Beiträge

Fotokunst mit Symmetrie (1/2):
Gespiegelt

Fotografische Spiegelungen, Reflexionen – es ist nicht so einfach, eine passende Bezeichnung zu finden für diese Art der Bildbearbeitung. Ich möchte zeigen und anregen, was wir weit jenseits der „normalen“ Bearbeitung aus unseren Bildern machen können.

Fotografische Spiegelungen

Blatt auf Naturstein: Es entstehen bei den fotografischen Spiegelungen oft irgendwelche „Gesichter“ © Dierk Topp

In den ersten Bildern wird das Original zwei bis vier mal gespiegelt, im zweiten Teil mit Mandalas noch um ein Vielfaches mehr. Die meisten der hier gezeigten Bilder sind 10 bis 15 Jahre alt.

Die Fotografien sprechen sicher für sich: Weiterlesen

Blickfang setzen:
Abstraktion, nachbearbeitet

Das Auge des Betrachters geht immer zum hellsten Punkt des Bildes. Wenn dies aber nicht das eigentliche Motiv ist, kann dies eventuell problematisch sein.

Olympus E-M5MarkII, 1/60s bei Blende 7,1 mit 15 mm Brennweite und ISO 200. © Kirsten Heinrich

Olympus E-M5MarkII, 1/60s bei Blende 7,1 mit 15 mm Brennweite und ISO 200. © Kirsten Heinrich

Kirsten Heinrich aus Weinheim hat uns das Bild „Heute geschlossen“ mit folgendem Kommentar eingereicht: Schräg mache ich gerne. Mit Architektur habe ich meine Probleme, selten gelingen mir Bilder, die mich zufriedenstellen. Dieses hier mochte ich sofort – auch ohne Beschäftigung mit Rodtschenko.

Über Rotschenko steht bei Wikipedia: „Vom Dadaismus beeinflusst, gelangte Rodtschenko (Affiliate-Link) über die Fotomontage zur Fotografie, wobei er bald zu einem wichtigen Vertreter der russischen Konstruktivisten wurde. Er wurde besonders durch seine ungewöhnlichen Perspektiven bekannt, aber auch durch die starke abstrakt-grafische Wirkung seiner Aufnahmen.“ Weiterlesen

Orang Utan:
Ein Bild auf den Punkt bringen

Mit wenigen Schritten kann man in Lightroom ein gutes Ausgangsfoto extrem aufwerten. Bildschnitt, Kontraste und Lichtführung bringen das Bild auf den Punkt.

orangutan

Simon K aus Heusweiler schreibt zu diesem Bild: „Orang Utans sind sehr gefährdete Tiere. Mein Traum ist es einen in freier Wildbahn zu sehen. Leider war mir das bisher nur in Zoos möglich, doch dort sehe ich immer öfters eine Traurigkeit in ihren Augen.“

Du hast bei Deinem Foto ein gutes Auge gehabt und die Motiv-Situation des Orang Utans erkannt und im Bild festgehalten. Es scheint, dass der Orang Utan Blickkontakt zum Betrachter aufnimmt, was meiner Meinung nach das existentielle an diesem Foto ist. Dass er einen traurigen Blick hat, finde ich eigentlich nicht.

Weiterlesen

Der Monitor:
Fotografie richtig abbilden

Auch der Bildschirm ist ein Bindeglied zwischen Motiv und späterem Ausdruck – leider vernachlässigen ihn viele Fotografen vollkommen. Die Wahl des richtigen Monitors und der richtigen Einstellungen ist zentral bei der Bildbeurteilung.

fotolia.com © Artur Marciniec

fotolia.com © Artur Marciniec

Kamera? Check! Optiken? Check! Photoshop-CC-Abo? Check! Fotodrucker? Check! Wer sich in dieser Liste wiedererkennt, muss sich zunächst einmal keine Sorgen machen, denn er gehört zur „normalen“ Riege von Fotografen. Was aber den wenigsten aufgefallen sein dürfte: Es fehlt ein Punkt, der mindestens so wichtig ist, wie das Photoshop-Abo. Und zwar der Bildschirm. Viele Fotografen – und das müssen nicht mal die mit GAS-Syndrom sein –  sind mit ihrem Equipment bestens auf nur jede denkbare Situation vorbereitet – bloss kommt am Ende, wenn es ans Drucken geht, immer irgendetwas anderes heraus, als am Bildschirm gesehen wurde. Und in den allermeisten Fällen ist der Übeltäter der Bildschirm selbst.

Hier muss man sich einfach eine Frage stellen:Wie kann ich erwarten, das Maximum aus meinen Fotos herauszuholen, wenn mein primäres Betrachtungsgerät – der Computerbildschirm – weder in Qualität noch Einstellung auch nur annähernd dem entspricht, was ich für die restliche Ausrüstung investiert habe?

Weiterlesen

Wahrheitsanspruch:
Fotografie und die Realität

Die Kamera lügt nicht, sagt man. Sind Fotografien deshalb immer ein Abbild der Wahrheit? Eigentlich fängt deren Manipulation bei der Wahl der Belichtungszeit und des Bildausschnitts an.

Zu welcher Tageszeit wurde dieses Bild gemacht?

Zu welcher Tageszeit wurde dieses Bild gemacht?

Selbstverständlich „lügt“ die Kamera nicht, denn dazu gehört ein freier Wille. Lügen bedeutet ja, dass man, obwohl man die Wahrheit kennt, die Unwahrheit sagt. Es ist also eine bewusste Entscheidung, zu der ein elektronisches Gerät nicht fähig ist. „Lügen“ kann allerdings der Fotograf. Und sein Werkzeug dafür kann durchaus eine Kamera sein.

Weiterlesen

Katzen-Porträt:
Ginger zum Leuchten bringen

Ein gut fotografiertes Katzenporträt kann man mit wenigen Bearbeitungsschritten zu einem Hingucker machen. Dabei zeigt sich rasch, wie sehr es sich lohnt, sich mit den grundlegenden Schritten der Bildbearbeitung auseinanderzusetzen.

Ginger. © Arne Wollenhaufen Canon EOS 400D Digital; EF28-135mm f/3.5-5.6 IS USM Motiv-Programm „Portrait“; ƒ/5.6; Brennweite 95.0 mm; 1/60; ISO 400; Blitz (automatisch, ausgelöst)

Arne Wollenhaupt aus Neu-Isenburg schreibt zu diesem Bild:

Katzenbilder gibt´s im Internet ja weiß Gott genug. Angeblich wurde es nur erfunden, damit man seine Katzenfotos posten kann…

Das Bild entstand an einem Abend im Januar 2011. Ich habe das Bild mit dem Motivprogramm „Portrait“ gemacht – Einstellungen wie Blende, Verschlusszeit, ISO usw. sind also nicht mein „Verdienst“. Das für mich so Besondere an diesem Bild sind die Augen. Meistens erwischt man eine Katze ja entweder mit weit geöffneten, runden oder ganz geschlossenen Augen. Der Blick auf diesem Foto strahlt für mich eine gewisse „stolze Arroganz“ aus. Und damit ist Ginger ganz gut charakterisiert. Nach meinem Empfinden als Glücksfall hat sich der dunkle Hintergrund erwiesen.

Das Bild habe ich „out-of-Cam“ hochgeladen. Mit EBV bin ich „überfordert“, weil ich zwar an den Reglern drehen kann, aber nicht wirklich weiß, was ich da tue. Auch braucht das Bild sicher einen Beschnitt. Der weiße Fensterrahmen unten rechts muss weg. Aber sonst?

Arne, Du hast hier wirklich einen tollen Moment fotografisch eingefangen.

Der Blick Deiner Katze Ginger spricht Bände, typisch Katze: „Ich schaue jetzt erst recht nicht in die Kamera, nur weil du da stehst und mich fotografieren möchtest!“ Gerade der Blick an der Kamera vorbei macht’s aus:  Weiterlesen

Farbe in der Schwarzweißfotografie (3/5):
Die Bedeutung der Farbkanäle

In der Schwarz-Weiss-Fotografie ist die Farbe zwar nicht mehr vorhanden. Aber in der Umwandlung der farbigen Digitalfotografie spielt sie eine wesentliche Rolle.

Abb. 8: Warmtonung mit Luminanzerhaltung

Man kann auch heute noch, und zwar sehr einfach, Tonungen vornehmen an Fotografien, die man in Schwarzweiss umwandelt. Insgesamt ist die Beachtung der Farbkanäle sehr wesentlich bei diesem Vorgang.

Weiterlesen

Digitale Bildschärfung (2/3):
Was genau passiert beim Schärfen

Wie werden denn jetzt digitale Bilder nachgeschärft? Was passiert technisch, und was muss ich tun dafür?

Schema der Wirkung des "Unscharf Maskierens"

Unscharf Maskieren

Noch aus der Ära der analogen Dunkelkammer stammt (wie im ersten Teil bereits angedeutet) das Prinzip der „Schärfung durch Maskierung der Unschärfe“, kurz auch USM. Ich will diese analoge Prozedur ein wenig erläutern, da sie für das Verständnis der digitalen USM-Variante wichtig ist. Beim Film erzeugte man Schärfe (akzentuierte man also die Kontrastkanten) dadurch, daß man von einem unscharfen Negativ eine noch unschärfere Variante anfertigte und dann beide Bilder übereinander belichtete. Der Clou des Ganzen war, daß die noch unschärfere Variante als transparentes Positiv Verwendung fand – so gelang der verstärkte Schärfeeindruck dadurch, daß man vom unscharfen Ausgangsbild das noch unschärfere Zwischenbild quasi subtrahierte.

Weiterlesen

Leserfoto:
Die verborgenen Schnappschüsse der Festplatte

Oft ist von längst verloren geglaubten Perlen der Fotografie die Rede, die jahrelang unbemerkt auf der heimischen Festplatte schlummerten und erst durch eine spätere Bildbearbeitung zu vollem Glanz emporsteigen. Nur: Nicht jedem Foto ist dieses Märchen vergönnt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Peter Keit).

Kommentar des Fotografen:

Winziger Ausschnitt aus Schnappschuss. Sonntäglicher Trödelmarkt Boxhagener Platz Berlin-Friedrichshain. weitgehende Bearbeitung mit Picasa 3, um die techn. Unzulänglichkeiten in Vorzüge zu verwandeln, die durch professionell perfekte Aufnahmen mit Qualitätskamera kaum zu erreichen. Wie oftmals, habe ich das Motiv erst beim durchmustern des Originalfotos entdeckt.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Peter Keit:

Der berühmte Fotograf Robert Capa hat gesagt: „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, bist du nicht dicht genug dran.“ Und dieser Mann war Kriegsfotograf, kein Flaneur, der beim Spazierengehen hofft, zufällig einige schöne Bilder machen zu können. Ein sicheres Zeichen, dass dieser Spruch auf die eigenen Fotos zutrifft, ist, wenn man das Bild stark beschneiden muss oder nur „winzige Ausschnitte“ aus dem Originalfoto nehmen kann, damit es einem selbst zusagt.

Weiterlesen

Werner Kiera:
Das verlängerte Auge

Werner Kiera aka Datenverarbeiter findet seine Motive in aller Welt – über Live-Webcams. Zuhause in Bonn setzt er daraus Kompositionen zusammen, die uns in eine phantastische Film-Noir-Welt entführen.

werner_kiera1.jpg

The Extended Eye – das verlängerte Auge, so nennt Kiera sein Projekt, an dem er über zwei Jahre gearbeitet hat und immer noch arbeitet. Inzwischen ist unter diesem Titel ein E-Book erschienen.

Weiterlesen