Leserfoto – «Paris en pleine nuit»:
Etwas mehr Nacht bitte

(c) Nicolas Zenz

(c) Nicolas Zenz

Eigentlich beginnt doch jeder Urlaub gleich. Streit mit der Freundin, ob das Stativ nun mitkommt oder nicht. Ich habe mich durchgesetzt, das Stativ im Gepäck, leider auch das Versprechen es bei der Stadtbesichtigung zuhause zu lassen (=100% der Zeit). Was macht der kreative Fotograf? Er fotographiert aus dem Hotelfenster bei Nacht. So ist dieses Foto also entstanden.

Mir gefällt es gut, der Freundin (vielleicht aus Trotz, weil ich sie damals aufgeweckt habe?) nicht besonders. Nun fände ich eine professionelle Meinung zu dem Bild interessant. Was könnte man verbessern? Wenn man sich zu lange selbst mit einem Bild beschäftigt, wird man einfach betriebsblind.

Fotodaten:
Sony NEX-C3, Daten: 60mm; F22; 20 Sek. Verschlusszeit; ISO 200

LG Nicolas

Paris ist eine dieser Städte, die einen nicht mehr losläßt, wenn man mal da war. Mir war es nur einmal vergönnt, und ich rede heute noch drüber. Du hast uns einen Schnappschuß eingereicht, der die Stadt bei Nacht zeigt. Zu sehen ist der Fluß, Straßenlichter reihen sich wie Perlen durchs Bild. » weiterlesen

Hamburger Speicherstadt ist Weltkulturerbe:
Wir suchen Eure besten Bilder!

Detail aus der Speicherstadt in Hamburg

Detail aus der Speicherstadt in Hamburg (c) Pixelharmony

Die Hamburger Speicherstadt wurde gerade zum Weltkulturerbe erklärt. Bis zum 12.7.2015 suchen wir Eure besten Fotos zu diesem Motiv, die wir dann mit voller Byline auf fokussiert veröffentlichen werden. In den Wochen danach gehen wir die Liste, die SPON zu dem Thema veröffentlicht hat, Stück für Stück durch. Also sucht das beste, was Ihr habt, und schickt es uns!

PS. Wie immer treffen wir schlußendlich nach unserem Ermessen die Auswahl. Wenn Euer Bild aus irgend einem Grund nicht genommen werden sollte, und Ihr Fragen dazu habt, können wir die gerne offline beantworten.

Blitzfotografie:
Glücksschlag am Half Dome

Lucky Strike: Blitzeinschlag am Half Dome, fotografiert von Glacier Point, Yosemite, Kalifornien, USA. Sony a7s, Sony/Zeiss 24-70, 0.4 s, F11, ISO50

Lucky Strike: Blitzeinschlag am Half Dome, fotografiert von Glacier Point, Yosemite, Kalifornien, USA. Sony a7s, Sony/Zeiss 24-70, 0.4 s, F11, ISO50

 

Ein Blitz-Sensor ist in Kalifornien grundsätzlich etwa so nützlich wie eine Fischerrute in der Sahara. Aber gelegentlich schleicht ein bisschen subtropische Feuchtigkeit über die Sierra Nevada und erblüht in nachmittäglichen Gewittern. Ich überprüfe das Wetter täglich (das ist eine ziemliche Untertreibung) fast nur wegen dieser Möglichkeit, auf ein Gewitter in Yosemite hoffend, wie Fussballfans nach einem Sieg ihrer Mannschaft lechzen. Mit etwa dem gleichen Erfolg – bis letztes Wochenende.

Denn vergangene Woche wurden die feuchten Überreste des Hurrikans Blanca in eine instabile Luftmasse über der Sierra gesogen, was exakt dem Gewitter-Rezept entspricht, auf das ich immer hoffe. » weiterlesen

Leserfoto – “Halbzeit”:
Intention macht nicht das Bild

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(c) Gregor Boos

Dies Bild ist im Juni, abends nacht 19:00 Uhr, in Lübeck im Aegidienhof entstanden.
In dem Moment, als ich ihn betreten hatte, ist mir dieser Ball sofort aufgefallen, wie gerade eben liegengelassen.
Fotografiert wurde es mit einem SLR Magic 35mm f/1.7 (C-Mount Objektiv an Micro Four Thirds Adapter) an einer Olympus E-PL3.
Blende geschätzt f/8 (der Einstellweg zwischen f/5,6 und f/16 beträgt knapp 10mm und das Objektiv hat keine Blendenrastung). Das Objektiv hat auf Grund seiner Konstruktion je nach Blende einen mehr oder weniger großen scharfen Spot und bildet außerhalb dieses Spots unscharf ab. Scharfgestellt wurde auf den Ball.

Grundsätzlich muß ein Bild ohne die Erklärung des Fotografen, was er intendiert hat, bestehen können – es in der Hinsicht, also intentionalistisch, zu beurteilen, wird im allgemeinen als falsch angesehen. In diesem Sinne betrachte ich Dein Bild, und sehe eine Fußball vor einem Baum. Die Ränder sind verschwommen dargestellt, was auf den ersten Blick entweder dem Objektiv oder der Nachbearbeitung geschuldet ist. » weiterlesen

Leserfoto:
Die Qual der Wahl

Eine Fülle ansehnlicher Bildelemente kann bisweilen auch eine kompositorische Last sein, wie die heutige Besprechung aufzeigen möchte.

Überblick
Einleitung
Beschreibung
Zusammenfassung
Bildteil (6 Bilder)

Ausgangsbild

Ausgangsbild

***

Unser Leser Moritz von Specht aus Winterthur im Kanton Zürich hat uns das obige Bild unter dem Titel „U-Bahnhof München” in der Kategorie ‘Architektur’ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Hallo … Diese Aufnahme stammt aus einem Fotoworkshop, bei dem es um U-Bahnhöfe in München ging. Mir persönlich hat das Foto erst einmal nicht besonders gut gefallen, und ich hätte es wahrscheinlich nicht weiter bearbeitet, aber dem Workshopleiter Micha Pawlitzki und auch Anderen gefiel es sehr gut und jetzt würde mich ein Euer Expertenkommentar sehr interessieren. Am Beschnitt habe ich noch nichts verändert. Klarheit, Schwarz-Weiss Beschnitt, Temperatur, Lichter und Tiefen habe ich angepasst.”

Zur Aufnahme wurde eine Canon EOS 5D Mark III mit Canon EF 24-105mm f/4L IS USM verwendet. Die Brennweite betrug kleinbildäquivalente 105 mm, die Belichtungsdaten waren 25 Sekunden bei Blende f/22,0 und ISO 160.

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Betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente. » weiterlesen

Leserfoto:
Wuchtige Gebirgslandschaft

Um ein eindrucksvolles Motiv, aber auch um subtile HDR-Artefakte geht es in der heutigen Bildbesprechung.

Ausgangsbild

Ausgangsbild

Unser Leser Nils Schultze-Scharnhorst aus Berlin hat uns das obige Bild unter dem Titel „Zebrastreifen Piz Boè” in der Kategorie ‘Landschaftsfotografie’ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Dieses Foto entstand im September während einer Alpenüberquerung (München-Venedig). Ich war zu dieser Uhrzeit (18:15) der Letzte auf dem Piz Boè und die Atmosphäre hat mich überwältigt. Reizvoll finde ich die ‘Zebrastreifen’ durch die Windverwehungen als auch die Lichtsituation. Um dem Bild mehr Kontrast zu geben, habe ich eine Belichtungsreihe mit Stativ geschossen und diese dann zu einem HDR zusammengefügt. Was mir an dem Bild fehlt, ist ein klarer Weitblick der in der Realität etwas besser war und die Detailgenauigkeit. » weiterlesen

Leserfoto – Fahrradtour durch das Samerott:
Nachbearbeitung schafft kein Motiv

Alleine durch Nachbearbeitung kann man einem Foto kein Leben einhauchen.

(c) Arthur Lieske

Canon 550D – Belichtungszeit: 1/100 s – ISO: 100 Blende: f/5.6 Brennweite: 18 mm (c) Arthur Lieske

 

Auf einer Fahrradtour durch das Samerott, ein urwüchsiges Reservat. Alter Sandweg…..

Du hast uns hier einen Schnappschuß von einer Fahrradtour eingereicht. Zu sehen ist links ein Pfad, daneben ein Sandweg, getrennt durch in den Boden gerammte Holzpflöcke. Sonst sieht man nur wilde Natur. Betitelt hast Du es ursprünglich „1. Mai“.

Zunächst einmal zum Foto selbst: » weiterlesen

Was tun gegen Fotoklau – II/II:
Abschreckung und Warnrufe

Die zweite Hälfte unserer zweiteiligen Serie gegen Bilderklau (hier zu Teil1) – Ist das Kopieren der Werke anderer die “aufrichtigste Art der Schmeichelei”?

 

Sauerteigbrot

(c) Sofie Dittmann 2012

4. Wasserzeichen

Bleibt der Gedanke, ein Wasserzeichen auf dem Bild anzubringen. Das kann mehrere Formen annehmen: ein Muster quer über die Aufnahme, oder ein einzelner Schriftzug in der Mitte oder am Rand. Vorteil: wenn es auch mit modernen Nachbearbeitungsprogrammen wie Photoshop sehr einfach ist, diese wieder zu entfernen, macht man es den Raubkopierern zumindest ETWAS schwerer.

Nachteil: jene kümmern sich oft noch nicht einmal darum; ich habe schon mehrere Fälle gesehen, wo ein Foto auf einer Scraper-Seite mit Wasserzeichen und allem prangte, als habe es der Seiteninhaber selbst angefertigt. Weiterhin können Wasserzeichen legitime Nutzer auch ziemlich nerven, je nachdem, wie sie verwendet werden. » weiterlesen

Was tun gegen Fotoklau? – Teil 1

Gibt es heutzutage noch einen Weg, eklatanter Urheberrechtsverletzung entgegenzuwirken?

Der folgende Beitrag soll sich nicht so sehr der juristischen Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen oder deren Ausuferungen (sprich: „Abmahnindustrie“) widmen, sondern anderen praktischen Möglichkeiten, wenn die juristischen Mittel entweder nicht einsetzbar sind oder fehlgeschlagen haben.

Stop

(c) Sofie Dittmann 2012

Vor kurzem stieß ich auf einen Artikel in DIY Photography, der sich so unglaublich anhörte, daß er fabriziert zu sein schien: ein Künstler verkauft Drucke der Instagramfotos ANDERER Leute für fast $100.000. Wenn man allerdings denkt, es sei ein Witz, ist man leider auf dem Holzweg. Richard Prince hat tatsächlich Drucke (etwa in A3) von Instagramfotos angefertigt, eine Galerie in New York hat sie in eine Ausstellung gehängt, und eines davon ist für fast $100.000 weggegangen. Herrn Princes „Beitrag“ zu diesen Fotos war, einen Kommentar unter das Bild zu setzen (der eine Fall, der in dem Artikel besprochen wurde, zeigte einen Kommentar, der mit dem Inhalt des Fotos garnichts zu tun hatte). Abgesehen von der eklatanten Urheberrechtsverletzung fragt man sich unwillkürlich: wer zum Teufel kauft so etwas? Zu dem Preis?

Urheberrecht ist in den USA ähnlich geregelt wie in Deutschland: derjenige, der ein Foto aufnimmt, hat das Urheberrecht. Punkt. Um jenes nicht zu verletzen, muß man aus dem Foto so etwas vollständig Neues machen, daß es das ursprüngliche Werk gewissermaßen verblassen läßt. Meines Erachtens hat Richard Prince das nicht getan, und es ist auch nicht das erste Mal, daß er sich bei anderen bedient hat. Er und seine Galerie hoffen wahrscheinlich darauf, daß es den Leuten zu dumm sein wird, ihn zu verklagen. Und wenn es auch ein besonders übler Fall sein mag, der auf Twitter und anderswo einen Shitstorm ausgelöst hat (Herr Prince nimmt ihn als freie Publicity), wirft er doch die Frage auf: gibt es heutzutage noch einen Weg, dem entgegenzuwirken?

Die Antwort ist mal wieder Ja und Nein. Vor Jahren habe ich einmal ein Essensblog betrieben, und die große Diskussion auf allen möglichen Foodbloggerforen drehte sich immer um den Klau von Material. Man verwendet viel Zeit auf die Entwicklung von Rezepten und Blogbeiträgen, und Scraper-Seiten kopieren den gesamten Beitrag plus Fotos und veröffentlichen ihn bei sich, ohne den Autor auch nur zu erwähnen, oder zu seiner Seite zurückzuverlinken. Auch hier: der Fall ist eigentlich klar, doch wissen die Täter genau, wie schwierig es ist, etwas gegen sie zu unternehmen.

1. Offline bleiben

Man kann selbstverständlich internetsmäßig zum Höhlenmenschen werden und sich von allem abkoppeln. Keine sozialen Medien, keine Webseite, kein persönliches Blog. Motto: wenn man nichts ins Netz stellt, kann es auch nicht gestohlen werden. Was andere dennoch nicht daran hindern muß, und gesehen werden sie eben leider auch nicht. Das mag einen nicht interessieren, wenn man einen bestimmten Bekanntheitsgrad hat, doch für die meisten von uns ist das nicht praktikabel. Das Internet bietet eine Plattform, die bei all ihrer Unvollkommenheit auch die Möglichkeit gibt, anderen die eigenen Machwerke zu zeigen. Wofür ist Bildende Kunst gut, wenn sie keiner sieht?

2. „Nachbarschaftshilfe“

Ein Food Blogger namens Chef Dennis startete 2012 eine „Neighborhood Blog Watch“ Gruppe, basierend auf dem Konzept der amerikanischen „Nachbarschaftswachsamkeit“. Wenn jeder in der Nachbarschaft seine Augen offen hält und weiß, was um ihn herum passiert, wird weniger eingebrochen; oder im Fall der Blogs, Inhalt raubkopiert. Das hat allerdings nicht besonders gut funktioniert, denn die Leute waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

3. EXIF

Dann gibt es die Möglichkeit, seine Bilder per EXIF-Daten so auszuzeichnen, daß sie in entsprechenden Google-Suchen auftauchen UND eindeutig auf das eigene Urheberrecht hinweisen. Diese sind jedoch relativ einfach zu ändern, denn in Windows braucht man lediglich per rechtem Mausklick die Eigenschaften des Bildes aufzurufen, dann kann man die EXIF-Daten in den Details bequem ändern. Mit anderen Programmen kann man das sogar im großen Stil tun. Sich allein auf EXIF zu verlassen, bringt also nichts. Allerdings kann man davon ausgehen, daß viele Leute fremde Inhalte so offen raubkopieren, daß sie sich nicht einmal die Mühe machen, EXIF zu löschen oder zu verändern – für viele Seiten ist es ein Zahlenspiel, das Scraping übernehmen Computer.

[Teil 2]

Leserfoto:
Die Tiefenwirkung einfacher Bildkomposition

Eine Beschränkung der Bildelemente bietet beste Voraussetzungen für überzeugende Bilder. Die dabei zu beachtenden Feinheiten wollen wir in der heutigen Bildbesprechung diskutieren.

Überblick
Einleitung
Beschreibung
Zusammenfassung
Bildteil (6 Bilder)

Ausgangsbild

Ausgangsbild

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Unser Leser Florian Fahlenbock aus dem bodenseenahen Markdorf hat uns das obige Bild unter dem Titel „Seezeichen” in der Kategorie ‘Landschaftsfotografie’ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Das Bild wurde wieder am Bodensee aufgenommen. Ich bin zunehmend von Langzeitbelichtungen fasziniert und beschäftige mich in letzter Zeit hauptsächlich damit. Dies in Verbindung mit schwarz weiß Fotografie empfinde ich zunehmend als mein Metier. Ich bin jedoch noch ein absolutes ‘Greenhorn’ auf dem Gebiet und würde mich daher über eine Besprechung des Bildes hinsichtlich Komposition, Bildaufbau und Tonwerten sehr freuen. Zur Aufnahme wurde eine Canon 600D mit Kitobjektiv und 08/15 Graufilter benutzt. Hinsichtlich der Preise hochwertiger Linsen muss ich mich (noch) mit dieser einfachen Grundausstattung zufrieden geben.”

Zur Aufnahme wurde die APS-C-Kamera Canon EOS 600D mit Kitobjektiv EF-S 18-55mm f/3.5-5.6 IS II verwendet. Die Brennweite betrug 55,0 mm (entsprechend 88,0 mm Kleinbildäquivalent bei einem Formatfaktor von 1.6), die Belichtungsdaten waren 4,0 Sekunden bei Blende f/14,0 und ISO 200.

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„Lieber (wie hier schon deutlich erkennbar) ein ‘vielversprechender Gestaltungsansatz bei magerer Ausrüstung’ wie andersherum”, dachte ich spontan bei Florians sympathischer und bescheidener Selbstbeschreibung.

Kurz mußte ich (‘von oberschwäbischem Geblüte, aber mit badischer Ehefrau bewehrt’) noch darüber sinnieren, ob Markdorf nun wohl eine schwäbische oder eine badische Gemeinde sei – Letzteres, würde ich jetzt mal annehmen, aber der ‘innerwürttembergische Verlauf des Spätzlegrabens’ ist nicht immer so klar …

Florian Fahlenbock: 'Spargelfeld'

Florian Fahlenbock: 'Spargelfeld'

Florian (damals noch in Freiburg im Breisgau) ist uns ja bereits von einer ‘naturnahe-abstrakten Arbeit‘ her bekannt, die wir im September 2013 hier besprochen hatten (siehe auch nebenstehendes Bild). Doch betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente der heutigen Arbeit. » weiterlesen