Wir möchten Euer Feedback! 

Ein Ziel der Umgestaltung von fokussiert ist eine stärkere Einbindung unserer Leser. Eure Ideen sollen die künftige Richtung von fokussiert mitbestimmen – was haben wir bisher gut gemacht? Was möchtet Ihr hier lesen? Möchtet Ihr mitschreiben?

Ideen für Inhalte sind etwa außer den bisher veröffentlichten Bildkritiken und Tutorien:

  • Portfolio-Reviews
  • How-to Videos
  • Video-Bildkritiken
  • Besprechungen von Ausrüstung, Software oder ähnlichem
  • Mehrteilige Video-Workshops zu Themen wie Aufbau eines Fotoblogs, Bilderverkauf, Bildbearbeitung und so weiter
  • […]

Wenn wir auch nicht notwendigerweise des Geldes wegen weitermachen, müssten dennoch bestimmte Inhalte, die viel Zeit in Anspruch nehmen (persönlicher Portfolio-Review etwa), gegen ein Entgelt angeboten werden; denkbar wäre auch eine Premium-Mitgliedschaft, die dann den Zugriff auf zusätzliche Inhalte und/oder eine Verbilligung anderer ermöglichen würde. Neben einiger weniger Sponsoren könnten wir so das Blog außerdem frei von lästigen Anzeigen halten. Was haltet Ihr davon?

Bitte nehmt Euch ein paar Minuten Zeit und füllt den kurzen Fragebogen aus, den wir auf SurveyMonkey erstellt haben, damit wir Eure Wünsche in unsere Planungen mit einbeziehen können. Alternativ könnt Ihr uns selbstverständlich auch untenstehend Kommentare hinterlassen.

(Wenn wir auch die eigentlichen Umfrageergebnisse nicht veröffentlichen werden, werdet Ihr an den Neuerungen merken, dass wir zugehört haben.)

Leserfoto – „Nordische Reise“:
Mut zur Nachbearbeitung

Es ist nichts Falsches dabei, mit einem experimentellen Foto (oder an sich) weiter zu experimentieren, denn nur so lernt man und entwickelt sich weiter.

(c) Christoph Derganc

(c) Christoph Derganc

Dieses Bild ist mir zwar leider nur mit meinem Smartphone geglückt, zu schnell war die Situation in einem überfüllten Passagierbus bei der Landung in Helsinki wieder vorbei. Es blieb keine Zeit, eine bessere Kamera zu zücken. Was mir persönlich gefällt, ist das Ineinanderfließen von Grau- und Blautönen, welches lediglich von der einzigen Person auf dem Bild in neongelber Weste und dem neon-Orange des Positions-Hütchens unterbrochen wird. Durch die regennasse Scheibe wirkt das Bild zwar unruhig und nicht “auf den ersten Blick erfassbar”. Das finde ich jedoch gerade interessant, dass man einzelne Details (Flugzeug-Flügel inkl. Schatten, Passagierbrücke, Passagierbus links, die Person im Bild etc.) “hintereinander” anschauen muss, um die Gesamtsituation zu erfassen. Das Bild ist bis auf eine Auto-Korrektur-Funktion, die etwas Grauschleier entfernt hat, unbearbeitet. Ich würde mich über eine fachlich kompetente Beurteilung freuen, eventuell auch um Verbesserungsvorschläge.

Ich hätte diesen Beitrag beinahe mit „Mut zur Schliere“ überschrieben. Seit Jahren beschäftige ich mich mit Effekten, die mit Wassertropfen und anderen „Filtern“ dieser Art spielen. Was dabei herauskommen kann, ist faszinierend. Du bist den Weg zur Hälfte gegangen, und im folgenden werde ich Dir hoffentlich Anregungen geben, ihn weiter zu gehen.

Aber zunächst zu Deinem Foto: Mir gefällt das Spontane, Experimentelle dieses Bildes. Womit es schlußendlich entstanden ist, ist Nebensache; Dein Nokia hat eine gute Kamera.

Du bist in einem Flughafenbus gesessen, draußen regnete es und Dich interessierten die blassen Farben und teilweise leicht unscharfen Formen, durchbrochen von wenigen Details und einigen Farbtupfern. Man sieht auf den ersten Blick rechts ein Flugzeug mit angedockter Treppe, links einen blauen Bus. Der Flügel der Maschine spiegelt sich auf dem regennassen Beton, einige Personen sind zu sehen. Weiterhin fällt die Spiegelung des Fensters hinter Dir in der Scheibe vor Dir auf. Eine Momentaufnahme.  » weiterlesen

Leserfoto:
Im Streben nach den Vorbildern

In der Entwicklung der eigenen Bildsprache kann die Auseinandersetzung mit Vorbildern ein wichtiger Zwischenschritt sein, wie die heutige Bildbesprechung aufzeigen möchte.

Überblick
Einleitung
Beschreibung
Zusammenfassung
Bildteil (5 Bilder)

Ausgangsbild

Ausgangsbild

Unser Leser Andreas Peters aus Altbüron im Kanton Luzern hat uns das obige Bild unter dem Titel „Haus in Oia (Santorini)” in der Kategorie ‘Architektur’ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Die Aufnahme erfolgte mit einer Sony Alpha 65 mit Carl Zeiss DT 16-80mm F/3.5-4.5 Objektiv. Es zeigt das durch George Meis berühmt gewordene Haus in Oia. Dieses ist heute ein Appartement, welches an Touristen vermietet wird. Als langjähriger George Meis Fan habe ich das Haus anhand vieler Oia Aufnahmen lokalisieren können und bei meinem Santorini Besuch im September auch sofort gefunden. Beim Besuch hat mich der Japaner, der das Apartement mit seiner Frau bewohnt hat, auch freundlich reingelassen, um ein paar Aufnahmen zu machen. Das Bild wurde lediglich leicht an der Türe retouchiert, weil dort die Lehne eines Stuhls störte (und ich konnte den Japaner schlecht bitten erst einmal seine Terasse aufzuräumen bevor ich Bilder machen konnte)…”

Über seine Ausrüstung hatte Andreas bereits berichtet. Die Brennweite betrug 16 mm (entsprechend 24 mm Kleinbildäquivalent bei einem Formatfaktor von 1,5), die Belichtungsdaten waren 1/800 Sekunde bei Blende f/8,0 und ISO 100.

Andreas versteht seine Arbeit auch als eine Hommage an den von ihm bewunderten George Meis und dessen Bild vom gleichen Motiv. Doch betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente. » weiterlesen

Fokussiert in neuen alten Händen:
Danke, wir machen weiter!

Seit ich hier auf fokussiert.com wieder regelmässig reinschaue, freue ich mich darüber, dass ein spürbarer Teil der Leserschaft wünscht, dass das Blog weitergeführt wird. Nun, mir geht es auch so.

Peter Sennhauser Ich freue mich deshalb umso mehr, anzukündigen, dass es weitergehen wird: Ich habe das Blog von Blogwerk/Weka Media übernommen. Als wir bei Blogwerk uns vor mehr als sieben Jahren entschlossen, noch ein Fotoblog zu lancieren, stand im Zentrum des Konzepts die Idee, eine Anlaufstelle für Fotografinnen und Fotografen zu werden, die mehr als “Likes” möchten, die sich einer Diskussion ihrer Arbeit stellen und daraus lernen oder auch andern etwas mitgeben wollen.

Dass das ein Bedürfnis war, zeigte das rasche Wachstum des Blogs; dass es noch eins ist, zeigen Reaktionen in der Kommentarspalte nicht erst seit der Ankündigung der Schliessung von Blogwerk.

Versprechungen sind eine heikle Sache, und ich will nicht zuviel versprechen – aber das hier geht:

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Leserfoto:
Kirche in blauer Stunde

Heute wollen wir eine recht ansprechende Aufnahme – nach Bekunden des Fotografen eine ‘Premiere in der Nacht- und Architekturfotografie’ – analysieren und weitere Entwicklungsschritte diskutieren.

Überblick
Einleitung
Beschreibung
Zusammenfassung
Bildteil (7 Bilder)

Ausgangsbild

Ausgangsbild

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Unser Leser Moritz Griebl aus dem niederbayerischen Vilshofen an der Donau hat uns das obige Bild unter dem Titel „Kirche in blauer Stunde” in der Kategorie ‘Architektur’ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Hallo zusammen, habe dieses Bild während einer Reise durch Albanien im Sommer 2013 aufgenommen. Es war für mich eine fotografische Premiere in vielerlei Hinsicht. Zum einen entstand dieses Bild erstmals für mich auf einer Reise mit ner DSLR, nämlich mit der Nikon D5100. Zum anderen berührt dieses Bild gleich 2 Genres in denen ich völliger Neuling bin (hört sich jetzt so an als wäre ich in anderen Genres schon sehr erfahren, was aber auch nicht stimmt :-)), nämlich der Fotografie in der Blauen Stunde, also Langzeitbelichtungen und Architekturfotografie. Mir gefällt der Komplementärkontrast zwischen dem Blau des Himmels und den Orangtönen der angestrahlten Kirche und auch die Dynamik der vorbeiziehenden Wolken, die dem Bild meinermeinung nach Tiefe verleihen. In der Entwicklung in Camera Raw sowie in der Nachbearbeitung wurde das Bild in den Flächen leicht entrauscht, Kontraste etwas angezogen, insbesondere in den Wolkenstrukturen und es wurde nachgeschärft.Kameradaten waren: Nikon D5100, mit dem Nikkor AF-S DX 18-105mm f3,5-5,6 ED VR Objektiv, bei 21mm (entspricht 31mm Kleinbild) Brennweite; Belichtungszeit 13 Sekunden bei f25 und ISO 100. Für eine Kritik, die mich fotografisch, aber auch in der Bearbeitung weiter bringt wäre ich sehr dankbar.LG Moritz”

Über Ausrüstung und Aufnahmedaten hatte Moritz bereits berichtet. » weiterlesen

Leserfoto:
Ein Schiffswrack wie ein Fabelwesen

Auch Unbelebtes läßt sich ‘porträtieren’, wie die heutige Bildvorstellung aufzeigen möchte.

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Einleitung
Beschreibung
Zusammenfassung
Bildteil (6 Bilder)

Ausgangsbild

Ausgangsbild

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Unser Leser Bernard Ksiazek aus Gießen hat uns das obige Bild unter dem Titel „Verlassenes Schiff” in der Kategorie ‘Landschaftsfotografie’ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Dieses Schiff habe ich auf meiner Fototour auf Island (Akranes) entdeckt. Es hat mich durch seinen heruntergekommen Zustand direkt in seinen Bann gezogen. Obwohl es nicht mehr seetauglich scheint, hat es nichts von seinem Glanz verloren. Canon 6d F/7.1 1/40s Iso 500 24mm”

Über Ausrüstung und Aufnahmedaten hatte Bernard bereits berichtet. Weitere Details des hier verwendeten 24-70-Zoomobjektivs (Canon, Sigma, Tamron?) sind hier nicht bekannt. Zu ergänzen wäre noch, daß die abgelesene Brennweite beim hier verwendeten Vollformat auch der kleinbildäquivalenten entsprach.

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Bernard Ksiazek: 'Nachdenklicher Affe'

Bernard Ksiazek: 'Nachdenklicher Affe'

Manchen unserer Leser mag Bernard mit seinem feinfühligen Tierporträt (siehe nebenstehendes Bild), welches wir im Mai 2013 hier besprochen hatten, in guter Erinnerung geblieben sein. » weiterlesen

Leserfoto:
1000 Sonnen

Eine verdichtete Bildbetrachtung.

Ausgangsbild

Ausgangsbild

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Unser Leser Heiko Rau aus dem württembergischen Hattenhofen hat uns das obige Bild unter dem Titel „1000 Sonnen” in der Kategorie ‘Abstraktion’ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Hallo, nach heftigem Regen kam am Abend noch die Sonne durch die Wolken. Zuerst wollte ich ein Bild vom ganzen Fenster machen, denn die Tropfen, die am ganzen Fenster hingen, schienen wie viele kleine eigene Sonnen. Ich bin immer weiter ins Detail gegangen und habe am Schluss das 55-200 rausgeholt um einen möglichst kleinen Ausschnitt zu erhalten (ein Makro fehlt leider noch…). Jetzt wiederholt jeder Tropfen die Szene vor dem Fenster. Es hat mich überrascht, wie schnell die Sonne sinkt und wie wenig Zeit ich hatte, mich um Ausschnitt und Hintergrund zu kümmern. Es gibt auch noch eine Aufnahme mit komplett orange-farbenem Hintergrund, doch diese hier gefällt mit dem kühlen oberen Bereich besser. Weil ich wegen der Hintergrundfarben schräg durchs Fenster fotografieren musste, sind wegen der Kombination aus kürzestmöglicher Entfernung und längster Brennweite leider die Tropfen rechts und links in die dann unvermeidbare Unschärfe geraten (Danke übrigens Thomas für das Tutorial über die Schärfentiefe neulich :-) ). In der Nachbearbeitung habe ich 2-3 Staubkörner des Fensters weggestempelt und die Farben intensiviert. Was hätte man technisch (Makro?) und gestalterisch (nicht schon wieder ein quietschbunter Sonnenuntergang?) besser machen können? Vielen lieben Dank vorab, Heiko”

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Betrachten wir zunächst die Aufnahmedaten: ‘300 mm kleinbildäquivalenter Brennweite, eine Belichtungszeit von 1/125 Sek bei Blende f/5,6 und ISO 100′ sprechen eindeutig bzw. wahlweise für … » weiterlesen

Leserfoto:
Extremes Gegenlicht

Eine eindrucksvolle Gruppenaufnahme im Gebirge, zugleich aber auch einige typische Artefakte der Gegenlichtfotografie möchte ich Euch in der heutigen Bildbesprechung vorstellen.

Überblick
Einleitung
Beschreibung
Zusammenfassung
Bildteil (3 Bilder)

Ausgangsbild

Ausgangsbild

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Unser Leser Kim Jonas Meier aus Meierskappel bei Luzern hat uns das obige Bild unter dem Titel „Licht und Schatten” in der Kategorie ‘Landschaft’ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Das Foto ist bei einem Wochenendausflug im schweizerischen Tessin entstanden. Es war ein sehr dunstiger Tag, und ich wusste da noch nicht, was für tolle Effekte man erreichen kann, wenn man sich bei solchem Wetter in die Sonne stellt und fotografiert. So entstand eine tolle Reihe von Fotografien mit allen möglichen Silhouette-Figuren. Natürlich musste auch noch ein Gruppenfoto her. Der Selbstauslöser wurde eingestellt, und so brauchte ich mich nur noch links daneben zu stellen und schon ist dieses Foto hier entstanden. Mir gefällt die natürlich entstandene Vignette und die flächig wirkenden Bergreihen, die auf die schöne Aussicht schliessen lassen. Diese Fotografie wurde nicht bearbeitet, nur zurecht geschnitten, damit die Gruppe schön im Zentrum liegt (da auch das Licht zum Zentrum hin verläuft). Kameraeinstellungen: ISO: 100 Verschlusszeit: 1/640 Blende: f/16 Liebe Grüsse Kim”

Zur Aufnahme wurde eine Canon EOS 400D mit Weitwinkelzoom Canon EF-S 10-22mm f/3,5 – 4,5 USM verwendet. Die Brennweite betrug 10 mm (entsprechend 16 mm Kleinbildäquivalent bei einem Formatfaktor von 1.6). Über die Belichtungsdaten hatte Kim Jonas bereits berichtet.

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Um entsprechenden Fragen zuvorzukommen: „ja, das reicht, um nach zeitverzögertem Selbstauslöser zur Gruppe zu flitzen und sich dort ganz entspannt hinzustellen. Die Kamera ist nicht weit von der Gruppe postiert, denn ’16 mm KBÄ machen große Dinge ziemlich klein’” … doch betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente.

Komposition (siehe dazu untenstehendes, gleichnamiges Bild):

Perfekt eingepaßt zeigt sich die Bildanlage – der Rahmen des Goldenen Schnitts umschließt die Gruppe der jungen Leute einschließlch der von diesen verdeckten Sonne und einem kleinen Saum der Bergsilhouettenkante (türkisfarbene Linien ebd.).

Zetraler Blickfang ist die erwähnte Gruppe (rote Linien ebd.), welche auf einem kleinen Hügel oder Nebengipfel zu stehen scheinen (orangefarbige Linien ebd.). Auch die schemenhaft im Hintergrund erkennbaren Bergkanten laufen auf die zentralen Gruppe zu (gelbe Linien ebd.).

Tonwerte (siehe dazu untenstehendes, gleichnamiges Bild):

Das Histogramm ist deutlich linksversetzt und -steil bei einem Mittelwert von etwa 50. Ein deutlicher Peak zeichnet sich im Bereich der tiefsten Schatten ab.

Die Personengruppe und der kleine Hügel bzw. Nebengipfel fallen in die Zone 0, sie erscheinen damit als reine Silhouette ohne Detailstruktur und Tonwertmodulation. Die Berge im Hintergrund umfassen die Zonen II bis III. Der Himmel durchwandert fast alle Zonen, beginnend bei Zone X im Bereich der etwas durchblitzenden Sonne und endend bei Zone I am Bildrand.

Farben:

Im Bildzentrum überwiegen warme Rot- und Gelbtöne, sie verkürzen damit den Raum und scheinen die Personengruppe etwas aus dem Bild heraustreten zu lassen. Kühle Blautöne überwiegen dagegen zu den Bildrändern hin, diese lassen somit die Umgebung in den Hintergrund treten.

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Zusammenfassung:

Mir gefällt Kim Jonas’ Bildidee recht gut.

Die Komposition ist übersichtlich, sie wirkt in ihrer zentralen Anlage statisch, fast streng. Das Bild wirkt in solcher Weise nicht sonderlich dynamisch, doch ist die Bildidee der Heraushebung und Betonung der Personengruppe überzeugend umgesetzt. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, daß alle Nebenlinien der vorder- und hintergründigen Bergkanten auf eben diese Gruppe zulaufen.

Erwähnt sei noch, daß bei derart extremen Kontrastverhältnissen einer Gegenlichtaufnahme die heutige Sensortechnik an ihre Grenzen gerät – gemeint ist hier nicht der Dynamikumfang, denn dieser ist durch die geschickte Verdeckung der Sonne soweit ‘eingefangen’, sondern vielmehr der rasante Durchgang durch die verschiedenen Tonwertstufen auf relativ knappem Raum. Wir sehen im oberen Bildteil deutliche Bildartefakte im Sinne von streifigen Tonwerttrennungen (auch als Banding bzw. Posterisation bezeichnet).

Dies ist das einzige Manko dieser ansonsten so überzeugend angelegten und komponierten Arbeit.

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Bildteil:

Komposition: Bildanlage

Komposition: Bildanlage

Komposition: Grundelemente

Komposition: Grundelemente

Tonwerte: Histogramm und Zonenverteilung

Tonwerte: Histogramm und Zonenverteilung

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Einfache Monitore mit sogenanntem TN-Panel sind werkseitig selten auf eine korrekte Farb- und Helligkeitswiedergabe eingestellt. Insbesondere die tiefen Schatten (Zonen 0 bis II) wirken oft wie verklumpt. Die Bilder sind so nur eingeschränkt beurteilbar, da der Monitor nicht das wiedergibt, was der Fotograf beabsichtigte.

Für eine orientierende Monitorprüfung eignet sich der nachstehende Graustufenkeil. Sind alle 26 Abstufungen unterscheidbar, ist zumindest hinsichtlich der Tonwerte alles in Ordnung.

Wenn nicht, ist eine Kalibrierung des Monitors zu empfehlen – softwareseitig bzw. unter Augenkontrolle mit kostenlosen Tools wie etwa dem Monitor Calibration Wizard (das bekannte Adobe Gamma ist mittlerweile nicht mehr verfügbar), hardwareseitig bzw. unter Sensorkontrolle mit Geräten etwa von Datacolor oder X-Rite.

Orientierende Monitorprüfung

 

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In der Rubrik ‘Bildkritik’ analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
Mehr über die Profi-Bildkritik erfahren / Eigene Bilder zur Kritik einreichen.


Leserfoto:
Ein bißchen Zerstörung …

Ein interessantes Konzept verdient auch eine entsprechende Umsetzung, wie wir anhand der heutigen Bildvorstellung diskutieren wollen.

Überblick
Einleitung
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Zusammenfassung
Bildteil (9 Bilder)

Ausgangsbild

Ausgangsbild

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Unser Leser Malte Renken aus Hamburg hat uns das obige Bild unter dem Titel „Alles zerstört…?” in der Kategorie ‘Konzept’ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Hallo ihr lieben! Kurz zu mir: Ich bin Malte, 24 Jahre alt und fotografiere seit ca 3 Jahren, wobei ich im letzten Jahr erheblich dazu gelernt habe durch Fachlektüre und Gesprächen mit anderen Fotografen. Meine Bilder sind meist nicht perfekt und im Prinzip habe ich auch bei weitem nicht das Know-How, wie ich es gerne hätte, aber ich denke sie können sich sehen lassen ;) Ich habe dieses Foto zusammen mit meinem Bruder geknippst, in einer verlassenen Jugendherberge! Ziel war es, den Moment nach einem ‘Ausraster’ darzustellen. Daher die lässige Pose mit dem Golfschläger und dem Blick aus der geöffneten Tür. Fotografiert wurde mit einer EOS 1100D und dem Canon EF 16-35mm f/2.8L II USM. Habe für die Szene ein Stativ benutzt und mit 1/2 Sekunde belichtet bei f4 und ISO 400. Brennweite betrug 16mm! Bei der Nachbearbeitung habe ich versucht meinen Bruder dunkel erscheinen zu lassen. Ansonsten habe ich nur ein wenig die Sättigung angehoben, das wars :) Habe schon von diversen Leuten Kritik bekommen, das z.B. der Auschnitt ein wenig anders gewählt werden soll, da links und rechts noch Fenster zu sehen sind, aber ansonsten gabs von deren Seite nichts zu bemängeln. Deswegen würde ich mich gerne mal eure Meinung zu dem Bild interessieren! Lieben Gruß Malte”

Über Ausrüstung und Aufnahmedaten hatte Malte bereits berichtet. Zu ergänzen wäre noch die kleinbildäquivalente Brennweite von knapp 26 mm bei einem Formatfaktor von 1,6.

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Ausführliche Erläuterungen bei der Bildeinreichung schätze ich sehr – auch Fragen und Zweifel wären hierbei willkommen und könnten bei der Besprechung berücksichtigt werden … doch betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente …

Komposition (siehe dazu untenstehende, gleichnamige Bilder):

Eine kontrastreich-düstere ‘Türstockszene mit Person’ im 2:3-Hochformat empfängt den Betrachter.

Als Blickfang und Motivzentrum fungiert ein junger Mann in Rückenansicht, im Schwerpunkt etwa in den Goldenen Schnitt von links oben gelegt, dabei seltsam geneigt und mit Jacke sowie Kapuze versehen, welche Teile des Kopfes verdeckt und somit auf den ersten Blick an ‘Quasimodos Buckel‘ denken läßt (durchgezogene rote Linien ebd.). Auf den zweiten Blick wird ein Golfschläger erkennbar, den der junge Mann in der rechten Hand hält und auf den er sich zu stützen scheint (punktierte rote Linien ebd.).

Ein Kaskade von Senkrechten und Waagrechten im Mittel- (durchgezogene orange Linien ebd.) und Hintergrund (punktierte orange Linien ebd.) rahmt die Hauptperson ein. Es handelt sich um Türstöcke, Schwellen und Fachungen, die in ihrer Ausrichtung an den Bildrändern einerseits einen Kontrapunkt zur geneigten Person darstellen, andererseits dem Bild einen sehr statischen Eindruck geben.

Der Boden um den jungen Mann herum zeigt sich von Fragmenten bedeckt – Kabel, Scherben und kleinere Holzstücke, soweit erkennbar (gelbe Linien ebd.).

Im oberen Teil der seitlichen Bildränder irritieren zwei knapp angeschnittene Lichtquellen (türkisfarbene Blitze ebd.). Dunkle Leere im Sinne eines weitläufigen ‘Negativraums’ erstreckt sich schließlich im vorderen Boden- und insbesondere im Deckenbereich (grüne Blitze ebd.).

Die Posterisation verdichtet das Bild auf die wesentlichen Elemente. Eine kurzläufige, einmal um die Hauptperson herumführende und keinen rechten Abschluß findende Blickführung wird darin erkennbar (violetter Pfeil ebd.).

Tonwerte (siehe dazu untenstehendes, gleichnamiges Bild):

Das Histogramm zeigt sich extrem zweigipflig mit U-Form bei einem Median von gut 45. Die Mitten sind kaum belegt, dafür finden sich weitläufige Tonwertabbrüche im Schatten- und Lichterbereich, der Zone 0 bzw. X ohne jede Detailzeichnung und Tonwertmodulation entsprechend.

Einzig Mauerwerk und Fachungen als motivisch nachrangige Elemente zeigen etwas Struktur in den Zonen I bis II bzw. II bis IV.

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Zusammenfassung:

„Alles zerstört … nach einem ‘Ausraster’ … lässige Pose” – ich lese wohl die Beschreibung, suche aber deren Entsprechung im Bild vergebens.

Stattdessen sehe ich eine statisch ausgerichtete, wohlgeordnete und fast brav wirkende Architekturbrache. Spannungsvolle Abgründe oder bildliche Dramatik finde ich hier nicht visualisiert. Auch das Posing der Hauptperson erscheint mir eher bemüht, keinesfalls jedoch entgrenzt, erschöpft oder gar ‘genüßlich der vorherigen Raserei nachspürend’, wie es im vorgetragenen Bildkonzept anklang.

Auch die formale Umsetzung vermag mich nicht zu überzeugen, wie ich im Sinne der störenden Nebenlichtquellen, des nicht gemeisterten Szenenkontrasts und der ‘Blickführung im kurzen Kreise’ oben schon ausgeführt habe.

Was könnte man aus dieser Szene noch herausholen?

Ein Beispiel zeigt die untenstehende ‘Überarbeitung 1′. Hier orientiert sich die Vertikale an der geneigten Person, wodurch der Raum verkippt und der konventionellen Betrachtung ‘entrückt’ wird.

Ein Beschnitt eliminiert die störenden Nebenlichtquellen, eine forcierte Tonwertnormalisierung mit dem Instrument ‘Tiefen/Lichter’ bringt im Vorder- und Mittelgrund mehr offene Schatten und dunkle Mitten zur Geltung und vermag im Hintergrund einen Teil der ausgebrannten Lichter ‘einzufangen’.

Die Blickführung erscheint nun eingängiger im Sinne einer von der Person zu den Bodensplittern hin abfallenden Diagonale – hier endet der Blick beim ‘Werk’ (violetter Pfeil ebd.).

Eine ‘Überarbeitung 2′ bietet sich im Sinne einer horizontalen Spiegelung noch an – hier wandelt sich die Blickführung zu einer aufsteigenden Diagonale und fokussiert auf die Person.

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Bildteil:

Komposition: Darstellung der Grundelemente

Komposition: Darstellung der Grundelemente

Komposition: Posterisation zur Verdeutlichung der Blickführung

Komposition: Posterisation zur Verdeutlichung der Blickführung

Tonwerte: Histogramm und Zonenverteilung

Tonwerte: Histogramm und Zonenverteilung

Tonwerte: Lichterbeschnitt

Tonwerte: Lichterbeschnitt

Tonwerte: Schattenbeschnitt

Tonwerte: Schattenbeschnitt

Überarbeitung 1: Verkippung, Beschnitt, Tonwertnormalisierung und Blickführungsänderung

Überarbeitung 1: Verkippung, Beschnitt, Tonwertnormalisierung und Blickführungsänderung

Überarbeitung 1: Endergebnis

Überarbeitung 1: Endergebnis

Überarbeitung 2: Wie oben, zusätzlich horizontale Spiegelung

Überarbeitung 2: Wie oben, zusätzlich horizontale Spiegelung

Überarbeitung 2: Endergebnis

Überarbeitung 2: Endergebnis

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Einfache Monitore mit sogenanntem TN-Panel sind werkseitig selten auf eine korrekte Farb- und Helligkeitswiedergabe eingestellt. Insbesondere die tiefen Schatten (Zonen 0 bis II) wirken oft wie verklumpt. Die Bilder sind so nur eingeschränkt beurteilbar, da der Monitor nicht das wiedergibt, was der Fotograf beabsichtigte.

Für eine orientierende Monitorprüfung eignet sich der nachstehende Graustufenkeil. Sind alle 26 Abstufungen unterscheidbar, ist zumindest hinsichtlich der Tonwerte alles in Ordnung.

Wenn nicht, ist eine Kalibrierung des Monitors zu empfehlen – softwareseitig bzw. unter Augenkontrolle mit kostenlosen Tools wie etwa dem Monitor Calibration Wizard (das bekannte Adobe Gamma ist mittlerweile nicht mehr verfügbar), hardwareseitig bzw. unter Sensorkontrolle mit Geräten etwa von Datacolor oder X-Rite.

Orientierende Monitorprüfung

 

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In der Rubrik ‘Bildkritik’ analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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Leserfoto:
Ein Bild der Unmittelbarkeit

Eine archaische Aufnahme fernab vom konventionellen ‘Rosarotgefühl und Kindchenschema’ möchte ich Euch in der heutigen Bildbesprechung vorstellen.

Überblick
Einleitung
Beschreibung
Zusammenfassung
Bildteil (6 Bilder)

Ausgangsbild

Ausgangsbild

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Unser Leser Jörg Fietkau aus dem nordbadischen Niefern-Öschelbronn hat uns das obige Bild unter dem Titel „new life” in der Kategorie ‘Schnappschuss’ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Ich habe das Bild direkt (bei) nach der Geburt meiner dritten Tochter aufgenommen. Es war mehr oder weniger Spontan, deshalb auch ein Schnappschuss. Ich finde das es sehr viele Babybilder gibt, solche denke ich aber doch eher selten sind. Ich habe auch sehr lange überlegt ob ich das Bild veröffentlichen soll, Ich habe es jetzt doch einmal gewagt. Aufgrund meiner perönlichen emotionalen Bindung zu diesem Bild finde ich es Weltklasse. Nun sollt Ihr mir sagen ist es wirklich gut, oder sollte ich mir ein anders Hobby suchen, bzw. kann man sich so ein Bild auch aufhängen.”

Zur Aufnahme wurde eine Canon EOS 1000D mit Zoomobjektiv 18 bis 200 mm (Canon, Tamron, Sigma?) verwendet. Die Brennweite betrug 72 mm (entsprechend gut 115 mm Kleinbildäquivalent bei einem Formatfaktor von 1.6), die Belichtungsdaten waren 1/60 Sekunde bei Blende f/5,6 und ISO 400, der Blitz wurde ausgelöst.

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Es rührt mich wohl, wenn Jörg mir solche Wegweisung hinsichtlich ‘Bild aufhängen oder anderes Hobby suchen’ zubilligt, doch erschiene mir ein solcher ‘Richtspruch aus der Ferne’ auch problematisch. Vielleicht wäre schon geholfen, wenn ich etwas zur Beschreibung und zum Verständnis des Bildes beitragen könnte.

Betrachten wir in diesem Sinn zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente …

Komposition (siehe dazu untenstehendes, gleichnamiges Bild):

Wir sehen ein Querformat im heute üblichen 3:2. Die Szene ist ebenso übersichtlich wie archaisch – ein Neugeborenes, noch deutlich von der Geburt gezeichnet und ganz in seiner eigenen Welt; zugleich sicher gehalten, auch emporgehoben und vorgezeigt von zwei Händen, die etwas von rechts ins Bild hineinreichen. Wir Betrachter scheinen so der haltenden Person über die linke Schulter zu blicken.

Die Aufzählung der wichtigen Bildelemente soll beim Gesicht des Neugeborenen beginnen. Es wirkt doch etwas angestrengt von den Mühen der Geburt, noch etwas ‘verhutzelt’ gar (rote Linien ebd.). Seine Arme setzen des weiteren starke Signale – der rechte steht in die Luft, weiß vielleicht gar nicht, wo er hin will; der links ist zum Gesicht gebogen, und den Daumen dürfen wir wohl im Munde vermuten – der Saugreflex wird getriggert (orange Linien ebd.).

Ergänzend und abschließend treten schließlich noch die haltenden Hände von rechts unten hinzu – auch dies eine starke Geste, schützend und wertschätzend zugleich (gelbe Linien ebd.).

Die Blickführung ist übersichtlich – vom Betrachterstandpunkt haben wir das Neugeborene unmittelbar gegenüber, der Blick geht also quasi in das Bild hinein (violetter Pfeil ebd.).

Auch die Problembereiche des Bildes sollen nicht unter den Tisch fallen. Der motivnahe Blitz setzt unschöne Glanzlichter auf Stirn und Wangen (1 ebd.), im Gegenzug tiefe und abgezirkelte Schatten besonders unter dem linken Arm (2 ebd.) und reines Schwarz im Hintergrund. Die rechte Hand ist leider etwas abgeschnitten, wo eine vollständige Darstellung von Vorteil gewesen wäre (3 ebd.). Die Schriftzeichen des rechten Handschuhs und vermutlich angeschnittene linke Bein bieten schließlich noch einiges Ablehnungspotential vom bildwichtigen Geschehen (4 ebd.).

Tonwerte (siehe dazu untenstehendes, gleichnamiges Bild):

Das Histogramm zeigt einen Median von etwa 70, recht gut belegte Mitteltöne und einen starken Peak im Bereich der tiefen Schatten. Das Neugeborene wird in den Zonen III bis VII bzw. IV bis VI umspielt, die Handschuhe grenzen sich davon etwas heller und deutlich kontrastärmer in den Zonen VI bis VII ab.

Farben:

Bläuliche Rottöne, eine sogenannt ‘livide Verfärbung’ des Neugeborenen und gedämpfte Gelbtöne der Handschuhe dominieren das Bild.

Struktur:

Das Schärfemaximum liegt auf dem linken Handschuh der haltenden Person und der linken Hand des Neugeborenen, leider jedoch nicht auf dessen Gesicht oder gar Augen.

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Zusammenfassung:

Es ist die ‘Unmittelbarkeit’, welche mir in diesem Bild besonders gut gefällt – damit meine ich zum einen die ‘Unmittelbarkeit der körperlichen Nähe’, in die wir Betrachter durch den Blickwinkel des Fotografen hineingezogen werden; ich meine damit aber auch die ‘Unmittelbarkeit der ganz archaischen Geburtsvorgänge’, eine Art hereinbrechender und überwältigender Naturgewalt, mit der wir hier konfrontiert werden und die sich vom ‘Rosarotgefühl und Kindchenschema’ abgrenzt.

Wir bekommen so nach meinem Dafürhalten eine ziemlich gute Idee, wie anstregend und komplikationsträchtig das Geburtsgeschehen auch in heutiger Zeit noch ist, allen lindgrünen Wänden und gutsortierten Wellnessecken heutiger Kreißsäle zum Trotz. Die moderne Geburtsmedizin hat die frühere Gefährdung der Mütter und Neugeborenen Gott sei Dank deutlich mindern, wenngleich nicht völlig bannen können.

In solcher Betrachtung scheint mir – über den begreiflichen Stolz des Vaters und seine Ergriffenheit hinaus – dem Bild auch eine übergeordnete Bedeutung für uns Außenstehende zuzukommen. Nun stellt sich die Frage, ob und wie wir die bestehenden Problembereiche neutralisieren und das Bild so zu noch besserer Wirkung bringen könnten.

Ein erster, wichtiger Schnitt ist eine Verdichtung des Bildgeschehens. Die seitlichen Partien im reinen Schwarz des Negativraums sind überzählig. Auch von unten her kann etwas abgenommen werden, wodurch zugleich die ablenkenden Elemente rechts unten entfernt werden. Die linke Hand des Neugeborenen bleibt im Zentrum, sie ist dort als ‘Brücke zur Welt’ wichtig und wird von den Linien des Goldenen Schnitts umrahmt (siehe Bild ‘Überarbeitung: Verdichtung durch Beschnitt).

Im zweiten Schritt würde ich noch eine Schwarzweißkonvertierung vorschlagen (nicht zu verwechseln mit der Graustufenumwandlung zu Illustrationszwecken), um das Geschehen ‘dramatisch zu übersetzen’. Für Interessierte sei erwähnt, daß hierbei die Charakteristik des guten alten ‘Ilford Delta 400 Professional‘ simuliert wurde. Der Rotkanal wurde noch leicht zurückgenommen, um die Abstufung zwischen Neugeborenem und Handschuhen zu betonen (siehe Bild ‘Überarbeitung: Ergebnis nach Schwarzweißkonvertierung’).

Die weiteren Problembereiche, wie die unglücklich angeschnittene rechte Hand oder die überstrahlten Lichter und zugelaufenen Schatten nach Blitz bleiben davon natürlich grundsätzlich unberührt, doch finde ich, daß die so dazugewonnene Dichte und Dramatik diese ein Stückweit überspielt.

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Bildteil:

Komposition: Darstellung der Grundelemente

Komposition: Darstellung der Grundelemente

Komposition: Darstellung der Blickführung

Komposition: Darstellung der Blickführung

Komposition: Darstellung der Problembereiche

Komposition: Darstellung der Problembereiche

Tonwerte: Histogramm und Zonenverteilung

Tonwerte: Histogramm und Zonenverteilung

Überarbeitung: Verdichtung durch Beschnitt

Überarbeitung: Verdichtung durch Beschnitt

Überarbeitung: Ergebnis nach Schwarzweißkonvertierung

Überarbeitung: Ergebnis nach Schwarzweißkonvertierung

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Einfache Monitore mit sogenanntem TN-Panel sind werkseitig selten auf eine korrekte Farb- und Helligkeitswiedergabe eingestellt. Insbesondere die tiefen Schatten (Zonen 0 bis II) wirken oft wie verklumpt. Die Bilder sind so nur eingeschränkt beurteilbar, da der Monitor nicht das wiedergibt, was der Fotograf beabsichtigte.

Für eine orientierende Monitorprüfung eignet sich der nachstehende Graustufenkeil. Sind alle 26 Abstufungen unterscheidbar, ist zumindest hinsichtlich der Tonwerte alles in Ordnung.

Wenn nicht, ist eine Kalibrierung des Monitors zu empfehlen – softwareseitig bzw. unter Augenkontrolle mit kostenlosen Tools wie etwa dem Monitor Calibration Wizard (das bekannte Adobe Gamma ist mittlerweile nicht mehr verfügbar), hardwareseitig bzw. unter Sensorkontrolle mit Geräten etwa von Datacolor oder X-Rite.

Orientierende Monitorprüfung

 

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