4 zufällige Bildkritiken zum Thema Ästhetik:
Alle 353 Artikel zum Thema Ästhetik auf fokussiert.com:
Wir wähnen uns in dunklen Katakomben, sind jedoch im Museum – ganz alleine, nur mit mit Friederike von Rauchs Fotografien.

Aus: Sleeping Beauties © Friederike von Rauch
Im Film “Nachts im Museum” kommt zur Gruselstunde Leben in die alten Knochen. Bei Friederike von Rauch können wir spüren, wie die Räume mit ihren manchmal figurenähnlichen Gegenständen darin ein Eigenleben gewinnen.
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Seit den späten Fünfzigern experimentierte Floris Neusüss damit, statt fotografischer Abbilder Traumbilder herzustellen. Also lange vor den Möglichkeiten der digitalen Ära.

Floris Neusüss, Wurzelgesicht, Akademiegarten, München 1959
Bekannt ist Floris Neusüss vor allem mit seinen lebensgroßen Fotogrammen. Die Akt-Fotogramme wurden als „Nudogramme“ bezeichnet und vielfach ausgestellt, die „Traumbilder“ bisher nur selten.
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Es geschieht unwillkürlich, als hätte ein Pfeil dich getroffen und durchbohrt. Besondere Fotos heben sich unter den guten hervor. Sie „be-stechen“, ganz im Sinn des Wortes.

Uli Eberhardt - aus: Your land, my land, #12 (c) Uli Eberhardt 2012
Gegenüber Fotografien, Kunstwerken generell von Emotionen zu sprechen, ist nicht ganz ungefährlich. Schließlich lässt sich über Geschmack angeblich nicht streiten. Der französische Philosoph Roland Barthes ist in seinen „Bemerkungen zur Photographie“ deshalb ganz tief gegangen, hinein ins Unwillkürliche, Ungesteuerte. » weiterlesen
Schwarz-Weiss-Fotografie wirkt besonders durch Linien, Licht und Formen. Das geht gut zusammen mit Autos und anderen Designobjekten.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Frank Wahner).
Kommentar des Fotografen:
Ein ausgedientes Cadillac Deville Coupé von 1955, das auf dem Hof eines Autohändlers sein Gnadenbrot geniesst. Schon tagsüber ein respektabler Anblick, lassen sich bei Nacht, wenn die Straßenlaterne von links durch den Fahrerraum strahlt und vorne auf der Straße Fahrzeuge hinzukommen, mit den Formen der Karosserie schöne Motive gestalten.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Frank Wahner:
In dieser hochformatigen Schwarz-Weiss-Fotografie ist ein Teil der Karosserie eines Autos aus den siebziger Jahren oder von noch früher zu sehen. In einem kühnen Bogen schwingt sich von unten links eine Chrome-Scheibenfassung durch das Bild in die Linke Mitte.
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Tagtäglich flimmern aus dem fernen Afghanistan Bilder über die Fernsehschirme. Zeugen vom Töten in diesem Krieg. Es sind inzwischen allzu bekannte Bilder, die nur noch selten aufrühren. Donovan Wylie zeigt in seinem Bildband «Outposts» ebenfalls Bilder von diesem unsichtbaren Krieg. Bilder ohne Blut und Gemetzel, Bilder fast ohne Menschen, aber dennoch anrührende, berührende und nachdenklich stimmende Bilder.

Zwischen 2006 und 2011 hat Donovan Wylie immer wieder die afghanische Provinz Kandahar besucht und dabei die Wachposten der kanadischen Armee fotografiert. Das Ergebnis ist ein poetischer, leiser Bildband mit ruhigen Aufnahmen. Die Fotos sind fast durchgehend in beigen und sandfarbenen Tönen gehalten. Sie leben von den Schattierungen und Abstufungen dieses Farbraumes – und spiegeln so die Landschaft und wohl auch das Lebensgefühl Afghanistans wider: trostlos, sandig, karg. Weitläufig und gebirgig. Eine Landschaft, die nicht unbedingt zum Leben und Verweilen einlädt.
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Das Studioporträt eines Jünglings mahnt nicht nur durch den entblössten Oberkörper an die Renaissance – es ist mehr eine Zeit- und Trendikone als ein individuelles Porträt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jens Richter).
Kommentar des Fotografen:
Portrait eines jungen Menschen, der zum ersten Mal vor der Kamera stand. Zum Ausdruck bringen wollte ich seinen tollen Körper und eines seiner Hobbies, Musikhören.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Jens Richter:
Ein Blonder Jüngling mit nacktem Oberkörper wiegt sich, die Hände der abgewinkelten Arme an grosse Kopfhörerschalen an den Ohren gelegt, vor einem dunklen Hintergrund. Der Junge Mann blickt, offenbar in die Musik versunken, abwesend rechts an der Kamera vorbei.
Es ist schon fast eine Ikone der Zeit, was Du hier fotografiert hast:
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Eine Bildkritik sollte eine Beurteilung sein und kein Urteil. Der Unterschied? Ersteres hat Einfluss auf mein Können, letzteres nur auf die Stimmung.

Wow! Applaus und Kritik sind zwei verschiedene Dinge. (Foto MadJack Photography)
Ronny Ritschel ist kürzlich hier auf fokussiert.com in den Genuss einer Bildkritik gekommen. Ich sage das absichtlich so hochgestochen. Denn es mag sich jeder von uns fragen, wann er das letzte mal eine substantielle Einschätzung eines seiner oder ihrer Bilder durch einen Profi mit 30 Jahren Erfahrung erhalten hat (Ronny hat darüber gebloggt und sein Publikum auf Blogtimes nach ähnlichen Erfahrungen gefragt).
Ist nicht so wichtig, mag jetzt die eine oder der andere denken: Auf flickr kriege ich zu jedem publizierten Bild zehn, fünfzehn Beurteilungen von anderen.
Das stimmt nicht.
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