Beiträge

Video-Bildbesprechung:
Nebel am See

Auch minimalistische Kompositionen brauchen Platz zum Atmen, allerdings nicht zuviel und an der falschen Stelle.

Markus Burckhardt aus Icking schreibt zu diesem Bild:

Das Bild wurde im November aufgenommen. Es war eine faszinierende Stimmung und die Spiegelungen sowie das diffuse Licht durch den Nebel fand ich sehr reizvoll. Letztlich kam an einigen Stellen sogar die Sonne durch. Das Bild ist leicht bearbeitet, d.h. der Horizont ist leicht begradigt worden und der Kontrast wurde erhöht. Ich würde mich sehr über Eure Meinung zu diesem Bild freuen.

Transkript folgt unten.

Weiterlesen

Häuserschluchten abstrakt:
Frage des Beschnitts

Einige Feinheiten einer abstrakt wirkenden Architekturfotografie.

Ausgangsbild

Leser Holger Schnell aus Berlin hat uns das obige Bild unter dem Titel „It’s Me!” in der Kategorie ‚Architektur‘ zur Besprechung eingereicht.

Das Foto entstand an einem sonnigen Vorfrühlingstag in Berlin-Schöneberg. Mich faszinierte die grafische Wirkung der Hausfassaden, die im gleißenden Sonnenlicht wie ein Mittelmeer-Urlaubsszenario wirkten, obwohl es sich um einen eher abweisenden Berliner Hinterhof handelt. Störende Elemente (z.B. ein Schornstein-Aufsatz) wurden entfernt, das am Schluss zu glatte Bild nachträglich gekörnt. Trotzdem bin ich mit der Wirkung unzufrieden, weiß aber nicht, woran es eigentlich liegt.

Zur Aufnahme wurde eine Nikon D300 mit Zoomobjektiv 17.0-70.0 mm f/2.8-4.5 (Sigma?) verwendet. Die Brennweite betrug 70 mm (entsprechend 105 mm Kleinbildäquivalent bei einem Formatfaktor von 1,5), die Belichtungsdaten waren 1/320 Sekunde bei Blende f/14,0 und ISO 200.

Holger äußerte sich recht begeistert und inspiriert hinsichtlich des Ausgangsmotivs, aber doch auch mit einem gewissen Unbehagen gegenüber dem Bildergebnis. Zu Letzterem wollen wir schauen, ob sich mittels der klassischen Bildanalyse Ursachen benennen und Alternativen aufzeigen lassen. Betrachten wir dazu zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente. Weiterlesen

Vor dem Abriss:
Staffelung von Raum und Zeit

Um die Ästhetik und Bildwirkung von Industrieruinen soll es in der heutigen Bildbesprechung gehen.

Ausgangsbild

Unser Leser Christian Fehse aus dem niedersächsischen Bramsche hat uns das obige Bild unter dem Titel „Meisterbüro” in der Kategorie ‚Architektur‘ zur Besprechung eingereicht. Er schreibt dazu:

„Das Bild zeigt den Flur eines Meisterbüros wie man es in vielen großen Werkshallen meist oberhalb eines Tores auf halber Hallenhöhe findet. Dieser Flur wurde 1996 im Sommer vor dem Abriss des gesamten Areals aufgenommen. Zu dem Zeitpunkt war das Werk ungefähr sieben Jahre stillgelegt. Rechts die Türen zu den Büros an der Außenwand, links die Fenster zur Halle. Die Raufasertapete an der Wand bis zur halben Höhe mit glänzender Ölfarbe gestrichen (abwaschbar wegen der dreckigen Finger!). Was mich immer wieder neben der Stille und dem Frieden, den solche verlassenen Bauwerke ausstrahlen, fasziniert, ist wie schnell aus Architektur nur noch Geometrie wird. Nach sieben Jahren ist von der Funktion kaum etwas zu sehen. 40 Jahre haben Leute da gesessen, für die das ‚Werk‘ mit zu dem Wichtigsten im Leben gehört hat und nen paar Jahre später stehe ich machmittags in fast völliger Stille und fotografiere die Symmetrie des Raumes – irgendeiner hat sogar das verrostete Faß passend vor die Klotür gestellt. Ich könnte sowas jeden Tag machen. *gg* Zur Technik: Yashica MAT 124G Aufnahmeobjektiv 80mm f/3.5 (ca. 46mm kleinbild equivalent) wahrscheinlich bei f/8 oder mehr und 1/125s, Film Ilford Delta 100 ISO 100.”

Über Ausrüstung (analoges Mittelformat mit Zwillingsobjektiv als Rolleiflex-Nachbau, für 6×6-Rollenfilm) und Aufnahmedaten hatte Christian bereits berichtet.

Es ist mir eine große Freude, wieder einmal eine ‚gute alte Analogfotografie, noch dazu in Schwarzweiß‘ besprechen zu können – auch hierfür soll bei ‚Fokussiert‘ Platz sein, wie ich meine … doch betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente … Weiterlesen

Keine Fragen offen:
Verlassene Farm

Ein gelungenes Bild einer Farm im Abendlicht auf Island. Komposition, Belichtung und technische Umsetzung sind stimmig – und die Absicht des Fotografen, wurde sie erreicht? Wir wissen es nicht.

Farm in Island © Bernard Ksiazek

Bernard Ksiazek aus Gießen hat uns das obige Bild unter dem Titel „Verlassene Farm” in der Kategorie ‚Landschaftsfotografie‘ zur Besprechung eingereicht.

24mm, 1/30sek, f/9, Iso 500 … Diese Aufnahme gelang mir im Winter auf Island. Weit ab von der Zivilisation entdeckte ich in der Ferne diese verlassene und runtergekommene Farm bei diesem grandiosen Sonnenaufgang. Dieses Bild zeigt die große Weite islands wo überall einzigartige Fotomotive zu entdecken sind.

Ich kann mich diesmal etwas kürzer fassen:

Weiterlesen

Zarte Landschaftsaufnahme:
Emmentaler Panorama im Nebel

Ein weiteres Beispiel für großartige Landschaftsfotografie, diesmal weniger wuchtig als vielmehr zart. Dabei hilft der Nebel, der in der Landschaftsfotografie eine grosse Rolle spielen kann.

Emmental im Nebel – © Tim Schoch

Unser Leser Tim Schoch aus Emmenbrücke im Kanton Luzern hat uns das obige Bild unter dem Titel „Nebel im Emmental” in der Kategorie ‚Landschaftsfotografie‘ zur Besprechung eingereicht. Er schreibt dazu:

Bedingt durch das nicht sehr winterliche Wetter habe ich mich am Nebel versucht – was sich als gar nicht so einfach herausstellte. Der springende Punkt am Nebel ist ja, dass man kaum etwas sieht, aber wie soll man von «kaum etwas» ein spannendes Foto machen? Von den Versuchen gefällt mir dieses Panorama aus dem Emmental richtig gut, weil es diese Stimmung meiner Meinung nach wiedergibt. Was meint ihr dazu? Zu den Daten: 5 Bilder, jeweils 1/1250s, ISO 100, f11 Canon 5d MkII, Canon EF 16-35 f/2.8L II USM

Über Ausrüstung und Aufnahmedaten hatte Tim bereits berichtet. Zu ergänzen wäre allenfalls noch, daß die abgelesene Brennweite beim hier verwendeten Vollformat auch der kleinbildäquivalenten entsprach.

So vermittelt sich der Eindruck, daß diese Bilder ‚keine gelegentlichen Glücksgriffe‘ sind, sondern ‚wirklich Methode haben‘. Ich glaube, daß wir hiervon einiges lernen können. Doch betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente. Weiterlesen

High-Key-Architekturfoto:
Der Schwung der Treppe

Eine untypische, aber äusserst wirkungsvolle Architekturaufnahme: Eine ungewöhnliche Perspektive, mässige Kontraste und eine High-Key-Belichtung isolieren die Form dieses Treppenhauses und abstrahieren seine Dynamik.

Treppenhaus Berggrün Museum Berlin, © Anne Sura

Treppenhaus Berggrün Museum Berlin, © Anne Sura, Fuji X-E1, Objektiv 35/1.4, ISO: 500, Blende f/2, Verschlußzeit: 1/40

Anne Sura aus Berlin schreibt zu diesem Bild:

Mein Foto ist im Berggrün Museum Berlin entstanden, Stativ war nicht erlaubt, so dass ich mit relativ weit geöffneter Blende gearbeitet habe, ISO wollte ich nicht so hoch ansetzen. Auf Grund des Abstandes hielt ich das noch für vertretbar, auch wenn der vordere Treppenhausbogen so etwas weich ausfällt. Fasziniert hat mich die Leichtigkeit , das Schweben dieser geschwungenen Konstruktion und die verschiedenen weiß/beige Töne. Ich habe mich gegen eine s/w Umwandlung entschieden.

Der Vorteil einer Kleinbildansicht von Fotografien ist der, dass ungewöhnliche Formen, Stile und Farben sofort auffallen. Ich sage das deshalb, weil mir Annes Bild aus unseren Einreichungen für die Bildkritik ins Auge gestochen ist. Die Vergrösserung zeigte dann: Ein Architekturfoto. Wirklich?  Weiterlesen

Flagge vor Sonne:
Maskiertes Gegenlicht

Ein heiteres Seebild nach düsterem Gefängnisbesuch: Bisweilen darf der Horizont auch mal kippen und die Farben ausbrennen.

Ausgangsbild

Leser Frank Amberger aus Frankfurt a. M. hat uns das obige Bild unter dem Titel „Stars and Gate” in der Kategorie ‚Schnappschuss‘ zur Besprechung eingereicht.

Nach der Besichtigung von Alcatraz auf dem Schiff zurück nach San Francisco wollte ich eigentlich keine Fotos machen und mich der Stimmung des zu Ende gehenden Tages hingeben. Während mein Blick so hin und herschweifte, sah ich die Sonne hinter der leicht wehenden Fahne verschwinden. Der aufmerksame Betrachter wird im Hintergrund auch noch Teile der Golden Gate Bridge ausmachen können. Aufgrund der schnellen Bewegung des kleinen Bootes mit dem sich verändernden Blickwinkel hatte ich keine Zeit zur Einstellung der Belichtung und machte das Bild mit ISO1600 bei Blendenpriorität F4.0 (die Einstellung aus dem dunklen Gefängniss) gegen die Sonne mit 1/4000s! Eigentlich habe ich nicht damit gerechnet noch etwas aus der Aufnahme machen zu können, da sie gnadenlos überbelichtet war, doch RAW sei dank habe ich doch noch ein (für meinen Geschmack) schönes Foto erstellen können. Ich mag den hellen Hintergrund, die Textur und Farbe der leicht wehenden Fahne. Auch finde ich den schrägen Horizont irgendwie interessant und dynamisch.

Zur Aufnahme wurde eine Canon EOS 600D mit Zoomobjektiv Tokina AT-X 124 PRO DX 12-24mm F4 (IF) verwendet. Die Brennweite betrug 24,0 mm (entsprechend 38,4 mm Kleinbildäquivalent bei einem Formatfaktor von 1.6) Über die Belichtungsdaten hatte Frank bereits berichtet.

Betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente. Weiterlesen

Vertikal-Perspektive:
Der Fotograf in der Fotografie

Probleme der Bildanlage bei extremer Weitwinkelfotografie: Die händische Aufnahme führt zu stürzenden Linien, Perspektiven werden nur zu schnell verzerrt. Hier allerdings ist das gut vermieden worden.

locked-in-syndrome © Kay Kietzmann

Leser Kay Kietzmann aus Berlin hat uns das obige Bild unter dem Titel „Locked-in Syndrome” in der Kategorie ‚Architektur‘ zur Besprechung eingereicht.

Ein Bild, das bei einem Streifzug durch Berlin und Umgebung entstand. Abgebildet ist ein Detail des (noch immer) im Bau befindlichen Flughafens Berlin Brandenburg. Eigentlich handelt es sich sogar eher um einen Schnappschuss. Denn als ich gerade ein anderes Motiv ablichten wollte, sah ich im Augenwinkel, wie mein Kumpane sich gerade am Oberlicht zu schaffen machte. Ich nutzte die mir gegebenen vielleicht 10 Sekunden, um diese ausweglos scheinende Szene einzufangen. Wie beim vorher hochgeladenen Bild ist mir auch hier während der Bearbeitung aufgefallen, dass ich noch einen Schritt weiter nach rechts hätte gehen sollen. Hierzu habe ich nun eine ganz praktische Frage: Wie finde ich den idealen Standpunkt? Durch den Sucher ist mir diese Verschiebung nicht aufgefallen. Bei vielen anderen an diesem Tag entstandenen Bildern zeigte sich das Problem übrigens noch viel gravierender. Bilder, die ich gerne gezeigt hätte, mussten so leider im Papierkorb landen.

Zur Aufnahme wurde eine Canon EOS 350D mit Weitwinkelzoom verwendet. Die Brennweite betrug 10 mm (entsprechend 16 mm Kleinbildäquivalent bei einem Formatfaktor von 1.6), die Belichtungsdaten waren 1/15 Sekunde bei Blende f/8,0 und ISO 100.

Weiterlesen

Food-Fotografie:
Wuchtiges Spaghetti-Stilleben

Wer in der Küche mit Lebensmittel und Kamera herumspielt und dabei ein paar Regeln beachtet, dem gelingen vielleicht so eingängige Bilder wie das von Uwe Rapp. Es ist gut ausgeleuchtet und setzt auf Komplementärfarben.

Spaghettiblume EOS 1100D und Kitobjektiv EF-S 18-55 mm, © Uwe Rapp

Spaghettiblume EOS 1100D und Kitobjektiv EF-S 18-55 mm, © Uwe Rapp

«Da zu einem Spaghetti-Essen nur minimale Vorbereitungszeit nötig ist, habe ich die Wartezeit bis zum Eintreffen der Gäste spontan mit ‚Food-Fotografie‘ überbrückt. Als Beleuchtung diente die Glühlampe über dem Küchentisch, für den schwarzen Hintergrund zur Betonung der Farben habe ich einen Fotokarton eingesetzt. Die Spaghetti in einem Glas aufgefächert, mit Kirschtomaten und Basilikum garniert. Fotografiert mit EOS 1100D und Kitobjektiv EF-S 18-55 mm. In Bezug zum aktuellen Tutorial interessiert mich die Meinung des Profis zur Bildwirkung bei Verwendung des Farbkreises von ’10-17 Uhr‘.»

Uwe zeigt uns hier eine rundum saubere und gelungene Arbeit. Die Komposition ist eingängig im Sinne ‚des im Quadrat sitzenden Kreises, der auf die Mitte zuführenden Linien und des im Bild- und Motivmittelpunkt changierenden Elemente‘. Weiterlesen

Bildkritik Rosenmandala:
Das Runde im Eckigen

Quadratische Bilder verlangen ganz besondere Aufmerksamkeit. In diesem Fall wirkt die runde Rosenblüte etwas eingequetscht. Mehr „Luft“ und das „richtige“ Vorgehen können das Bild verbessern.

Rose, Blume, Blüte

Canon 7D, 70 mm, f/2.8, ISO 100, 1/250 sek. – (c) Claire Sieverts

Es war ein diesiger Tag vor beinahe einem Jahr, doch ohne Regen und nur ein paar Wolken am Himmel. Als es Abend wurde, spazierte ich umher und sah diese wunderschöne Rose. Da meine Kamera immer griffbereit ist, machte ich dieses Foto. Anfänglich wusste ich nicht so recht weiter mit meinem Foto, bis ich diesen inneren Teil entdeckte und versuchte ihn mit Hilfe einer leichten Vignette und einem Quadratbeschnitt hervorzuheben, weil dadurch das Runde betont wird.

Eigentlich bin ich nicht so der Blumen-Fotograf. Ich habe mir dein Bild aber trotzdem für die Bildkritik herausgepickt, da ich vor 2 Jahren ein sehr ähnliches Bild als Fingerübung gemacht habe und das als Vergleich heranziehen kann.

Weiterlesen