4 zufällige Bildkritiken zum Thema Abstraktion:
Fotos, die form-/farbbezogen sind und versuchen, in ihrem Ansatz oder darüber hinaus eine Bildaussage darzustellen, die über die unmittelbar gegenständliche fotografische Aussage hinausgeht.
Alle 59 Artikel zum Thema Abstraktion auf fokussiert.com:
Ausschnitte aus uns allen bekannten Szenen können zu einer Aussage verdichtet werden. Dazu muss aber die Botschafts eindeutig sein – und das Bild muss entweder inhaltsverstärkend verfremdet werden oder den Konventionen folgen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Nam Chu Hoai). – Fuji Finepix S6500 – ISO 400 – F2.8 – 1/30 sec
Kommentar des Fotografen:
Kaufhof Alexanderplatz, Berlin. Das Bild ist eher auf der Tour nach Motiven entstanden, soll ansatzweise Kritik an Kommerzialisierung aussagen, deshalb die Santas verpackt und im Preis gesenkt. Titel wäre “3,2,1…meins?” Ich bin noch eher Anfänger, nicht gerade schön umgesetzt, viel plastisches mit Bearbeitung in Gimp, Ubuntu
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Nam Chu Hoai:
Vom Inhalt her erinnert mich dieses Foto ein bisschen an die surrealistischen Arbeiten des französischen Fotografen Eugene Atget:
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Muster, Linien und Strukturen in der Landschaft sind beliebte und dankbare Motive. Sie müssen aber so stark wie möglich betont werden und dürfen in der Aufnahme nicht zum Nebenaspekt verkommen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Johannes Treeck). – Sony DSC-R1 – 1/40s – f/16 – ISO 160 – 71.5mm
Kommentar des Fotografen:
Aufgenommen in Kranenburg/Niederrhein am 21.05.2008. Titel “einfach Niederrhein”. Auf der Suche nach interessanten grafischen Strukturen in den Feldern fand ich diesen Ort; das Foto sollte einen möglichst hohen Schärfentiefenbereich bekommen, daher die maximale Blende (f16) der Sony-DSC-R1, die bei dieser Belichtungszeit(1/40) auf das Stativ kam. Mir gefällt das spannungsvolle im Bildaufbau. Gerne geändert hätte ich die Lichtverhältnisse, aber das stand nicht in meiner Macht. Versuch in SW habe ich gemacht, allerdings nicht so erfolgreich, dass ich die Version einsenden könnte.
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Johannes Treeck:
Die grundlegende Idee, die hinter diesem Bild steckt, ist nicht schlecht, aber die Umsetzung leidet unter zu viel grüner, offener Fläche:
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Glänzende Objekte zu nutzen, um Reflektionen in Fotos zu erzeugen, kann viel Spaß machen und interessante Effekte hervorrufen. Die Resultate können allerdings sehr unvorhersehbar sein und verlangen viele Experimente.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sandro Steinmann). – Leider keine Exif-Daten
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Sandro Steinmann:
Bei diesem Foto ist mein größtes Problem, dass es einfach zu vollgepackt ist – nichts leitet unser Auge von einem Punkt zum nächsten. Der Blick wandert durch das Bild, ohne recht zu wissen, wo er hingleiten soll. Abstraktion kann eine gute Sache sein, aber sie sollte niemals im unbeabsichtigten Chaos enden. Zumindest nicht in der Fotografie. Eine deutliche Aussage ist deshalb mit der Abstraktion zu verknüpfen.
Spiegelungen sind eine dankbare Spielwiese für Bilder, die zum Nachdenken anregen und zuerst dem Auge, dann dem Gehirn des Betrachters etwas abverlangen:
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Unschärfe, schlechtes Licht und Verwackelung ist nicht in jedem Fall ein Manko. Solche “Fehler” können bewusst als Stilmittel für impressionistische Aufnahmen eingesetzt werden. Leider gelingen solche Aufnahmen häufiger aus Zufall denn aus Absicht.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Kati Halle). – Keine Exif-Daten
Kommentar der Fotografin:
“Mystischer Waldspaziergang” – mit avaiable light fotografiert. Die Kindergruppe kam auf mich zu. Nikon F 601 mit 35-200 Nikkor, kein Blitz.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Kati Halle:
Aller Faszination für dieses Bild zum Trotz – im Schlafzimmer würde ich es nicht aufhängen. Die Stimmung wirkt auf mich weniger mystisch als unheimlich und albtraumfördernd.
Das liegt zweifellos an einem Detail, welches die ganze Aufnahme ausmacht:
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Scherzbilder wirken besonders gut, wenn sie mit viel Bedacht komponiert werden. Wenn sich die Pointe nicht versteckt einbetten lässt, sollte die Bildgestaltung sie durch eine aberwitzige Perspektive oder ähnliches aufwerten.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Ferdinand Jancso). – Nikon D200 1/750s – f/4 – 39mm – ISO 200
Kommentar des Fotografen:
Mit Aperture & Photoshop nachbearbeitet. Ich habe das Bild für eine Ausstellung in meiner Schule gemacht. Das Thema war “Entdecken”, ich entdecke eine Leiche in einer Mülltonne…
Profi Robert B. Fishman meint zum Bild von Ferdinand Jancso:
Witzig. Der Mensch in der Tonne – ein Schnappschuss oder ein gestelltes Bild? Schwarz-weiss gefällt mir hier gut, weil es die Aussage des Bildes auf ihr Wesentliches reduziert und verdichtet. Störend empfinde ich den unruhigen Hintergrund, der Mensch und Tonne schwer erkennbar macht:
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Einsame Tristesse des Winters in Schwarz/Weiss. Eine längere Verschlusszeit hätte mit weicherem Wasser noch mehr zur Stimmung beigetragen, der Weitwinkel hingegen ist vielleicht ein bisschen zu viel.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Pascal Witzig). Canon EOS 400D – 1/320s – ISO 200 – 17mm
Kommentar des Fotografen:
Datum: 24.12.2007 Ort: Berlingen/Thurgau Ein verlassener Bootssteg
Profi Joachim Graf von Arnim meint zum Bild von Pascal Witzig:
Tolle schwarz/weiss-Aufnahme. Mich hat dieses Bild sofort angesprochen, und ich würde es auch in meinem Wohnzimmer aufhängen.
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Nicht nur das Verhältnis der Flächen zwischen den Brückenkabeln und den Vogelgruppen, auch der total ausgeschossene Hintergrund geben diesem Bild eine enorm grafische Wirkung.

Leserfoto (Klick für Vollansicht) (© Stefan Urbitsch). – Panasonic Lumix FZ30 – 1/80s – f/9.0 – ISO 100 – 88.8mm (420mm)
Kommentar des Fotografen:
Eigentlich könnte das Bild auch unter Natur eingestellt werden, aber ich finde “abstrakt” passender.
Amateur Peter Sennhauser meint zum Bild von Stefan Urbitsch:
Aus technischen Gründen versuche ich mich an statt eines unserer Profis heute an einer Bildkritik. Stefan Urbitsch möge mir verzeihen – wobei Kritik ein grosses Wort ist, nachdem ich von seiner Aufnahme nämlich ganz einfach hell begeistert bin:
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Das Herz im Dreck einer Klowand drückt die Faszination des Grossstadtdschungels mit unglaublicher Kraft aus. Die Aufnahme ist wunderbar komponiert.

Leserfoto – Klick für Vollansicht. (© Tobias Bühlmann). – Keine exif-Daten
Profi Joachim Graf von Arnim meint zum Bild von Tobias Bühlmann:
Leider hat uns der Fotograf zu diesem Bild keinerlei Bemerkungen abgeliefert, und Exif-Daten sind auch keine eingebettet – weshalb ich hier einige Dinge erraten muss (Anmerkung der fokussiert-Redaktion:
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Abstraktion als Ausdrucksmittel bringt künstlerische Qualität. Tempo bringt Dynamik, und nur die angeschnittene Karussell-Kabine stört.
Leserfoto (Klick für Vollansicht) (© Markus Mayer). – Nikon D70s – 1/6s – f/11 – 31mm (46mm)
Kommentar des Fotografen:
Freihand, mitgezogen. RAW entwickelt in ACR.
Profi Joachim Graf von Arnim meint zum Bild von Markus Mayer:
Ein ausgesprochen schönes, ja beinahe künstlerisch wertvolles Bild. Besonders gefallen mir hier die Aufteilung, die Farbumgebung sowie die außergewöhnliche Dynamik des Bildes:
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