Der große Eugène Atget

Der französische Fotograf Eugène Atget war einer der Wegbereiter der Moderne. Eine Retrospektive im Berliner Martin-Gropius-Bau würdigt nun sein Werk – zu sehen bis Anfang Januar 2008.


Eugène Atget: Bis Januar in Berlin zu sehen

Vor 150 Jahren wurde Eugène Atget geboren – 1857 in einem Schlüsseljahr für die moderne Kunst: Das Erscheinen von Flauberts “Madame Bovary” und Baudelaires “Blumen des Bösen” gelten als Beginn der Moderne.

Einige der 350 Fotografien von Eugène Atget, die bis 6. Januar 2008 in Berlin – dem einzigen Deutschen Ausstellungsort der Retrospektive – zu sehen sind, hätten die französische Hauptstadt Paris seit ihrer Entstehung vor rund 100 Jahren noch nie verlassen.

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Mehr Vordergrund!

Langweiligen Bildern fehlt häufig nur eines: Tiefe. Die könnte ein wenig Vordergrund leicht schaffen.

Vollbild
Eigentlich gibts hier nicht viel zu sehen: Ocean Beach in San Francisco, 30 Minuten nach Sonnenuntergang. Das wogende Gras und die Lichteffekte im Sand ziehen dennoch ins Bild hinein. (18/36mm, f/8, 1.1s bei ISO 400 – © PS)

Er schaffte es immer wieder: Die Bilder des jungen Pressefotografen der regionalen Tageszeitung, wo ich mein Volontariat absolvierte, waren niemals langweilig. Selbst wenn er eine politisch umstrittene Bauparzelle ablichten musste, er kam stets mit Aufnahmen an, die einen zweiten oder dritten Blick verlangten.

Weil ich es nicht selber rausfand, hatte er schliesslich ein Einsehen und verriet mir das Rezept:

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“Grüner” fotografieren

Die digitale Revolution in der Fotografie hat Vorteile für die Umwelt: Der Verbrauch von Fotochemie hat sich stark reduziert. Andererseits steigern die vielen digitalen Geräte den Strombedarf.

Wie wir Strom sparen und “grüner” fotografieren können, zeigen uns die 13 Tipps von Popphoto.com.

- Energiesparende Ausrüstung verwenden; diese bei Nichtgebrauch ausschalten oder in den Ruhezustand versetzen.
- Auf Strom aus erneuerbaren Energien umstellen.
- Alles wiederverwerten – von der Druckerpatrone bis zum Elektronikschrott.

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Inszeniert uniforme Gesellschaft

Es lohnt sich (zum Beispiel am Wochenende) den Fotografen im Web Zeit zu widmen. Zwischen viel Durchschnitt (und auch Unterdurchschnitt) finden sich immer wieder Webseiten wie die von Peter Funch, die den Vergleich mit einer guten Fotoausstellung nicht zu scheuen brauchen.

Wir entdecken auf unseren Streifzügen durch die unendliche Internetwelt der Fotografie immer wieder Trouvaillen: Die Webseite von Peter Funch etwa. Der Künstler, ein in New York lebender Fotojournalist aus Dänemark, stellt auf seiner Seite eine Auswahl seiner Werke zur Schau. Dabei fragt man sich, was ihn zum Journalisten macht, denn was dort zu sehen ist, geht über die Dokumentation hinaus und fällt eindeutig in die Kategorie Kunst.
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Justins Zungenperspektive

Mit seiner “Mundkamera” schiesst Justin Quinnell Fotos aus ungewohnter Perspektive: Aus den Tiefen seines Rachens.

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Wenn bloss der Fokus nicht im Nahbereich läge… “Bathtime” © Justin Quinnell

Die Digitalfotografie erlaubt viele Experimente, die früher für Amateure schlicht zu teuer gewesen wären – aber bisweilen lohnt sich ein Griff zurück auf analoge Fotografie für besonders ausgefallene Effekte.

Der Brite Justin Quinell ist auf Lochkamera-Techniken spezialisiert. Seine Mundkamera ermöglicht Perspektiven, die sonst nur unsere Zunge hat.

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Nan Goldin, jetzt Flickr:
Mit Zensur leben?

Flickr zensiert. Nein – nicht Pornographie oder ähnlich Schlimmes. Nur ein Bild von einem Jungen, der eine Zigarette raucht. Nan Goldins Installation ist dieweil unter Protest aus der Ausstellung in Gateshead zurückgezogen worden.


Protest gegen die Zensur…

Es ist schon das dritte Mal in dem jungen Leben von fokussiert.com, dass wir über Zensur berichten müssen. Beim Fotofestival Rencontres in Arles waren es angeblich pornographische Bilder des spanischen Fotografen Alberto García-Alix – siehe Bildersturm in Arles. Im Falle von Nan Goldin sollte es noch schlimmer sein, nämlich Kinderpornographie. Siehe hier und hier. Und nun Flickr.

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Sinn und Unsinn schneller Speicherkarten

“Extra”, “Ultra”, “Hyperspeed” – mit großem Aufwand werden schnellere Flash-Speicher beworben. Fachmagazine beruhigen dann: “Nur Profifotografen benötigen derart schnelle Speicher!”. Das ist Unsinn: Wer die Seriefunktion einer schnellen Kamera nutzen will, braucht entsprechenden Speicher.

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Ist “Hyper Speed 133x” eigentlich mehr oder weniger als “Performance”? Und braucht man es überhaupt? (Bild: W.D.Roth)

Die mit zunehmender Pixelzahl der Digitalkameras ansteigenden Datenmengen führen nicht nur zum ständigen Wachsen der Speichergrößen, die mittlerweile erlauben, mit ein paar Speicherkarten und ohne Notebook einen ganzen Urlaub lang digital zu fotografieren.

Die Geschwindigkeit der Datenübertragung steigt ebenfalls – zwangsweise. Anderfalls bekommt man die gestiegenen Datenmengen nämlich einfach nicht in brauchbarer Zeit auf die Speicherkarte – und wieder herunter.

Diese Geschwindigkeit wurde ursprünglich wie bei CD-Laufwerken in Faktoren gerechnet angegeben: “150-fach” bedeutet, dass die 150-fache Lesegeschwindigkeit der allerersten CD-Laufwerke von 150 kB/s erreicht wird: “8-fach” entspricht also 1 MB/s.

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Foto Fangen – Spiel mit der Phantasie

Junge rumänische Fotografen spielen Foto Fangen nach dem Vorbild des Kunstprojekts Naniwa. Im Februar ist es losgegangen. Seither reiht sich in dem Blog ein Foto ans andere.

Spielen – mit Fotos spielen, das lenkt vom schweren Ernst des Kunst-Machens ab. Befreit die Gedanken und lässt lächeln. Das Fangen-Spiel der rumänischen Fotografen funktioniert wie Domino: Jedes Foto ist eine Antwort auf das vorhergehende und eine phantasiereiche Fortsetzung der Kette. Nur drei Bild-Beispiele (chronologisch von hinten zu lesen):


BY TUDOR PRISACARIU

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Kamera-Hightech für Stasi-”Sonderzwecke”

“Die versteckte Kamera” ist nicht nur eine mitunter mäßig witzige Fernsehsendung, sie war auch Teil eines Instrumentariums aus dunklen Zeiten. Im Stasi-Museum in Berlin sind auch einige aus heutiger Sicht kuriose “Foto-Apparate” zu sehen.

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Der feinmechanisch und optisch bereits anspruchsvolle Klassiker: Die Knopflochkamera, die von außen nicht zu erkennen war, solange der Mitarbeiter der Staatssicherheit nicht seinen Mantel ablegen musste (Bild: W.D.Roth)

Heute ist es fast vergessen, das Zeitalter des Kalten Kriegs, mit Spionage und Gegenspionage, “Wanzen” hinterm Bilderrahmen, als Oliven getarnten Minispionen im Martini-Glas, der besonders kleinen und dennoch scharfen Minox-Kamera – und auch einigen Modellen, die gar nicht als Kamera in Erscheinung traten.

Doch nicht nur der Westen bespitzelte den Osten und der Osten den Westen. Mitunter wurden auch die eigenen Bürger abgehört und beobachtet – auch im Westen, doch noch viel mehr im Osten. “Beruhigend war, dass wir immer nur unsere eigenen Geräte empfingen”, so ein ehemaliger Abhörspezialist.

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“Alles kam aus dem Leben”

Das Münchner Literaturhaus zeigt die Retrospektive einer der bedeutendsten Fotojournalistinnen des 20. Jahrhundert: Ré Soupault.

Ihre erste eigene Ausstellung erlebte Ré Soupault erst, als sie bereits über 90 Jahre alt war. Lange glaubte man ihr Werk verschollen – erst in den 80er Jahren entdeckte Manfred Metzner, Verleger, die ca. 1500 Negative wieder und überredete die Künstlerin zu einer ersten Veröffentlichung.

Als Kurator der Ausstellung ermöglicht er uns auch jetzt einen umfangreichen Blick auf eine der wichtigsten Fotografinnen des letzten Jahrhunderts.

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