Thema: Analogfotografie

 

1 Bildkritik zum Thema Analogfotografie:


 

Alle 6 Artikel zum Thema Analogfotografie auf fokussiert.com:

Bildbearbeitung:
Abwedeln und Nachbelichten in der Digitalfotografie (1)

Der nachfolgende Artikel befaßt sich mit den Möglichkeiten des Abwedelns und Nachbelichtens. Im heutigen ersten Teil geht es um die Herkunft und Bedeutung dieser Technik. Im folgenden zweiten Teil werden praktische Aspekte mit einem Bearbeitungsbeispiel aufgezeigt.

Eine Begriffserklärung
Die Ausdrücke “Abwedeln” und “Nachbelichten” klingen fast nach einer Geheimsprache, und deren englische Entsprechungen “Dodge” und “Burn” sind auch nicht besser (siehe Bild 1). Ich möchte Euch zunächst die Herkunft der Begriffe erläutern. Der historische Bezug mag dann verdeutlichen, warum nicht einfach von “Aufhellen” und “Abdunkeln” einzelner Bildpartien gesprochen wird.

Ein klärendes Gespräch

Ein klärendes Gespräch

Die Begriffe stammen aus der Zeit der analogen Dunkelkammer. » weiterlesen

Die besten Weihnachtswünsche von fokussiert.com

Das Team von fokussiert.com bedankt sich bei seinen Lesern für die anregenden Diskussionen und wünscht eine wundervolle Weihnachtsfeier und ein paar ruhige Tage.

Gerade in dieser Zeit werden wir immer wieder daran erinnert, wie wichtig die Besinnung auf die wahren Werte ist. Diese bedeuten vermutlich für jeden etwas anderes. In der Fotografie zählt für mich das echte, ursprüngliche Handwerk zu den wahren Werten. » weiterlesen

Fotografieren:
Nachtfotografie mit digitaler Ausrüstung (3)

Das folgende, dreiteilige Tutorial beschreibt zum einen die technischen Aspekte der digitalen Nachtfotografie im Stadium der Ausrüstung, Vorbereitung und Aufnahmemeisterung, zeigt zum anderen Ausarbeitungsmöglichkeiten im Sinne einer um HDR‐ und Ebenentechniken erweiterten Schwarzweißfotografie auf.

Überblick (bereits erschienene Teile sind verlinkt)
1. Ausrüstung und Vorbereitung
2. Meisterung der Aufnahmesituation
3. Möglichkeiten der Ausarbeitung

 

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3. Möglichkeiten der Ausarbeitung

Nun sind „alle Aufnahmen im Kasten“, wir sind ebenso glücklich wie erschöpft (unterschätzt bitte nicht, wie anstrengend eine solch konzentrierte Tätigkeit ist!) nach Hause gekommen – und jetzt ist alles gut? Leider nicht, denn die Vertreter der unverfälschten „out‐of‐camera‐Philosophie“ (daß das Bild also mit der Aufnahme bereits fertig zu sein habe) werden bei der Nachtfotografie meines Erachtens nicht unbedingt glücklich werden. Ein Gutteil der Anstrengung (gefühlt ein Drittel bis eine Hälfte des gesamten Zeitaufwandes) steht uns im Sinne der Ausarbeitung noch bevor. Maßgeblich für den zu leistenden Aufwand bei der Ausarbeitung ist natürlich der Zweck, den wir mit unseren Fotografien verfolgen. Jemand, der seine Bilder nur kleinformatig im Internet präsentieren möchte und darauf baut, daß in diesem Medium viele Artefakte verschluckt werden, kann sich da kürzer fassen. Mein Anspruch ist hingegen, daß meine Nachtaufnahmen auch im großformatigen Druck (also im Auge des Kritikers, Galeristen und Ausstellungsbesuchers) hinsichtlich ihrer Artefaktüberlagerung bestehen können und daß die mit digitalen Mitteln angefertigten Aufnahmen sich dem Ideal der monochromen Analogfotografie (mit weicher und ansehnlicher Lichterzeichnung sowie einer den plastischen Eindruck unterstreichenden Körnigkeit) möglichst annähern. !–more–>

Je nach besagtem Anspruch werden sich Eure und meine Wege hier möglicherweise trennen, aber ich will meinen Workflow doch zumindest in Grundzügen beschreiben, mit dem Fokus auf Artefaktminderung und ohne in die „allerletzten Niederungen der Schwarzweiß‐ und HDR‐Fotografie sowie der Druckerprofilierung und ‐steuerung“ einzusteigen – vieles wäre hierzu noch zu sagen, würde den Rahmen dieses Übersichtsartikels aber sprengen. Planmäßig beginnt die Ausarbeitung mit der RAW‐Konvertierung. Ich arbeite derzeit noch mit Adobe Camera Raw auf Basis von Photoshop CS5 und bin damit soweit zufrieden. Als Grundeinstellung für die Bildspeicherung haben sich der Farbraum Adobe RGB (1998), eine Farbtiefe von 16 Bit pro Kanal, eine Auflösung von 360 Pixeln pro Zoll sowie das unkomprimierte TIFF‐Format bewährt. Standardmäßig hebe ich den Kontrast um 25 Punkte, die Dynamik und Sättigung um jeweils 20 Punkte an. Der Rest bleibt unverändert, denn der Feinschliff der Tonalität erfolgt in Photoshop. Eine erste bzw. Grundschärfung ist allerdings zu empfehlen, die an das jeweilige Kameramodell angepaßt sein sollte – bei der 5D Mark II sind „50 | 1.0 | 50 | 0“ gute Werte. Das Luminanzrauschen korrigiere ich an dieser Stelle nicht, weil es mir zu grob und zu wenig selektiv ist (sich also nicht auf die rauschanfälligen Schatten beschränkt, sondern auch die bildwichtigen Mitten weichspült). Das Farbrauschen hingegen kann man ohne wesentlichen Detailverlust mit Werten von „10 | 50“ in der Regel gut abfangen.

Als nächster Schritt erfolgt die Verrechnung der Belichtungsreihe zu einem HDR‐Bild in Photomatix. Hierbei kommen besagte 16‐Bit‐TIFF‐Bilder zur Anwendung, Das ist zwar rechnerintensiv, bringt aber die besten Ergebnisse. In den dortigen Grundeinstellungen setze ich die Häkchen bei „Rauschen reduzieren (nur unterbelichtete Bilder)“ und bei „Chromatische Aberrationen reduzieren“. Bei der nachfolgenden Rückrechnung des HDR‐Bildes in den Niedrigkontrastraum ist Zurückhaltung angesagt. Die Regler sollten sehr behutsam ausgesteuert werden, um jene ebenso gruseligen wie in Amateurkreisen leider weitverbreiteten HDR‐Artefakte wie „Mickey‐Mouse‐Farben wie im LSD‐Rausch, heiligenscheinartige Halos an den Kontrastkanten oder massive Rauschverstärkung in den dunklen und mittleren Partien“ zu vermeiden (Sofie Dittmann hat hier schon Segensreiches zu diesem Thema geschrieben).

Die HDR‐Technik verwende ich also nicht, um damit irgendwelche surrealistischen Effekte zu erzielen, die in ihrer steten Wiederholung sowieso schon längst schal geworden sind und in professionellen Kreisen allenfalls noch belächelt werden. Mir geht es eher darum, den in der Nachtfotografie immensen Dynamikumfang behutsam auf ein im Monitor und Ausdruck darstellbares Normalmaß zusammenzustauchen, dabei die natürliche Lichtstimmung zu erhalten und insbesondere die sich durch Anhebung des Mikrokontrastes in den bildwichtigen Partien ergebenden Möglichkeiten zu nutzen, da die Feinstruktur in einfachen Nachtaufnahmen oft flau bleibt.

Dies waren bisher samt und sonders Vorbereitungen, nun kommen wir langsam zur „Kür“. An Material habe ich, um dies nochmals zu rekapitulieren …

  • Drei Rohaufnahmen als CR2
  • Eine normalbelichtete Aufnahme als 16‐Bit‐TIFF
  • Eine um zwei Blendenstufen überbelichtete Aufnahme als 16‐Bit‐TIFF
  • Eine um zwei Blendenstufen unterbelichtete Aufnahme als 16‐Bit‐TIFF
  • Eine aus den drei vorgenannten Aufnahmen errechnetes HDR‐Bild
  • Eine in den Normalkontrastraum zurückgerechnetes Bild als 16‐Bit‐TIFF
  • Dieser Datenbestand umfaßt bei der 5D Mark II gut 600 MB pro Einstellung, was die Festplattenindustrie freut

Nun gilt es, in Photoshop das „Beste aus allen Bildarten“ herauszuholen. Ich nehme dazu standardmäßig das in den Normalkontrastraum zurückgerechnete Bild (Nr. 6 in der obigen Liste) als Ausgangsbild für die weitere Bearbeitung, da sich dort in den mittleren Tonwertbereichen jene Verstärkung des Mikrokontrastes findet, welche die Feinstruktur bei erträglichem Artefaktniveau hervorhebt. In der 100%‐Ansicht von Photoshop lassen sich dann aber oftmals typische „Problembereiche“ erkennen …

  • Eine problematische, weil ausgestanzte und strukturlose Zeichnung der Spitzlichter
  • Ein merkliches Luminanzrauschen im Bereichs der Objektschatten, weniger im Himmel
  • Bisweilen ein deutliches Moiré im Himmelsbereich

Hier hilft nun die eingangs erwähnte Kombination mit der „Ebenentechnik“. Sofern artefaktüberlagert, übernehme ich also die Himmelspartie aus der überbelichteten (Nr. 3 in der obigen Liste), die Bereiche tiefer Schatten aus der normalbelichteten (Nr. 2 in der obigen Liste) und die Spitzlichter aus der unterbelichteten Aufnahme (Nr. 4 in der obigen Liste). Praktisch geht dies so vonstatten, daß die jeweilige Aufnahme in Photoshop als separate Ebene unter dem Ausgangsbild liegt. Auf der Ebene des Ausgangsbildes werden dann mit einem als Pinsel mit weicher Kante und angepaßter Deckkraft (80‐100% für die groben, 30‐50% für die feinen Ausarbeitungen) konfigurierten Radiergummi die artefaktträchtigen Bereiche mit behutsamem Blick auf das Gesamtbild und unter Wahrung der Lichtstimmung gelöscht und durch die bessere Darstellung der darunterliegenden Hilfsebene ersetzt. Besondere Beachtung verdienen dabei die Übergänge zwischen der Ausgangsebene und der darunter durchscheinenden Hilfsebene, damit es an diesen Stellen keine stilistischen Brüche gibt. Wenn dann alles soweit stimmt, läßt sich dieses „Komposit“ als Ausgangsmaterial für die Schwarzweißausarbeitung, Tonwertanpassung und Endschärfung auf eine Ebene reduzieren und in einer separaten Datei speichern. Die Schwarzweißkonvertierung nehme ich dann in Photoshop mit dem Nik‐Plugin „Silver Efex Pro“ vor. Natürlich gibt es dazu auch bewährte Bordmittel in Photoshop, aber Funktionsvielfalt und Akkuratesse des besagten Plugins werden dadurch nach meinem Eindruck nur mit Mühe erreicht (vielleicht ist es aber auch eine Frage der Gewohnheit). Als letzte Schritte erfolgen dann in Photoshop noch die Umwandlung in den Farbraum „Gray Gamma 2.2“ (das Bild weist nun wegen der Einschmelzung der Farbkanäle trotz weiterhin 16 Bit Farbtiefe mit etwa 40 MB nur noch ein Drittel der Ausgangsgröße auf), Anpassungen im Bereich des globalen Kontrasts, einige behutsame Ausarbeitungen im Sinne lokalen Abwedelns und Nachbelichtens (mittels eines speziellen Dodge‐and‐Burn‐Scripts) sowie die Endschärfung mit Werten um „0.4 | 80“. Somit steht das Bild zum Druck bereit, der dann nach Größenanpassung, Filmkornüberlagerung und nochmaliger Druckschärfung bei mir auf barytbeschichtetem Papier mittels eines Epson‐Großformatdruckers erfolgt.

Wichtig erscheint mir noch der Hinweis, daß wir uns bei all diesen Bearbeitungsschritten vorbehaltlos auf unseren Monitor verlassen können müssen. Wenn dieser also falsche Farben und Tonwerte anzeigt, bleibt unser Bemühen letztlich „ein Blindflug im Nebel“. Um wirklich anspruchsvolle und gültige Resultate über die ganze Wegstrecke von Aufnahme, Ausarbeitung und Ausdruck hinweg zu erzielen, wird ein einfacher Büromonitor auf Dauer kaum genügen, sondern ein spezieller Grafikmonitor mit Kalibrierungs‐ und Profilierungsmöglichkeiten vonnöten sein.

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Hallo, ich bin neu hier

Ich freue mich, nun auch Teil von fokussiert.com sein zu dürfen. Als die neue Redaktorin erwarten mich viele spannende Aufgaben – und alle drehen sie sich um mein Lieblingsthema: die Fotografie.

fokussiert.com kenne ich bereits seit einiger Zeit als Leserin der Bildkritiken und neusten Beiträgen über Ausstellungen, hilfreiche Produkte oder Fototipps. Und euch, liebe Leserinnen und Leser, habe ich über eure Kommentare bereits ein bisschen kennenlernen dürfen. Und nun will ich mich bei euch vorstellen:

Ich bin zur Fotografie gekommen, als noch Filme belichtet und in Labors mit Chemie hantiert wurde. So habe ich auch meine Ausbildung zur Fotografin analog abgeschlossen. Die Analogfotografie ist mir als Hobby geblieben; in meiner Freizeit schiesse ich Polaroidfotos mit Kameras, die viel älter sind als ich. Seit da ist viel passiert in der Branche und ich hatte das Glück, bei diversen Arbeitgebern, welche stets mit der Zeit gingen, viel Neues dazulernen zu können. Ich durfte beispielsweise eng mit Lithografen zusammenarbeiten und kenne heute dank ihnen die Finessen der digitalen Bildbearbeitung und -manipulation. In meiner letzten Anstellung als Produktionsleiterin musste ich für Modestrecken geeignete Models buchen, stimmige Locations auskundschaften und das richtige Equipment organisieren. Zusätzlich dem Shooting an sich gehören auch all diese Arbeiten zum wunderbaren Beruf des Fotografen und machen ihn so faszinierend.

Heute bin ich selbständig und nebst der People- und Werbefotografie gebe ich kleine und grössere Fotokurse und Workshops in den verschiedensten Bereichen – wie schön es doch ist, Dinge zu vermitteln, welche einem persönlich so grossen Spass bereiten.

Dies ist denn auch der Grund, weshalb ich meine Aufgabe bei fokussiert.com mit viel Enthusiasmus antrete: ich will das vermitteln, was ich gut kann und freue mich, Photo-Addicts in ihrem Hobby und ihrer Passion weiterzubringen.

Und jetzt gehts los!
Eure Barbara Hess

Schattenfoto:
Indirekte Gestaltung

Schatten sind ein ebenso legitimes Mittel zur Bildgestaltung wie das Licht selbst, von dem sie erzeugt werden. In fast klassischer “Street Photography”-Manier werden hier die Schatten eines Hauses für den Bildaufbau benutzt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sven Schwinning).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sven Schwinning).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild habe ich im Novemer 2009 in Valencia/Spanien aufgenommen. Es ist eines der ersten Versuche, wieder mit der analogen Spiegelreflex zu arbeiten. Dieses Bild ist Teil einer Serie, die als Straßenfotografie bezeichnet werden kann. Gelungen finde ich an dieser Fotografie das Spiel zwischen Licht und Schatten.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Sven Schwinning:

Ich kann dem Fotografen Sven nur zustimmen, wenn er als Kommentar zu seinem Bild schreibt: “Gelungen finde ich an dieser Fotografie das Spiel zwischen Licht und Schatten.” Das ist es in der Tat.

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Mittelformat:
Von Canon zur “Möwe”

In seiner Wahlheimat Shanghai hat Blogger Lukas Hadorn nicht nur die Fotografie entdeckt – sondern auch eine analoge Mittelformatkamera: Die “Seagull” oder “Haiou”. Erfahrungsbericht einer Liebesbeziehung (Teil I).

Von Lukas Hadorn, Shanghai

Die Seagull oder Haiou (© Lukas Hadorn)

Die Seagull oder Haiou (© Lukas Hadorn)


Chinesische Haiou (© L. Hadorn)

Verschlusszeit? Blende? Fokus? Bis vor ein paar Monaten waren dies Begriffe, die ich zwar zweifelsfrei der Fotografie zuordnen konnte, aber damit hatte es sich auch schon.

Ich besass eine digitale Kompaktkamera, mit der ich Bilder im Automatikmodus knipste.

Das Thema “manuelle Einstellung” reduzierte sich für mich auf die Entscheidung, mit oder ohne Blitz zu fotografieren:

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