Irische Drachenburg:
Warum Schwarz/Weiss?

Schwarz-Weiss Bilder sind nicht einfach Fotografien ohne Farbe: Das Künstler-Format muss sich ein Motiv zuerst verdienen.

Tobias Schmidt

Tobias Schmidt


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Tobias Schmidt). – Nikon D200 – 1/100s – f/10 – ISO 100 – 17mm (25mm)

Kommentar des Fotografen:

Aufgenommen habe ich das Bild auf einer Wanderung im Nordwesten der Halbinsel Dingle in Irland (GPS-Koordinaten im EXIF Profil). Die schroffe Landschaft und das raue Wetter dort haben eine wunderbare Faszination auf mich ausgeübt. Oben im Bild auf dem Berg sieht man die Überreste einer Ruine. In den Felsen im Vordergrund sehe ich ganz klar eine Drachenklaue.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Tobias Schmidt:

Stimmt: Da ist eine Drachenklaue zu erkennen. Allerdings, und das finde ich schade, erst, wenn ich Deinen Hinweis lese, Tobias. Eigentlich aber wäre es Deine Aufgabe als Fotograf, mich mit kompositorischen und gestalterischen Mitteln zur Klaue hinzuführen – jedenfalls, wenn sie Dein Hauptmotiv war. Das ist der Auftakt zu einer Reihe von Einwänden zu einem an sich ansprechenden Bild:

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Panasonic DMC-LX3:
Lichtstarke Taschenkamera

Die neue Panasonic DMC-LX3 hat das Zeug zur Zweitkamera für DSLR-Fotografen. Sie gehört damit in eine kleine Auswahl von “Bridge”-Kameras, die RAW-Dateien beherrschen und den Einsatz von Filtern und anderem Zubehör erlauben.

Panasonic DMC-LX3

Panasonic DMC-LX3


Panasonic DMC-LX3 mit Zubehör (Bild: Panasonic)

Ein ernsthafter Fotograf hat immer mindestens zwei Freundinnen Kameras: Die ideale, die aber wegen ihres Wertes und ihrer Unhandlichkeit nicht überall hin mitgenommen werden kann – und die kleine, die man für unerwartete Gelegenheiten immer dabei hat, auch wenn sie wohl nicht die Vorlage für den doppelseitigen Aufmacher des Fotobuches liefern wird.

Die erste ist die DSLR, die man auf offiziellen Terminen zeigt und im Studio benutzt, die zweite die kleine Kompakte, die mancher schamhaft versteckt, doch mitunter am Ende mit ihr mehr Fotos schießt als mit der “richtigen” Kamera.

Bei mir ist die “kleine” seit Ende 2006 die Panasonic Lumix DMC-LX2. Nun ist ihr Nachfolger angekündigt. Was macht Panasonic bei der Lumix DMC-LX3 noch besser?

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24 Stunden:
Sturmchaos und Geometrie

24 Stunden

24 Stunden


Brownsville, Texas; Tongren-County, China; Frankfurt/Main, Deutschland; Peking, China. -> Bildgalerie (Bilder Keystone)

Hurrikan Dolly sorgt in Brownsville, Texas, zusammen mit Gregoria Lopez und einer Aufnahme mit wenig Licht und langer Brennweite für ein stimmungsvolles Entdeckungs-Bild; tibetanische Tänzer und chinesische Ordnungskräfte bieten geometrische Formen mit menschlichen Details, und ein Anzeigebord in Frankfurt tut in einem Sekundenbruchteil das genaue Gegenteil dessen, wofür es bestimmt ist. Ausführliche Legenden nach Klick aufs Bild.

In der Rubrik “24 Stunden” veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

 

Rinder:
Bergidylle von unten

Tierfotos gelingen häufig besser, wenn man sich mit der Kamera auf Augenhöhe mit dem “Modell” begibt. Abgeschnittene oder eigenartig in der Luft hängende Körperteile stören aber auch hier.

Matthias Glatthaar

Matthias Glatthaar


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Matthias Glatthaar). – Sony CYbershot- 1/400s – ISO 100 – f/8

Kommentar des Fotografen:

Das Foto entstand während einer Wanderung im Prättigau (Graubünden) mit einer sehr alten Kompaktkamera. Obwohl es sich um einen Schnappschuss handelt, finde ich die Bildkomposition recht gelungen. Ausserdem gefällt mir die Intensität, welche von den von unten fotografierten Kühen ausgeht.

Profi Robert B. Fishman meint zum Bild von Matthias Glatthaar:

Da schließe ich mich dem Fotografen gerne an. Das Bild beeindruckt mich durch seine Intensität. Die Kühe sind dank der gewählten leichten Untersicht sehr präsent im Bild:

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Objektive für Portraitaufnahmen:
Bitte keine Knollennasen!

Welche Objektive sind für Portraits geeignet – und welche garantiert nicht? Ein paar Beispiele aus der Praxis.

Portrait 1

Portrait 1


Aufgenommen wurde dieses Bild mit einer Studioblitzanlage und dem ZUIKO DIGITAL ED 35-100 mm 1:2,0 (Bild: W. D. Roth)

Makroobjektive mit längeren Brennweiten werden ebenso wie gemäßigte Teleobjetive oft in der Porträtfotografie eingesetzt, weil sie Beleuchtungsprobleme bei kurzen Aufnahmeabständen abmildern. Die geringere Schärfentiefe der langen Brennweiten spielt hier keine Rolle, da die Kamera bei kurzen Brennweiten für den gleichen Abbildungsmaßstab wieder näher an das zu fotografierende Objekt gerückt werden muss – das Ergebnis ist dasselbe.

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24 Stunden:
Tierische Stars

Tiere als Stars

Tiere als Stars


Mabelvale, Arkansas; Tokia, Japan; Athen, Griechenland; Hannover, Deutschland. -> Bildgalerie (Bilder Keystone)

Tierbilder gehören zu den beliebtesten Sommerloch-Füllern in den Zeitungen – und die Agenturen liefern fleissig. In vielen Fällen handelt es sich um einfache Themenbilder zu Features wie “Wetter”. Hier eine Auswahl etwas anders gelagerter Tier-Stars.

In der Rubrik “24 Stunden” veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

Ansichtskarten in Essen:
Das Medium vor der MMS

Ansichtskarten – gibt’s das noch? Urlaubsgrüße werden inzwischen eher per MMS verschickt. Aber vor 100 Jahren, da war die Postkarte das Medium der Zeit – wie uns das Essener Folkwang-Museum zeigt.


Ein Wagen voller Surrealisten: Max Morise, Max Ernst, Simone Breton, Paul Éluard, Joseph Delteil, Gala Éluard, Robert Desnos und André Breton auf einem Jahrmarkt, ca. 1923
Unbekannter Studiofotograf, Frankreich, © Sammlung Marc und Sylvie Sator

Ab etwa 1900 wurde die Ansichtskarte gewaltig populär. Unter dem Sammelbegriff “Fantasie-Postkarten” wurden neben Stadt- und Landschaftsansichten mehr und mehr unterhaltsame Bilder aufgelegt: Glückwunsch- oder 1. April-Karten, Sprichwörter, imaginäre, komische oder auch erotische Szenen.

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Elefantenporträt:
Zu unentschieden

Auch Tierporträts verlangen das Einfangen des Wesens eines Modells. Eine wichtige Rolle spielt dabei jedenfalls das “Gesicht” – und vor allem der Blick, sprich die Augen.

Sebastian Veith

Sebastian Veith


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sebastian Veith). – Leica V-LUX 1 – 1/640s – f/8 – ISO 100 – 88.8mm (420mm)

Kommentar des Fotografen:

Ein Portrait eines Elefantenbullen in freier Wildbahn. Sollte die Mächtigkeit des Tiers zum Ausdruck bringen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Sebastian Veith:

Dieses Bild beeindruckt vor allem durch die Nähe zum abgebildeten Elefanten (der mit dem 420mm-äquivalent herangezoomt wurde). Der Dickhäuter scheint den Fotografen schon fast mit dem Rüssel zu berühren. Nur leider sehen wir das nicht:

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24 Stunden:
Das Leben der anderen

24 Stunden Pressebilder

24 Stunden Pressebilder


Gaza, Israel; Peking, China; Alexandria, Virginia; Torregaveta, Italien. -> Bildgalerie (Bilder Keystone)

In der Rubrik “24 Stunden” veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

Pflanze am Strassenrand:
Mehr Objekt-Kontrast

Wenn Alltägliches in einer Fotografie herausgehoben werden soll, muss es entweder isoliert oder in einen brutalen Kontrast zur Umgebung gesetzt werden. Und das gilt nicht nur im Sinne von Licht und Farbe.

Alexander Gruel

Alexander Gruel


Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Alexander Gruel). – Leider keine Exif-Daten vorhanden

Kommentar des Fotografen:

Ein “gestalteter Schnappschuss” auf meinem Heimweg von der Uni – ein einsames Pflänzchen das aus einem ganzen Gebüsch frech in den Weg hinauswächst und dort auch schon einer ganzen Weile täglich vorbeiströmenden Horden an Studenten und Anwohnern trotzt.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Alexander Gruel:

Ich denke, die Absicht des Fotografen hier war, die Verlorenheit einer einsamen Pflanze zu zeigen, die von einer Beton- und Metallwüste umgeben ist. Während wir als Betrachter das zwar sehen, glaube ich nicht, dass der Effekt, die Komposition, aussagekräftig genug ist, um einen bedeutungsvollen Eindruck zu hinterlassen.

Was hätten wir als Fotografen tun können, um das Bild visuell stärker zu machen, sodass es eine kraftvollere Botschaft sendet?

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