24 Stunden:
Schatten, Strukturen, Menschen

Sao Paulo, Brasilien; Cali, Kolumbien; Hinterkappelen, Schweiz; Bukarest, Rumänien. (Keystone)

Sao Paulo, Brasilien; Cali, Kolumbien; Hinterkappelen, Schweiz; Bukarest, Rumänien. (Keystone)

Menschen inmitten von Linien und Strukturierten Flächen: Funktioniert mit Architektur, Strasse, aber auch Sport und sogar Hochzeit.

In der Rubrik “24 Stunden” veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

Masao Yamamoto:
Die Gegenwart fließt

Konzentrierte Schlichtheit ist eines der Dinge, die wir von japanischen Fotografen lernen können. Masao Yamamotos Bilder sind wunderbare Beispiele dafür.

Masao Yamamoto: #1530 aus der Serie Kawa

Masao Yamamoto: #1530 aus der Serie Kawa

Masao Yamamotos Fotoarbeiten soll wir nicht als Abbilder wirklicher Landschaften betrachten, sondern als Seelenlandschaften. “Kawa = Flow” heißt die Ausstellung, die die Berliner Galerie la-condition-japonaise bis 2. November zeigt. Die Gegenwart fließt, soll das ungefähr heißen – und die Zukunft kommt uns entgegen.

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24 Stunden:
Flüchtlingsleben

Katcha Garhi-Flüchtlingslager bei Peshawar, Pakistan. (Keystone / AP / Emilio Morenatti)

Katcha Garhi-Flüchtlingslager bei Peshawar, Pakistan. (Keystone / AP / Emilio Morenatti)

Ich machs mir heute sehr einfach: Emilio Morenatti ist mir mehrfach durch seine Reportagen aus Afghanistan aufgefallen – und heute habe ich in den Agenturbildern sofort seine Serie aus den Flüchtlingslagern in Pakistan gesehen. Sie ist deshalb ergreifend, weil sie zeigt, dass auch im Zeltlager der Flüchtlinge nicht alle Köpfe hängen, Kinder Spass haben, das Leben weitergeht. Und das eingefangen mit langer Brennweite und grosser Blende, mit tollen Lichteffekten und Kompositionen.

In der Rubrik “24 Stunden” veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

Stacheldraht:
Hyperperfekt und unvollkommen

Die Digitalisierung hat der Fotografie große Veränderungen beschert. Einer der negativen Auswirkungen ist eine übertriebene Perfektion und Leblosigkeit der Bilder.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Gregor Holzner).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Gregor Holzner).

Kommentar des Fotografen:

Soll düster, beklemmend wirken

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von GreGor Holzner:

Während der letzten Jahre hat die digitale Technologie einen großen Einfluss auf die Fotografie ausgeübt. Für uns alle, die mit dem Verwenden von Film begannen, ist einer der größten Neuerungen die Beschaffenheit und Tiefe, die man mit Digitalkameras im Vergleich zu Fotofilmkameras erreichen kann. Dieses Foto ist ein gutes Beispiel:

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24 Stunden:
Auf Distanz

Kirgistan; Sarai, Aserbaidschan; Kabul, Afghanistan; Berlin, Deutschland. (Bilder Keystone)

Kirgistan; Sarai, Aserbaidschan; Kabul, Afghanistan; Berlin, Deutschland. (Bilder Keystone)

Nicht nah genug dran? Nicht jede Fotografie lebt von der Nähe. Weitwinkel oder Kompositionen mit viel Raum haben einen besonderen Reiz.

In der Rubrik “24 Stunden” veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

Richard Avedon:
Diese rätselhafte Sache Fotografie

Am Anfang fotografierte Richard Avedon Porträts für Dienstausweise der amerikanischen Marine während des Zweiten Weltkriegs. Zu einer seiner letzten Arbeiten kurz vor seinem Tod 2004 gehört ein Bildnis Barack Obamas, noch Senator in Illinois. Das ganze, 60 Jahre umfassende Werk zeigt die große Retrospektive im Berliner Martin-Gropius-Bau.

Charles Chaplin leaving America, New York, September 13, 1952 Photograph Richard Avedon © 2008 The Richard Avedon Foundation

Charles Chaplin leaving America, New York, September 13, 1952 Photograph Richard Avedon © 2008 The Richard Avedon Foundation

Der New Yorker Richard Avedon, der die Modefotografie in den Vierzigerjahren verändert hat, konnte seinen Starstatus über viele Jahrzehnte bewahren. Die Berliner Ausstellung ist die erste Retrospektive des amerikanischen Starfotografen in Deutschland. Zu sehen sind zahlreiche seiner wichtigsten Aufnahmen: Das Bild des Models Dovima zwischen Elefanten auf Sägemehl und Heu (1948), das berühmte Gruppenporträt „Andy Warhol and Members of the Factory“ (1969) oder das Foto von Charlie Chaplin, der zum Abschied aus den USA der McCarthy-Ära die Hände als Teufelshörner an die Stirn legt.

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Motorrad:
Perspektiven-Witz

Bildaussagen lassen sich verstärken, indem nur jene Elemente ins Foto eingeschlossen werden, die eine Ergänzung zum Hauptobjekt und zur Komposition darstellen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Christof Baumgartner).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Christof Baumgartner).

Kommentar des Fotografen:

Triumph Bonneville in meinem Garten, aufgenommen mit Sony a200 Einstellung AUTO

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Christof Baumgartner:

Als ich das Foto sah, musste ich zuerst ein bisschen lachen. So, wie es gerahmt ist, und wir durch die Blätter lugen müssen, erweckt es den Eindruck der Perspektive eines Motorraddiebes, der grade seine künftige Beute ausspäht. Ich musste mich fragen, warum der Fotograf die Blätter im Bild lassen musste. Wollte er einfach einen Trick anwenden, um zu versuchen, ein ansonsten alltägliches Foto interessanter zu machen?

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24 Stunden:
Der andere Blick

Bangkok, Thailand; Peking, China; Hamburg, Deutschland; Basel, Schweiz. (Bilder Keystone)

Bangkok, Thailand; Peking, China; Hamburg, Deutschland; Basel, Schweiz. (Bilder Keystone)

Die richtige Komposition, eine ungewöhnliche Perspektive, ein überraqschender Moment oder gut eingesetzte Technik: Vier Bilder mit verschiedenen Schwerpunkten.

In der Rubrik “24 Stunden” veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

Obdachlosen-Strassenszene:
Gut präsentiert

Weil Obdachlose schon so häufig fotografiert wurden, kann es schwierig werden, mit solchen Fotos ein Publikum zu finden. Neben der richtigen Komposition kann aber auch die Präsentation Aufmerksamkeit erregen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Besim Mazhiqi).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Besim Mazhiqi).

Kommentar des Fotografen:

Das Foto ist bereits im April 2008 entstanden und zeigt eine Frau, die auf der Straße lebt. Während sie ihr Lächeln bei dem schlechten Wetter nicht verloren hat und zugleich dafür Sorge tragen muss, ihr Hab und Gut trocken zu halten, verschwinden die Gesichter der Passanten unter ihren Regenschirmen.

Um dem Bild einen zusätzlichen Reiz zu verleihen, habe ich eine Textur mit eingearbeitet, die sicherlich Geschmackssache ist, dem Foto aber gleichzeitig den “Alltagscharakter” dieser Szene nehmen soll.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Besim Mazhiqi:

Obdachlose wurden ad infinitum fotografiert, und das meist nicht besonders gut. Dieses Foto einer offenbar obdachlosen Frau ist jedoch aus einer Reihe von Gründen interessant:

Durch die ausgewogene Komposition und den niedrigen Blickwinkel wirkt das Bild sofort ansprechend: Die Froschperspektive ist besonders interessant, weil sie uns als Betrachter mit dem Objekt bildlich sowie wörtlich auf die selbe Ebene stellt. So erlaubt uns der Fotograf, die Welt aus einem ähnlichen Winkel zu sehen wie die Frau.

Indem er die Umgebung vorteilhaft nutzte, leitet uns der Fotograf direkt zum Hauptobjekt. Fast jedes Objekt im Bild, von den Gebäuden und dem Fußweg über den hellen Himmel im Hintergrund bis hin zu den Kartons und Tüten im Vordergrund, führen unseren Blick genau zum lächelnden Gesicht der Frau, das den wichtigsten Aspekt in diesem Foto darstellt.

Sehr häufig verfallen Fotografen beim Fotografieren Obdachloser oder benachteiligten Menschen unserer Gesellschaft in die Klischees von Sorgenfalten und runzliger Stirn zurück. Hier hat der Fotograf das Objekt erfolgreich nicht als klischeehafte Karikatur dargestellt, sondern als ein Individuum, ohne dass wir Mitleid oder Nostalgie empfinden müssen.

Während all diese Dinge sich zu einem ordentlichen Foto addieren, ist in meinen Augen erst die Art der Präsentation das i-Tüpfelchen. Die Bildecken sehen aus, als wären sie abgenutzt, die Bildoberfläche wurde mit Kratzern versehen, und der Fotograf hat die Farben so manipuliert, dass sie aussehen, als wäre das Foto Wind und Wetter ausgesetzt gewesen.

Dies ist sehr effektiv, denn es ist eine direkte Referenz zu den Lebensbedingungen der Frau.

Ich denke, das Foto könnte dennoch an Stärke gewinnen, wenn nicht ein Passant aus der Schulter Frau herausragen, und die Schrift auf der Tüte nicht da wäre und uns vom Objekt ablenken würde. Beides hätte leicht vermieden oder entfernt werden können – entweder bei der Aufnahme oder später in der Dunkelkammer.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
Mehr über die Profi-Bildkritik erfahren / Eigene Bilder zur Kritik einreichen.

24 Stunden:
Herbst

Berlin, Deutschland; Rosenheim, Deutschland; Troy, Ohio, USA; Albany, New York, USA. (Bilder Keystone)

Berlin, Deutschland; Rosenheim, Deutschland; Troy, Ohio, USA; Albany, New York, USA. (Bilder Keystone)

Herbstliche Farben und Formen und Schattenrisse, die Themen Ernte und Abschluss: Beliebte Motive für Fotografen.

In der Rubrik “24 Stunden” veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.