Leserfoto – „Tod und Leben“:
Näher ran

Negativer Raum als Gestaltungselement funktioniert nur, wenn er die Bildaussage unterstützt.

(c) Jörg Oertel

(c) Jörg Oertel

Dieses Bild symbolisiert für mich in einzigartiger Weise Tod und Leben, Vergänglichkeit und Wiederkehr in der Natur.
Ich finde es anrührend, wie sich das kleine Vergißmeinnicht aus dem toten Baumstumpf zum Leben kämpft.

Der Unterschied zwischen „schauen“ und „sehen“ ist, im Alltag Motive zu entdecken, an denen andere vorbeigegangen wären. Wenn man sein Auge schult, bieten sich einem überall Dinge, die es sich zu fotografieren lohnt. Hier ein interessantes Muster, das ein Baumschatten auf das Pflaster „malt“ – oder dort eine Blume, die aus einem Baumstumpf herauswächst. » weiterlesen

Seid Ihr „sozial im Netz“?

facebook-lineartSeid Ihr unsere Fans auf Facebook? Folgt Ihr uns auf Twitter? Bei fokussiert hat man die Onlinepräsenz jahrelang eher auf das Blog beschränkt, Facebook und Twitter vorrangig als Sprungbretter dorthin oder Ableger desselben gesehen. Das soll sich jetzt ändern, aber wir brauchen Eure Mitarbeit.

Es gibt viele Dinge, die wir als interessant (mit-)teilen möchten, die aber für einen Blogartikel zu kurz sind oder ganz einfach nicht geeignet. Dafür ist eben etwa Facebook da, und während wir das Blog umgestalten, wollen wir soziale Medien etwas verstärkter nutzen.

Ihr habt noch den Rest des Monats Mai Zeit, uns ein neues Coverfoto für unsere Facebook-Seite vorzuschlagen. Basierend auf den „Gefällt Mir“-Zahlen und Kommentaren werden wir eines auswählen, das dann mit voller Byline für den Monat Juni unser Coverfoto wird. Falls es gut läuft, wiederholen wir das Monat für Monat.

Also: postet EIN Foto Eurer Wahl auf Facebook als Vorschlag für das Juni-Cover (Verlinkung zu einer anderen Webseite reicht nicht; alle Posts dieser Art werden gelöscht). Schickt uns das beste, was Ihr habt.

Und werdet unsere Fans auf Facebook und/oder folgt uns auf Twitter!

Leserfoto – „Miss Elisabeth“:
Licht, Farben und Komposition

Auf Einzelheiten sollte man immer achten, auch wenn Handeln gefordert ist.

(c) Dirk Wenzel

(c) Dirk Wenzel

… neulich im Nebel…

Was mir an Deiner Aufnahme sofort auffiel, waren die Lichtstimmung und die blassen Farben, die dem ganzen einen fast „altmeisterlichen“ Eindruck geben. Es hat das farbliche Flair mancher Werke von Caspar David Friedrich, und der Nebel im Hintergrund verstärkt diesen schwermütigen Eindruck noch. Es könnte ein fast perfektes Foto sein, das sich jeder Hundebesitzer einrahmen und an die Wand hängen würde. Bis auf eine Kleinigkeit. Doch zunächst zur Komposition. » weiterlesen

Leserfoto:
Naturspektakel mit I-Tüpfelchen

Erfrischende Urlaubsfotografie zeigt die heutige Bildbesprechung.

Überblick
Einleitung
Beschreibung
Zusammenfassung
Bildteil (5 Bilder)

Ausgangsbild

Ausgangsbild

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Unser Leser Roman Piotrowski aus Potsdam hat uns das obige Bild unter dem Titel „Anzug und Natur” in der Kategorie ‘Natur/Tier’ (auch ‘Landschaft’ wäre natürlich möglich gewesen) zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Dieses Foto wurde am isländischen Wasserfall Gullfoss aufgenommen. Einige Menschen verließen den abgesperrten Weg, um sich mit dem Wasserfall im Hintergrund zu Fotografieren. Unter anderem auch die beiden im Bild zu sehenden Asiaten. Für mich war das eine sehr sureale Szene. Ein Anzugträger lässt sich vor solch einer Naturgewalt fotografieren. Das zweite was mir in den Sinn kam war das Klischee vom japanischen Touristen dem es um den Beweis des da seins mehr ging als um das erleben eines so gewaltigen Naturspektakels.”

Zur Aufnahme fand eine Canon EOS 600D mit Kitobjektiv Canon EF-S 18-55mm f/3.5-5.6 Verwendung. Die Brennweite betrug 55 mm (entsprechend 88 mm Kleinbildäquivalent bei einem Formatfaktor von 1.6), die Belichtungsdaten waren 1/200 Sekunde bei Blende f/8,0 und ISO 100 .

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Betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente. » weiterlesen

Leserfoto:
Goodbye Fitz Roy

Eine verdichtete Bildbetrachtung.

Ausgangsbild

Ausgangsbild

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Unser Leser Klaus Meier aus Stuttgart hat uns das obige Bild unter dem Titel „Goodbye Fitz Roy” in der Kategorie ‘Landschaftsfotografie’ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Dieses Bild wurde am Vormittag ein stück nach unserer wehmütigen Abfahrt vom wirklich beeindruckenden wilden Fitz Roy/Argentinien gemacht”

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Ganz unbekannt sind das Motiv und der Standort nicht, wie eine Bildersuche mit Google ergab – bildwürdig ist die Szene aber zweifelsohne.

Sehr gefällig wirkt kompositorisch die ungefähre Dreiteilung des Bildes mit ausdrucksstarkem Himmel, detailreich gezeichnetem Berg (weswegen ich das Bild auch in der Einreichgröße von 2.738px mal 1.790 Pixel belassen habe) und gestaffelter Vordergrundpartie (wobei diese fast zu weitläufig wirkt und von unten her noch etwas beschnitten werden könnte).

Die Belichtung ist ausgewogen, nennenswerte Tonwertabbrüche liegen nicht vor. » weiterlesen

Leserfoto:
Versuch einer Ideallandschaft

Die Kombination einer gelungenen Befassung der Ton- und Farbwerte mit einigen kompositorischen Schwächen wollen wir in der heutigen Bildbesprechung diskutieren.

Ausgangsbild

Ausgangsbild

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Unser Leser Peter Eich aus Konstanz hat uns das obige Bild unter dem Titel „Überschwemmung am Bodensee” in der Kategorie ‘Landschaftsfotografie’ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Das Wollmatinger Ried ist eine große Schildlandschaft am Bodensee bei Konstanz. Hier sind immer wieder einige der Wiesen überschwemmt, so auch diese. Ich spazierte im Januar 2014 zum Sonnenuntergang dort vorbei und wollte mein neues Objektiv testen, das Nikkor 14-24. Fast hätte ich das Bild zuhause gelöscht. Doch nach etwas Korrektur in Lightroom ist aus dem RAW doch noch ein Resultat entstanden, das ich mag.”

Zur Aufnahme wurde eine Nikon D610 mit Nikon AF-S Zoom-Nikkor 14-24mm 1:2,8G ED verwendet. Die Brennweite betrug kleinbildäquivalente 14 mm aufgrund des verwendeten Vollformats, die Belichtungsdaten waren 1/80 Sekunde bei Blende f/4,5 und ISO 400.

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Leserfoto – „8 Masten und Kräne“:
Der richtige Augenblick

Auch bei spontanen Entscheidungen sollte man versuchen, den richtigen Augenblick zu erwischen.

(c) Thomas Bösel

(c) Thomas Bösel

Hansesail 2014. Über 200 Segler und andere Schiffe in Rostocks Hafen. Die beiden Großsegler “Sedov” & “Krusenstern” auch da, doch leider im Werftgelände, so daß sie kaum von den Zuschauern wahrgenommen werden. Beim Vorbeifahren ergibt sich aber ein Bild, das etwas an die alte Zeit der Frachtsegelei erinnert. Leider im Gewackel des Wassers und mit einer Immer-Dabei-Kamera geschossen.

Der von mir vielzitierte David Hurn, seines Zeichens Magnum-Mitglied, sagte einmal, Fotografie sei eigentlich ganz einfach: man muß nur entscheiden, wo man steht, und wann man auf den Auslöser drückt. Wenn das auch simplistisch ausgedrückt ist, stimmt die Aussage im Kern. Wieviele Motive sieht man im Netz, die spektakulär hätten sein können, wenn genau jene Entscheidung anders getroffen worden wäre.

Du hast uns einen Schnappschuß eingereicht, der Deinen Angaben nach im Rostocker Hafen entstanden ist. Vom Wasser aus fotografiert sieht man links hintereinander zwei angedockte Segelschiffe, daneben Kräne, im Vordergrund eine Boje. Das Bild wurde in Sepia verwandelt und zeigt bei 100% Zoom ein gewisses Rauschen, das für mich jedoch zu der Nachbearbeitungsentscheidung paßt, denn es unterstreicht das Nostalgische, das das Foto dadurch erhält.

Die Aufnahme ist mit einer Canon PowerShot SX220 HS entstanden. Es handelt sich dabei um eine Kompaktkamera mit 12 MP. Du schreibst, das Foto sei „leider“ mit selbiger und im Gewackel des Wassers entstanden (dafür ist es erstaunlich scharf und gerade). Um es mit Seinfeld zu sagen, „Not that there’s anything wrong with that.“ – „Nicht, daß damit etwas falsch ist.“ Denn wieviele Bilder ziehen sonst an Dir vorbei, wenn Du KEINE Kamera dabeihast, ohne daß Du sie festhalten kannst – oder Du müßtest Dein Handy benutzen. Natürlich hättest Du, wenn vorhanden, eine bessere Kamera mitnehmen können, doch bei Spontanentscheidungen liegt selbige dann eben gut verstaut daheim.

Ihr seid also per Schiff durch den Hafen gefahren, und dort fiel Dir dieses Motiv auf. Es zeugt von einem guten Auge, daß Dir diese Szene gefallen hat. Was Du festgehalten hast, besticht durch die starke Geometrie: bestimmende senkrechte und waagrechte Linien, die das Foto durchziehen (gelb und blau).

Bestimmende Linien

Bestimmende Linien

Dazu die Masten, die wie Dreiecksspitzen oben herausragen (grün).

Bestimmende Linien

Bestimmende Linien

Das Foto ist insgesamt ausgewogen komponiert (rosa).

Goldener Schnitt

Goldener Schnitt

Was allerdings sofort auffällt, sind ein paar Problemzonen (grüne Pfeile).

Problemzonen

Problemzonen

Oben und unten ist für mein Empfinden zu wenig Raum gelassen. Dazu kommt, daß rechts der eine Kran am Bildrand klebt, die Aufnahme aber gleichzeitig leicht verzerrt ist. Ich betone immer, daß in stark geometrisch komponierten Bildern dieses Gestaltungselement vollkommen durchgehalten werden muß, außer, man setzt die Durchbrechung derselben gekonnt als Regelbruch ein. Das ist hier für mich nicht der Fall.

Ich vermute, Du hast einfach eine Idee zu spät auf den Auslöser gedrückt. Du sahst das Motiv, es fiel Dir auf, und als Du Dich entschieden hattest, wart Ihr schon ein paar Meter weiter. Der Kran rechts ist nicht zurückzuholen, aber ich würde das Foto so entstrecken, daß er zumindest nicht ins Bild kippt.

Oben und unten läßt sich leicht etwas mehr Raum „dranstempeln“, was aber dann das Bildformat leicht verändert.

Vergleichsfoto

Vergleichsfoto

Ich würde empfehlen, das nächste Mal mit etwas mehr Vorüberlegung an die Dinge heranzugehen und auch mehr Aufnahmen zu machen, während Du an einem Motiv wie diesem vorbeifährst. Dann kannst Du nicht nur unter vielen auswählen, sondern Du kannst auch notfalls Elemente aus einem anderen mit in Dein favorisiertes Foto hineinkombinieren.

Leserfoto:
Ein einziges Bild kann schon den Ausflug lohnen …

An Küstenlinien kann man sich gar nicht ‘sattfotografieren’, wie ich anhand der heutigen Bildbesprechung aufzeigen möchte.

Überblick
Einleitung
Beschreibung
Zusammenfassung
Bildteil (5 Bilder)

Ausgangsbild

Ausgangsbild

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Unser Leser Kay Kietzmann aus Berlin hat uns das obige Bild unter dem Titel „Blue Feeling” in der Kategorie ‘Landschaftsfotografie’ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Halli hallo, neulich war ich im Familienurlaub auf Mallorca. Einen Tag habe ich tatsächlich Freigang bekommen und konnte tun und lassen was ich wollte – Fotografieren. Um halb fünf saß ich im Mietwagen um mich auf nach Cap Fermentor zu machen. Als die blaue Stunde begann, oder hätte beginnen sollen, dämmerte mir langsam, dass die Lichtverhältnisse wohl doch nicht wie erhofft sein würden. Ich tröstete mich damit, dass die Chancen gut stehen würden ein faszinierendes Wetterphänomen beobachten zu können. Doch leider wollten auch keine Wolken bzw. Nebelschwaden über die Klippen ziehen. Nun ja, neben etlichen trüben Bildern ist nun auch dieses entstanden. Es gefällt mir aus der Serie am besten. Dennoch habe ich das Gefühl, dass ich irgendetwas hätte besser machen können – mal davon abgesehen, dass mehr Aktion auf dem Meer gut gekommen wäre, denke ich. Nur konnte ich mir das leider nicht aussuchen. Beste Grüße Kay”

Zur Aufnahme wurde eine Canon EOS 400D mit Zoomobjektiv Canon EF-S 10-22 mm f/3.5-4.5 USM verwendet. Die Brennweite betrug 10 mm (entsprechend 16 mm Kleinbildäquivalent bei einem Formatfaktor von 1.6), die Belichtungsdaten waren 1/400 Sekunde bei Blende f/8,0 und ISO 200 .

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Unbenommen davon, daß Kai uns hier eine sehr atmosphärische Arbeit zeigt, sind bei den Einreichungen oft die Kommentare das Beste: „Familienurlaub auf Mallorca. Einen Tag habe ich tatsächlich Freigang bekommen …” Das bringt nun wirklich Farbe in den grauen (monochromen?) Alltag eines Bildkritikers, es erinnert mich auch an eigene (mehr oder weniger erfolgreiche) Bemühungen, meine Familie ‘zu Trage- und Geduldsdiensten abzurichten’ … doch betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente. » weiterlesen

Leserfoto:
Vertikale Betrachtungen

Eine Streetfotografie als Hochpanorama? Warum nicht, wie die heutige Bildbesprechung zeigt.

Überblick
Einleitung
Beschreibung
Zusammenfassung
Bildteil (4 Bilder)

Ausgangsbild

Ausgangsbild

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Unser Leser Dirk Wenzel aus dem sachsen-anhaltinischen Mansfeld hat uns das obige Bild unter dem Titel „Fenster mit Hut bunte Version” in der Kategorie ‘Street/Strasse’ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Farbversion” … Wo es eine ‘Farbversion’ gibt, gibt es zumeist auch eine ‘Schwarzweißversion’ (siehe dazu untenstehendes, gleichnamiges Bild), und die hatte Dirk zuvor eingereicht. Er schreibt dazu in der ihm eigenen Art: „… die Wiederholung des Persönlichkeitsverlustes durch die Vermeidung des InnenBlickkontaktes … ein Street mit dem Telefon geknipst … SW Version und beschnitten … Thema: ‘Fensterblicke’ … Brennweite: 4,28 …”

Die Exif-Daten geben noch folgende Auskunft: Apple iPhone 4S, Belichtungszeit 1/1000 Sekunde, Blende f/2,4, kleinbildäquivalente Brennweite von etwa 33 mm bei einem Verkürzungsfaktor von 7,64.

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Eine ‘Streetfotografie als Hochpanorama im überstreckten 1:2-Format’ sucht schon ihresgleichen und ist allein schon deswegen eine Besprechung wert … doch betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente. » weiterlesen

Leserfoto – „New Orleans River Walk“:
Farbstimmung und Komposition

Bei manchen Bildern macht die starke Farbstimmung die Aufnahme, wenn auch anderes nicht ganz stimmt.

(c) Borg Enders

(c) Borg Enders

Nachtaufnahme des Missisippi und der River Walk Promenade in New Orleans.
Mich sprach dieses Bild insbesondere durch seine starken Violett/Blau-Töne an.

Unlängst wurde auf fokussiert Dein Foto der Brooklyn Bridge bei Nacht besprochen – zufällig auch von mir. Wir sehen eben nicht, wer das Bild gemacht hat, bis wir es ausgewählt haben. Meines Erachtens ist es für den Lerneffekt unterm Strich auch egal, von wem die Aufnahme stammt.

Jedenfalls ist es dieses Mal ein Bild des Riverwalk in New Orleans – Du scheinst sehr reisefreudig zu sein. Wenn man eine Weile in den USA ist, und nichts vom Land gesehen hat, macht man etwas falsch (obwohl ich viele Expats kenne, die ihren Urlaub fast ausschließlich in ihrem Ursprungsland verbringen).

Du hast den Riverwalk bei Dämmerung fotografiert. Es ist noch nicht ganz dunkel, der Himmel leuchtet noch blau, fast violett. Dieses Blau spiegelt sich im Mississippi, wie auch die orange leuchtenden Lichter der Brücke und der Gebäude. Der Riverwalk selbst ist nicht zu sehen, obwohl er auf die Gebäude rechts zuführt und Du von ihm aus fotografiert hast. » weiterlesen