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Seefarnchen:
Format und Winkel bedenken

Die Fotografie kleiner Objekte wirft immer auch die Frage nach dem Format und dem Blickwinkel auf: Ist Räumlichkeit ein Ziel, oder soll das Bild grafisch flach wirken? Hier wären zwei Überlegungen angebracht.

Makroaufnahme eines Farnblattes

Seefarnchen

Patrick Schaudel aus Karlsruhe schreibt zu diesem Bild: Ein eher zufälliges Motiv bei einem besuch im lokalen Stadtgarten. Fasziniert hat hier die „perfekte“ Rundung.

Amüsiert hat mich an dieser Fotografie zunächst vor allem der Titel: Schön assoziiert, sehr eingängig formuliert. Wir sehen sofort etwas sehr Lebendiges: Wie ein Seepferdchen etwas Pflanzenhaftes hat, mutet diese Pflanze tierähnlich an.

Leider haben wir keine Exif-Daten des Fotos und wissen deshalb nicht über die technischen Details Bescheid.

Wir sehen in dieser Farbfotografie ein sich ausrollendes Blatt eines (kleinen) Farns vor vollkommen unscharfem, grünem Hintergrund freigestellt. Eine starke Vignette bildet hinter dem Farnpferdchen einen Akzent.  Weiterlesen

Bildbesprechung „kopflos“:
Verhältnisse beeinflussen

In der Fotografie lassen sich Grössenverhältnisse von Motiv und Hintergrund auf verschiedene Art beeinflussen. Auf den Standpunkt kommt es an.

wiebke-susanne1

Wiebke-Susanne Homann schreibt zu diesem Bild: Die Universität Bielefeld ist nicht nur mein Arbeitsplatz, sondern fasziniert mich auch fotografisch – obwohl oder weil sie auch wahnsinnig hässlich ist, so versuche ich doch immer wieder, interessante Fotomotive zu entdecken.

Der große Kopf ist der Rest eines Projektes der Bielefelder Kunst-Studenten, der seit Jahren immer noch im Gras vor der Uni liegt. Ich habe versucht, das Bild absichtlich schräg aufzunehmen, um den kopflosen Effekt zu unterstreichen.

Zunächst die Exif-Daten: Wiebke-Susanne hat das Foto mit einer Kompaktkamera Panasonic DMC-FT5 (Affiliate-Link)  mit einer  Brennweite von 4,9mm bei Blende 10, Belichtungszeit von 1/125s und ISO 100 aufgenommen. Die Brennweite 4,9mm entspricht mit einem diagonalen Bildwinkel von 75Grad einer Brennweite von 28mm im Kleinbildformat. Weiterlesen

Bachlauf-Foto:
Das Motiv isolieren

Landschaftsfotografie bietet viele Nischen für spannende Detailansichten – es muss nicht immer das Tal von vorne bis hinten sein. Gerade bei Wasserläufen ist wesentlich, dass sich der Fotograf für ein Motiv entscheidet.

Kamera: Canon EOS 600D Aufnahmedaten: 25/10s bei Blende 11/1 mit 104/1mm Brennweite und ISO 100

Canon EOS 600D, 2.5s bei Blende 11 mit 104mm Brennweite und ISO 100.

Fabian Rose aus Bingen: Diese Fot ist in unserem Urlaub im Harz entstanden. Es zeigt die Ilse etwas anders. Dies war mit der erste Versuch Bilder mit längerer Verschlusszeit und Stativ zu machen.

Ein Ausschnitt aus einem Bachverlauf zeigt diese Farbaufnahme. Der Fotograf scheint im Gewässer drin zu stehen und hat das Bächlein  aufwärts der Flussrichtung fotografiert. Ungefähr in der horizontalen Mitte der Aufnahme fliesst der Bach übher eine kleine Schwelle aus mehreren Steinen, von denen zwei mit herbstlich-buntem Laub bedeckt sind. Die Belichtungszeit hat das Wasser zu weissen Vorhängen verwischt. In den ruhigen Wasserpartien spiegelt sich ein eigenartig hellgrünes Licht.

Glückwunsch zu Deinem ersten Wasser-Stativ-Langzeit-Bild. Es ist durchaus gelungen und lädt zum Anschauen ein. Die Schwelle in der Bildmitte schafft Rhythmus , und die fein verästelten Flussstufen sorgen für Dynamik.

Technisch gesehen hast Du Dich für klassische Einstellungen in der Landschafts-Detailfotografie entschieden: mittlere Blende für durchgehende Schärfe, etwas längere Brennweite, um das Gewässer zusammenzuziehen und tiefe ISO für eine Langzeit-Belichtung. An diesen Diengen ist nichts auszusetzen, allerdings hätte ich mich für eine etwas längere Belichtungszeit (und damit für eine noch kleinere Blende oder einen Neutralgrau-Filter (Affiliate-Link)) entschieden: Der feine Schaum auf dem Auslauf des „Wasserfalls“ im Bildvordergrund ist irgendwo zwischen den Zeiten hängengeblieben. Er ist nicht wirklich sichtbar, aber auch nicht verschwunden – 2.5 Sekunden reichen dafür nicht aus.

Ebenfalls überprüfen würde ich den Weissabgleich: Hier scheint mir das Grün doch etwas zu intensiv, auch wenn ein frühlingshaftes Blätterdach in der prallen Sonne wahrscheinlich ungefähr diesen Farbton auf den Boden bringt. Lightroom hat bei mir in der Anpassung des Weisstons auf das Wasser dann doch ein etwas wärmeres Licht angenommen.

Weissabgleich des Bachfotos etwas wärmer

Weissabgleich des Bachfotos etwas wärmer

Noch eine handwerkliche Grösse, die ich überprüfenswert finde, ist die Lage des Bildausschnitts, respektive die Neigung des Bodens. Denn auch wenn es bei Wasser ausser bei Seen oder dem Meer mit einem geraden Horizont nicht ganz einfach ist – es gibt, und grade bei fallendem Wasser, Hinweise auf die Lage des virtuellen Horizonts. Dein Bild halte ich für rund fünf Grad nach links gekippt. Das ist nicht absolut eindeutig feststellbar, aber es gibt Indizien.  So geht fallendes Wasser auch in einem Fluss oder einem Bach relativ schnell aus der Flussrichtung in den freien Fall – und damit in eine exakt senkrechte Falllinie – über. Das heisst, dass die geraden Linien unterhalb jedes „Wasserfall-Bogens“ in der Stufe hier im Lot stehen müssten, und demnach, dass der kleine Bogen, den wir genau von vorne sehen, exakt senkrecht stehen muss.

Falllinie des Wassers

Falllinie des Wassers

Wenn man diese fünf Grad korrigiert, kommt dies dabei raus:

Wasserfalllinie, korrigiert

Das geht aber zulasten einiger Teile des Bildes, wie immer, wenn man etwas gerade stellen muss:

Ausschnittwinkel

Fünf Grad nach rechts gekippt: Es fallen Bildanteile weg.

Bis jetzt haben wir die Aufnahme also neu beweisst und geradegekippt, aber das ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn das wichtigste an der Aufnahme ist die Komposition.

Die ist hier eindeutig auf die drei Steine in der Schwelle des Baches ausgerichtet – aber sie macht sie nicht wirklich und konsequent zum Motiv. Das Problem: an den Rändern franst die Aufnahme aus, es gibt viele Ablenkungen und Kleinigkeiten wie die Ästchen unten rechts oder das tote Stück Holz oben links, die den ganzen Eindruck etwas struppig machen und von der zentralen Bildkomponente ablenken.

Ich habe gelernt, in Detail-Landschaftsaufnahmen zuerst herauszufinden, was mein Motiv ist: In Deinem Fall hier wohl die Schwelle mit den drei Steinen. Danach geht es daran, dieses Motiv aus allen möglichen Blickwinkeln zu betrachten, alle Standorte zu überprüfen und zu sehen, wie es am besten zur Geltung gebracht werden kann. Dabei, sagen meine Lehrer wie Gary Hart, ist besonders wichtig, dass der Rahmen der Komposition keine „Lecks“ hat: Dass nichts in die Aufteilung des Bildes hinein- oder zu harsch hinausragt.

Die drei Steine der Schwell im Bildzentrum sind das Motiv. Sie sollten so gut wie möglich freigestellt werden.

Die drei Steine der Schwell im Bildzentrum sind das Motiv. Sie sollten so gut wie möglich freigestellt werden.

Das ist allerdings der letzte Schritt in der Komposition; zuerst muss die Position gefunden werden, die das Motiv isoliert oder in einen Kontext setzt, die auf jeden Fall am nächsten an das heranreicht, was Du fotografiert haben willst, und dabei am wenigsten Kompromisse eingeht. Fotografie ist auch hier oft die Kunst der Reduktion, auch wenn man bisweilen loslassen und sich von etwas verabschieden muss, was man im Hintergrund des Bildes für einen Gewinn hält. Es lohnt sich übrigens immer, das schon vor Ort und bei der Komposition zu machen und nicht darauf zu vertrauen, dass man aus den x-Megapixeln zu Hause das eigentliche Bild dann schon herauscroppen kann.

Ich hatte ein lehrreiches Erlebnis in  einem Workshop auf Hawaii (mit besagtem Gary Hart) an einem Wasserfall. Mir gefielen die vom Umgebungslicht zum Leuchten gebrachten Farne neben dem Wasserfall, und ich begann, mich immer stärker mit dem Grün zu befassen und das Weiss und Blau des fallenden Wassers nur noch als Kontrast zu nutzen. Nach sicher zwanzig Minuten herumprobieren war mir langsam auch klar geworden, dass die kleinen, braunen Lianen neben dem Farn und die rundblättrigen Pflanzen, die dazwischen wuchsen, das Bild ergaben, das mich interessierte, und es entstand diese Aufnahme, in welcher der Wasserfall zwar vorkommt und unverkennbar ist, aber das Augenmerk auf mein Motiv und die von der Natur so spannend angeordneten Linien gelenkt wird.

Wasserfall: In dieser Fotografie wurde das ursprüngliche Hauptmotiv zum Kontrast degradiert. Die Linien der Lianen greifen die Fallinien des Wassers auf, die leuchtenden grünen Pflanzen setzen grosse Akzente und kleine Punkte. © Peter Sennhauser

Ich will damit sagen, dass das eigentliche Bild (oder Dutzende guter Bilder) vielfach in der Ansicht drin steckt, die man vor sich hat, aber nicht unbedingt gleich die Ansicht ist. Man muss sich zuerst damit beschäftigen, die verschiedenen Schichten und Teilmotive aufdecken und auseinandernehmen, bis man schliesslich erkennt, was es war, was einem am ursprünglichen Überblick so fasziniert hat.

Das geradegestellte und etwas aufgewärmte Bild.

Das geradegestellte und etwas aufgewärmte Bild.

Dein Bild ist ein gutes Beispiel, denn Du hast das Auge gehabt, die Szene zu erkennen, aber vielleicht nicht die Geduld, die Erfahrung oder den Wunsch, daran lange genug zu arbeiten, um das Motiv zu isolieren.  Versuchs mal, es lohnt sich.

Tutorial Panorama-Fotografie (3/4):
Zusammenfügen, was zusammengehört

Die digitale Verarbeitung einer Serie von Fotografien zum Panorama kann mit sehr teurer oder mit frei verfügbarer Software bewerkstelligt werden. DIe Korrekturfähigkeiten der Software variiert allerdings stark.

Ein klassisches Gipfelpanorama vom Großen Widderstein im Allgäu, Brennweite 38 mm. © Dietrich Kunze

Ein klassisches Gipfelpanorama vom Großen Widderstein im Allgäu, Brennweite 38 mm. © Dietrich Kunze

Wenn die Belichtung, Fokussierung und Brennweiteneinstellung der Bilder korrekt angewendet worden sind, bleibt eigentlich nur noch der Feinschliff übrig, in dem die Weißabgleichwerte der Bilder harmonisiert und eventuelle Änderungen an Kontrasten, Tonwertkurven u.ä. vorgenommen werden. Deren Parameter sollten bei allen Bildern identisch sein.

Nun folgt endlich die Erstellung des Panoramas aus den Einzelbildern. Dazu benötigt man Software, die genau dieses Ergebnis liefert. Diese Programme werden häufig „Stitchprogramme“ oder „Stitchsoftware“ genannt (stitch – zusammenfügen, zusammenflicken etc.).

Software kann Fehler verzeihen

Es gibt zum einen Freeware aus dem Internet wie autostitch oder Hugin, die so etwas können oder kostenpflichtige Programme wie PanoramaStudio oder PTGUI (dies sind natürlich nur Beispiele, es gibt viel mehr Angebote). Wieviel oder ob man dafür Geld ausgeben will, muss entschieden werden. Es macht hier relativ wenig Sinn, die Vor- oder Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten einzeln darzustellen. Wenn man das erste Mal sich mit diesem Thema beschäftigt, kann man ohne weiteres erstmal mit kostenlosen Programmen oder mit Testversionen der Bezahl-Software in die Panorama-Welt hineinschnuppern.

Es kommt allerdings sehr schnell der Punkt, wo man feststellt, dass fehlerhaftes Bildmaterial (verschiedene Neigungswinkel der Kamera bei einzelnen Aufnahmen, schiefe Bilder, verschieden helle Aufnahmen) von unterschiedlichen Programmen unterschiedlich behandelt werden – das eine präsentiert ein Gesamtergebnis mit deutlichen Stitchfehlern ohne weitere Korrekturmöglichkeiten, ein anderes erlaubt Eingriffe über die sogenannten „Kontrollpunkte“ oder lässt die Einzelbilder untereinander neu ausrichten oder erlaubt nachträgliche Korrektur der Helligkeit der Einzelbilder etc.

Am Anfang sollte man schon mit fehlerhaftem Bildmaterial rechnen. Will man dann die Flinte nicht gleich ins Korn werfen, ist es nicht verkehrt, mit Testversionen anspruchsvollerer Programme auszuprobieren, was noch zu retten ist. Und nebenbei lernt man dadurch ganz praktisch dazu, wo die meisten Fehler bei der Panoramafotografie gemacht werden und bis zu welchem Grad diese im Nachhinein mit Programmen wieder ausgebügelt werden können.

Bei allen Unterschieden führen die meisten Stitch-Programme mindestens zwei Arbeitsgänge durch – erst werden nach Vorgabe die Einzelbilder ausgewählt und geladen und danach versucht das Programm, daraus ein neues digitales Bild zusammenzufügen.

Das erste Ergebnis eines geglückten Stitchings ist ein digitales Bild, das die Gesamtsicht der Einzelbilder ohne Brüche, sichtbare Übergänge und dergleichen darstellt: Es scheint, als wäre es als ein einziges Bild fotografiert worden. Normalerweise sind die oberen und unteren Ränder leicht versetzt oder gewellt – sie können mit dem letzten Arbeitsgang der Panorama-Software zu einem rechteckigen Endprodukt beschnitten werden.

Diese Art der Präsentation macht keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Blickwinkeln bis hin zu 360°, es kommt immer ein „flaches“ Bild heraus, das sich mehr oder weniger in die Breite ausdehnt.

Rundumsicht

Gerade aber für die komplette Rundumsicht bietet sich eine andere, sehr attraktive Variante der Präsentation an – manche Panorama-Software bietet zusätzlich die Möglichkeit, ein interaktives Rundumpanorama zu erstellen. Dieses ist dann in der Regel über einen Webbrowser aufrufbar, lässt den Betrachter mit Mausklicks und/oder Steuerungs-Buttons durch die komplette Rundumsicht wandern, herein- oder herauszoomen, nach oben oder nach unten schauen oder auch den kompletten „Rundgang“ langsam selbsttätig durchlaufen lassen etc. etc.

Für das Internet ist dies natürlich eine ausgezeichnete Präsentationsmöglichkeit.  Ein Beispiel dafür auf der Websitewww.weitesgebirge.de.

Im Vergleich dazu ein „flaches“ Panorama (es fehlen nur wenige Grad zu 360°)

Volle Auflösung!

Wichtig: bei der interaktiven Präsentation sollte das erstellte Panorama mit der vollen Auflösung der Einzelbilder erstellt werden, damit man dann im Browser an jeder beliebigen Stelle ganz nah heranzoomen kann, was ja gerade den Charme dieser Darstellungsweise ausmacht. Beim flachen rechteckigen 2D-Panoramen kann man ruhig auf die benötigte Auflösung von z.B. 1080 Pixel in der Höhe o.ä. verkleinern.

Laub mit Tropfen:
Herbst in Draufsicht

In der Landschaft lassen sich faszinierende Details auf immer wieder neue Art fotografisch inszenieren. Ein wesentliches Gestaltungsinstrument ist dabei der Blickwinkel: Die Kamera kann ja auch anders „gucken“ als der Betrachter.

Regentropfen auf Laub Coolpix P510 Aufnahmedaten: 1/40s bei Blende 3 mit 4.3mm Brennweite und ISO 100

Regentropfen auf Laub Coolpix P510 Aufnahmedaten: 1/40s bei Blende 3 mit 4.3mm Brennweite und ISO 100

Lukas Roth aus Karlsruhe schreibt: Ich war im Herbst in der Pfalz wandern und es hatte vorher sehr lange geregnet, so dass alles ziemlich nass war. Es gab fast keine Motive, die mir gefallen hatten und ich war fast schon am Ende meiner Tour, als mir bewusst wurde, dass ich die ganze Zeit die Tropfen auf dem Laub vergessen hatte. Also schoss ich das Bild und daheim, bei der Betrachtung der Bilder, fiel mir auf, dass diese Bild (für mich) perfekt den Herbst ausdrückt. Auf flickr war das Bild dann auch relativ beliebt und ich wollte jetzt einfach mal die Meinung von Profis wie euch dazu einholen :)

Das ist in der Tat ein kräftiges Bild: Herbst, das sagen schon die Farben, dann die Blätter, dann der Regen oder Tau. Gut gesehen!

Deine Farbfotografie zeigt ein Eichenblatt in einer bodendeckenden Schicht von rotgefärbten Buchenlaub. Die Blätter sind augenscheinlich nass, wie an Glanzspuren an einigen Ecken erkennbar ist. Auf dem Eichenblatt haben sich zahlreiche Tau- oder Regentropfen gesammelt. Durch die Lichtbrechung der Oberflächenspannung stechen einige von ihnen in der oberen Blatthälfte als heller Blickfang heraus.

Als bunte Illustration zum Thema Herbst ist an diesem Bild fast nichts herumzumäkeln. Weiterlesen

Kinderporträt in Schwarz/Weiss:
Vier Augen, ein Gesicht

Wenn Kinder direkt in die Kamera blicken, stört das in Porträts meist weniger als bei Erwachsenen. In dieser Fotografie entsteht ein reizvoller Bruch durch den starren Blick der Puppe, welche die porträtierte Jolanda in Händen hält.

Jolanda auf dem Spielplatz. Nikon D90, 1/1000s, f/2.2, ISO 250, 50mm © Maike Frisch

Maike Frisch aus Oldenburg: In meiner Art der Fotografie konzentriere ich mich bevorzugt auf authentische, klare, aufgeräumte und ausdrucksstarke Portraits, die ohne von mir zur Verfügung gestelltes künstliches Beiwerk auskommen. Für diese Aufnahme waren wir auf einem Spielplatz und Jolanda hatte ihre eigene Puppe mitgebracht. Ich persönlich mag diese Aufnahme sehr, da sie mal nicht strahlend und niedlich ist, sondern eine Zweijährige auch zurückgezogen und in sich gekehrt zeigt.

 

Kinderfotografie leidet unter vielen Klischees: Einfach deshalb, weil Eltern ihre Kinder bei jeder Gelegenheit fotografieren und sie auch immer süss finden. Und weil die inszenierte Kinderfotografie meist klischiert vorgeht und Erwartungen bedient, die in der Ecke „herzig“ liegen.  Weiterlesen

Leserfoto:
Ein neuer Blick auf die Tower Bridge

Es ist gar nicht so einfach, häufig fotografierte Sehenswürdigkeiten in einem ungewöhnlichen Blickwinkel festzuhalten. Bei der Tower Bridge hat es der Fotograf hier mit einer Kombination aus Langzeitbelichtung, Tempo und Farbmischung geschafft.

Klick für Vollansicht (© Torsten Muehlbacher).

Kommentar des Fotografen:

Speed > unterwegs in London
Canon EOS 5D Mark III
Belichtung 3.2
Blende f/8.0
Brennweite 40 mm
ISO-Empfindlichkeit 100
mit dem „genialen“ Canon EF 40mm 2.8 Pancake

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Torsten Muehlbacher:

Pankcake-Objektive? Was ist das? Das sind sehr kompakte, sprich, kurze Objektive, die sich deshalb den Spitznamen der flachen Pfannkuchen (oder je nach Region Eierkuchen, Crepes, etc.) erarbeitet haben. Der Vorteil dieser Objektive ist, leicht und damit sehr transportabel zu sein, was sie zu idealen Begleitern auf Fotoreisen, vor allem mit dem Flugzeug, macht.

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Leserfoto:
Die flachen Steine

Die Tiefenwirkung eines Fotos hängt von mehreren Faktoren ab, vor allem der Perspektive und der Beleuchtung. Das gilt auch für das Foto einer Gesteinsformation.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Karl Siegemund).

Kommentar des Fotografen:

Dies ist ein verwitternder Stein in den Alpen. Man erkennt deutlich die Faltungen des ursprünglichen Gesteins, welches sich jetzt in lauter kleine Steinplättchen zerlegt. Ich hoffte auf etwas deutlicher zu Tage tretende Linien und Kontraste. Auf dem Foto wirkt der Stein deutlich flacher und weniger plastisch.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Karl Siegemund:

Wie sie sehen, sehen sie nichts. Nun ja, es ist Gestein zu erkennen, anscheinend zerbrochen, aber um zu erkennen, was wirklich wichtig ist auf diesem Foto, bedarf es schon des Kommentars des Fotografen. Weiterlesen

Holocaust Denkmal in Schwarzweiß:
Standpunkt und Perspektive

Totfotografierte oder schwierig zu fotografierende Motive kann man interessant gestalten, indem man „einfach“ seinen Standpunkt oder den Blickwinkel verändert.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© kirsten heinrich).

Kommentar des Fotografen:

Das Berliner Stelenfeld lockt uns wohl alle immer wieder. Ich war dort mehrfach, war nie mit meinen Ergebnissen zufrieden.
Hier habe ich erstmals eine Möglichkeit gesehen, den ablenkenden Hintergrund aus dem Bild zu halten ohne an Wirkung zu verlieren. 17 mm 1/15 f 9 iso 200

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von kirsten heinrich:

Ab und zu finden wir hier auf fokussiert Aufnahmen von vielfotografierten Motiven, bei denen die Hauptkritik aus der Leserschaft lautet: haben wir alles schon zig-mal gesehen. Ein Beispiel aus jüngerer Zeit war eines, das nachts vom Kölner Dom aufgenommen wurde. Weiterlesen

Fotografische Komposition (2/3):
Optische Spannung im Bild

Im ersten Teil über die Grundregeln der Bildgestaltung wurde aufgezeigt, wie mittels Goldenem Schnitt eine optische Spannung im Bild erzeugt werden kann. Der zweite Teil widmet sich nun der Perspektive.

Perspektive und Blickwinkel
Egal, ob man eine Stadtszene fotografiert oder ein Porträt – man muß sich darüber klar sein, wo die Horizontallinie verläuft, und in welchem Verhältnis zu ihr die anderen Elemente angeordnet sind. Weiterlesen