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Tutorial Porträtfotografie (2/4):
Ausschnitt und Perspektive

Porträt ist nicht gleich Porträt: Das Genre ist aufgeteilt in viele Untergenres. das fängt beim Format an und hört bei der Kopfhaltung und den Perpektiven nicht auf.

3. Arten des Porträts

Wer sich mit der Porträtfotografie ernsthaft beschäftigen möchte, ist gewiß nicht schlecht beraten, die Systematik einigermaßen zu kennen, um eine gute Wahl für das anstehende Motiv zu treffen – insofern möchte ich Euch in diesem Abschnitt gerne einen Überblick der Porträtarten vermitteln.

3a. Unterteilung nach dem Format

Bereits der Wahl des Aufnahmeformats kommt eine große Bedeutung zu.

So macht es einen beträchtlichen Unterschied, ob wir den aus größerer Entfernung im Sinne eines ‚long shots‘ bzw. Umgebungsporträts Aufgenommen ins Querformat setzen und insofern auch die Umgebung zitieren, oder ob wir andersherum den aus geringer Distanz im Sinne eines ‚close ups‘ bzw. Nahporträts Abgebildeten in das Hochformat setzen, seine Umgebung in Unschärfe fallen lassen und ihn so isolieren.

Es lohnt sich also, bei den Überlegungen zur Bildgestaltung auch diesen Aspekt mit einzubeziehen. Weiterlesen

Digitale Nachbearbeitung von Fotos:
Das Salz in der Suppe

Die Digitalfotografie ermöglicht uns, „einfach mal drauflos zu schiessen“ und anschliessend zu löschen, was nicht gefällt. Oft tritt dabei der Akt des Fotografierens an sich in den Hintergrund. Aber auch in Zeiten der Digitalfotografie hat ein gutes Bild unsere volle Aufmerksamkeit beim Fotografieren verdient. Eine korrekt belichtete Aufnahme mit einem gut gewählten Sujet und dem richtigen Ausschnitt ist der erste Schritt zu einem perfekten Bild. Die Bildbearbeitung sollte dabei als eigener Schritt angesehen werden und nicht für Korrekturen bereits vor der Aufnahme vorausgesetzt werden.

Originalbild vor der Bearbeitung

Der Look steuert die Emotionen
Doch natürlich ist auch die Nachbearbeitung im Photoshop essentiell für das Bild, oder wer trinkt seinen teuren Wein schon aus einer Kaffeetasse? Weiterlesen

Foodfotografie (2/2):
Essen in Szene setzen

Im ersten Teil habe ich ein paar allgemeine Ausführungen zu Food Styling gemacht. Mit ein wenig Übung kann auch ein Anfänger schnell effektvolle Essensfotos aufnehmen.

Pancakes Foodfotografie

Was aber soll man tun, wenn man eine winzige Küche oder unattraktive Möbel hat? Oder wenn man einfach nur das gesamte Set von A bis Z kontrollieren will? Ich habe mir ein paar Pressfaserplatten „antik“ weiß und in anderen Texturen angestrichen, die ich als „Tisch“ benutze. Außerdem kann man sie bequem auf den Boden legen, wenn man eine Aufnahme direkt von oben machen möchte.

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Fotografische Komposition – Teil 1 von 3:
Darauf ist bei der Bildgestaltung zu achten

Komposition, kompositionelle Regeln und Stilrichtungen haben sich über die Jahrhunderte hinweg grundsätzlich geändert, sind geformt und gebrochen worden. Die folgenden Ausführungen sind daher auch nicht als historische Abhandlung gedacht, sondern als kurzer Überblick über wichtige Gesichtspunkte fotografischer Komposition.

David Hurn bemerkte in seinem Interview mit Bill Jay, dem auf fokussiert besprochenen „Fotograf sein – On being a photographer“, ein Fotograf habe grundsätzlich nur zu entscheiden, wo er steht, und wann er auf den Auslöser drückt. Insofern sei Fotografie sehr einfach. Und dem pflichte ich uneingeschränkt bei.
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Leserfoto:
Straßenschnappschuß – Geschichten erzählen

Die Geschichte, die ein Foto erzählt, ist für jeden anders.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Markus Rimml).

Kommentar des Fotografen:

Das Foto entstand 2011 in Lissabon und war mein erstes Streetfoto, das eine Geschichte erzählt.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Markus Rimml:

Wenn ich ein Foto lange betrachten muß, um mir darüber klar zu werden, was ich eigentlich darüber schreiben will, hat das meistens den Grund, daß mir die Inspiration hinsichtlich genau dieses Bildes fehlt – es spricht mich auf einer tieferen Ebene nicht an.

Wir bekommen hier bei fokussiert nicht oft Bilder unter „Street“ eingereicht, die ich tatsächlich auch in diese Kategorie einordnen würde, denn oft sind es nur im Vorbeigehen gemachte Schnappschüsse, bei denen die Kategorie für den Einreichenden wohl irgendwie am besten gepaßt hat. Dieses Foto hier ist für mich Street, allerdings weiß ich nicht, was für eine Geschichte es mir erzählen soll.

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Ralph Gibson:
Der Schlafwandler in Berlin

Ralph Gibson ist neben Diane Arbus und Garry Winogrand einer der bekanntesten Vertreter der New Yorker Photoszene. Mit seinen surreal-metaphysischen Schwarz-Weiß-Arbeiten gab er den 1960er und 1970er Jahren einen gestalterischen Ausdruck, wirkte stilbildend und vereinte in seinem Medium verschiedene künstlerische Stilrichtungen. Eine seiner bekanntesten Publikationen ist der 1970 erschienene Bildband «The Somnabulist». In der Berliner Galerie «Camera Work» sind vom 16. Juni bis zum 4. August 60 Arbeiten aus seinem Schaffen zu sehen.

Ralph Gibson: Leda, 1974
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Unterwasserfoto:
Trojanische Kreativität

Wem gebührt das Lob für die kreative Leistung einer Fotografie? Anhand dieses Fotos aus dem SeaLife München lässt sich das gut diskutieren.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Christian Steiner).

Kommentar des Fotografen:

Nach einem schönen Tag im SeaLife München ist dieses Bild „Trojan Horse“ entstanden. Kurz vor dem Ausgang war dann das größte Becken des SeaLife zu sehen. Ein unscheinbares Fenster direkt vor dem Ausgang bot mir dann diesen Blick. Ich wollte unbedingt diese Perspektive festhalten. Das Licht von oben, das Blau des Wassers, die Luftblasen, die Tiere, die im Becken schwammen, und natürlich das riesige Holzpferd. Die meiste Zeit von meinem Besuch im SeaLife habe ich wohl genau an diesem Fenster verbracht. Ich hatte Glück, dass dieses Fenster nicht so stark gebogen war. Da das Fenster nicht besonders groß ist und man keine Möglichkeit hat, ein paar Schritte zurückzutreten, musste ich direkt an das Fenster ran, um das Pferd komplett ablichten zu können. Genau hier war ich richtig froh, dass mein Canon 50mm f1.4 an meiner Canon 5D Mark II genau den richtigen Bildausschnitt hatte. Mein Freund, der auch dabei war, hatte mit seiner Canon 50D und dem 50mm f1.8 weniger Glück. Der Bildausschnitt an seiner Kamera war zu eng. Da mich dieses Pferd an das Holzpferd von Troja erinnerte, benannte ich das Bild dementsprechend.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Christian Steiner:

Eine Szene wie aus einem Märchen. Nein, genauer, wie aus einer Geschichte aus längst vergangenen Zeiten. Sofort beim Anblick musste ich an das trojanische Holzpferd denken; mittlerweile versunken auf dem Meeresgrund, wartet es auf die Entdeckung durch den Fotografen.

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Bildausschnitt:
Aussage und Technik

Eine interessante Situation ist eine gute Basis, aber keine Garantie für ein starkes Bild. Die Technik, die Bildgestaltung und deie Bildwirkung müssen zusammenspielen, wenn starke Bilder entstehen sollen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Werner Reichel).

Kommentar des Fotografen:

VOR DER TÜR Ein Bildausschnitt

Profi Martin Zurmühle meint zum Bild von Werner Reichel:

Diese Aufnahme von Werner Reichel zeigt uns einen trinkenden Jungen, der bei einer Türe steht und von innen heraus fotografiert wurde. Das Schöne an der Aufnahme ist die Lockerheit und Ungestelltheit der ganzen Situation. Das Bild zeigt und so einfach einen Ausschnitt aus dem Leben. Für Leute, die den Ort und die Situation kennen, mag so das Bild eine Erinnerung sein. Für Aussenstehende, die diese Situation nicht kennen, zählt aber einzig die Qualität und die Wirkung des Bildes. Und in dieser Beziehung vermag diese Aufnahme nicht zu bestehen:

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Digitale Kunst:
Die verpasste Möwe

Manchmal muss sich ein Fotograf eingestehen, dass seine geplanten Fotos nichts geworden sind. Hilfreich ist es dann, zu analysieren, woran das gelegen haben könnte.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Arno Syska).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild habe ich auf der Fähre von Venedig (Italien) nach Patras (Griechenland) aufgenommen. Es war ein etwas düsterer Morgen und das Ziel war es, eine Möve scharf zu fotografieren. Zuerst dachte man natürlich, das Bild sei wie die andern nichts geworden, doch nach näherem Betrachten fällt einem der Kontrast ins Auge, und gerade das Verschwommene macht dieses Bild aus.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Arno Syska:

Kennt Ihr das Gefühl, in der Ausstellung für Modern Art eines Kunstmuseums zu stehen und beim Betrachten der Bilder an der Wand gelegentlich zu denken: „Meint der Künstler das tatsächlich ernst oder wurde hier nur ein versehentliches Zufallsprodukt zur Absicht erklärt?“

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Abstraktfoto:
Spiel mit Form und Rhythmus

Abstraktionen sind anspruchsvolle und schwierige Themen in der Fotografie. Wie in der Malerei wirken die Bilder nur dann stark auf den Betrachter, wenn es gelingt, die Formen udn Muster gekonnt und stark zur Geltung zu bringen. Hannelore Aydin gelingt das bei ihrer Aufnahme ganz gut.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Hannelore Aydin).

Kommentar des Fotografen:

Ausschnitt. Mir gefallen die blauen Töne und die Strukturen, die beim Zoomen des Obj. entstanden.

Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Hannelore Aydin:

Wenn wir dieses Bild aus der Perspektive des Vier-Augen-Modells anschauen, so erkennen wir, dass nur gerade das Form-Auge durch die Abstraktion angesprochen werden kann. Das Bild erzählt uns nichts Besonderes, und auch die Gefühle werden einzig etwas durch die Lichtführung aktiviert. Aber:

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