4 zufällige Bildkritiken zum Thema Bildjournalismus:
Alle 44 Artikel zum Thema Bildjournalismus auf fokussiert.com:
Samuel Aranda scheut als Fotojournalist keine Gefahren. Mit grade mal 21 Jahren reiste er für die spanische Nachrichtenagentur EFE in den Nahen Osten, um den Israelisch-Palästinensischen Konflikt zu dokumentieren.
Im letzten Jahr fotografierte der nun 33jährige in Tunesien, Ägypten, Libyen und dem Jemen Szenen aus dem Arabischen Frühling – eine dieser Aufnahmen wurde an der World Press Photo zum Pressefoto des Jahres gekürt. Ein Gespräch über Angst, Privatsphäre und das Geheimnis seines Erfolges.
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Wenn Bewegungsabläufe nur Sekunden dauern, muß man mit der Situation gut genug vertraut sein, um Dinge vorhersehen zu können. Dann wird man mit Aufnahmen belohnt, die man so nicht hätte fotografieren können.
Kommentar des Fotografen:
Sprung aus einem Flugzeug. Aufgenommen mit einer Canon EOS 450D, 1/500s, f/16, ISO 400, 8mm, Headmount auf einem Helm, Beissauslöser.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Thomas Kremshuber:
In dem von mir vielzitierten Buch “On Being a Photographer”, das auch hier auf fokussiert auf Deutsch besprochen wurde, führt David Hurn seine Vorgehensweise bei Fotoprojekten aus. David Hurn ist Magnum-Mitglied und ein bekannter Dokumentarfotograf, der u.a. durch seine Aufnahmen in Ungarn in den Fünfziger Jahren bekannt wurde, als das Land von den Sowjets besetzt wurde:
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Fotografien mit Rück- oder Detailansichten von Aktionen können durchaus spannend sein. Sie müssen aber einen klaren Kontext vermitteln.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild entstand bei einer Segelregatta auf dem Main bei Offenbach, bei der ich die Gelegenheit hatte, auf einem Ordnerboot mitzufahren. Ich finde, dieses Bild bringt gut die Anspannung und die hohe Konzentration zum Ausdruck, die selbst bei Amateurregatten vorhanden sind. Bei der Kategorie hätte ich vielleicht auch Bildjournalismus nehmen können, aber da war ich mir nicht sicher.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Ralf Jäger:
In diesem Farbbild sind zwei Menschen in einem Gewirr von Kabeln, Leinen und technischen Einrichtungen zu sehen. Wir blicken fast genau von hinten auf den Rücken eines Mannes und wahrscheinlich einer Frau, die – dem Baum nach zu schliessen – auf einem Segelboot unter dem Hauptsegel hindurch die Genua beobachten.
Detailansichten von Menschen und Aktionen sind eine gute Methode, an viel fotografierten Anlässen von den Klischees wegzukommen und eine eigene Ansicht zu kreieren. Das hast Du mit dieser Fotografie versucht – aber sie “funktioniert” leider überhaupt nicht:
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Bewegungsunschärfe bietet ein hauptsächliches Problem bei der Aufnahme: Das bewegte Objekt sollte im Gegensatz zum verwischten Hintergrund scharf bleiben.
Kommentar des Fotografen:
Speed. Korat, Thailand. Das Bild lebt von den Farben und der Atmosphäre. Der Dreiradfahrer bewegt sich geschickt durch den Abendverkehr. Durchs Mitziehen vermischen sich die Farben und Lichter. Schwache Vignette hinzugefügt.
Profi Stuart Schwartz meint zum Bild von Peter von Känel:
Ein Mann in Sommerlicher Kleidung fährt in dieser durchgehend bewegungs-unscharfen Fotografie auf einer schwarzen Fahrradrikscha von links nach rechts auf einer Strasse in der Stadt durchs Bild. Die Rikscha mit Dach scheint mit einem Sack oder einer hellen Decke bepackt zu sein und macht einen robusten, leicht altmodischen Eindruck. Das Licht ist sehr gedämpft, es scheint Dämmerung zu herrschen, im Hintergrund sind die brennenden Lichter in den Ladengeschäften als weisse Linien zu erkennen.
Du hast hier versucht, die schnelle Fahrt der Rikscha mit einem Mitzieher einzufangen und dabei eine längere Belichtungszeit gewählt. Das war durchaus erfolgreich, und die Aufnahme zeigt eindeutige Bewegung des Fahrrads. Der Wischeffekt ist wie geünscht entstanden.
Aber in diesem Fall funktionieren einige Dinge der Technik nicht vollständig zugunsten des Bildes.
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Die Bieler Fototage stehen 2010 unter dem Stichwort “Kollateral”. Es werden Fotografen ausgestellt, die der Vereinheitlichung der Bilder widerstehen wollen.
Die Bieler Fototage noch bis zum 26. September vereinen an unterschiedlichen Orten der Stadt insgesamt 21 Ausstellungen. Das Adjektiv “kollateral” steht für die gleiche Herkunft, für nebeneinander und parallel oder auch indirekt.
Bieler Fototage
Fotostrecke starten: Klick auf ein Bild (6 Bilder)
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Die Digitalisierung der Fotografie verändert den Bildjournalismus. Diesen Wandel spiegelt die aktuelle Ausstellung der legendären Fotoagentur Magnum in Berlin.
“Shifting Media” heißt die Ausstellung im Berliner C/O – das Medium verändert sich und die Fotografie bekommt eine neue Rolle. Wenn jeder Handy-Nutzer Bilder von aktuellen Geschehnissen in die Welt schicken kann, werden Bildreporter zunehmend überflüssig. » weiterlesen
Der Swiss Photo Award ging in diesem Jahr an Jacek Pulawski. Seine prämierte Reportage: ein Wochenende mit einem Transsexuellen aus Chiasso.
Zum zwölften Mal vergab Ewz.Selection den Swiss Photo Award für die besten Arbeiten des vergangenen Jahres mit insgesamt 35.000 Franken Preisgeldern. Achtung: Die Arbeiten aller 18 nominierten Fotografinnen und Fotografen sind nur bis 16. Mai in Zürich ausgestellt.
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Die besten Presse-Fotos des Jahres 2009 sind gekürt. Alle sind dramatisch, viele sind leider blutig und schockierend. Das Top-Bild allerdings ist ebenso stimmungsvoll wie politisch bedeutend.
Die World Press Photo-Organisation hat die Siegerbilder des Jahres 2009 bekannt gegeben. Es handelt sich bei diesen Fotos um ausgesprochen journalistische Arbeiten:
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Die amerikanische Fotografin Sylvia Plachy hat den Salomon-Preis 2009 gewonnen. Ihre Bilder stehen in der dokumentarischen Tradition eines Robert Frank.
Die Amerikanerin aus Budapest mischt sich auf ergreifende Art mit der liebenden Leichtigkeit eines Jacques Henri Lartigue und der expressiven Weltsicht von André Kertész , ihrem großen Vorbild und Förderer, begründete die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) die Preisvergabe.
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Der Bildjournalismus ist “in der Defensive”: Der Schweizer Pressefoto-Preis soll zeigen, dass sich die Bildsprache in den Medien weiter entwickelt. Die preisgekrönten Bilder bringen das nur teilweise zum Ausdruck.
“Was ist ein Pressebild noch wert in einer Zeit, da jeder zufällige Zeitzeuge von jetzt auf gleich zum Bildreporter werden kann?”
Auf diese Frage aus der Laudatio von Hans-Michael Koetzle, Mitglied der Swiss Press Photo-Jury, soll der jährliche Wettbewerb des Schweizer Verlags Espace Media eine Antwort geben.
Das ist ihm meiner Ansicht nach in diesem Jahr nur sehr bedingt gelungen.
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