Beiträge

Das Auge umgewöhnen:
In anderen Bildern denken

Sobald man von seiner gewohnten Kamera auf eine andere umsteigt, muß man diese nicht nur lernen, man muß auch sein Auge (und Gehirn) umschulen, es an die neuen bildlichen Ergebnisse gewöhnen. Das gilt umso mehr, wenn die Umgewöhnung auf ein analoges Medium geschieht, mit dem man davor nicht gearbeitet hat.

Lake View Cemetery in Cleveland/Ohio - (c) Sofie Dittmann

Lake View Cemetery in Cleveland/Ohio – (c) Sofie Dittmann

Diese Umgewöhnung geht über die bloße Beherrschung der Kamera hinaus – es ist irgendwo der psychologische Effekt, die erste Reaktion aus dem Bauch, wenn man zum ersten Mal sieht, was man da fotografiert hat. Man muß lernen, mit ihr nicht nur technisch, sondern auch kreativ umzugehen. Weiterlesen

Überlagerter Foto-Film:
Per Zufall zum Werk

Zeit spielt in der Fotografie eine grosse Rolle. Im Falle der Fotografie mit lange über seine Haltbarkeit hinaus gelagertem Foto-Film allerdings in einem ganz neuen Zusammenhang. Diesem Zufallselement widmet das Industrie- und Filmmuseum Wolfen eine Ausstellung.

Aufnahme mit überlagertem Film

Michael Doer

Nicht erst die totale technische Kontrolle durch die digitalen Kameras hat die Lust vieler Fotografen am Element Zufall geweckt: Lomographie war schon lange eine fotografische Sparte, bevor lustige Zufallsfilter aus der Handy-Kamera eine Bilderbox machten, die Unerwartetes ausspuckt. Inzwischen gibt es ein umfangreiches Sortiment an Lomographie-Kameras und Zubehör.

In der Film-Fotografie war der Zufall allerdings seit je her ein Element, das in den Ausdruck des Fotografen hineinspielte. Zeit war ausserdem nicht nur eine Grösse, die bei der Belichtung der Aufnahme eine zentrale Rolle spielte. Indem sie sich zwischen Aufnahme und Entwicklung legte wie meine Katze auf meine Tastatur wenn ich am Schreiben bin – die Resultate reifen ganz anders heran.

Das haben Pinhole-Fotografen auch schon mit Belichtungszeiten von einem halben Jahr und mehr auf die Spitze getrieben.

Eine weitere Art, Zeit in die Entstehung der Fotografien eingreifen zu lassen, ist die Analog-Fotografie mit überlagertem Film. Weiterlesen

Analoges Mittelformat:
Hasselblad 500c vs. Mamiya 7

Ein Anfänger des analogen Mittelformats und zwei vollkommen unterschiedliche analoge Mittelformat-Kameras treffen aufeinander. Ein Selbstversuch.

Mittelformat-Kameras Hasselblad 500c Mamiya 7

Die zwei analogen Mittelformat-Kameras Hasselblad 500c und Mamiya 7

 

Ich betreibe schon seit längerer Zeit das Projekt „Finding analog love„, bei dem ich die im Einzelhandel erhältlichen Filme für mich persönlich teste. Bisher habe ich dazu meine Nikon FE2 genutzt. Wie bereits berichtet, bin ich in einem Foto-Club. Einer der Vorteile eines solchen Clubs ist es, dass man sich Equipment untereinander verleihen kann. Da einige Mitglieder schon sehr lange fotografieren, haben sie auch noch richtige Schätzchen aus der analogen Zeit im Schrank. So bekam ich die Gelegenheit, gleich zwei hervorragende Mittelformat-Systeme auszuprobieren und zu vergleichen, soweit das möglich ist.

Ich muss dazu gleich vornweg sagen, dass ich kein Experte für analoge Fotografie bin, auch wenn ich schon länger damit rumspiele und auch meine schwarzweissen Filme selbst entwickle.

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Gebrauchte Objektive kaufen:
7-Punkte-Checkliste

Der Kauf gebrauchter Objektive ist eine gute Möglichkeit, Dein fotografisches Spektrum zu erweitern. Damit Du dabei nicht allein auf weiter Flur stehst, geben wir Dir eine Checkliste für den Objektivkauf an die Hand.

Gebrauchte Objektive {CC;http://pixabay.com}

Der Gebrauchtmarkt ist, gerade bei der analogen Technik, sehr gut ausgebaut. Durch die Dominanz der Digitalfotografie bekommst Du sehr gute und früher kostspielige Objektive für einen günstigen Preis. Doch nicht jedes Angebot meint es gut mit Dir! Gerne verramschen unseriöse Händler schlechte oder defekte Objektive für einen hohen Preis. Damit Du nicht in die Falle tappst und Dich später ärgerst, haben wir für Dich eine kurze Anleitung zum Kauf gebrauchter Objektive zusammengestellt.

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Mond und Sterne auf Film:
Analoge Astrophotographie

Der Perseidenschauer im August ist gerade erst vorbei, da kündigt sich schon das nächste nächtliche Event an.

Quelle: flickr CC

Am 28.09.2015 wird in Deutschland eine vollständige Mondfinsternis zu beobachten sein. Der Mond wird sich dabei in den Nachtstunden blutrot färben. Wenn das mal kein lohnendes Motiv ist, um unsere Tipps auszuprobieren!

Die richtige Belichtung finden

Bei der Astrophotographie stehen wir vor der Herausforderung, dass wir den Belichtungsmesser in den meisten Fällen nicht benutzen können. Denn wenn wir die Werte des Belichtungsmessers verwenden würden, bestünde die Gefahr, dass aus der Nacht- eine Tagesaufnahme wird. Weiterlesen

„Zwischen den Stühlen“:
Hybride Photographie

Vergleich eines Bildes vor und nach EBV - (c) Marcel Dierke

Wer heute analog photographiert, denkt sich meistens etwas dabei. Mit dem Medium sind Wertvorstellungen und Ansichten verbunden, die sich meistens von der Schnelllebigkeit des Digitalen abwenden. Die hybride Photographie steht, wie der Name schon sagt, zwischen den Stühlen. Grund genug, sie einmal näher zu betrachten.

Was ist hybride Photographie?

Das Verfahren der hybriden Photographie beschreibt die Kombination aus analoger Aufnahmetechnik und digitaler Nachbearbeitung. Nach der Belichtung des Filmmaterials und der Entwicklung in der Dunkelkammer werden die entstandenen Negative mittels Scanner digitalisiert und so für die Elektronische Bildverarbeitung (EBV) nutzbar gemacht. So weit, so gut.

Contra: Analoger Purismus

Wie eingangs erwähnt, wird mit der Analogphotographie in den meisten Fällen eine bestimmte Wertvorstellung verbunden. Man möchte zum Beispiel dem Aufnahmeprozess mehr Beachtung schenken, die Gestaltung und die schöpferische Arbeit in die Dunkelkammer verlagern oder, wie in meinem Fall, ein Zeichen gegen die digitale „Maschinengewehrfotografie“ und für einen bewussteren Umgang mit dem Medium „Bild“ setzen. Weiterlesen

Review:
„PhotoKlassik – Das Magazin für aktuelle analoge Fotografie“

Titelseite

„Analog“ ist nicht gerade das Wort, mit dem man Neues in Verbindung bringt. Trotzdem gibt es Enthusiasten, die wieder neue Reize in der analogen Photographie setzen wollen. Zwei dieser wunderbaren Menschen sind Wolfgang Heinen und Thomas Maschke, die der Analogphotographie gleich ein ganzes Magazin widmen: PhotoKlassik.

Alles übers Analoge

Das Magazin erscheint quartalsweise und ist mit 9,80€ nicht gerade günstig, doch 40€ pro Jahr bezahlt man auch für billigere Magazine, die jeden Monat erscheinen. PhotoKlassik beschäftigt sich auf seinen knapp 100 Seiten mit verschiedenen Themenbereichen:

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Gegen den digitalen Strom:
7 Gründe, warum Du analog fotografieren solltest

Quelle: flickr CC
Ich werde häufig gefragt, ob denn Analogfotografie im Ditigalen Zeitalter überhaupt noch einen Platz hat. Warum sollte man mit Filmkameras fotografieren? Nachfolgend eine paar Gründe:

1. Analoge Fotos haben Charakter

Deine Fotos haben aufgrund der guten Qualität der alten Objektive meistens ein großartiges Bokeh. Zusätzlich verleiht die Körnung des jeweiligen Filmes Deinen Bildern einen individuellen Charakter. Weiterlesen

„Rad rasant“:
Bewegung ins Bild gebracht

Zugegeben: Manchmal beneide ich ja die Filmer um die Möglichkeit, Bewegungen „einfach“ einfangen zu können. Aber auch die Fotografie bietet hierzu interessante Ansätze. Eine Herangehensweise wollen wir uns in der heutigen Bildbesprechung anschauen.

Canon A1, 2.8/24mm, auf Ektrachrome 100, Diaper Klebeband am Schienenbein befestigt, AV Modus, Blende 8 - (c) Dirk Althoefer

Unser Leser Dirk Altehoefer aus Wittenbach im Kanton St. Gallen hat uns das obige Bild unter dem Titel „Rad rasant” in der Kategorie ‚Landschaftsfotografie‘ zur Besprechung eingereicht. Er schreibt dazu: „Canon A1, 2.8/24mm, auf Ektrachrome 100, Diaper Klebeband am Schienenbein befestigt, AV Modus, Blende 8, Versuch Bewegung und dennoch Durchzeichnung des Waldweges zu erkennen.”

Ich hoffe, Dirk und seine Canon haben diesen Ausflug unbeschadet überstanden. Rasant sieht diese Abfahrt tatsächlich aus. Mit etwas Klebeband hat Dirk die alte A1 in eine Vollformat-Actioncam verwandelt. Vermutlich war noch ein langer Drahtauslöser im Spiel. Schauen wir uns nun aber das Ergebnis dieses interessanten Experiments an. Weiterlesen

M42-Adapter:
Alte Schätze an neuer Technologie

Digitale Pentax Q7 mit M42-Objektiv (flickr Creative Commons)

Viele Fotografen, die früher analog fotografiert haben, besitzen noch ihre alte(n) Kamera(s) und/oder die dazugehörigen Objektive. Teilweise hat man sich einfach nicht trennen können, und viel Geld hätte man für das gute Stück sowieso nicht mehr bekommen. Doch auch, wenn man jetzt digital fotografiert, können zumindest die alten Objektive zum Einsatz kommen. Wie? Mit einem M42-Adapter! Weiterlesen