Thema: Blende

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema Blende:

Pferdeporträt: Das tierische AugeIm Partykeller: Blende und WeissabgleichSportbild: Unruhiger SkaterparkFischmarkt-Foto: Schärfentiefe und Belichtung

 

Alle 18 Artikel zum Thema Blende auf fokussiert.com:

HDR:
Blick in den Lauf

Mit HDR und selektiver Schärfe lassen sich Dinge in den Vordergrund rücken, die wir nicht so oft “sehen”.

Kommentar des Fotografen:

HDR Aufnahme eines Panzerrohrs, sozusagen ein Porträt eines Panzerrohrs.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Pascal Steinbusch:

Der Lauf einer offenbar ausrangierten Panzerhaubitze ragt uns in diesem grau braunen Farbbild direkt ins Blickfeld. Ihre Mündung mit den Öffnungen zur Streuung des Mündungsfeuers liegt in der Schärfe der Offenblende-Aufnahme, mit HDR ist der Kontrastumfang erhöht wurden, und wir sehen die rostigen Kanten. Der Hintergrund des breitformatigen Bildes wird vom Turm des Gefährts und einem Wald gebildet, die beide in der Unschärfe verschwimmen, während der Himmel zwischen den Bäumen ausbrennt.

HDR, die Technik zur Erhöhung des Kontrastumfangs von Fotografien, wird meist mit grossen Blickwinkeln und Übersichtsaufnahmen bei geschlossener Blende angewandt:

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Pferdeporträt:
Das tierische Auge

Abbilder von Personen faszinieren Menschen immer. Die menschliche Anatomie zieht die Blicke an, ob gewollt oder nicht. Umso genauer schauen Menschen zu einem Foto, wenn es nur kurz den Anschein des Menschlichen erweckt und dann doch irgendwie anders ist. Wie bei diesem Foto.

Kommentar des Fotografen:

Dieses Foto ist in Kirchberg oder Klausen beim Antlassritt an Fronleichnam entstanden. Während einer Pause habe ich mich näher an die Pferde (Haflinger) herangewagt. Mich faszinierte die Kraft und die gleichzeitig ruhige sanfte Ausstrahlung dieser mächtigen Tiere.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Beate Schefthaler:

Abbilder von Personen faszinieren Menschen immer. Die menschliche Anatomie zieht die Blicke an, ob gewollt oder nicht. Umso genauer schauen Menschen zu einem Foto, wenn es nur kurz den Anschein des Menschlichen erweckt und dann doch irgendwie anders ist.

Gut zu beobachten ist das am Beispiel des Fotos von Beate Schefthaler. Sie fotografierte das Auge eines Haflinger-Pferdes in Schwarz-Weiß. Wir erkennen sofort, dass es ein Auge ist und wollen sofort wissen, zu wem es gehört:

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Naturbild:
Jackson Pollocks Bäume

Abstrakte Fabrspritzer oder faszinierende Makro-Botanik? Der Versuch, das Motiv zu entschlüsseln, wird durch Perspektive und Offenblende erschwert und schafft so ein gelungenes Verwirrspiel.

Kommentar des Fotografen:

Als der Winter endlich auf dem Rückzug war und die ersten Sonnenstrahlen den noch entlaubten Wald umstrahlten, habe ich mich auf den Weg gemacht und dabei eine Baumgruppe mit roter Rinde entdeckt. Es schien, als ob die Bäume passend zum Frühlung in neue Schale werfen wollten und dazu die alte Schale abwerfen wollten. Das Foto entstand mit der Kamera direkt am Stamm in Richtung Baumkrone gerichtet. In Lightroom habe ich die Farben und Lichter noch etwas nachbearbeitet.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Tobias Senger:

Beim ersten Blick auf das Bild dachte ich, der Fotograf hätte Farbspritzer fotografiert, ähnlich wie expressionistische Maler Jackson Pollock mit seinem „Action Painting“.

Erst bei genauerer Betrachtung fiel mir auf, dass das Rötliche auf dem Foto keine Farbkleckse sein können, sondern eher an einer Art Baum zu hängen scheinen. Damit war eine Frage beantwortet, aber mehrere neue taten sich auf: Warum schält sich ein Baum? Welche Bäume haben so eine rote Rinde? Wo kann man so etwas entdecken?

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Sportbild:
Unruhiger Skaterpark

Bei Nachrichtenfotos darf nichts retuschiert werden. Trotzdem gibt es durch die Wahl des Blickwinkels oder der Tiefenschärfe genug Gestaltungsmöglichkeiten.

Kommentar des Fotografen:

Eröffnung des Skaterparks 25.04.2010 in St. Wendel

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Patrick Therre:

Die Zeitschrift “The Economist” hat vor paar Tagen richtig Ärger bekommen, weil sie auf dem Titel ein Foto von Barack Obama hatten, von dem eine Person wegretuschiert wurde. Für Nachrichtenfoto gelten viel strengere Regeln als beispielsweise für Werbefotografen.

Da das Foto von Patrick Therre im Bereich “Dokumentation” eingereicht wurde, sehen wir es mal als Nachrichtenfoto, bei dem der Fotograf zum Beispiel nicht einfach die unschönen Flecken in der Skate-Anlage und die Namen auf Helmen, Plakaten und dem Café im Hintergrund entfernen darf.

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Skulpturbild mit Framing:
Subjektive Schärfe

Selektive Schärfe soll genutzt werden, um das Objekt hervorzuheben und den Blick des Betrachters durch das Bild zu leiten.

Kommentar des Fotografen:

Entstanden im Skulpturenpark in Köln, zeigt das Foto den Zaundurchblick auf die Skulptur “Herbert-Bayer-Zigarettenkiosk/Atomskulptur” von Torsten Slama. Auf gestalterischer und motivischer Ebene wird das Spannungsfeld zwischen Natur und Zivilisation thematisiert. Die Äste und Blätter (Natur) bilden mit den Zaun (Zivilisation) die obere Bildebene, die es zu durchdringen gilt. Dahinter wird das Thema gestalterisch durch die kontrastreichen Farbflächen aufgegriffen. Der Gorilla – synonym für das Wilde, Triebhafte – steht er für die bedrohlich Natur, vor der wir uns zu schützen versuchen, oder die Gefahren des ungezügelten Fortschritts?

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Horst Mumper:

Satt gefärbte Äste und Blätter schlängeln sich in knotigen Mustern und fließenden Formen aus der Dunkelheit heraus. Im Kontrast zu den natürlichen Formen der Äste und Blätter ist der Zaun, durch den wir spähen, aus perfekt proportionierten horizontalen und vertikalen Linien gemacht und erstreckt sich über das gesamte Bild.

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Fischmarkt-Foto:
Schärfentiefe und Belichtung

Auch in der hektischen Umgebung eines Marktes darf eine Belichtung nur zu künstlerischen Zwecken ausgebrannte Stellen enthalten. Belichtungsserien oder die Nachbearbeitung können schwierige Situationen meistern helfen.

Kommentar des Fotografen:

Dies ist ein Bild aus einer Serie, die ich auf dem Fischmarkt in Ciutadella, Menorca, aufgenommen habe. Ein freies Projekt. Die Bilder gehören zu meinen Lieblings-Stills. Danke für die Aufmerksamkeit!

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Florian Müller:

Dieses Stilleben ist Teil einer im Stil einer Fotoreportage geschossenen Serie (Link oben) Auf Nachfrage hat mir Florian erklärt, der Markt sei überdacht, die Aufnahme also innen gemacht.

Mein Blick blieb an dem Foto ursprünglich hängen, weil mich der Fisch in der unteren Mitte links so klagend anstarrte, und das macht auch den Charme dieses Fotos aus. Nicht nur ist es ein ungewöhnliches Motiv, Fotograf Florian Müller hat sich ganz bewußt auf die untere Bildmitte konzentriert.

Die große Blende von f/2.2 verleiht dem Foto eine geringe Schärfentiefe, so daß die Fische nach hinten hin schnell verschwimmen. Man bekommt den Eindruck, selbst mit in der Auslage zu sein.

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Laotische Grossmama mit Enkel:
Draufhalten reicht nicht

Im Ausland verfällt man schnell der Exotik. Jedoch macht Exotik noch lange kein gutes Bild.

Kommentar des Fotografen:

Ganz früh morgens in einem Dorf bei Tadlo (Laos). Das Kind war etwas erschreckt von der Kamera, die Oma hat sich aber gerne Ablichten lassen, und hat mir nach dem Bildbetrachten sogar ein schwarzes Betelnuss Lächeln geschenkt. Mich hat der Kontrast begeistert; bei uns beginnt man den Tag mit Kaffee und Brötchen, dort mit Reis, Nüssen und Tabak (oder gar Opium?).

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Philipp Meier:

Dies ist ein Paradebeispiel für Bilder aus dem Urlaub. Man ist fasziniert von fremden Ländern und Menschen und fotografiert wild und ohne Unterlass alles und jeden. Das ist auch genau richtig. Der erste Schritt ist getan, und das ist das Wichtigste:

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Fingerübungen Nachtfotografie:
Stadt am Fluss

Nachts in der Stadt geht am besten mit einem Stativ. Und am Fluss liefern lange Belichtungszeiten Spiegelungen wie auf Eisflächen.


Ich habe mich während meines Arbeitsaufenthalts in der Heimat wenigstens einmal so richtig mit der Kamera rausgetraut: Nachdem ich das Lichtspiel an den Fassaden des Grossbasler Rheinufers gesehen habe, wollte ich am Tag danach nach Sonnenuntergang versuchen, das Farbspiel einzufangen.

Das war einerseits nicht ganz einfach wegen der Menschenmassen am Kleinbasler Ufer, die sich die lauen Sommernächte um die Ohren schlugen.

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Schneediamanten:
Bokeh sei mit Dir

Es ist schwierig, die optischen Effekte, die unsere Umwelt so reich machen, bewusst wahrzunehmen – und zu fotografieren. Es ist noch schwieriger, die technischen Mittel voll auszuschöpfen, um sie als Motiv zu betonen. Die Belohnung sind aussergewöhnliche Fotos.

Kommentar der Fotografin:

Klövsjö, Schweden, im Januar 2009. Der unberührte Schnee faszinierte mich ungemein, und die Sonnenstrahlen liessen tausende von Diamanten im Schnee glitzern. Einfach toll, finde ich. (exif: F8, 1/250 sek. ISO 100, Focal length 60 mm) Sony alpha200, Kitobjektiv 18-70.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Carola Gregersen:

Das Diamantenfeld abzubilden, ist Dir jedenfalls gut gelungen – und das ist keine Selbstverständlichkeit, denn häufig sind grade solche Lichteffekte in ihrer subjektiven Wahrnehmen sehr schwer wirkungsvoll in einer Fotografie umzusetzen.

Aber, und daran muss ich mich auch immer wieder selber erinnern:

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Hyperfokale Distanz:
Die richtige Blende

“Hyperfokale Distanz” lautet die kryptische Antwort auf die Frage nach der richtigen Blende in der Landschaftsfotografie. Was ist das? Und warum braucht man deswegen immer ein Stativ?

Eben grade noch habe ich mit riesigem Vergnügen mit meinem neuen 30mm-Objektiv mit Lichtstärke 1.4 herumgespielt und alles in Unschärfe getaucht, was Millimeter vor oder hinter der Schärfenebene lag.

Und jetzt stehe ich im Death Valley und stelle mir und Gary die Frage: Welche Blende sorgt hier für durchgehende Schärfe? – “Deswegen belästige ich all meine Workshopteilnehmer mit meiner Stativ-Lektion”, sagt Gary. “Nur wenn Du ein Stativ hast, kannst Du ohne Rücksicht auf die Verschlusszeit die für Dein Motiv richtige Blende wählen.” Vielen Dank – die Frage lautete aber eigentlich: Welches ist die richtige Blende? Und warum fotografiere ich, wenn ich sowieso mit dem Stativ unterwegs bin und alles scharf haben will, nicht einfach mit der kleinsten Blende meines Objektivs?

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