Auch radikal abstrakte, nur noch auf Farben und Formen reduzierte Fotos, brauchen eine klare visuelle Botschaft. Das unterscheidet Farbkleckse von spannenden Bildern.

Nils Nijenhuis
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Niels Nijenhuis).
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Niels Nijenhuis:
Merkwürdige Farben und Formen sind das erste, was uns an diesem Bild auffällt, aber nach dem ersten Blick gibt es nicht viel mehr, was das Interesse des Betrachters erweckt. Ich persönlich habe Schwierigkeiten mit dieser Art Fotos. Ich mag Dinge, die fundierter und zugänglich sind, oder Dinge, die sich immer mehr erschließen, je länger Du sie ansiehst. In diesem Fall gibt es abgesehen von den ersten Eindrücken, wie ich es sehe, keine kleinen subtilen Details, die eine tiefere Bedeutung preisgeben, oder eine Geschichte erzählen könnten:
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Menschen abzubilden, ohne dabei nur ihr Äusseres zu zeigen, verlangt Zeit und Auseinandersetzung mit dem Motiv. Denn wir alle posieren vor einer Kamera – am Fotografen ist es, durch die Fassade hindurch vorzustossen.

Karin rindlisbacher: Strassenjunge in mexico
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Karin Rindlisbacher). – Leider keine Exif-Daten vorhanden
Kommentar der Fotografin:
Strassenjunge in Mexico, Distrito Federal TriX 400.
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Karin Rindlisbacher:
Der Hauptanlass eines guten Porträts ist, den Charakter und die Essenz eines Objekts auf interessante Weise in ein Bild zu übertragen. Dieses Porträt hier gibt uns einen guten Eindruck der äußeren Erscheinung des Porträtierten, aber lässt uns nicht hinter seine Fassade blicken. Wir können die Person nur sehen, wie sie sich präsentieren möchte, denn sie posiert offensichtlich extra für das Foto. Leider erzeugt dies eine Art von Oberflächlichkeit, was hoffentlich nicht zu abwertend klingt:
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Makro-Fotos kann man mit modernen Digitalkameras recht einfach machen. Doch das Ergebnis ist manchmal nicht so beeindruckend, wie man erwartete. “Das Geheimnis beeindruckender Makrofotos« aus dem Data Becker Verlag gibt neben reinen Technik-Hinweisen auch Tipps zu geeigneten Makro-Motiven.

Date Becker: Das Geheimnis beeindruckender Makrofotos
Makroaufnahmen waren mit Film noch ein größeres Drama: Die meisten Objektive konnten erst ab einem Meter fokussieren, nur mit Vorsatzlinsen oder Zwischenringen war etwas zu erreichen – und das sah dann meist auch so aus.
Digitalkameras haben dagegen meist bereits eine Makroeinstellung am Objektiv. Doch das alleine reicht noch nicht, um gute Aufnahmen zu machen.
Das Ehepaar Dr. Kyra und Dr. Christian Sänger, ihres Zeichens Diplombiologen und insofern mit Flora und Fauna auch vom Hauptberuf her sehr vertraut, hat nun sehr ausführlich aus ihrem Makro-Nähkästchen geplaudert:
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Mit LiveView kann der Monitor an der Spiegelreflex zum millimetergenauen manuellen Scharfstellen genutzt werden. Dabei hilft das, was unter dem Begriff “digitales Zoom” längst als unbrauchbarer Marketingluftballon verschrien, am Display aber Gold wert ist. Wir zeigen zwei Beispiele.

LiveView-Fokussierung, Fokus sitzt im Kreis des R

LiveView-Scharfstellung: Fokus sitzt hinter dem Vertikalbalken des E

Vergrösserter Ausschnitt: Schärfe via LiveView auf die entfernte Seite des Bogens im R gesetzt.

LiveView-Makro: Das Setup für den Relay-Shot. 300mm Kleinbild, 50cm Distanz

LiveView: Erste Stufe Ausschnitt-Vergrösserung.

Scharfstellen innherhalb des Kringels vom R: LiveView, zweithöchstes Digitales Zoom am Monitor.
Vexierbild: Fokus-Verschiebung innerhalb eines Zentimeters – mit Stativ und LiveView kein Problem. (alle Bilder © P. Sennhauser / fokussiert.com)
Wie, um alles in der Welt, stellt man exakt scharf, denn das Motiv winzig klein ist, mit dem 200er Objektiv eine Nahaufnahme gelingen soll und die Schärfentiefe dabei ein paar Millimeter umfasst? Früher hiess die Antwort “Mit Adlerblick und ruhiger Hand”. Heute könnte sie heissen “Mit LiveView und einem Stativ”:
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Wenn die Straße senkrecht aufwärts führt und der Grabstein einen Briefkasten hat, dann ist der Frankfurter Fotograf Frank Kunert am Werk gewesen. “Verkehrte Welt” heißt sein neuer Bildband.

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Frank Kunert: Aufwärts!
Frank Kunert arbeitet an “Fotografien kleiner Welten”, wie er auf seinen Webseiten schreibt. Das meint er ganz wörtlich: Die “kleinen Welten” baut er in mühevoller Kleinarbeit im Studio zusammen, bevor er sie fotografiert.
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Junge Foto-Profis, Kinder und Jugendliche bekommen in Viernheim zwischen Heidelberg und Mannheim gemeinsame Ausstellungsmöglichkeiten: Dort gibt es das “Europäische Fotozentrum für junge Fotografie”. Ab heute stellt Markus J. Feger seine Bilder vor: “Allegorien des Verblassens”.

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Markus J. Feger – aus: Allegorien des Verblassens
Markus J. Fegers Fotografien wirken seltsam abwesend und unwirklich, so das Zentrum für junge Fotografie: Seine fotografierten Darsteller hat man alle schon einmal irgendwo gesehen. Dennoch blieben sie in ihrer Künstlichkeit eigenartig fremd: Schwellenwesen, deren Identität in einem Dazwischen zu verblassen scheint.
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Ein Postkartenbild im besten Sinne: Ein Spiegelsee mit Vordergrund, Mitte und Hintergrund. Mehr Himmel und grösserer Kontrastumfang könnten die Wirkung verstärken.

Stephan Wüthrich: Horseshoe Lake, Canada
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Stephan Wüthrich ). – Sony DSC-F828 – 1/200s – f/8 – ISO64 – 7.1mm (28mm)
Kommentar des Fotografen:
Horseshoe Lake, Jasper NP, Alberta, Canada. Das Bilde finde ich deshalb so spannend, weil ich etwas rechts von der Mitte einen Indianerkopf entdeckt habe (die Felsen, die ins Wasser reichen – inklusive Spiegelung!)
Peter Sennhauser meint zum Bild von Stephan Wüthrich :
Den “Indianerkopf” finde ich nicht als solchen wichtig – aber dass die Felsformation im Zentrum und am rechten Rand dem Bild die nötige Tiefe verleiht, ist unbestreitbar:
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Auf Nobel Faces, einem Blog der deutschen Science Blogs, präsentiert der Fotograf Peter Badge seine Aufnahmen von Nobelpreisträgern.

30 Nobelpreisträger
30 erste Fotos von Nobelpreisträgern (sagt Burda, dabei wurden wohl die Gemälde etc. hinter den lebenden Personen mitgezählt?) von Peter Badge auf Scienceblogs.de (Bilder: Peter Badge)
Models und Popsängerinnen fotografiert jeder. Doch wie sehen eigentlch Nobelpreisträger aus? Diese Frage stellte sich der 1974 in Hamburg geborene Fotograf Peter Badge – und knöpfte sich praktisch alle lebenden Nobelpreisträger vor:
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Nächtliche Langzeitaufnahmen könnten häufig einen Aufhellblitz – meist auf dem Vordergrund-Objekt – vertragen. Alternative wäre die Lightbrush-Technik.

Oliver Raupach
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Oliver Raupach). – Canon EOS 350D – 25s – f/13 – ISO100 – 18mm (27mm)
Kommentar des Fotografen:
Das Bild ist eine nächtliche Langzeitaufnahme und zeigt das Trojanische Pferd vor der Antikensammlung in München. Belichtungsdaten siehe EXIF. Das Bild ist als Teil einer Belichtungsreihe entstanden – hier plus 2/3.
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Oliver Raupach:
Dieses Foto hätte sehr von einer etwas anderen Perspektive, einem grösseren Weitwinkel und einem Blitz, der das Holzpferd aufhellt, profitiert.
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Die Berliner Akademie der Künste widmet sich mit einem umfangreichen Programm dem künstlerischen Erbe der 68er-Bewegung. Titel: Kunst und Revolte. Darunter eine Ausstellung mit den prägenden Fotografien von Michael Ruetz aus dieser bewegten Zeit.

Ruedi Dutschke
Rede von Rudi Dutschke, 1967. Im Audimax der Berliner FU auf einer Veranstaltung zur Vorbereitung des Internationalen Protesttags gegen den US-Krieg in Vietnam. Berlin, 20. Oktober 1967.
Wie kaum ein anderer Künstler hat Michael Ruetz das Bild der Protestbewegung von 1968 geprägt. Viele seiner Fotografien sind Teil des visuellen Gedächtnisses geworden. Dabei ist Ruetz weit mehr als nur Berichterstatter dieser Zeit.
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