Michael Kenna, Langzeitbelichtung:
Angesammelte Zeit

Der Brite Michael Kenna fotografiert Landschaften oft nachts mit stundenlangen Belichtungszeiten. In einer hektischen Welt, meint er, ist es ein Luxus, die Sterne über den Himmel wandern zu sehen.

Michael Kenna: Fifth Avenue, New York, USA, 2000

Michael Kenna: Fifth Avenue, New York, USA, 2000

“Cumulative Time” – angesammelte Zeit: Der Titel Michael Kennas derzeitigen Ausstellung in London ist in durchaus wörtlich zu nehmen. Kenna sucht den meditativen Blick auf die Welt, und will uns in seinen Bildern eine Kombination aus Frieden, Harmonie und Balance vorführen.

Für Michael Kenna ist der Vorgang des Fotografierens selbst wichtiger als das Bild.

Darüber sagt er:

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Hofhund Atlas:
Typischer Motivkonflikt

Ein tolles Motiv darf nicht zum schnellen Auslösen verführen. Zwei tolle Motive noch viel weniger: Entscheidung ist gefragt und der Mut, die Szenerie zu bearbeiten und vielleicht etwas wegzulassen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Ronnie Vetsch).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Ronnie Vetsch).

Kommentar des Fotografen:

Hofhund im Haute-Sâone-Gebiet, 2003. Über ihm die Last des Lebens. Wie lange zum Crash?

Peter Sennhauser meint zum Bild von Ronnie Vetsch:

Ich habe den Hund nicht gesehen. Wirklich nicht. Erst die Bildlegende hat mich drauf gebracht, dass in dieser Aufnahme eines äusserst fotogenen Stapels alter Gegenstände noch eine zusätzliche Pointe sitzt.

Das ist das Problem dieses Bildes – der Zielkonflikt, den Douglas auch schon bei der Architekturfotografie identifiziert hat:

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24 Stunden:
Mensch Meier

Oslo, Norwegen; Athen, Griechenland; Berlin, Deutschland; Mekka, Saudi-Arabien; Duisburg, Deutschland. Klick für Vollansicht. (Fotos Keystone)

Oslo, Norwegen; Athen, Griechenland; Berlin, Deutschland; Mekka, Saudi-Arabien; Duisburg, Deutschland. Klick für Vollansicht. (Fotos Keystone)

Nur Köpfe in den Agenturbildern heute. Ich habe mich deshalb für ein paar Menschenbilder entschieden.

In der Rubrik “24 Stunden” veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

Spiegelsee:
Gib mir eine Mitte

Landschaftsaufnahmen sind prädestiniert für Weitwinkelobjektive. Die sorgen für Weite, aber nicht für Tiefe: Darum muss sich der Fotograf mit der Komposition und entsprechender Schichtung selber kümmern.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Yves Dulex).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Yves Dulex).

Kommentar des Fotografen:

Auf der Fahrt von Zürich nach Murmansk (3000km) fuhren wir plötzlich in Finnland an diesem spiegelglatten See vorbei. Nach einem abrupten Bremsmanöver hielt ich den faszinierenden Anblick mit zwei Fotos fest und erstellte in CS3 dann ein Panorama. Ich habe das Bild unzählige Male betrachtet und mittlerweile auch auf Leinwand aufgehängt, doch frage mich immer, wie dies ein Profi festgehalten hätte.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Yves Dulex:

Auf den ersten Blick ist das eine wundervolle Landschaftsaufnahme mit einer schönen Gewichtung nach links. Ich will Dir die Freude an dem Bild keinesfalls vergällen. Allerdings wirkt die Aufnahme in der kleinen Vorschau unseres Auswahl-Tools deutlich besser als in der Vollansicht, wogegen sie in wandfüllendem Grossformat ebenfalls wieder ganz neue Qualität erreichen dürfte. Zweifellos ein gelungenes Panorama – und trotzdem fehlt mir bei genauerer Betrachtung einiges, das es hätte grossartig machen können:

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24 Stunden:
Menschen, Rechte, Pilger

Aufruhr in Griechenland im Symbol; Menschenrechte in China und Mieterrechte in Deutschland, Pilgerfahrt der Moslems.

In der Rubrik “24 Stunden” veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

Nikon Coolpix P6000 GPS im Test:
Tausendsassa mit Macken

Nikons Coolpix P6000 soll gegen Canons G9/G10 antreten: In der Klasse der gehobenen Kompaktkameras mit RAW-Format fällt die Nikon durch das eingebaute GPS auf. Nicht nur positiv.

Nikon Coolpix P6000: Kompakte mit GPS (© ps)

Nikon Coolpix P6000: Kompakte mit GPS (© ps)

Endlich! GPS in der Kamera: Geotagging ist inzwischen bei vielen Fotofreunden eine Selbstverständlichkeit. Wenn wir schon ins Bild schreiben können, wo es aufgenommen worden ist, dann möchten wir das natürlich nicht mühsam am PC, sondern am liebsten direkt automatisch in der Kamera tun.

Nikons Kompakte Coolpix P6000 ist eine der ersten Kameras, die das dank eingebautem GPS-Empfänger von Haus aus kann. Ausserdem erfüllt die P6000 weitere Wünsche des anspruchsvollen Fotografen oder gar SLR-Sesitzers an eine Immer-Dabei-Kamera: Sie kann im RAW-Format aufnehmen, was die Optionen für die Bildbearbeitung massiv erweitert, sie hat einen Blitzschuh und einen Sucher und als besonderes Schmankerl einen Netzwerkanschluss und eine Software, mit der man Bilder direkt ins Internet hochladen können soll. Und was bringt das alles?

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Touristenmief:
Das Detail macht die Aussage

Wer mit einer Fotografie eine starke Aussage machen will, tut gut daran, den Betrachter leisen Selbstzweifeln zu überlassen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Pascal Reis).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Pascal Reis).


Kommentar des Fotografen:

Ich habe mich gefragt, wie man etwas fotografiert, das schon millionenmal fotografiert worden ist. Heraus gekommen ist diese traurige Szene: Touristen sitzen auch in den Ferien, wie zu Hause am Fernseher, vor diesem mystischen Gebilde und betrachten den Sonnenuntergang beim Essen und einer Dose Bier. Der schwarze Rahmen und das 16:9 Format soll den Fernseheindruck noch verstärken.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Pascal Reis:

Im Rahmen der gesellschaftskritischen Reportagefotografie – derzeit sehr en vogue – finde ich deine Aufnahme bemerkenswert. Von den technischen Mängeln (siehe unten) mal abgesehen, würde sie wohl in ein Australien-Projekt von Alec Soth passen. In Deinem Fall gibts aber noch einen Bonus, weil die Aufnahme nicht gestellt ist und eine äusserst einfache Aussage fotografisch überzeugend rüberbringt: Die Majestät des in der Sonne glühenden Ayers Rock und die Erbärmlichkeit eines Tourismus, der sie buchstäblich “konsumiert”.

Trotz dieser “Faust-aufs-Auge”-Aussage ist das Bild nämlich alles andere als platt. Es gibt seine Geschichte nicht auf den ersten Blick preis und lässt uns stocken und zweifeln – um uns dann erst mit einem Detail im Urteil zu bestätigen:

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Blumenbild:
Grundregeln brechen

Warum nicht mal die normalen Regeln der Fotografie brechen, wenn dabei ein interessantes Bild entstehen kann?

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jürgen Toth).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jürgen Toth).

Kommentar des Fotografen:

Einfaches Bild aufgenommen im Sommer in einem Garten voller Portulaca-Blumen.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Jürgen Toth:

Die meisten besten Beispiele der Blumenfotografie sind durch die Nutzung von diffusem Licht entstanden. Das hält die Farben weich und schön satt, ohne zu Schlagschatten oder eine Überbelichtung zu erzeugen.

Entgegen dieser Regel wurde dieses Foto an einem sonnigen Tag aufgenommen.

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24 Stunden:
Menschen, Emotionen

Thessaloniki, Griechenland; Brasilia, Brasilien; Chicago, USA; Mumbai, Indien. Klick für Vollansicht (Bilder Keystone)

Thessaloniki, Griechenland; Brasilia, Brasilien; Chicago, USA; Mumbai, Indien. Klick für Vollansicht (Bilder Keystone)

Menschliche Aktionen, Zusammen “-rottungen”, Ängste und Verzweiflung – in der Pressefotografie auf verschiedenste Art darstellbar.

In der Rubrik “24 Stunden” veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

Schärfentiefe:
Grundlagen beachten

Bevor du im Bestreben, dich mit deiner Kamera auszudrücken, zu kreativ wirst, konzentriere dich auf die fotografischen Grundlagen. Das hilft dir dabei, deine Vision besser auszudrücken.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Edwin Wipfli).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Edwin Wipfli).

Kommentar des Fotografen:

Ich wollte hier nicht einfach die Blüten und Zweige ablichten, sondern durch die verschiedenen Schärfen eine Art 3D-Effekt erreichen und so mehr auf Ästhetik als auf die pure Ablichtung der Pflanze abzielen.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Edwin Wipfli:

Es ist selbstverständlich, dass jeder Fotograf seine eigenen Präferenzen hat, was die Wahl des Motivs und der Beleuchtung angeht. Die meisten erfahrenen Fotografen können aber je nach Bedarf eine banale, bezüglich der Beleuchtung nicht gerade aufregende Szene, in ein visuell beeindruckendes Foto verwandeln. Pressefotografen werden am häufigsten mit solchen Herausforderungen konfrontiert:

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