4 zufällige Bildkritiken zum Thema Berlin:
Alle 20 Artikel zum Thema Berlin auf fokussiert.com:
Vielfotografierten Motiven neuen visuellen Reiz zu verleihen ist schwierig. Allerdings sollte dabei auf Details geachtet werden, insbesondere, wenn man sich die Zeit nehmen kann.
Kommentar des Fotografen:
Diese Aufnahme entstand am 4.9.11 um 7.52 morgens … Freehand. Ich wollte Sonntagsmorgens die Stimmung in Berlin einfangen, ohne dass Touristen vor der Kamera herumlaufen. Es waren Menschen unterwegs, die der Aufnahme, wie ich persönlich gaube, noch einen Reiz verleihen. Diese Aufnahme habe ich einmal in Farbe und SW und finde die SW Form sehr passend für diese Stimmung. Es lenkt nichts ab.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Sabina Schöfer:
Bei diesem Foto mußte ich zweimal hinsehen, denn ich hätte nicht gedacht, daß das Brandenburger Tor dermaßen menschenleer sein kann. Ich bin schon sehr oft in Berlin gewesen, habe aber nie die Gelegenheit gehabt, so früh unterwegs zu sein. Glückwunsch zu dieser Aufnahme.
Ein paar Kleinigkeiten sind zu bemängeln, aber diese sind nur Kleinigkeiten. Zunächst einmal hast Du das Tor vollkommen mittig ins Bild genommen.
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Weniger ist mehr – das gilt oft auch beim Hintergrund, der manchmal so dominant ist, dass er das wesentlich wichtigere Hauptmotiv in den Schatten stellt. Abhilfe schafft bisweilen nur radikales Beschneiden.
Kommentar des Fotografen:
Schauspielerin Patricia A. auf den Dächern Berlins.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Jens Sage:
Vor vielen Jahren hatte ich ein Schuljahr lang Unterricht in einer Dunkelkammer, wo mir die zuständige Kunstlehrerin immer erklärte, ein gutes Foto sei eins, an dem man nichts mehr wegschneiden könne.
Das fiel mir beim Anblick dieser jungen Frau auf den Berliner Häuserdächern sofort wieder ein. Grundsätzlich ist es ein gutes und gelungenes Foto, darauf komme ich gleich zu sprechen:
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Egal, wie das Foto entstanden ist – auch ein spontanes Bild darf nachbearbeitet werden, insbesondere, wenn es unter nicht idealen Lichtbedingungen entstanden ist. Das tut dem spontanen Charakter keinen Abbruch.
Kommentar des Fotografen:
Diese Aufnahme entstand bei einem meiner Fotoexcursionen in Berlin. Hier bin ich in einem Hinterhof in der Brunnenstr. hinein. Alles war voller interessanter Graffiti und auch dieser Aussage: Kein Fotos im Hof und keine Touristen.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Sabina Schöfer:
2009 bin ich mit meinem Sohn zwei Wochen durch Berlin gepilgert, und die ganze Zeit haben wir praktisch nur Graffiti fotografiert. Berlin ist ein Dorado in dieser Hinsicht, wenn auch die betroffenen Hausbesitzer sich meiner Meinung wohl nicht anschließen würden. Dieses Graffiti wäre denn auch für uns mehr als verführerisch gewesen, insbesondere mit der Ironie der Aufforderung, keine Fotos im Hof zu machen.
Fotos dieser Art haben, genauso wie Streetphotography, einen spontanen Charakter – genau das macht den Reiz einer Fotoexkursion ja aus:
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Ellen von Unwerth entdeckte einst Claudia Schiffer. In neuen Bildern zeigt sie uns ihr Berlin bei Nacht.
Das “Berliner Nachtleben” entstand als Werbekampagne für einen Shampoohersteller. Es will aber doch authentisches Zeugnis sein, versichern Ellen von Unwerth und die Ausstellungsmacher vom NRW-Forum Düsseldorf. » weiterlesen
Ungeschönte Bilder statt gelangweilter Model-Posen: Peter Lindbergh durchbricht die künstliche Welt der Modefotografie – Straße statt Studio.
Natürlichkeit gibt Lindbergh, einer der weltweit renommiertesten Modefotografen, als Maxime an. Trotzdem inszeniert er seine Bilder sorgfältig, auch wenn die aktuell in Berlin zu sehenden Straßenfotografien einen unkalkulierbaren Anteil enthalten. » weiterlesen
Olaf Unverzarts Fotografien zeigen die massiven Spuren, die der Mensch in der Natur hinterlässt, in den Alpen zum Beispiel. Oder diejenigen, die die Natur dem Menschen zufügt.
Als Hans-guck-in-die Luft zeigt sich Olaf Unverzart auf dem Titel seiner Website, mit einem Bein gefährlich über dem Abgrund. “Stand” wie standfest heißt die aktuelle Ausstellung in Berlin.
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Schwarzweiß, das ist für Michael Schmidt das Spektrum zwischen dem dunkelsten und dem hellsten Grau. Grau ist für ihn so gesehen Farbe und Programm.
Seit 1965 fotografiert Michael Schmidt analog und in Schwarzweiß, mit einem ungewöhnlich breiten Spektrum an Grautönen. Im Münchner Haus der Kunst ist jetzt eine Übersicht über dieses große Werk zu sehen.
Den Bildern von Michael Schmidt fehlt jede oberflächliche Attraktion; sie sind ohne Ereignis, denkbar weit vom fotografischen Konzept des “entscheidenden Moments” entfernt, sie sind weder plakativ noch erzählerisch, so schreibt das Haus der Kunst. » weiterlesen
Claus Stolz betreibt die radikalste Form der Fotografie. Er richtet die Kamera in die Sonne und lässt die Filme anbrennen. Filme, nicht Sensoren!
Daraus entstehen Bilder von verblüffender Schönheit und Vielfältigkeit. Seit 15 Jahren arbeitet Stolz nach diesem Verfahren, das er “Heliografie” nennt. Zu seiner aktuellen Ausstellung in Berlin beantwortete Claus Stolz uns einige Fragen.
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Marianne Breslauers fotografisches Werk entstand mitten im Umbruch der Fotografie zur eigenständigen Kunst: in den wilden Zwanziger- und Dreißigerjahren.
Die Berlinerin, die vor den Nazis in die Schweiz emigriert ist, fotografierte nur ungefähr zehn Jahre lang. Die Fotostiftung Schweiz zeigt aktuell ihr Werk aus diesen Umbruchjahren.
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Städte bieten nicht nur endlos Motive für Architektur- und Streetfotografie. Unter anderem sind hier Lichtverhältnisse zu finden wie sonst nirgends.
Kommentar des Fotografen:
Check Point Charlie in Berlin. Spontan aufgenommen, mit Aperture bearbeitet.Viel mit dem Definitions- Regler gemacht und am Blau geschraubt. Das Soldatengesicht in der Mitte nachbelichtet. Es soll ein etwas unwirklicher, leicht amerikanischer Eindruck entstehen. Ich bin eher ein Spontanfotograf, Kompositionen entstehen eher aus dem Augenblick. Ich mag Festbrennweiten, weil ich da auch wirklich gute Abbildungsqualität bekomme, die ich auch noch bezahlen kann. Im nachhinein hätte ich das Bild lieber mit einer kleineren Blende gemacht (3,5), dann hätte ich sicher noch etwas mehr Grundschärfe aus dem Objektiv raus bekommen.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Fabian Lenné:
Eine Strassenschlucht mit dominanten Fluchtpunktlinien. Der Fotograf scheint mitten in der Strasse zu stehen, ihm gegenüber das überdimensionale Bild eines Soldaten in knalligen Farben – Checkpoint Charlie. Die Aufnahme ist geprägt von einem harten Licht und gleichzeitig unreal anmutenden Glanzeffekten. Die Szene scheint aus Stahl und Glas zu bestehen.
Auch wenn mir nicht ganz klar ist, was Du mit “amerikanischem Eindruck” meinst – ein “unwirklicher Anblick” ist Dir jedenfalls gelungen. Die Aufnahme hat eine starke Tiefenwirkung – ich würde behaupten, durch den Blickwinkel, der für ausgeprägte Fluchtlinien sorgt.
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