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Langzeit-Belichtung aus der Hand:
Flatterhaft

Was wir angesichts der digitalen Technik häufig vergessen: Dass man auch mit diesen Kameras spannende Langzeit-Aufnahmen, Mehrfach-Belichtungen und andere kreative „Fehler“ machen kann.

Möwen in Langzeitbelichtung

Nikon D5500,1/4s bei Blende 18 mit 105mm Brennweite und ISO 100 © Ingrid Steinmel

Ingrid Steinmel aus Kriftel schreibt zu diesem Bild: Aufgenommen bei Sonnenuntergang in Ahlbeck auf Usedom mit einer Nikon D5500 mit AF-S Nikkor 18 – 105 mm. Eine Frau warf von der Seebrücke aus Brotstückchen in die Luft und ich habe einige Aufnahmen von den Lachmöwen, die nach dem Brot gejagt haben, gemacht. Dieses Bild gefällt mir besonders gut, weil zwei der Vögel noch erkennbar sind, der Rest aber nur noch schwirrende Formen vor einem tiefblauen Meer. Die Bildaufteilung ist unter den Umständen Glücksache, von daher konzentriert sich das Geschehen in den oberen zwei Drittel. Mich würde interessieren, ob ich es mit der Nachbearbeitung hinsichtlich der Farben übertrieben habe.

Ich hatte diese Ausnahme markiert und wollte sie schon für später reservieren, wenn ich wieder an einem kalibrierten Bildschirm sitze. Schliesslich fragst Du nach den Farben. Und die wollte ich nicht am Notebook-Computer im Zug beurteilen. Und dann dachte ich: Kann man es denn mit der Farbe übertreiben?

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Leserfoto:
Bild des Monats November

Die Beurteilung ist abgeschlossen: Die Wahl für das Bild des Monats November ist auf den Hund um High Noon gefallen, den wir hier bereits kennenlernen durften.

Klick für Legende und Vollansicht. (Bilder )

Jeden Monat prämiert das Team von fokussiert.com aus allen Einsendungen für die Bildkritiken das Bild, welches besonders heraussticht. Der Fotograf erhält dafür als Preisgeld 100 €.

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Leserfoto:
Der Alien-Käfer auf dem fremden Planten

Das Spiel mit den Größenverhältnissen macht aus etwas Wüste, paar Gräsern und einem Scarabaeus eine kleine Fantasiewelt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jochen Smolka).

Kommentar des Fotografen:

Ein Südafrikanischer Wüstenscarabaeus in Namaqualand.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Jochen Smolka:

Tierfotos leben oft entweder von der Niedlichkeit ihrer Protagonisten oder ihrer Exotik. Wohl nur die wenigsten werden den Wüstenscarabaeus niedlich nennen, deswegen ist klar, dass bei diesem Foto die Neugier und der ungewohnte Anblick eines in unseren Breiten kaum anzutreffenden Tiers dominieren. Man spürt fast das Verlangen, den Panzer abzuklopfen, um dessen Härte zu testen und fragt sich, wie weich die Haare an den Beinen sein mögen.

Ich finde, das Foto ist ein gutes Bild, aber nicht nur wegen des exotischen Käfers, sondern vor allem wegen seiner Kombination mit der Umgebung. Die Pflanzen und Gräser, zusammen mit Sand, bei dem jedes einzelne Körnchen genau zu erkennen ist und der geringen Tiefenschärfe (interessanterweise trotz des kleinen Kamerasensors) sorgen für eine seltsame Wahrnehmung der Größenverhältnisse. Das Bild erinnert mich in der Anmutung an die Werbeaufnahmen mit dem Tilt-Shift-Effekt der Telekom, bei dem reale Stadtszenen wie bei einer Modelleisenbahn wirkten. Der Sand und die Gräser lassen aber erahnen, dass das Tier doch eher klein sein muss.

Die zweite unweigerliche Assoziation – vielleicht hervorgerufen durch zu viele Fantasy- und Science-Fiction-Romane – lässt mich bei dem Bild an die Wüstenlandschaft eines fremden Planeten denken, in der der Scarabaeus die Rolle des fremdartigen Aliens einnimmt. Daran ist sicher der knorrige rötliche Stamm der Pflanze links vom Käfer schuld und außerdem hat der Fotograf die alte Regel eingehalten, dass möglichst immer auf Augenhöhe fotografiert werden sollte und deshalb eine sehr niedrige Kameraposition eingenommen. Das wiederum sorgt für die optische Täuschung, dass wir entweder sehr stark geschrumpft worden sind oder der Käfer doch sehr groß ist. Wieder also das Spiel mit den Größenverhältnissen.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
Mehr über die Profi-Bildkritik erfahren / Eigene Bilder zur Kritik einreichen.

Bildbearbeitung:
Digitale Filmkornsimulation (2)

Überblick (bereits erschienene Teile sind verlinkt)
1. Einleitung
2. Das Problem des Bildrauschens
3. Die Haptik des Bildes
4. Das Phänomen der Kornschärfe
5. Der Aspekt des Stilmittels
6. Einbindung des beigelegten Aktionssets
7. Eine Beispielbearbeitung
8. Was noch zu sagen wäre …
9. Und noch etwas …

 

***

6.Einbindung des beigelegten Aktionssets

Nach dem Herunterladen des Aktionssets und dem Abspeichern an einer möglichst wiederauffindbaren Stelle der Festplatte öffnet man Photoshop und wählt die Aktionsverwaltung über das Menü (Fenster: Aktionen) oder über F9 direkt aus. In dieser findet sich rechts oben ein kleines Icon mit einem Pulldownmenü und dort in der fünften Abteilung der Befehl Aktionen laden. Nun kann der Aktionsset ausgewählt und eingebunden werden, er steht nun zur Anwendung bereit. Weiterlesen

Leserfoto:
See in Schwarzweiß – Linien und Flächen

Bereits totfotografierte Motive können zu neuem Leben erweckt werden, wenn man sie mit anderen Augen sieht – und auch so aufnimmt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Florian Gampert).

Kommentar des Fotografen:

Ich weiß leider nicht mehr genau, wo in meinem Italien Urlaub ich das Bild gemacht habe.
Der Baum rahmt die Szene meiner Meinung nach schön ein. Ich würde mich über eine Kritik sehr freuen!

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Florian Gampert:

Dein Bild hätte ein langweiliger, nur für Dich interessanter Urlaubsschnappschuß werden können, hättest Du Dir nicht etwas mehr dabei gedacht, und das Motiv auf eine Weise eingefangen, die es jetzt auch für mich sehenswert werden läßt. Auf die Art, wie Du es fotografiert hast, ist es jetzt zwar kein Landschaftsfoto mehr im eigentlichen Sinn – für mich eher ein Kunstfoto – aber die Übergänge sind eben manchmal fließend.

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Food Fotografie (3/3):
Food Styling

Im ersten Artikel über die Foodfotografie habe ich die wichtigsten Aspekte für dieses Thema aufgelistet. Nach Teil 2 hier nun noch der Rest mit detaillierten Ausführungen.

Licht und Beleuchtung


Wenn man keine Reflektoren und professionelle Beleuchtungsmöglichkeiten zur Verfügung hat, kann man entweder improvisieren oder man benutzt, wenn und wo möglich, natürliches Licht. Falls dieses nicht zur Verfügung steht, kann man auch Steh- oder Klemmlampen benutzen, die mit Glühbirnen im Tageslichtspektrum ausgerüstet sind, oder remot ausgelöste Blitze. Weiterhin ist ein Lichtzelt empfehlenswert, das auch selbst gefertig werden kann.

Wie man seine Beleuchtungssituation auch immer gestaltet, das Licht sollte durch einen Lichtzerstreuer weich gestaltet sein, sonst wird das Foto durch harte Schlagschatten und grelle ausgebrannte Stellen verunstaltet. Selbst wenn man Sonnenlicht auf einem Salat in einem Gartenrestaurant als erwünscht sieht, sollte man doch den unerwünschten Effekten entsprechend entgegenwirken.

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Leserfoto:
Die Brücke am Fluss

Blaue Stunde und warmes Licht dank zwei Aufnahmen mit unterschiedlichem Weissabgleich

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sascha Pihan).

Kommentar des Fotografen:

Die Theodor-Heuss-Brücke in Mainz bei Nacht. Ich liebe den Kontrast der warmen und kalten Farben durch die unterschiedliche Beleuchtung der Brücke. Um diesen Effekt in einem Bild zu erzielen, wurden hier zwei Aufnahmen mit unterschiedlichem Weißabgleich übereinander gelegt.

Profi Barbara Hess meint zum Bild von Sascha Pihan:

Die sogenannte blaue Stunde präsentiert sich hier im schönsten Licht. Am Himmel sind noch die letzten Sonnenstrahlen und ein paar Wolken zu sehen und die Beleuchtung der Stadt hat bereits eingesetzt, was dem kalten Blau die nötige Wärme zurück gibt.

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HDR richtig bearbeitet (3/3):
Ohne Aureolen und unwirkliche Farben

HDR oder „high dynamic range“ ist eine Bearbeitungsweise für Fotos, die in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit gewonnen hat. Man sieht HDR Bilder überall, und wenn sie gut gemacht sind, haben sie einen gewissen „WOW!“ Effekt.

Die Artikel dieses Tutorials:
4. Nachbearbeitung in Photoshop

Dieses ist der Punkt, vor dem viele Fotografen bereits mit der Beareitung fertig sind, dabei fängt die Nachbearbeitung hier erst wirklich an. Insbesondere Amateure belassen es bei dem, was die HDR-Software „ausspuckt“, und das ist in der Regel von Auraeffekten und Quietschfarben geplagt, die das Bild künstlicher erscheinen lassen, als es sein müßte. Schnee etwa wird gerne grau, wie man hier sehr gut erkennen kann.

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Konzertfoto:
Musiker ohne Kopf

Auch, wenn es in einem Bild hauptsächlich darum geht, Stimmung einzufangen, sollten bestimmte Elemente trotzdem vorhanden sein.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Katharina Heinrich).

Kommentar des Fotografen:

Nikon F3, Film: TMAX 3200. Konzertfotografie mal anders. Es geht mir um Stimmung und die Musik, nicht um die jeweiligen Musiker. Das vorhandene Licht verwenden ohne die Stimmung wegzublitzen.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Katharina Heinrich:

Gute Fotos leben von Stimmung und/oder Details, welche, im Idealfall effektvoll komponiert, eine Bildaussage ergeben, die den Betrachter bewegt. Wie der Fotograf das umsetzt, bleibt ihm überlassen. Manche Bilder leben hauptsächlich von Stimmung, andere hauptsächlich durch Details, die man nach und nach im Foto entdeckt. Am einen Ende des Spektrums – überwiegend Stimmung – stelle man sich etwa eine Aufnahme vor, die verschwommen etwas im Nebel zeigt, am anderen eine Makrofotografie, die detailliert den Kopf einer Fliege zeigt.

Konzertfotos sind eine Kunst für sich:

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Ralf Brueck:
Verformte Welt

In Ralf Bruecks Fotografien zeigt sich unsere Welt verformt und verzerrt. Die Wirklichkeit ist in Frage gestellt.

Ralf Brueck: A day after tomorrow, 2011

Mit den verformenden Eingriffen erhalten Ralf Bruecks Bilder neue Bedeutungen, die teils fantastisch anmuten. Wir sehen die Bilder aktuell in Köln.
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