist nicht nur analog, sie hat einen dezidierten „Coolness Faktor“. Und zwar in der „Third Man Records“ Edition von Impossible Project.

The Two Towers - (c) Sofie Dittmann

The Two Towers – (c) Sofie Dittmann

Dieser Artikel knüpft an einen Beitrag an, den ich vor einiger Zeit über das Impossible Project verfaßt habe.

Vor ein paar Jahren, nachdem ich mich bei meinem Mann beschwert hatte, daß er mir schon lange keinen Schmuck mehr geschenkt hatte, sagte er nur lapidar, “Kauf Dir halt etwas, was Dir gefällt.“ Das tat ich dann auch, und kam mit noch einer Kamera nach Hause. Man konnte sie sich um den Hals hängen, das zählt ja irgendwo als Schmuck.

Seitdem frage oder beschwere ich mich nicht mehr; so, wie dieses Mal, als es dann ein paar Packungen des koolsten Films sein mußten, den ich seit langem in den Händen gehalten habe: die „Third Man Records“ Edition (Affiliate-Link) von Impossible Project. Nicht vollkommen ohne Schattenseiten (mehr unten), aber wirklich kool. Weiterlesen

Die fotografische Nachbearbeitung:
Sechs Argumente gegen die Askese

Gute Nachbearbeitung ist der schmale Grat zwischen einem fotografischen Erfolg oder Desaster. Aus Unsicherheit, wie die Entscheidung zu treffen sei, dann aber gar nichts zu tun, ist fast noch schlimmer, als ein Bild zu verhunzen. Im letzteren Fall hat man es zumindest versucht, und ist eben gescheitert.

Vorher/nachher

Dieser Artikel knüpft an einen Beitrag von Carsten über die Motivfindung an.

Gleich eingangs möchte ich hier mit einer Entschuldigung ins Gericht gehen, die wir bei Bildeinreichungen immer wieder serviert bekommen: „Ich bearbeite meine Fotos eigentlich nie nach.“ Ich nenne das Nachbearbeitungsaskese, und es bedeutet letztlich nur, den letzten Schritt ohne guten Grund nicht gegangen zu sein. Wir betonen immer wieder, daß Bilder nur ganz selten perfekt aus der Kamera kommen, wenn das auch letztlich der Goldstandard ist. Will sagen, man sollte natürlich mit dem Ziel fotografieren, daß hinterher praktisch nichts mehr getan werden muß.

Allerdings sollten die Fotos dann auch so aussehen. Weiterlesen

Buchrezension «Kompendium digitale Fotografie»:
Ein lockeres Lehrbuch

Das «Kompendium digitale Fotografie» gibt dem fortgeschrittenen Einsteiger die theoretischen UND praktischen Werkzeuge in die Hand, seine bereits gesammelten fotografischen Erfahrungen umzusetzen und weiterzuentwickeln.

"Kompendium digitale Fotografie" von Tilo Gockel

„Kompendium digitale Fotografie“ von Tilo Gockel

 

Level: Einsteiger, Fortgeschritten
Genre: gemischtes Lehrbuch
Benutzbarkeit*: 8
Preislevel**: €€€
Ein solides Buch für den anspruchsvollen Einsteiger, der bereits einige Erfahrung mit Fotografie gesammelt hat, die er jetzt auf ein gewisses theoretisches wie praktisches Fundament bewegen möchte.
* 1 – eher nicht, 5 – geht so, 10 – super
** € (sehr billig) bis €€€€€ (überteuert)

Ein fundiertes Lehrbuch – aber trotzdem locker

Tilo Gockel erwähnt im Vorwort, er habe ein Lehrbuch schreiben wollen, kein Bilderbuch – aber dennoch eines, das trotzdem ein Kompromiß sein sollte zwischen rein grafischen Publikationen und großen Lehrwerken, die der Zeit hinterher sind. Diesen Mittelweg zwischen zu vielen Formeln/Theorie und zuviel Veranschaulichung ist er recht gekonnt gegangen. In der Fotografie, da stimme ich mit ihm überein, zählt zwar letztlich die Kreativität, und nicht nur die Technik, aber “oft können kreative Fotografen die Bildideen in ihrem Kopf nicht umsetzen, weil es am Detailwissen zur Technik hapert.“ Mit anderen Worten: man sollte nicht nur seine Kamera kennen, sondern auch wissen, wie bestimmte Ergebnisse erzielt werden. Weiterlesen

Schwarz-Weiß Fotografie:
Mein digitaler Workflow

Du magst Schwarz-Weiß-Fotografien? In diesem Artikel verrate ich dir meinen Schwarz-Weiß-Workflow – und wie ich ein besserer Schwarz-Weiß-Fotograf geworden bin.

Winter am Teich in Schwarz-Weiß - (c) Darius Kupczak

Winter am Teich in Schwarz-Weiß – (c) Darius Kupczak

„Wenn du Menschen in Farbe fotografierst, dann fotografierst du Ihre Kleidung. Wenn du sie in Schwarz Weiß fotografierst, dann fotografierst du Ihre Seelen,“ ist ein bekanntes Zitat von Ted Grant. Es ist natürlich etwas überspitzt, aber die Grundaussage stimmt schon. Damit ist nicht gemeint, dass Farb-Portraits „falsch“ oder „nicht schön“ sind, sondern dass Farben ein Bild wesentlich komplexer machen.

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Statt digitalem Bilderstapel:
Projektbezogenes Fotografieren

Im Anschluß an ein paar vor kurzem von Darius und mir erschienene Artikel will ich hier im einzelnen noch einmal auf projektbezogenes Fotografieren eingehen.

Serenity Prayer 1 - (c) Sofie Dittmann

Serenity Prayer 1 – (c) Sofie Dittmann

Profis, deren Arbeit auf bestimmte Sparten konzentriert ist – Porträts, Landschaften, Reise etc., haben ihre Netzpräsenz gerne nach Projekten geordnet, oder nach Aufträgen, aber auch diese Kategorien sind oft nicht komplett durchgehalten. Persönliche Fotografiewebseiten dagegen sind häufig so organisiert: meine Porträts, meine Landschaften, meine Stilleben, etc. etc. Unter diesen Überschriften findet man dann im Idealfall eine Art „Best of“ der Fotografin, aber als Konsequenz weisen diese Bilder in der Regel keinen visuellen Bezug zueinander auf.

Diese Manifestation des künstlerischen Schaffens spiegelt konzentriert das wieder, was wir auf unseren Festplatten haben: ein Sammelsurium dessen, was wir so über das Jahr hinweg aufgenommen haben; ein digitaler Bilderstapel, der immer größer wird. Fotospaziergang in der City, Familienporträts an Ostern… Wenn man sich darüber hinaus entwickeln möchte, muß man sich irgendwann einmal Gedanken darüber machen, was man eigentlich tut.  Weiterlesen

Drauflosfotografieren reicht nicht (2/2):
10 Gründe, warum Deine Fotos
wie Anfängerschnappschüsse wirken

(Fortsetzung von Teil 1)

Auch Komposition und Nachbearbeitung sind wichtig, um nichtssagende Schnappschüsse zu vermeiden.

Nichtssagendes Naturfoto

6. Dir sind Regeln der Komposition nicht bewußt, bevor Du sie brichst

Viele Anfängerbilder haben Kompositionsmängel. Die Regel des Goldenen Schnitts, vereinfacht Drittelregel, hält sich in der Malerei und jetzt in der Fotografie schon seit Jahrhunderten. Der Grund: so komponierte Bilder werden vom menschlichen Auge als angenehm empfunden.

Diese Grundlage sollte man einzusetzen wissen, bevor man mit ihr bricht. Wenn man einen Gegenstand mittig darstellt, wirkt er statisch. Tut man das bei einer dynamischen Sportszene, wirkt es fehl am Platz. Will man dadurch die Ruhe in einer Landschaft noch unterstreichen, ist es richtig. Im allgemeinen eben.

Auch wenn das Foto zufälligerweise mit Regelbruch so stimmen sollte, kann man sich als Fotografin in dieser Hinsicht nur weiterentwickeln, wenn man Kompositionsentscheidungen bewußt trifft; andernfalls ist jede Aufnahme kompositionsmäßig ein Schuß ins Blaue. Manchmal kann es klappen, meistens nicht. Weiterlesen