Thema: Aussage

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema Aussage:

Deichspaziergang: Weniger ist mehrEinsamkeit des Seglers: Mitten im SturmHerzinfarkt II: Die Kraft des PersönlichenPflanze am Strassenrand: Mehr Objekt-Kontrast

 

Alle 43 Artikel zum Thema Aussage auf fokussiert.com:

Sportfoto:
Die Action im Hintergrund

Bei Spiel und Sport muss der Fokus des Fotografen nicht immer genau dort sein, wo die Action ist – aber er muss auf etwas interessantes zeigen.

Kommentar des Fotografen:

Das Foto ist bei einem Beachvolleyball-Turnier entstanden, bei dem Bekannte von mir teilgenommen haben. Mein Ziel war hauptsächlich, zu üben und für besagte Freunde schöne Fotos zu schießen. Eigentlich hätte ich es gerne als “Sportfoto” eingeordnet, da es diese Kategorie aber nicht gibt, scheint mit “Portrait” am passendsten, obwohl es kein Gesicht zeigt. Besonders gefällt mir daran, dass es (aus meiner Sicht) die Gedanken des Spielers in blau quasi aufdrängt, der gerade die Gegenspielerin sieht, die gerade noch den Ball bekommt, während er noch außerhalb des Felds im Sand sitzt: “Verdammt”. Es ärgert mich etwas, dass ich es nicht geschafft habe, den Spieler weiter rechts anzuordnen, was das Bild aus meiner Sicht deutlich verbessert hätte.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Robert Hoof:

Ein Mann in Sportkleidung sitzt im Sand in diesem Farbbild und blickt von der Kamera weg. Über seine linke Schulter ist im Hintergrund in der Unschärfe eine Frau zu sehen, die auf den Knien in typischer Volleyball-Haltung einen Ball annimmt.

Dieses Bild hat eine ganze Reihe von Problemen. Das wichtigste ist, dass Du etwas zu zeigen versuchst, was man nicht sehen kann – die Gedanken des Spielers im Vordergrund. Denn um auf die Aussage zu kommen, die Du ihm zudenkst, muss ich als Betrachter eine ganze Reihe weiterer Fakten kennen, die im Bild nicht zu sehen sind:

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Schnappschuss:
Dorftratsch mit Blick in die Zukunft

Mit gezielter Fotografie oder Bearbeitung kann man einem Bild ein bestimmte Aussage mitgeben. Nur stimmt diese immer?

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Kommentar des Fotografen:

Fototour im tschechischen Niederböhmen, das vor 1945 zu Deutschland gehörte, das Bild, eher ein Schnappschuss, zeigt aber gut die Perspektivlosigkeit des Lebens in den grenznahen Gebieten zu Deutschland. Bearbeitet das übliche, zuzüglich Vignettierung und warmer Ton. Titel…Dorftratsch

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Günter Kutschke:

Was mir an Günters Bild als Erstes auffiel, waren die leichten Pastelltöne im gut gewähltem Farbkontrast und die korrekte Anordnung der Protagonisten im Bild nach der Drittelregelung. Also rein technisch gibt es nichts auszusetzen. Dann las ich seine Beschreibung dazu:

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Dokumentation:
Dramatisierte Queen

Um die schiere Grösse von Objekten zu dokumentieren, ist ein klarer Masstab nötig – und ein Normal- oder Weitwinkelobjektiv auf grosse Distanz eine unglückliche Wahl.

Kommentar des Fotografen:

Das Foto ist im Rahmen des Hamburg-Besuchs der Queen Mary II am 04.05.2011 entstanden. Ziel war es grundsätzlich die Mons der Queen darzustellen. Dies wird schon durch die davor liegenden Versorgungsschiffe sehr schön deutlich. Die Ausarbeitung der Wolken soll diese „bedrohliche“ Größe durch eine künstlich geschaffene Dramatik unterstützen. Gleichfalls wählte ich aus diesem Grund eine tiefe Kameraposition hinter Steinen, um dem Betrachter unbewußt das Gefühl zu geben, ich hätte mich dahinter versteckt. Den zusätzlichen Eindruck von Enge und Bedrohlichkeit bringt der lediglich enge Fluchtkanal zwischen Wolken und Steinen, deren Begrenzungslinien aufgrund der absichtlich so gewählten Steinposition parallele Verläufe andeuten. Die Steine habe ich nicht zusätzlich bearbeitet, sie sind durch die Kombination aus Brennweite und Objektivabstand entstanden.

Peter Sennhauser meint zum Bild von René Quint:

Die majestätische Queen Mary II ist in diesem Bild im Hafen von Hamburg zu sehen. Im Vordergrund sind in der Unschärfe einige Felsen zu erkennen, dahinter erstreckt sich eine wasserfläche, in der schliesslich die Queen am Pier liegt, umgeben von kleinen Versorgungsschiffen. Über der Szene türmen sich Häufchenwolken.

Kein Zweifel, sie ist ein majestätisches Schiff, und Du hast einen guten Standort gewählt, um die Queen Mary II in ihrer vollen Pracht abzulichten. Ob allerdings Deine insgesamt recht anspruchsvollen und komplexen Absichten zur Bildaussage aufgehen, wage ich zu bezweifeln:

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Aktfoto:
Nackt unter Helmen

Auch Aktfotos brauchen eine Geschichte. Das einfache Aufstellen einer Person vor einem beliebigen Hintergrund ergibt nicht automatisch einen logischen Zusammenhang.

Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand bei einem Shooting im Stahlwerk Brandenburg. Mir gefällt das weiche natürliche Seitenlicht, das den Körper der Frau sanft konturiert und die Verbindung mit der Helmgalerie, die erzählerische Assoziationen unterstützt. Ich bin auf Eure Meinung gespannt.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Bodo Viebahn:

Eine nackte Frau ist kein fotografischer Selbstzweck. Ich kann als Mann verstehen, warum das Genre “Aktfotografie” zu den beliebtesten in der Fotografie gehört. Es ist unbestritten, dass es abgesehen von den technischen Herausforderungen eine lustvollere Arbeitsatmosphäre bietet als – sagen wir – die Fotografie von Industrieanlagen, wie sie das Ehepaar Becher betrieb.

Viele Männer scheinen jedoch in Anbetracht eines nackten Frauenkörpers grundlegende Aspekte der Fotografie auszublenden. Selbst wenn das Licht und die Komposition – wie hier – durchaus “der Norm entsprechen”, fehlt bei Amateuren, die sich an Aktaufnahmen versuchen, oft die Sinnlichkeit im Bild:

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Dokumentation:
Der Vordergrund fehlt

Auch bei einem dokumentarischen Foto macht der Vordergrund das Bild spannender.

Kommentar des Fotografen:

Abbruch des grossen Ausflugsrestaurants auf dem Drachenfels bei Bonn. Da ich wusste, das die Arbeiten gerade im Gang waren und ich ein paar Tage frei hatte, bin ich mal hingefahren, um ein paar Bilder zu machen. Das Wetter war nicht wirklich gut, aber dafür gab es ein paar tief hängende Wolken und eine schöne Lufttperspektive im Hintergrund. Es sollte natürlich nicht nur ein dokumentarisches Bild werden sondern auch ein interessantes Bild mit klarem Aufbau. Die Frage ist, ob das so gelungen ist.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Jürgen Beckmann:

Ein Gebäude auf einem Felsen wird abgerissen, im Hintergrund schimmert ein Fluss. Das Bild vermittelt eine ruhige Atmosphäre. Vor allem aufgrund der monotonen Farbgebung – aber auch weil im Bild nichts passiert:

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Naturfotografie:
Der Rabe

Ein Bildkonzept in der Natur umzusetzen ist problematisch und besonders schwierig, wenn man Tiere als Darsteller wählt. Hier ist es gelungen.

Kommentar des Fotografen:

Immer wieder zog ich mit der Kamera los, um einen der zahlreichen, am Rheinufer lebenden Raben vor dem Drachenfelspanorama in Königswinter bei Bonn einzufangen. An diesem Tag kam dieses Prachtexemplar angeflattert und setzte sich – unweit meines Standorts – auf den Zaun der linksrheinischen Uferpromenade. Es blieben mir nur wenige Sekunden, bis ich mit meinem 85er nah genug heran kam, in die Knie ging und dieses Foto machte. Und bevor ich in irgendwelche TfP-Verhandlungen mit dem Raben treten konnte, war er schon über alle Berge des gegenüberliegenden Siebengebirges verschwunden

Ich mag dieses Motiv, weil der “geheimnisvolle’ Rabe der mythenumwobenen Gegend um den Drachenfels eine zusätzliche Bedeutung verleiht und vielfältig deutbar ist. Die Entscheidung für Schwarzweiß und der bestimmte Ausschnitt sollte dem Geheimnisvollen noch zusätzliche erzählerische Wirkung verleihen. Geht die Rechnung auf?

Peter Sennhauser meint zum Bild von Raimund Janocha:

Ein Rabe sitzt auf einem Geländer um Ufer eines Flusses. In der Schwarz-Weiss-Aufnahme ist rechts in der oberen Bildhälfte am Rand ein Framing durch zwei Bäume zu sehen, von links schiebt sich im Hintergrund, der durch Dunst stark weichgezeichnet ist, ein Gebirgszug nach rechts ins Bild.

Um Deine Frage zu beantworten: Die Rechnung geht auf, allerdings nicht bis auf die letzten Stellen hinter dem Komma. Wir haben hier schon mehrfach darauf hingewiesen, dass es häufig schief geht, wenn man ein Bild mit interpretatorischen Absichten komponiert. Das gilt auch hier:

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Streetfoto in Schwarzweiß:
Manchmal ist gar keine
die beste Nachbearbeitung

Bei einem Straßenfoto zählt die Aussage mehr als die Technik. Das macht zwar technische Mängel nicht automatisch wett, aber wenn diese vorhanden sind, tun sie dem Bild auch nicht automatisch Abbruch.

Kommentar des Fotografen:

Ich bin für eine Projektarbeit auf der Suche nach diversen Gegenlichtsituationen, mich faszinieren diese extremen Kontraste zwischen hell und dunkel, welche auch auf diesem Foto deutlich zu sehen sind. Wichtig ist mir auch, das meine Bilder nicht gestellt sind, sondern so auf der Strasse vorgefunden wurden. Dieses Bild entstand an einem Abend auf meiner Fototour in Zürich; ich sah diese Lichtsituation und wartete auf den passenden Moment. Die Person und deren Schatten geben dem Bild eine gewisse Tiefe.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Dominik Baur:

Bei diesem Bild kam mir unwillkürlich “Der Dritte Mann” in den Sinn. Du hast hier viel Stimmung eingefangen, und das hielt mich im Bild fest. Da es sich um eine Gegenlichtsituation handelt, ist es nicht schlimm, daß Teile des Bildes schwarz wegsumpfen – es trägt für mich zum Charakter des Fotos bei.

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Konzeptbild:
Kranker Teddy

Auch wenn das Motiv krank aussieht, muss das nicht für das Foto gelten. Zudem gilt, dass Aussage des Bildes und Lichtstimmung zusammen passen sollten.

Kommentar des Fotografen:

Der Teddy von meinem sohn. Er saß da so traurig, einsam, verletzt und verlassen. Ich hab das Foto nachträglich aufgehellt und gesättigt, was mir meiner Meinung nach nicht sehr gut gelungen ist. Allerdings hat das bild eine starke Aussagekraft, die in die richtung von mißhandlung geht.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Manja Sirch:

Es ist ein hinlänglich bekanntes Motiv: Ein einsamer Teddybär, möglichst alt und zerfleddert aussehend, vielleicht in einer dunklen Ecke oder achtlos in einem düsteren Kinderzimmer liegend. Häufig wird es in Zeitschriften zur Illustration von Themen wie Kindesmißbrauch oder sexueller Gewalt benutzt.

Diese Assoziation hattest Du selber auch. Jedoch schreibst Du, dass Du das Bild nachträglich aufgehellt und gesättigt hast:

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Tunnelfoto:
Subjekt verstärkt Leere

Manchmal ist eine eindeutige Bildaussage zu viel des Guten. Leere wirkt leerer, wenn etwas drin zu sehen ist.

Kommentar des Fotografen:

Die Aufnahme ist im Rahmen eines Photowalks in Hamburg entstanden. Sie zeigt den alten Elbtunnel in einer sehr bekannten Perspektive. Ich finde, dass Bearbeitung (1:1 Format, Kontrastanhebung + leichte Tonung) der Aufnahme das gewisse Etwas verleiht. Tonungen sind natürlich immer Geschmackssache, dennoch finde ich sie passend zu der metallenen Verkleidung.

Profi Stuart Schwartz meint zum Bild von Ronny Ritschel:

Eine interessante Aufnahme – aber auch eine sehr leere. Das mag die Absicht gewesen sein, aber ich brauche ein Subjekt.

Da sind zwei Menschen weit, weit hinten im Tunnel in der Fotografie zu sehen, und meiner Ansicht nach sind sie zu weit weg. Die Aufnahme würde extrem an Kraft gewinnen, wenn ein Quäntchen Leben den Kontrast bilden würde:

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Beinschnappschuss:
Kunst ist kein Zufall

Einfach abdrücken und hoffen, damit einen genialen Schnappschuss oder sogar ein gut durchkomponiertes Foto mit einer nennenswerten Aussage zu erhalten, ist in der Fotografie selten von Erfolg gekrönt.

Kommentar des Fotografen:

wieder der moment/grafierer, entscheidungen werden sofort abgelichtet. das auge entscheidet, nicht die vernunft!!!

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von peter gutzat:

Ein Foto kann durch eine Aussage wirken, weil es eine Geschichte erzählt oder eine Emotion vermittelt; es kann durch ein auffälliges oder schönes Motiv beeindrucken oder durch Form, Farbgebung oder Symmetrie entzücken.

Bei Schnappschüssen und auch im Bereich “Dokumentation”, in dem dieses Foto eingereicht wurde, steht meist die Aussage im Vordergrund, entweder tragisch berührend oder durch Humor erheiternd.

Diese Fotografie zeigt Schuhe auf dem Bürgersteig in Bewegung. Das hat in dieser speziellen Konstellation leider keinen dokumentarischen Wert, noch ist es in irgendeiner Form witzig – und auch in der Komposition ist es nicht aussergewöhnlich.

Der Fotograf Peter Gutzat meint in seinem Kommentar zum Foto, dass das Auge entscheiden würde, nicht die Vernunft.

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