Thema: Dokumentation

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema Dokumentation:


 

Alle 45 Artikel zum Thema Dokumentation auf fokussiert.com:

Margaret Bourke-White:
Das Auge ihrer Zeit

Mit dabei sein, wenn Geschichte geschrieben wird: Das war Margaret Bourke-Whites “unstillbarer Wunsch” und sie sah sich als “Auge der Zeit”.

Margaret Bourke-White: Ein Paar zieht einen mit drei Kindern und Proviant beladenen Handkarren, Deutschland, April 1945

Margaret Bourke-White: Ein Paar zieht einen mit drei Kindern und Proviant beladenen Handkarren, Deutschland, April 1945

Margaret Bourke-White war eine der ersten Frauen, die in die männlich dominierte Welt der Fotoreporter eindrang. Sie schoss das Titelfoto der allerersten Life-Ausgabe.

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Andreas Magdanz:
Das Stammheimer Gefängnis

Das Gefängnis in Stuttgart-Stammheim – kein Ort kann symbolischer sein für die Geschehnisse des “deutschen Herbstes” 1977. Andreas Magdanz hat den Hochsicherheitsbau fotografiert.

Andreas Magdanz, Luftaufnahme Bau 1

Andreas Magdanz, Luftaufnahme Bau 1

Das Stammheimer Gefängnis soll bald abgerissen werden. Auch deshalb wohnte Andreas Magdanz fünf Monate direkt neben der Anstalt und dokumentierte sie mit hunderten von Fotografien.

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Walker Evans:
Jahrzehnt für Jahrzehnt

Walker Evans in einer umfassenden Retrospektive in Köln – den Blick auf die Originale sollte sich der wahre Foto-Enthusiast nicht entgehen lassen.

Walker Evans: Pabst Blue Ribbon Sign, Chicago, Illinois, 1946
 © Walker Evans Archive, The Metropolitan Museum of Art

Walker Evans: Pabst Blue Ribbon Sign, Chicago, Illinois, 1946
 © Walker Evans Archive, The Metropolitan Museum of Art

Schon 2009 bei der Ausstellung im Fotomuseum Winterthur hatten wir darauf aufmerksam gemacht, wie gut es ist, die Klassiker zu kennen. Jetzt ist Walker Evans’ Werk erstmals in großem Umfang in Deutschland zu sehen.
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Dokumentation:
Soldaten im Sandsturm

Dokumentarbilder müssen ihre Aussage eindeutig transportieren – wobei die Aussage auch in einer Stimmung liegen kann.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Marcel C.).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Marcel C.).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild ist während meines Afghanistaneinsatzes in Kundus enstanden. Ich wollte die angespannte Stimmung bei wenig Sicht im Feindesland einfangen und frage mich ob ich das auch für diejenigen ohne Bezug zum Bild hinbekommen habe. Als Titel dachte ich mir das “Schönwetterfront” ganz gut passen könnte.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Marcel C.:

Ein Soldat in Wüstenausrüstung steht in diesem Farbbild im rechten Vordergrund am Rand einer Piste vor gepanzerten Fahrzeugen und einem kleinen Trupp seiner Kameraden. Die Luft scheint sandgeschwängert, der Mann schützt Gesicht und Kopf mit einem Tuch.

Diese Aufnahme weckt im Betrachter Beklemmung:

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Dokumentation:
Störende Wellen

Eine auf Aussage getrimmte Fotografie verlangt eine konsequente Komposition. Gegensätze sind dabei ein sinnvolles Werkzeug.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Angela Bettinger).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Angela Bettinger).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand im November in Ault, an der Côte d´albâtre, in Frankreich. Wege und Straßen sind sowohl von der Landseite durch Steinschlag, als auch vom Meer bedroht. Der Mensch versucht sich durch Zäune und Schilder zu sichern. Mir ging es nicht um ein möglichst harmonisches Landschaftsbild, sondern um die Darstellung von Großartigkeit der Landschaft einerseits und um ihre Entstellung durch (notwendiges) menschliches Eingreifen andererseits.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Angela Bettinger:

Eine Naturstrasse, welche die gesamte Bildbreite des Vordergrunds einnimmt, windet sich in dieser quadratischen Schwarz-Weiss-Aufnahme am linken Bildrand entlang in die Tiefe. Im Hintergrund ragen steile Klippen eines Meeresufers über die Strasse, den rechten Vordergrund belegt ein die ganze Bildhöhe ausmachendes Fahrverbotsschild.

Mein erster Reflex, als ich diese Fotografie in der Vorschau sah, war die Frage, was das soll:

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Donovan Wylie:
Ruhige, poetische Bilder vom Krieg

Tagtäglich flimmern aus dem fernen Afghanistan Bilder über die Fernsehschirme. Zeugen vom Töten in diesem Krieg. Es sind inzwischen allzu bekannte Bilder, die nur noch selten aufrühren. Donovan Wylie zeigt in seinem Bildband «Outposts» ebenfalls Bilder von diesem unsichtbaren Krieg. Bilder ohne Blut und Gemetzel, Bilder fast ohne Menschen, aber dennoch anrührende, berührende und nachdenklich stimmende Bilder.

Zwischen 2006 und 2011 hat Donovan Wylie immer wieder die afghanische Provinz Kandahar besucht und dabei die Wachposten der kanadischen Armee fotografiert. Das Ergebnis ist ein poetischer, leiser Bildband mit ruhigen Aufnahmen. Die Fotos sind fast durchgehend in beigen und sandfarbenen Tönen gehalten. Sie leben von den Schattierungen und Abstufungen dieses Farbraumes – und spiegeln so die Landschaft und wohl auch das Lebensgefühl Afghanistans wider: trostlos, sandig, karg. Weitläufig und gebirgig. Eine Landschaft, die nicht unbedingt zum Leben und Verweilen einlädt.

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Hochzeitsfoto:
Fischaugen-Tanz

Fisheye-Objektive machen Spass, sind aber relativ selten wirklich produktiv einsetzbar. Matthias Wassermann hat einen tollen Einsatzzweck an einer Hochzeit gefunden.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Matthias Wassermann).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Matthias Wassermann).

Kommentar des Fotografen:

Der Hochzeitstanz … alles dreht sich um das Brautpaar. Einer der Höhepunkte des Abends. Ich wollte die Dynamik des Momentes festhalten und wählte 1/10 Sekunden. Um die Hochzeitsgesellschaft im Hintergrund abzubilden, wählte ich ein Fisheye. Um die Bewegungsdynamik zu erzeugen, lief ich in der entgegengesetzte Richtung um das Brautpaar herum. Der Blick von Oben … so weit reichten meine Arme! Lichtquelle war mein Aufsteckblitz von Nikon Sb-900. Weißabgleich Auto. Bei 8 Bildern/Sek (8 Batterien im MB-d10 Handgriff und extra 6 Batterien im Batteriepack SD-8A für den Blitz) konnte ich so 9 Bilder machen. Dieses vorletzte Bild war das Beste!

Peter Sennhauser meint zum Bild von Matthias Wassermann:

Eine Braut im Bildzentrum dieser Fotografie wird vom Bräutigam, links hinter ihr, im Kreis gewirbelt. Wir blicken von oben auf das tanzende Paar, dessen Drehung in der Bewegungsunschärfe des Hintergrunds deutlich wird. Erst auf den zweiten Blick erkennen wir, dass der Hintergrund aus im Kreis stehenden Hochzeitsgästen besteht.

Es braucht eine Portion Mut (oder bösen Willen), um ein Fischaugen-Objektiv an lebenden Menschen anzuwenden:

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Schnappschuß mit Flieger:
Wenn es um Sekunden geht

Wenn Bewegungsabläufe nur Sekunden dauern, muß man mit der Situation gut genug vertraut sein, um Dinge vorhersehen zu können. Dann wird man mit Aufnahmen belohnt, die man so nicht hätte fotografieren können.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Thomas Kremshuber).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Thomas Kremshuber).

Kommentar des Fotografen:

Sprung aus einem Flugzeug. Aufgenommen mit einer Canon EOS 450D, 1/500s, f/16, ISO 400, 8mm, Headmount auf einem Helm, Beissauslöser.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Thomas Kremshuber:

In dem von mir vielzitierten Buch “On Being a Photographer”, das auch hier auf fokussiert auf Deutsch besprochen wurde, führt David Hurn seine Vorgehensweise bei Fotoprojekten aus. David Hurn ist Magnum-Mitglied und ein bekannter Dokumentarfotograf, der u.a. durch seine Aufnahmen in Ungarn in den Fünfziger Jahren bekannt wurde, als das Land von den Sowjets besetzt wurde:

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Ringerbild:
Fest im Griff

Der richtige Zeitpunkt ist bei vielen Fotos wichtig, bei Sportfotos jedoch ist er unerlässlich. Nur Sekundenbruchteile früher oder später kann ein Foto ganz anders aussehen und damit auch anders wirken.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jens Richter).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jens Richter).

Kommentar des Fotografen:

Ich hatte ein ähnliches Bild vor ein paar Tagen eingesandt. Hier eine Version die mir persönlich etwas besser gefällt, da sie noch mehr Dynamik hat. Sie ist 0,16 sec nach der 1. Aufnahme entstanden. Ich hoffe sie gefällt Euch auch besser.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Jens Richter:

Für gute Sportfotos sind drei Dinge wichtig: Timing, Timing und nochmals Timing. Alle drei Dinge hat der Fotograf Jens Richter bei diesem Foto eines Ringkampfs beherzigt und so ein beeindruckendes Bild festhalten können: Zwei muskulöse Männer, die scheinbar mit Leichtigkeit in der Luft zu schweben scheinen und dabei noch innig umschlungen sind.

Neben dieser schwebenden Leichtigkeit faszinieren mich mehrere Details:

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Dokumentation:
Dramatisierte Queen

Um die schiere Grösse von Objekten zu dokumentieren, ist ein klarer Masstab nötig – und ein Normal- oder Weitwinkelobjektiv auf grosse Distanz eine unglückliche Wahl.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© René Quint).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© René Quint).

Kommentar des Fotografen:

Das Foto ist im Rahmen des Hamburg-Besuchs der Queen Mary II am 04.05.2011 entstanden. Ziel war es grundsätzlich die Mons der Queen darzustellen. Dies wird schon durch die davor liegenden Versorgungsschiffe sehr schön deutlich. Die Ausarbeitung der Wolken soll diese „bedrohliche“ Größe durch eine künstlich geschaffene Dramatik unterstützen. Gleichfalls wählte ich aus diesem Grund eine tiefe Kameraposition hinter Steinen, um dem Betrachter unbewußt das Gefühl zu geben, ich hätte mich dahinter versteckt. Den zusätzlichen Eindruck von Enge und Bedrohlichkeit bringt der lediglich enge Fluchtkanal zwischen Wolken und Steinen, deren Begrenzungslinien aufgrund der absichtlich so gewählten Steinposition parallele Verläufe andeuten. Die Steine habe ich nicht zusätzlich bearbeitet, sie sind durch die Kombination aus Brennweite und Objektivabstand entstanden.

Peter Sennhauser meint zum Bild von René Quint:

Die majestätische Queen Mary II ist in diesem Bild im Hafen von Hamburg zu sehen. Im Vordergrund sind in der Unschärfe einige Felsen zu erkennen, dahinter erstreckt sich eine wasserfläche, in der schliesslich die Queen am Pier liegt, umgeben von kleinen Versorgungsschiffen. Über der Szene türmen sich Häufchenwolken.

Kein Zweifel, sie ist ein majestätisches Schiff, und Du hast einen guten Standort gewählt, um die Queen Mary II in ihrer vollen Pracht abzulichten. Ob allerdings Deine insgesamt recht anspruchsvollen und komplexen Absichten zur Bildaussage aufgehen, wage ich zu bezweifeln:

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