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Bewegungsunschärfe:
Flirrendes Großstadtleben

Urbane Motive und Bewegungsunschärfe passen gut zusammen.

Rush Hour Bewegungsunschärfe in einem Stadtbild

Rush Hour: Bewegungsunscharfe Stadtszene © Wolfgang Everding

Unser Leser Wolfgang Everding aus Bremen hat uns das obige Bild unter dem Titel „rush hour” in der Kategorie ‚Street/Strasse‘ zur Besprechung eingereicht. Er schreibt dazu:

„Situation vor einer U_Bahnstation in Peking. Ich wollte die Bewegung der Menschen aufnehmen und habe beim Gehen mit langer Belichtunszeit mehrmals abgedrückt. Dieses Foto finde ich ist mir gut gelungen.”

Zu Ausrüstung und Aufnahmedaten liegen keine Informationen vor.

Betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente. Weiterlesen

Actionshooting mit Skatboarder:
Torso in Bewegung

Eine sehr gelungene Momentaufnahme mit einigen Schwächen der Dramaturgie und des Finishs. Ein zweigeteiltes Motiv, das in den Augen des Betrachters wieder zusammenfindet.

Canon EOS 7D mit Zoomobjektiv Canon EF 70-200mm f/4L IS USM © Jonathan Kopf 186mmKB/f4/ISO100/1/200s

Begleitet vom Klack-Klack-Klack unzähliger Skater filmten zwei junge Spanier vor dem Museu d’Art Contemporani de Barcelona. Spannender als die Tricks fand ich die Perspektive, die den Skater sprichwörtlich zweiteilt. Viele Freiheitsgrade hatte ich allerdings nicht – von rechts kommt einen Augenblick später der Filmer, während über den Knien des Protagonisten die Füße der Passanten zu sehen gewesen wären. Stören die schwarzen Punkte am oberen Bildrand? Kopierstempel vermeide ich wenn möglich, daher habe ich bislang nichts verändert…

Eine Offenblende ist in der Streetfotografie generell zu empfehlen, um die Belichtungszeit möglichst kurz und die Schärfentiefe im Sinne einer Konzentration auf das Hauptmotiv gering zu halten.

Ich meine aber, daß es Jonathan hier mit der maximalen Offenblende von f/4,0 etwas übertrieben hat – auch wenn das hier verwendete Telezoom ein ausgezeichnetes Objektiv ist, so erreicht es seine maximale Abbildungsleistung konstruktionsbedingt erst bei einem Abblenden um ein bis zwei Blendenstufen (siehe hierzu auch den Test bei Traumflieger).

Eine Blende f/5.6, ggf. kombiniert mit Auto-ISO (das Bildrauschen bei ISO 200 oder 400 ist bei der 7D gewiß noch nicht kritisch) zur Vermeidung von Bewegungsartefakten, wäre hier also zu empfehlen gewesen.

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„Bahnsteig“:
Bewegung vs. Stillstand

Die Linie ist hervorragend geeignet, den Blick des Betrachters zu lenken, Räume aufzuteilen und Dynamik oder Statik zu symbolisieren. Dem Fotografen bietet sie ein einfaches, aber mächtiges Kompositionselement. Wirkungen und Nebenwirkungen wollen wir uns in der folgenden Bildbesprechung vor Augen halten.

bahnsteig3

Unser Leser Bruno Reuter aus dem unterfränkischen Kleinostheim hat uns das obige Bild unter dem Titel „Bahnsteig” in der Kategorie ‚Street/Strasse‘ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Beim Betrachten des Bildes \“MTA\“ von Emil Licht erinnerte ich mich an ein ähnliches Bild von mir. Es entstand an einer Bahnstation in Amsterdam. Ich kam gerade die Treppe hoch und habe schnell das Bild gemacht, im nächsten Moment ging der junge Mann im Vordergrund auch weiter. Ich wollte die Mischung aus Stillstand und Bewegung festhalten. Später fiel mir dann auch die extreme blaue Farbe au, die durch die Fenster zu sehen ist.”

Über Ausrüstung und Aufnahmedaten ist hier nichts bekannt. Das von Bruno mit 4996 Pixel mal 3378 Pixel eingereichte Bild ist für normale Monitore doch etwas groß, so daß ich es für unsere Zwecke auf 1000 Pixel mal 676 Pixel verkleinert habe. Unverändert zeigt sich im Vorschaubild ein kräftiges Moiré, was allerdings im Vollbild verschwindet.

Die Belichtung zeigt sich dem Betrachter ausgewogen. Ein Blick auf das Histogramm bestätigt diesen Eindruck. Die Mehrheit der Tonwerte bewegt sich in den Zonen I bis VII. Geringfügige Abbrüche sind lediglich im Lichterbereich zu verzeichnen. Da es sich hierbei um die Lampen oberhalb des einfahrenden Zuges handelt, sehe ich dies als unproblematisch an. Einzig die Bahnhofsuhr scheint etwas überblendet. Hier hätte man eventuell in der Nachbearbeitung über das Werkzeug “Lichter wiederherstellen” nachjustieren können.

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Leserfoto:
Studie zur Komposition III

In der heutigen Bildbesprechung geht es um Fragen der Positionierung von Figur und Hintergrund im Sinne einer spannungs- und wirkungsvollen Komposition.

Ausgangsbild

Unser Leser Hans Müller aus Reutlingen hat uns das obige Bild unter dem Titel „Kinder“ in der Kategorie ‚Schnappschuß‘ zur Besprechung eingereicht.

Seine kompositorischen Überlegungen beschreibt Hans wie folgt: „Ich ging durch den Park, hatte den Teich mit der schönen Treppe im Auge. Als ich die zwei Kinder kommen sah, brauchte ich nur zu warten, bis sie an der (für mich) richtigen Stelle waren. Ausschnitt gewählt und mit Tonwertkorrektur und Tiefen/Lichter ‚verbessert‘ …“

Zur Aufnahme wurde eine Canon PowerShot SX20 IS als Bridgekamera mit eingebautem Zoomobjektiv 5 bis 100 mm verwendet. Die Brennweite betrug 23 mm (entsprechend etwa 129 mm Kleinbildäquivalent bei einem Formatfaktor von 5.6), die Belichtungsdaten waren 1/400 Sekunde bei Blende f/4.5 und ISO 160.

Betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente. Ich werde mich dabei auf die Aspekte der Komposition konzentrieren und jene der Tonwerte, Farben und Struktur diesmal auslassen. Weiterlesen

Bildbearbeitung:
Abwedeln und Nachbelichten in der Digitalfotografie (1)

Der nachfolgende Artikel befaßt sich mit den Möglichkeiten des Abwedelns und Nachbelichtens. Im heutigen ersten Teil geht es um die Herkunft und Bedeutung dieser Technik. Im folgenden zweiten Teil werden praktische Aspekte mit einem Bearbeitungsbeispiel aufgezeigt.

Eine Begriffserklärung
Die Ausdrücke „Abwedeln“ und „Nachbelichten“ klingen fast nach einer Geheimsprache, und deren englische Entsprechungen „Dodge“ und „Burn“ sind auch nicht besser (siehe Bild 1). Ich möchte Euch zunächst die Herkunft der Begriffe erläutern. Der historische Bezug mag dann verdeutlichen, warum nicht einfach von „Aufhellen“ und „Abdunkeln“ einzelner Bildpartien gesprochen wird.

Ein klärendes Gespräch

Die Begriffe stammen aus der Zeit der analogen Dunkelkammer. Weiterlesen

Leserfoto:
Haustierfotografie – Hund um High Noon

„Schlechte“ Lichtverhältnisse sind nicht immer von Nachteil.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jörg Oertel).

Kommentar des Fotografen:

In vollem Lauf fotografiert. Das Highlight einer Serie von 15 Aufnahmen.
Nikon D300s, Sigma 70-200/2,8, ohne OS, Helle Mittagssonne, 1/2500sec, Blende 4,5, Blendenautomatik, ISO 200, Brennweite 200mm,
Autofokus und Belichtungsmessung: spot, zentral.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Jörg Oertel:

Dein Foto hat bei mir ein dickes Grinsen aufs Gesicht gezaubert. Der Hund – Australischer Schäferhund? – sieht so komisch aus, daß ich an Deinem Bild nicht vorbeikonnte, wenn auch Haustierfotografie nicht so mein Ding ist. Weiterlesen

Einführung in die Street Fotografie/Straßenfotografie – Teil 4/4:
How-To Tipps

In diesem letzten Teil, nach all den allgemeinen Betrachtungen der letzten drei Teile, möchte ich noch ein paar Tipps geben, wie bessere Street Aufnahmen zustande kommen.

  • Nimm Dir Zeit – Insbesondere in Großstädten ist das Tempo des Lebens so rasant, daß man von allen Seiten mit Reizen überflutet wird. Wo unzählige gute Motive gewesen wären, kommt man dann mit keinen oder mittelmäßigen Aufnahmen nach Hause. Anstatt einen ganzen Tag hektisch durch die Stadt zu rennen, ist es deshalb ratsamer, sich auf einen Markt im Freien, einen Straßenzug, ein Viertel zu konzentrieren.

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Konzeptfoto:
Geschwindigkeit als Ausdruck

Geschwindigkeit und Bewegung kann auf verschiedene Arten fotografisch dargestellt werden. Eine effektive Möglichkeit ist immer wieder die Langzeitbelichtung von fahrenden Autos.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Ole Krüger).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild habe ich am frühen Abend gezwungenermaßen aus einem Auto heraus gemacht. Meine Besorgnis über verwackelte Linien Sorgte sich bei der Sichtung und Wohlgefallen auf! Mir persönlich gefallen die geschwungenen Linien sehr. Ich würde mich sehr über eine professionelle Kritik freuen, da ich noch nicht lange Fotografiere. Belichtet habe ich 60 sec bei ISO 100.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Ole Krüger:

Wie einige wissen, verdiene ich mein Geld mit der Stockfotografie, der Fotografie von Motiven, die kommerziell nutzbar sind und von verschiedenen Kunden lizenziert werden können. Auch wenn auf dem gezeigten Foto keine Personen zu sehen sind, ist das Foto trotzdem kommerziell sehr interessant.

Besonders wichtig ist natürlich die Aussage:

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