4 zufällige Bildkritiken zum Thema Blickführung:
Alle 7 Artikel zum Thema Blickführung auf fokussiert.com:
Schwarz-Weiss-Aufnahmen verlangen eine eigene Bildkomposition; die Verstärkung des Effekts durch Erhöhung des Kontrasts noch viel mehr.
Kommentar des Fotografen:
das bild entstand während eines englischkurses in irland, dublin – genauer in howth. Wie immer in raw fotografiert, mit capture nx2 entwickelt und mit silver efex pro 2 in sw umgewandelt. das war’s auch schon.
Peter Sennhauser meint zum Bild von thomas neumann:
Zwei Kutter liegen in einem von den Gezeiten fast geleerten Hafenbecken an der Quaimauer im Schlick. Der Pier zieht sich vom rechten Vordergrund des Bildes diagonal nach rechts hinten. Das Bild in Schwarz/Weiss ist geprägt von einem starken Kontrast, Grobkörnigkeit und einer deutlich erkennbaren Vignettierung.
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Die Kamera sieht anders als das Auge: Das ist oft ein Vorteil der Fotografin, bisweilen aber auch ein fast unüberwindbares Hindernis.
Kommentar des Fotografen:
Zufällig blieb ich an diesem einfachen Motiv hängen bei einem abendlichen Spaziergang.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Liselotte Brunner-Klaus:
Teile eines aus Holzleisten gezimmerten Zauns inmitten einer Weidelandschaft mit blauem Himmel im Hintergrund sind auf dieser Farbfotografie zu erkennen.
Die wichtigste Fähigkeit, die eine Fotografin entwickeln muss – vor allen technischen Kenntnissen der eigenen Ausrüstung, der Wirkung von Blende und Verschlusszeit und Brennweite und so weiter – ist das eigene Sehen. Wer Motive in der Landschaft, auf der Strasse oder im Studio nicht erkennt, wird keine guten Bilder schiessen. Das gesagt:
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Das Subjekt einer Landschaftsfotografie muss keine Landschaft sein – es kann Licht, Farbe, Stimmung, Muster etc sein.
Kommentar des Fotografen:
Morgennebel am Grundlsee (wenn die Sonne den Morgennebel durchdringt) 1/500,Av 8, 26 mm
Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Günther Dankelmayr:
Zwei Enten schwimmen in dieser Gegenlicht-Farbfotografie eines Sees in Wellenkreisen im rechten Vordergrund aufeinander zu. Der “Horizont” des Sees im unteren Drittel des Bildes wird am linken Aussenrand von einem nahen Ufer mit Bäumen und einem Gebäude, am rechten von einem entfernten, steil ansteigenden bewaldeten Berg eingegrenzt. Darüber hängt pastellener, flockiger Morgennebel, durch den die Sonne am rechten Bergrand eben erst dringt.
Es ging mir wie allen, als ich angefangen habe, mich mit Landschaftsfotografie zu beschäftigen: Ich habe grossartige Landschaften gesehen und wollte sie in Bildern festhalten – was fast nie so gelingt:
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Es muss nicht eine eindeutige Aussage sein, aber den Grund, warum ein Bild betrachtet werden soll, muss der Fotograf liefern.
Kommentar des Fotografen:
Ich interessiere mich für digitale schwarz-weiß Fotografie. Dieses Bild ist eines meiner ersten s/w-Bilder. Es ist an der Ostsee entstanden, die nach Angaben von den Einheimischen ungewohnt zugefroren war.
Profi Jan Zappner meint zum Bild von Ömer Yildiz:
Eine Winterszene an der Ostsee. Ein Steg, viel Himmel, Sand und sogar ein paar kleine Schiffe im Hintergrund.
Eigentlich gar keine schlechte Konstellation für ein Foto. Hier passen jedoch die Einzelteile nicht zueinander und vor allem ist das Bild für ein schwarz-weiss-Architekturfoto zu beliebig. Was ich meine, ist:
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Ausbleichen und Weichzeichnen sind starke Effekte, die deswegen mit Mass angewandt werden wollen.
Kommentar des Fotografen:
Eines meiner liebsten Sommermotive. Objektiv: das Canon 100-400 bei 400mm. Beschnitten, entsättig. Die Tiefenschärfe verringert, obwohl die 400mm und f5,6 eh schon gering war.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Andrea Schneider:
Eine Mohnblüte in einem grünen Feld, stark weichgezeichnet im Zentrum eines fast quadratisch geschnittenen Bildes. Im Hintergrund sind in der Unschärfe weitere Mohnblüten erahnbar. Auf der Blüte sitzt, bei genauem Hinsehen zu erkennen, eine Hummel.
Ein sehr impressionistisches Bild, das wir – wohl erworben aus der Anwendung in Filmen – mit Illusion oder Traum zu assoziieren tendieren.
Sehr gut funktioniert hier die Entsättigung der Farben, welche das Grün der Wiese auf eine feine Pastellfarbe reduziert, dabei aber die Leuchtwirkung des Klatschmohns nicht herabmindert.
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Selektive Schärfe soll genutzt werden, um das Objekt hervorzuheben und den Blick des Betrachters durch das Bild zu leiten.
Kommentar des Fotografen:
Entstanden im Skulpturenpark in Köln, zeigt das Foto den Zaundurchblick auf die Skulptur “Herbert-Bayer-Zigarettenkiosk/Atomskulptur” von Torsten Slama. Auf gestalterischer und motivischer Ebene wird das Spannungsfeld zwischen Natur und Zivilisation thematisiert. Die Äste und Blätter (Natur) bilden mit den Zaun (Zivilisation) die obere Bildebene, die es zu durchdringen gilt. Dahinter wird das Thema gestalterisch durch die kontrastreichen Farbflächen aufgegriffen. Der Gorilla – synonym für das Wilde, Triebhafte – steht er für die bedrohlich Natur, vor der wir uns zu schützen versuchen, oder die Gefahren des ungezügelten Fortschritts?
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Horst Mumper:
Satt gefärbte Äste und Blätter schlängeln sich in knotigen Mustern und fließenden Formen aus der Dunkelheit heraus. Im Kontrast zu den natürlichen Formen der Äste und Blätter ist der Zaun, durch den wir spähen, aus perfekt proportionierten horizontalen und vertikalen Linien gemacht und erstreckt sich über das gesamte Bild.
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Eine weit geöffnete Blende und ein kurzer Abstand vom Motiv schaffen einen unscharfen Hintergrund und die typischen Blenden-Lichtkreise, Bokeh genannt.
Kommentar des Fotografen:
Dieses Bild habe ich Anfang November 09 in den Baumbergen aufgenommen. Durch die Einbeziehung der bunten Reflektionen von Sonnenstrahlen auf dem nassen Herbstlaub, wollte ich dem Pilz eine etwas irreale, märchenhafte Umgebung schaffen.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Annemarie Berlin:
Ein sehr fragil wirkender, bleicher, hochstämmiger Pilz mit beinahe schon transparenter Kappe im Vordergrund, versammelt dieses pastellfarbene Hochkant-Bild weitere Waldboden-Elemente in seiner Tiefe. Rechts im Hintergrund ist nur noch schemenhaft ein weiterer Pilz erkennbar, der Hintergrund löst sich in sehr weichen, vor allem in Gelb- und Orangetönen und etwas grün verlaufenden Bokeh-Ringen auf.
Auf dem Pilz im Vordergrund ist knapp noch eine kleine Ameise oder eine Spinne erkennbar, die von der Kamera weg über den Schirm davon eilt. Am Stamm des Pilzes ist ein trockenes Laubblatt im typischen starken Braun erkennbar.
Dein Vorhaben ist zweifellos geglückt:
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