Mondfotografie III/II:
Eine Sache von Minuten

Wer den Vollmond hinter markanten Motiven ablichten will, hat zunächst ein paar Astronomie-Lektionen und einige Arbeit mit Landkarten und Winkelmessern vor sich. Vor Ort hilft der Kompass – und rasche Entscheidungen.

Vollmond ueber San Francisco
Einigermassen geglückt: Meine erste Vollmond-Fotografie auf Basis von Astronomie-Daten- und Landkarten-Studium. Der Standort war nicht ideal gewählt, aber das Zusammenspiel von aus dem Nebel auftauchendem Mond und Sonnenspiegelungen in Kuppeldach und Fensterscheiben bietet einen gewissen Reiz. ISO 320, f/8, 210/315mm, 1/125s (© PS)

Eigentlich sollte die “Mondfotografie” ja eine zweitelige Serie werden. Aber nachdem ich gestern Abend die Probe aufs Exempel gemacht habe, bin ich wohl einen Erfahrungsbericht schuldig.

Alles in allem: Das Hantieren mit Winkelmesser, Zeichendreieck und Bleistift auf einem alten Busfahrplan hat sich bezahlt gemacht. Ich wusste genau ungefähr, wo der Mond hinter der Rathauskuppel und dem neuen Wolkenkratzer in San Franciscos Skyline aufgehen würde. Der Rest war: Laufen, spähen und rasch entscheiden. Ein paar Bilder sind ganz passabel geworden:

» weiterlesen

Jungbäuerinnen:
Kalender-Fotografie hat Zukunft

Erinnert sich noch wer an die “Lederhosenfilme” der 70er? Erotik im pieksenden Stroh ist noch immer eine Marktlücke. Und die Fotografie der Kalender junger Bauern sogar preisverdächtig.

lo 36 archiv10486 75267
Gefährliches Picknick: Der Mähdrescher wendet gerade zur zweiten Runde… (Bild: Österreichische Jungbauernschaft)

Es gibt so einige “Klassiker”, Fotokalender, die eher im Spind und in der Autowerkstatt hängen als im Wohnzimmer. Der legendäre Pirelli-Fotokalender ist so ein Kultobjekt – und seit dem Jahr 2001 auch der “Jungbauernkalender” – der eigentlich eher ein Jungbäuerinnenkalender ist, die Jungbauern kamen erst 2002 dazu.

Gedacht war er ansich einst, um junge Männer für den Beruf des Landwirts zu animieren begeistern. Selbstverständlich unter falschen Versprechungen – denn auf den Bauernhöfen räkeln sich keineswegs Blondinen und warten auf ihren Bauern.

Vielmehr ist es für die Landwirte umgekehrt sehr schwer, heute noch eine Frau auf den Hof zu locken, wo die doch lieber einen Porsche als einen Fendt in der Garage sehen will, obwohl der doch größer ist und viel mehr PS hat.

» weiterlesen

Canon-Workshop mit Starfotograf Guido Karp

Ende November können interessierte Fotografen kostenlos bei Canon in Düsseldorf an der EOS-Discovery-Tour 2007 teinehmen – so sie Flash 9.0 auf ihem Rechner installiert haben.

Canon EOS Discovery 2
Canon EOS-Discovery-Tour: Hell erleuchtete Bühne! (Bild Canon)

Er hat schon Pop- und Rockmusiker wie Robbie Williams, Tina Turner oder auch Phil Collins porträtiert: Der in der Eifel geborene Fotograf Guido Karp (Linkwarnung: Laute Musik!). Am 30. November und 1. Dezember präsentiert er auf der Rheinterasse in Düsseldorf sicherlich auch eine lautstarke, doch vor allem lichtstarke Bühnenshow: Mit seiner Hilfe will Canon nämlich die aktuellen Kameras präsentieren.

EOS 40D, EOS-1D Mark III und EOS-1Ds Mark III sowie aktuelles Zubehör sind dabei die Stars auf der Bühne, praktische Fototipps machen das Programm auch für den interessant, der eine Kamera einer anderen Marke besitzt. Insgesamt 90 Minuten soll die Veranstaltung dauern, zu der man kostenlos, jedoch nur nach Voranmeldung Zutritt erhält.

» weiterlesen

Troy Paiva – Lost America:
Die Magie der Dunkelheit

“Lost America” zeigt anhand gelungener Nachtfotografie, dass in der Dunkelheit manchmal die besten Motive warten.

Lost America NAchtfotografie

Nachtfotografie ist ein bekanntes und normalerweise relativ beschränktes Feld. Fast jeder hat schon einmal in der Dunkelheit vorbeifahrende Autos fotografiert und sich über die Lichtkegel gefreut, die die Rücklichter hinter sich herziehen. Auch hat sich jeder halbwegs ambitionierte Fotograf auch schon einmal am Sternenhimmel oder Mond versucht und so die “klassischen” Nachtszenen irgendwie auf einer Fotografie verewigt. Meist beschränken sich unsere nächtlichen Fotografieversuche aber auch auf diese altbekannten Motive – Weitergehendes bleibt uns oft verborgen.

» weiterlesen

Mondfotografie II/II:
…und kehrt von da zurück

Den Mond zu fotografieren (morgen ist Vollmond), ist keine grosse Kunst. Aber reine Mond-Bilder sind langweilig. Es sei denn, man arrangiert den Trabanten mit einem anderen Motiv. Das wiederum macht die Sache kompliziert.

Mond Fotografie
Zufallstreffer: Mond-Fotografie in Downtown San Francisco. August 2007 (© PS)

«Mein Fräulein! Sein Sie munter,
Das ist ein altes Stück;
Hier vorne geht sie unter
Und kehrt von hinten zurück.”

Heinrich Heine hatte Recht: Die Sonne ist unspektakulär zuverlässig. Sie erscheint jeden Tag “voll” und fast zur gleichen Zeit am fast gleichen Ort wie am Vortag. Der Mond hingegen ist ein unpünktlicher, torkelnder Geselle. Und das erschwert dem Fotografen die Arbeit.

Die besteht nicht so sehr in den technischen Einstellungen. Wir haben im ersten Posting zur Mond-Fotografie behauptet, eine lange Brennweite, manuelle Einstellmöglichkeiten der Kamera und die sonnig f/16-Regel reichten für gute Mondaufnahmen. Das stimmt grösstenteils. Falsch ist allerdings die Behauptung, dass die Belichtung auf den Mond von dessen Phase unabhängig erfolgen kann, weil er immer gleich hell ist (ein Halbmond steht im Seitenlicht), und die sonnig f/16-Regel ist schon laut Ansel Adams eher eine “Mond f/8 Regel”, denn seine Oberfläche ist von grauer Farbe. Aber mit wenig Experimentieren und etwas Korrektur oder Bracketing bin ich bisher mit den Werten gut gefahren.

Das bringt aber nicht viel, denn Fotos eines alleinstehenden Mondes oder gar Vollmondes am schwarzen Himmel wirken schal und zweidimensional – der Gute sieht nämlich immer genau gleich aus. Im Frontallicht der Sonne hat er noch nicht mal viel Textur zu bieten. Etwas besser sind Bilder aus einer anderen Phase, dann werfen die Krater Schatten – aber auch davon haben wir schon genug gesehen, und gegen die Nasa kommt kein Amateurfotograf an.

Das ändert sich allerdings durch die Komposition in Kombination mit einer Landschaft, einem Bauwerk oder anderer Szenerie radikal. Doch wer den Deckel von dieser Pandora-Büchse lüpft, stürzt sich in ein Abenteuer.

» weiterlesen

Best of 5000 Kilometer Deutschland

Der Berliner Fotograf Lars Borges ist 5000 Kilometer kreuz und quer durch Deutschland gefahren, auf den Spuren eines US-Reiseführers.


Lars Borges: “Germany, the best of”

Er hat rund 2500 Bilder gemacht. Daraus wird eine temporäre Ausstellung mit dem Titel «Germany, the best of». Borges nennt sie ein «freies Stimmungsbild des Landes», eine kleine Sammlung teils bizarrer, lustiger und nachdenklicher Eindrücke.

» weiterlesen

“Gute Aussichten” auf junge deutsche Fotografie

Am 26. Oktober eröffnet in Köln im “Forum für Fotografie” die Ausstellung von “gute aussichten – junge deutsche fotografie 2007/2008″.

Andrej Krementschouk, An Deinem Haus, www.guteaussichten.org

Seit 2004 gibt es den Wettbewerb für junge deutsche Fotografen. Mit der Eröffnung in Köln startet bereits die vierte Ausstellung, die aus diesem Wettbewerb hervorgeht.

Dieses Jahr hat sich die Jury für elf Gewinner(innen) und zehn Arbeiten aus 83 eingereichten entschieden.
Hier die Liste der glücklichen Ausgewählten mit einer kurzen Beschreibung, “streng alphabetisch”, wie der Veranstalter uns wissen lässt:

» weiterlesen

Robert Lyons:
Dunkelkammer ist Meditation

Der amerikanische Fotograf Robert Lyons lebt und arbeitet in Berlin und Massachusetts. In den letzten Jahren hat er viel über Afrika gearbeitet und publiziert. Sein neuestes Projekt dreht sich rund um das Holocaust-Mahnmal in Berlin. Gegenüber der digitalen Fotografie zeigt er Vorbehalte.


Robert Lyons: Another Africa

Jörg Colberg veröffentlichte in seinem Weblog Conscentious ein Gespräch mit Robert Lyons, der an der Berliner Ostkreuz-Schule für Fotografie und Gestaltung als Dozent arbeitet. Er unterhielt sich mit ihm (in englischer Sprache) über verschiedene Themen – über die Afrika-Projekte, über das Mahnmal-Projekt oder auch darüber, wie groß Foto-Prints sein sollten.

» weiterlesen

Photoshop-Bestseller jetzt für CS3

Wenn das Buch so gut ist wie das vorhergehende, dann ist es uneingeschränkt zu empfehlen: “Das Photoshop-Buch für digitale Fotografie” von Maike Jarsetz ist jetzt neu erschienen.

Jarsetz’ erstes Buch wurde zu Recht zum Bestseller: Auf verständliche Weise zeigt sie umfassende Tipps und Tricks rund um Photoshop CS2. Die zweite Ausgabe wurde jetzt auf CS3 nicht nur aktualisiert, sondern umgeschrieben, wie der Verlag Galileo Press mitteilt.

» weiterlesen

Edward Steichen:
Retrospektive in Paris

Im Jeu de Baume in Paris ist bis 30. Dezember eine Retrospektive des Fotopioniers Edward Steichen zu sehen.


Edward Steichen: Fred Astaire in Top Hat, 1927

Edward Steichen war in den Jahren 1947 bis 1962 Direktor der Fotoabteilung des New Yorker Museum of Modern Art (MoMA). Weltweilt bekannt wurde er als Kurator der vielleicht ambitioniertesten und erfolgreichsten Fotoausstellung aller Zeiten: “Family of Man”. Sie entstand in den fünfziger Jahren und besteht aus über 500 Aufnahmen von Menschen aus aller Welt. Nach den Erfahrungen der Weltkriege sollte die Ausstellung zum weltweiten Verständnis und zum Frieden beitragen. “Family of Man” ist im Schloss von Clervaux in Luxemburg als Dauerausstellung zu sehen.

Das Leben des Fotopioniers Edward Steichen liest sich wie eine Geschichte der modernen Fotografie.

» weiterlesen