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Tanz in Venedig:
Der Moment zählt

Im richtigen Moment den Auslöser zu betätigen, ist wichtiger als jede Kameratechnik. Dieses Tanzbild aus Venedig zeigt das deutlich.

Fotografie: Tanz in Venedig

1/16s bei Blende 1,8 mit 7,3 mm Brennweite und ISO 200, © Rolf Kretzschmar

Rolf Kretzschmar aus Aachen schreibt zu diesem Bild: „Diese Bild hat viele Menschen meines Bekanntenkreises fasziniert. Ich denke, es ist die Vieldeutigkeit der Szene, die die Fantasie anregt. Es handelt sich übrigens um zufällige Passanten, deren Beine in einer der Passagen am Marcusplatz an mir vorbei gingen.“ Kamera war eine Olympus C3040Z mit 5MP.

Dass das Bild in Venedig aufgenommen wurde, bringt etwas Spannung in den Bildtitel und Erwartungen! Beim Betrachten des Bildes habe ich sofort an eine Tanzszene gedacht, doch dein zugehöriger Bildtext ernüchterte mich. „Zufällige Passanten“, schreibst du, doch das Kopfkino sagt mir etwas anderes!

Die venezianischen Fliesen werten meiner Meinung nach die Bildstimmung auf. Schöne harmonische Farben bestimmen das Foto. Weiterlesen

Eiswürfel am Strand:
Kameratod mit Folgen

Manchmal erwächst aus Unglücksfällen Gutes. In Stefans Fall war der Unglücks- ein Fall der Kamera ins Wasser und das Gute die Fotografie, die deswegen einen Tag später entstand.

Canon 750D, Canon EF 17-40mm f/4 L , ISO 200, 27mm, f/8, 2,5s

Canon 750D, Canon EF 17-40mm f/4 L , ISO 200, 27mm, f/8, 2,5s

Stefan Wille aus Hannover schreibt zu diesem Bild:
Das Bild, aufgenommen an der Meeresmündung der Gletscherlagune Jökulsarlon in Südisland, hat eine wechselvolle Vorgeschichte: Am Vortag, noch bei herrlichstem Sonnenschein, habe ich es erstmals versucht, ein Foto von den Eiswürfeln auf dem schwarzen Sandstrand mit der verwischten Brandung zu schießen und dabei leider meine Kamera ins Wasser fallen lassen. Der Kummer war zunächst natürlich groß, aber meine Freundin schlug dann von sich aus vor, die 400km Fahrt nach Reykjavik auf uns zu nehmen, um eine neue Kamera zu besorgen. So kehrten wir dann am nächsten Nachmittag, nach 800km Fahrt, mit neuer Kamera zurück und fanden sehr isländisches Wetter vor. Hiervon zunächst ein wenig bedrückt ob der vergebenen Chance vom Vortag fiel mir aber sofort auf, dass die Eiswürfe wie auch die Eisberge in der Lagune vor grauem Himmel aus meiner Sicht deutlich besser zur Geltung kommen. So fand alles ein versöhnliches Ende, zumal auch die alte Kamera inzwischen wieder zu funktionieren scheint. Es gab nur sehr sehr kalte Füße an diesem wirklich magischen Ort.

Eine Schöne Geschichte, und das Happy End macht sie noch schöner. Wir sehen in dieser Farbfotografie fünf oder sechs Blöcke aus halbtransparenten, grünblauem Material, die auf einer dunkelgrauen, verwischt aussehenden Unterlage vor einem knapp erkennbaren Horizont und grauem, wolkenverhangenem Himmel liegen. Weiterlesen

Selbstporträt mit Wasser:
Ein langsamer Blitz

Wer kein Modell hat, muss sich was einfallen lassen – ein Selbstporträt unter der Dusche etwa. Diese Fotografie hier besticht als Low-Key-Aufnahme mit extrem nassem Wasser.

Canon EOS 60D, 50mm mit 1/250s bei F/4 mit und  ISO 100, © Manuel Stülten

Canon EOS 60D, 50mm mit 1/250s bei F/4 mit und  ISO 100, © Manuel Stülten

Manuel Stülten aus Hamburg: Ich beschäftige mich seit kurzer Zeit mehr mit der Portrait-/Peoplefotografie und habe im Zuge dessen auf unterschiedliche Weisen mit Wasser herumexperimentiert. Dieses Bild ist ein Selbstportrait, das mehr aus dem Fehlen eines Models entstand. Aufgenommen mit einem Blitz mit Standardreflektor und Wabe (Affiliate-Link) ohne zusätzliche Aufhellung in der heimischen Dusche.

Ein bärtiger junger Mann ist in dunkler Nacht in einen Platzregen geraten: Dieses Schwarz-Weiss-Foto zeigt das Gesicht des Mannes in Rembrandt-Beleuchtung von links. Der Mann blickt direkt in die Kamera. Sein Gesicht trieft von Wasser, das in wahren Sturzbächen vor allem von den Augenbrauen fliesst.

Aus technischer Sicht ist diese Aufnahme mehrfach interessant: Man kann sich fragen, wie Du es geschafft hast, den Fokus genau auf dem Auge zu setzen, und wie Du bei manueller Einstellung zur richtigen Belichtung gekommen bist. Du sagst, dass Du herumexperimentierst, und die Digitaltechnik lässt erfreulicherweise heute solche Experimente zu, bei denen man sich an das Resultat herantastet.

Was auffällt, ist die lange Belichtungszeit mit dem bereits in der Bewegung verwischten Wasser. Was das Bild zu einem guten Teil ausmacht, ist die Mischung der gestochen scharfen Tropfen, wie dem über dem rechten Auge oder des einen Rinnsals von Deiner Stirn, im Kontrast zu den Spritzern, die in der Bewegung völlig verwischt sind. Wenn man etwas kritisieren muss, dann sind es die Glanzstellen im Wasser, die vor allem auf der Stirn flächig werden und vielleicht mit einer anderen Stellung des Lichteinfalls hätten vermieden oder in der Nachbearbeitung eliminiert werden können.

ShowerShotglanz

Mich interessiert aber vor allem der Zusammenhang zwischen Belichtungszeit und Blitz. Eine zweihundertfünfzigstel Sekunde reicht aus, um fallendes Wasser zu verwischen. Aber ich hielt den Blitz für zu schnell, als dass das in so einem Bild möglich wäre:

Immerhin scheinst Du keine weitere Lichtquelle als den Blitz benutzt zu haben (wobei ich annehme, dass es in der Dusche nicht stockdunkel war). Nun ist es aber so, dass ein Elektronenblitz durchaus eine gewisse Dauer anhält. Selbst natürliche Blitze dauern ja lang genug, dass man sie mit Sensoren erfassen und die Kamera noch vor erlöschen des Blitzes auslösen kann.

Tatsächlich ist sogar die Intensität des Blitzes nicht in Form eines höheren Outputs einzustellen, sondern in der gleichen Intensität, aber über einen längeren Zeitraum, erklärt uns jedenfalls Sam in diesem Artikel über Blitz-Abrenndauer in seinem sehr interessanten Blog.

Ich Schliesse aus diesen Ausführungen, dass es innerhalb einer gewissen Bandbreite durchaus möglich ist, „Langzeitblitz“-Aufnahmen zu machen. Und zwar jenseits der Technik, bei welcher die Belichtungsdauer über den Blitz hinaus gestreckt wird und der Blitz so ausgelöst wird, dass er endet, wenn der zweite Vorhang fällt (rear flash). Gehen wir davon aus, dass fallendes Wasser mit 50mm bei einer 800stel Sekunde vollständig eingefroren wäre, dann hättest Du hier mit höherer ISO und/oder weiter geöffneter Blende und entsprechend eingestellter Zeit ein ganz anderes als das triefend nasse Bild erhalten. Vielleicht weiss jemand in der Leserschaft mehr dazu?

Womit ich nicht sagen will, dass diese Aufnahme nicht gefällt, ganz im Gegenteil. der Wassereffekt macht zusammen mit dem Low-Key ein Film-Noir-Foto daraus, das sofort auffällt.

ShowerShothoch ShowerShoteng ShowerShotaugen

Allenfalls kann man sich fragen, ob ein anderer Beschnitt das Gesicht nicht noch wirksamer werden liesse. Die Augenpartie ist nun mal das erste, was man anschaut, und dort hast Du mit den Tropfen einen starken Effekt erreicht, der beispielsweise vom Nackenansatz und der Ohrenpartie eher wieder abgeschwächt wird.

Auf alle Fälle kann man sagen, Du hast ein spannendes Setting für ein Shooting mit Modellen entdeckt. Ich kann mir vorstellen, dass eine Serie solcher Fotos mit verschiedenen Menschen äusserst einprägsam wirken würde.

Fragt sich nur, ob Du deine Modelle so ohne weiteres unter die Dusche kriegst.

 

Überlagerter Foto-Film:
Per Zufall zum Werk

Zeit spielt in der Fotografie eine grosse Rolle. Im Falle der Fotografie mit lange über seine Haltbarkeit hinaus gelagertem Foto-Film allerdings in einem ganz neuen Zusammenhang. Diesem Zufallselement widmet das Industrie- und Filmmuseum Wolfen eine Ausstellung.

Aufnahme mit überlagertem Film

Michael Doer

Nicht erst die totale technische Kontrolle durch die digitalen Kameras hat die Lust vieler Fotografen am Element Zufall geweckt: Lomographie war schon lange eine fotografische Sparte, bevor lustige Zufallsfilter aus der Handy-Kamera eine Bilderbox machten, die Unerwartetes ausspuckt. Inzwischen gibt es ein umfangreiches Sortiment an Lomographie-Kameras und Zubehör.

In der Film-Fotografie war der Zufall allerdings seit je her ein Element, das in den Ausdruck des Fotografen hineinspielte. Zeit war ausserdem nicht nur eine Grösse, die bei der Belichtung der Aufnahme eine zentrale Rolle spielte. Indem sie sich zwischen Aufnahme und Entwicklung legte wie meine Katze auf meine Tastatur wenn ich am Schreiben bin – die Resultate reifen ganz anders heran.

Das haben Pinhole-Fotografen auch schon mit Belichtungszeiten von einem halben Jahr und mehr auf die Spitze getrieben.

Eine weitere Art, Zeit in die Entstehung der Fotografien eingreifen zu lassen, ist die Analog-Fotografie mit überlagertem Film. Weiterlesen

Leserfoto:
Ein Augenblick großer Konzentration und Innigkeit

In der heutigen Bildbesprechung widmen wir uns Fragen der experimentellen Fotografie.

***

Ein sehr interessantes, experimentelles Bild hat unsere Leserin Yvette Hummel aus Jena unter dem Titel „Total verZOUKt“ zur Besprechung eingereicht. Sie schreibt ergänzend: „Dieses Bild entstand auf dem Zouk-Floor einer unserer Salsapartys. Zouk ist ein in Europa noch relativ neuer Paartanz, der sehr expressiv ist. Dementsprechend schöne Motive können beim Fotographieren entstehen (im Vergleich zur motivisch relativ schnell ausgelutschten Salsa). Ich versuche in meinen Bildern immer, die Stimmung der Tänzer einzufangen. Daher finden auch solche Bilder wie dieses hier Eingang in meine Auswahl. Die Tänzer schauen zwar ernst, gerade das ist für uns Tänzer aber meist ein Gütesiegel für die Qualität des grad erlebten Tanzes – völlige Versunkenheit in die Musik, die Bewegung und das Miteinander mit dem/der Tanzpartner/in.“

Zur Aufnahme wurde eine Nikon D5000 mit Zoomobjektiv 18.0-50.0 mm f/2.8-4.5 verwendet. Die Brennweite betrug 27,0 mm (40 mm Kleinbildäquivalent bei einem Formatfaktor von 1.5), die Belichtungsdaten waren 0.3 Sekunde (hallo!) bei Blende f/8 und ISO 250. Die Aufnahme erfolgte freihändig und offensichtlich mit einem Mitzieheffekt. Ein Blitz wurde laut Exif-Daten nicht verwendet.

***

Yvettes Begeisterung und Ernsthaftigkeit für das dargestellte Thema teilt sich – wie ich meine – in Bild und Text sehr schön mit. Ich persönlich wußte zwar nicht, ‚wo Salsa endet und Zouk beginnt‘; und ich meinte auch, in der hochkonzentrierten und innigen Versunkenheit und in der dargestellten Neigefigur (nennt man das so?) eher Elemente des Tangos wiederzuerkennen, aber ’so what?‘ … es mag uns hier eher darum gehen, wie wir eine expressive Szene mithilfe eines emperimentellen bzw. unkonventionellen Ansatzes überzeugend umsetzen können. Doch betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente. Weiterlesen

Lina Kim/Michael Wesely:
Schattenloses Brasília

Ein schattenloses Brasília: Die Langzeitbelichtungen von Lina Kim und Michael Wesely zeigen die utopische Hauptstadt, als ob die Sonne niemals unterginge.

Eixo Monumental, 2004, copyright Lina Kim & Michael Wesely, VG BildKunst 2012 courtesy Kunsthalle zu Kiel

Über sieben Jahre reisten Lina Kim und Michael Wesely in die vom Architekten Oscar Niemeyer entworfene brasilianische Hauptstadt. Die großformatigen Bilder entstanden in aufwändigen Verfahren.

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Leserfoto:
Mit den Füßen im Jazz

Oh nein, dass hat der Jazz nicht verdient, dass er von solch einem Foto repräsentiert werden müsste. Unsaubere Arbeit ohne Konzept ist eben nicht das gleiche wie Improvisation.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Paul Frühauf).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand beim Jazzweekend 2009 in Linz. Die Rauheit und die etwas schlampige Nachbearbeitung sollen den Improvisationscharakter von Jazz einfangen.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Paul Frühauf:

Manchmal müssen auch Fotografen der Wahrheit ins Auge blicken: Dieses oder jenes Bild ist nichts geworden. Entweder wird es direkt auf dem Display der Kamera erkannt oder spätestens bei der Ansicht am großen Computermonitor. Weiterlesen

Leserfoto:
Ein neuer Blick auf die Tower Bridge

Es ist gar nicht so einfach, häufig fotografierte Sehenswürdigkeiten in einem ungewöhnlichen Blickwinkel festzuhalten. Bei der Tower Bridge hat es der Fotograf hier mit einer Kombination aus Langzeitbelichtung, Tempo und Farbmischung geschafft.

Klick für Vollansicht (© Torsten Muehlbacher).

Kommentar des Fotografen:

Speed > unterwegs in London
Canon EOS 5D Mark III
Belichtung 3.2
Blende f/8.0
Brennweite 40 mm
ISO-Empfindlichkeit 100
mit dem „genialen“ Canon EF 40mm 2.8 Pancake

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Torsten Muehlbacher:

Pankcake-Objektive? Was ist das? Das sind sehr kompakte, sprich, kurze Objektive, die sich deshalb den Spitznamen der flachen Pfannkuchen (oder je nach Region Eierkuchen, Crepes, etc.) erarbeitet haben. Der Vorteil dieser Objektive ist, leicht und damit sehr transportabel zu sein, was sie zu idealen Begleitern auf Fotoreisen, vor allem mit dem Flugzeug, macht.

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Digitale Lochkamera:
Tipps für Einsteiger

Eine Lochkamera zu bauen, ist nicht nur ein beliebtes Projekt für Schüler, weil es ja eigentlich nur einer Kiste mit Loch bedarf, ausgerüstet mit lichtempfindlichen Material. Es gibt auch eine ganze Sparte von Fotografen, die Lochkamerafotografie regelrecht als Kult betreibt.

Eggs & Spoons
Enthusiasten arbeiten mit allen möglichen Kameramodellen, von selbstgemachten Kisten- und Röhrenkameras bis zu edel verarbeiteten Holzmodellen (etwa die der Firma Zero, http://www.zeroimage.com).

(Links: http://www.pinhole.org, http://www.pinholeday.org, http://die-lochkamera.de)

Ich selbst bin vor Jahren auf die digitale Variante der Lochkamerafotografie gestoßen, habe aber erst vor kurzem wieder angefangen, mich damit zu beschäftigen. Denn jeder, der eine (digitale) Spiegelreflexkamera besitzt, kann diese ohne weiteres zur Lochkamera machen (Anleitungen sind überall im Internet zu finden): Weiterlesen

Leserfoto:
Die Hälfte der fotografischen Regeln

Es gibt viele einfache Regeln in der Fotografie, mit der sich ein Bild leicht besser gestalten lässt. Bei diesem Männerportrait wurde jedoch nur ein Teil davon umgesetzt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Anna Mockenhaupt).

Kommentar des Fotografen:

Mein Ziel war es, einfach nur den Moment einzufangen, die Person nicht in die Mitte des Bildes zu positionieren, damit man die Sonnenstrahlen links noch erahnen kann und die Stirn abzuschneiden um dem ganzen ein wenig mehr Charakter und Blickfang zu geben.
Geändert habe ich Kontrast, Helligkeit und Sättigung. Brennweite 66mm, Blende 5,3, Belichtungszeit 1/100sek, ISO-100

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Anna Mockenhaupt:

Es gehört zu einer der goldenen Regeln der Fotografie: Es ist selten gut, das Hauptmotiv in der Mitte des Bildes zu platzieren. Insofern hat die Fotografin hier schon richtig gehandelt, als sie genau das vermeiden wollte. Dabei hat sie jedoch zwei weitere Regeln übersehen, die viel dazu beigetragen hätten, dieses Portrait eines jungen Mannes mit Brille zu verbessern.

Da wäre zum einen die Regel, dass es oft sinnvoller ist, die Person in das Bild hineinschauen zu lassen als die Person so am Bildrand zu positionieren, dass die Augen aus dem Foto herausschauen. Genau das ist hier geschehen und der Betrachter bekommt unweigerlich das ungute Gefühl, dass hier etwas fehlt, dass ihm etwas vorenthalten wird. Die von der Fotografin erwähnten Sonnenstrahlen links sind ja nicht so wichtig für das Bild als dass sie unbedingt im Foto enthalten sein müssten und außerdem ist links von den Sonnenstrahlen immer noch genug leerer Raum, der hätte abgeschnitten werden können, um dafür dem Mann rechts mehr Blickfreiraum zu lassen.

Die andere Regel betrifft den Anschnitt des Kopfes oben. Es ist prinzipiell richtig, dass sich oberhalb der Augen bei den meisten Menschen kaum etwas Interessantes abspielt, sodaß die Haare oft problemlos abgeschnitten werden können, wenn dadurch das wichtigere Gesicht auf dem Bild größer zur Geltung kommen kann. Zur Regel gehört jedoch auch, dass die Stirn ebenfalls selten ein interessantes Merkmal im Gesicht ist, weshalb es üblicherweise besser ist, ca. ein, zwei Zentimeter über den Augen abzuschneiden, in diesem Fall also ungefähr da, wo die Stirnfalten des Mannes liegen.

Natürlich sind diese Regeln nur Vorschläge, keine in Stein gemeißelten Gesetze und es gibt viele Situationen, wo es vernünftig ist, davon abzuweichen. Dieses Männerportrait gehört jedoch nicht dazu.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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