Thema: Belichtungszeit

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema Belichtungszeit:


 

Alle 32 Artikel zum Thema Belichtungszeit auf fokussiert.com:

Leserfoto:
Ein Augenblick großer Konzentration und Innigkeit

In der heutigen Bildbesprechung widmen wir uns Fragen der experimentellen Fotografie.

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Ein sehr interessantes, experimentelles Bild hat unsere Leserin Yvette Hummel aus Jena unter dem Titel “Total verZOUKt” zur Besprechung eingereicht. Sie schreibt ergänzend: “Dieses Bild entstand auf dem Zouk-Floor einer unserer Salsapartys. Zouk ist ein in Europa noch relativ neuer Paartanz, der sehr expressiv ist. Dementsprechend schöne Motive können beim Fotographieren entstehen (im Vergleich zur motivisch relativ schnell ausgelutschten Salsa). Ich versuche in meinen Bildern immer, die Stimmung der Tänzer einzufangen. Daher finden auch solche Bilder wie dieses hier Eingang in meine Auswahl. Die Tänzer schauen zwar ernst, gerade das ist für uns Tänzer aber meist ein Gütesiegel für die Qualität des grad erlebten Tanzes – völlige Versunkenheit in die Musik, die Bewegung und das Miteinander mit dem/der Tanzpartner/in.”

Zur Aufnahme wurde eine Nikon D5000 mit Zoomobjektiv 18.0-50.0 mm f/2.8-4.5 verwendet. Die Brennweite betrug 27,0 mm (40 mm Kleinbildäquivalent bei einem Formatfaktor von 1.5), die Belichtungsdaten waren 0.3 Sekunde (hallo!) bei Blende f/8 und ISO 250. Die Aufnahme erfolgte freihändig und offensichtlich mit einem Mitzieheffekt. Ein Blitz wurde laut Exif-Daten nicht verwendet.

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Yvettes Begeisterung und Ernsthaftigkeit für das dargestellte Thema teilt sich – wie ich meine – in Bild und Text sehr schön mit. Ich persönlich wußte zwar nicht, ‘wo Salsa endet und Zouk beginnt’; und ich meinte auch, in der hochkonzentrierten und innigen Versunkenheit und in der dargestellten Neigefigur (nennt man das so?) eher Elemente des Tangos wiederzuerkennen, aber ‘so what?’ … es mag uns hier eher darum gehen, wie wir eine expressive Szene mithilfe eines emperimentellen bzw. unkonventionellen Ansatzes überzeugend umsetzen können. Doch betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente. » weiterlesen

Lina Kim/Michael Wesely:
Schattenloses Brasília

Ein schattenloses Brasília: Die Langzeitbelichtungen von Lina Kim und Michael Wesely zeigen die utopische Hauptstadt, als ob die Sonne niemals unterginge.

Über sieben Jahre reisten Lina Kim und Michael Wesely in die vom Architekten Oscar Niemeyer entworfene brasilianische Hauptstadt. Die großformatigen Bilder entstanden in aufwändigen Verfahren.

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Leserfoto:
Mit den Füßen im Jazz

Oh nein, dass hat der Jazz nicht verdient, dass er von solch einem Foto repräsentiert werden müsste. Unsaubere Arbeit ohne Konzept ist eben nicht das gleiche wie Improvisation.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Paul Frühauf).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Paul Frühauf).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand beim Jazzweekend 2009 in Linz. Die Rauheit und die etwas schlampige Nachbearbeitung sollen den Improvisationscharakter von Jazz einfangen.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Paul Frühauf:

Manchmal müssen auch Fotografen der Wahrheit ins Auge blicken: Dieses oder jenes Bild ist nichts geworden. Entweder wird es direkt auf dem Display der Kamera erkannt oder spätestens bei der Ansicht am großen Computermonitor. » weiterlesen

Leserfoto:
Ein neuer Blick auf die Tower Bridge

Es ist gar nicht so einfach, häufig fotografierte Sehenswürdigkeiten in einem ungewöhnlichen Blickwinkel festzuhalten. Bei der Tower Bridge hat es der Fotograf hier mit einer Kombination aus Langzeitbelichtung, Tempo und Farbmischung geschafft.

Klick für Vollansicht (© Torsten Muehlbacher).

Klick für Vollansicht (© Torsten Muehlbacher).

Kommentar des Fotografen:

Speed > unterwegs in London
Canon EOS 5D Mark III
Belichtung 3.2
Blende f/8.0
Brennweite 40 mm
ISO-Empfindlichkeit 100
mit dem “genialen” Canon EF 40mm 2.8 Pancake

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Torsten Muehlbacher:

Pankcake-Objektive? Was ist das? Das sind sehr kompakte, sprich, kurze Objektive, die sich deshalb den Spitznamen der flachen Pfannkuchen (oder je nach Region Eierkuchen, Crepes, etc.) erarbeitet haben. Der Vorteil dieser Objektive ist, leicht und damit sehr transportabel zu sein, was sie zu idealen Begleitern auf Fotoreisen, vor allem mit dem Flugzeug, macht.

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Digitale Lochkamera:
Tipps für Einsteiger

Eine Lochkamera zu bauen, ist nicht nur ein beliebtes Projekt für Schüler, weil es ja eigentlich nur einer Kiste mit Loch bedarf, ausgerüstet mit lichtempfindlichen Material. Es gibt auch eine ganze Sparte von Fotografen, die Lochkamerafotografie regelrecht als Kult betreibt.

Eggs & Spoons
Enthusiasten arbeiten mit allen möglichen Kameramodellen, von selbstgemachten Kisten- und Röhrenkameras bis zu edel verarbeiteten Holzmodellen (etwa die der Firma Zero, http://www.zeroimage.com).

(Links: http://www.pinhole.org, http://www.pinholeday.org, http://die-lochkamera.de)

Ich selbst bin vor Jahren auf die digitale Variante der Lochkamerafotografie gestoßen, habe aber erst vor kurzem wieder angefangen, mich damit zu beschäftigen. Denn jeder, der eine (digitale) Spiegelreflexkamera besitzt, kann diese ohne weiteres zur Lochkamera machen (Anleitungen sind überall im Internet zu finden): » weiterlesen

Leserfoto:
Die Hälfte der fotografischen Regeln

Es gibt viele einfache Regeln in der Fotografie, mit der sich ein Bild leicht besser gestalten lässt. Bei diesem Männerportrait wurde jedoch nur ein Teil davon umgesetzt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Anna Mockenhaupt).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Anna Mockenhaupt).

Kommentar des Fotografen:

Mein Ziel war es, einfach nur den Moment einzufangen, die Person nicht in die Mitte des Bildes zu positionieren, damit man die Sonnenstrahlen links noch erahnen kann und die Stirn abzuschneiden um dem ganzen ein wenig mehr Charakter und Blickfang zu geben.
Geändert habe ich Kontrast, Helligkeit und Sättigung. Brennweite 66mm, Blende 5,3, Belichtungszeit 1/100sek, ISO-100

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Anna Mockenhaupt:

Es gehört zu einer der goldenen Regeln der Fotografie: Es ist selten gut, das Hauptmotiv in der Mitte des Bildes zu platzieren. Insofern hat die Fotografin hier schon richtig gehandelt, als sie genau das vermeiden wollte. Dabei hat sie jedoch zwei weitere Regeln übersehen, die viel dazu beigetragen hätten, dieses Portrait eines jungen Mannes mit Brille zu verbessern.

Da wäre zum einen die Regel, dass es oft sinnvoller ist, die Person in das Bild hineinschauen zu lassen als die Person so am Bildrand zu positionieren, dass die Augen aus dem Foto herausschauen. Genau das ist hier geschehen und der Betrachter bekommt unweigerlich das ungute Gefühl, dass hier etwas fehlt, dass ihm etwas vorenthalten wird. Die von der Fotografin erwähnten Sonnenstrahlen links sind ja nicht so wichtig für das Bild als dass sie unbedingt im Foto enthalten sein müssten und außerdem ist links von den Sonnenstrahlen immer noch genug leerer Raum, der hätte abgeschnitten werden können, um dafür dem Mann rechts mehr Blickfreiraum zu lassen.

Die andere Regel betrifft den Anschnitt des Kopfes oben. Es ist prinzipiell richtig, dass sich oberhalb der Augen bei den meisten Menschen kaum etwas Interessantes abspielt, sodaß die Haare oft problemlos abgeschnitten werden können, wenn dadurch das wichtigere Gesicht auf dem Bild größer zur Geltung kommen kann. Zur Regel gehört jedoch auch, dass die Stirn ebenfalls selten ein interessantes Merkmal im Gesicht ist, weshalb es üblicherweise besser ist, ca. ein, zwei Zentimeter über den Augen abzuschneiden, in diesem Fall also ungefähr da, wo die Stirnfalten des Mannes liegen.

Natürlich sind diese Regeln nur Vorschläge, keine in Stein gemeißelten Gesetze und es gibt viele Situationen, wo es vernünftig ist, davon abzuweichen. Dieses Männerportrait gehört jedoch nicht dazu.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
Mehr über die Profi-Bildkritik erfahren / Eigene Bilder zur Kritik einreichen.

Leserfoto:
Schweden machen nicht nur schräge Werbung …

Die Gunst der “Blauen Stunde“ nutzen und ein perfektes Bild erstellen, ist scheinbar nicht so einfach.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Florian Bennewitz).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Florian Bennewitz).

Kommentar des Fotografen:

Dieses alte, nur spärlich beleuchtete Fabrikgebäude sah ich in Nyköping, Schweden, direkt hinter einer Stromschnelle. Die recht lang gewählte Belichtungszeit erschuf dabei den faszinierenden Anblick des Wassers.

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Florian Bennewitz:

Der Sommer in Schweden bietet jede Menge Motive, abseits der Natur mit glasklaren oder rostbraunen Seen, Wäldern, Hügeln und Elchen kann auch architektonische Kleinode und historische Kulturdenkmäler entdecken und ablichten.

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Infrarotfotografie:
Tipps für Einsteiger

Für gute Infrarotfotografie benötigt man nicht viel: eine Kamera, die Infrarot fotografieren kann, ein Stativ und Tageslicht. In der Nachbearbeitung kann man entscheiden, wie man mit einem Bild weiter verfährt.

  1. Kamera und Einstellungen Für Infrarotfotografie braucht man eine Kamera, die das Infrarotspektrum des Lichtes aufnehmen kann. Um festzustellen, ob Deine Kamera geeignet ist, nimmst Du eine Fernbedienung, richtest sie auf die eingeschaltete Kamera und drückst einen Knopf. Wenn Du nichts siehst, kann Deine Kamera Infrarot (IR) nicht einfangen.Es gibt dann zwei Möglichkeiten: entweder Du besorgst Dir eine Kamera, die Infrarot „kann“. Ich habe mir vor Jahren eine kleine Minolta DiMage7 auf eBay ersteigert, die zwar nur 5.2 Megapixel hat, aber dafür im Gegensatz zu meiner Canon IR sieht. Alternativ kannst Du eine Kamera so umarbeiten lassen, daß ihr Sensor nur noch IR und sonst nichts anderes einfängt (Vorsicht, ist meines Wissens nicht reversibel). Im Internet gibt es alle möglichen Firmen, die diese Dienste anbieten. Ich werde mich im folgenden auf die Option der nicht veränderten Kamera konzentrieren.

    Im Fall der kleinen Minolta oder einer anderen Kamera, die nicht umgearbeitet wurde, braucht man noch einen IR Filter. Hier wird typischerweise ein Hoya 72 verwendet. Es gibt auch andere, die sich dadurch unterscheiden, wieviel IR sie durchlassen.

    Ich fotografiere auf der Minolta im vollen Programmmodus und in Farbe. Ersteres, weil die Kamera von sich aus meistens die richtigen Einstellungen wählt, und letzteres, weil ich in der Nachbearbeitung bessere Kontrolle darüber habe, wie ich das Foto in Schwarzweiß umwandele. Weil hier nur das Infrarotspektrum aufgenommen wird, empfiehlt es sich auch, im RAW Format zu arbeiten (RAW Dateien enthalten mehr Bildinformationen).

  2. Hier zur Veranschaulichung dasselbe Modell in “normalem” Schwarzweiß, unbearbeitetem IR und IR-Schwarzweiß:

    das Modell im Original

    das Modell im Original

    das Modell in Infrarot, nicht umgewandelt

    das Modell in Infrarot, nicht umgewandelt

    das Modell in Infrarot und Schwarzweissumwandlung

    das Modell in Infrarot und Schwarzweissumwandlung

  3. Stativ Belichtungszeiten mit IR sind sehr lang, da durch einen fast undurchsichtigen Filter fotografiert wird. Es ist unerläßlich, mit Stativ zu fotografieren, weil man sonst verwackelte Fotos riskiert.
  4. Tageslicht Wenn Du kannst, fotografiere bei Sonnenlicht im Freien, denn künstliches Licht hat in der Regel nicht genügend IR-Anteil. Alternativ kannst Du Dir Glühbirnen zulegen, die das Tageslichtspektrum imitieren.
  5. Motivwahl Wie bei anderen Genres der Fotografie eignet sich nicht alles gleichermaßen für IR. Es bietet sich an, bevorzugt Landschaften aufzunehmen, denn dann wird der Effekt besonders sichtbar: der Himmel wird fast schwarz, Blätter leuchten weiß und so weiter.Ich persönlich fotografiere gerne Porträts in IR. Der Effekt ist mit nichts vergleichbar, was ich bisher gesehen habe. Weil ja nur das Licht im IR-Bereich abgebildet wird, das von der Person reflektiert wird, bekommt jeder automatisch kalkweiße Haut und Lippen. Augen haben alle ein dunkles Leuchten und Sonnenbrillen sind durchsichtig. Wegen der oft langen Belichtungszeiten (2 Sekunden und mehr sind keine Seltenheit) muß jedoch darauf geachtet werden, daß das Modell vollkommen still sitzt.
  6. Nachbearbeitung Wie oben erwähnt hat meine kleine Minolta nur 5.2 MP. Das bedeutet im Klartext, daß ich Fotos nicht über etwa DIN A4 hinaus ausdrucken kann. Ich fotografiere in Farbe und wandele dann die Bilder in Photoshop in Schwarzweiß um, weil ich so bessere Kontrolle habe. Allerdings muß erwähnt werden, daß ich an den Aufnahmen generell nicht viel herumfeile, sondern einfach nur eine Schwarzweißumwandlung vornehme.

Einzig in Mannheim:
Die erste Fotografie der Welt

Es ist eine seltene Gelegenheit: Ausnahmsweise nur ging die erste Fotografie der Welt auf Reisen – Niépces “Blick aus dem Fenster in Le Gras” von 1826. Einzig in Mannheim ist sie nun zu sehen.

Blick aus dem Fenster in Le Gras, Joseph Nicéphore Niépce, 1826

Blick aus dem Fenster in Le Gras, Joseph Nicéphore Niépce, 1826

Am Ende der Ausstellung im Reiss-Engelhorn-Museum wird sie nach Austin, Texas, zurück – zusammen mit anderen Meilensteinen der Fotogeschichte, die in Mannheim ebenfalls bis Anfang Januar 2013 zu sehen sind.

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Fotografieren:
Nachtfotografie mit digitaler Ausrüstung (1)

Das folgende, dreiteilige Tutorial beschreibt zum einen die technischen Aspekte der digitalen Nachtfotografie im Stadium der Ausrüstung, Vorbereitung und Aufnahmemeisterung, zeigt zum anderen Ausarbeitungsmöglichkeiten im Sinne einer um HDR‐ und Ebenentechniken erweiterten Schwarzweißfotografie auf.

Überblick (bereits erschienene Teile sind verlinkt)
1. Ausrüstung und Vorbereitung
2. Meisterung der Aufnahmesituation
3. Möglichkeiten der Ausarbeitung

 

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1. Ausrüstung und Vorbereitung

Die Nachtfotografie ist ein ebenso faszinierendes wie anspruchsvolles Gebiet der Fotografie. Mit der heute verfügbaren Digitalausrüstung geraten wir allerdings oft in Grenzbereiche ausreichender Darstellbarkeit und erträglicher Artefaktüberlagerung. Wie diese Herausforderungen mit guter Ausrüstung und sauberer Arbeitsweise zu meistern sind, soll dieser Artikel vermitteln. Die folgende Aufstellung zeigt zunächst exemplarisch die Ausrüstung, welche ich derzeit für die Nachtfotografie verwende. Einzelne Aspekte greife ich dann im Text nochmals auf. » weiterlesen