4 zufällige Bildkritiken zum Thema Farbe:
Alle 28 Artikel zum Thema Farbe auf fokussiert.com:
Sonnenblumen sind kein typisches Schwarz-Weiss-Motiv. Vor allem vor einem blauen Himmel kommen sie bunt besonders zur Geltung. Um auf die Farbe zu verzichten, braucht es Gründe.
Kommentar des Fotografen:
Es handelt sich hier um ein Sonnenblumenfeld an einem wechselhaften Tag. Da es recht windig war wollte ich darstellen wie sich die Sonnenblumen im Feld durch den Wind bewegen. Für mich wirkt das S/W-Bild noch eindrucksvoller, da die Farben nicht von dem sich bewegenden Motiv ablenken und sich ein schön ruhiger Himmel darstellen lässt.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Michael Molzar:
Ein Sonnenblumenfeld ist in dieser Scharz-Weiss-Fotografie auf Blütenhöhe fotografiert worden. Die Blütenstände belegen mit einer Horizontalen etwas mehr als das unterste Bilddrittel. Auf den zweiten Blick ist zu erkennen, dass sie fast alle stark bewegt und dadurch unscharf sind.
Sonnenblumen sind vor allem durch eines beindruckend: Ihre knallgelbe Farbe und die mächtigen Blütenköpfe mit den schwarz-Weissen Kernen. Zusammen mit dem meist satten Grün der Stängel ergeben sie vor einem blauen Himmel einen natürlichen Blickfang, weil wir auf Kontraste wie Blau-Ror und Blau-Gelb besonders stark reagieren.
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Manche Genres der Fotografie haben bestimmte Regeln, nach denen Profis auf dem Gebiet vorgehen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Architekturfotografie ist eines davon.
Kommentar des Fotografen:
Architekturfoto in Essen, Ruhrgebiet, fotografiert mit Medion Kamera
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Michael Lehmann:
Zunächst einmal im Sinne voller Transparenz, dieses Bild wurde ursprünglich unter “Architektur” eingereicht, und ich bin von Haus aus kein Architekturfotograf. Das muß man aber auch nicht sein, um bestimmte Regeln und ihr Fehlen hier zu (er)kennen.
Was mir an Deinem Foto gefallen hat, war die bunte Fassade, die mich auch in ihren Bann gezogen hätte. Das Foto hat allerdings für mich keinen Architektur-, sondern einen Schnappschußcharakte:
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Bunte, glänzende Farben ziehen unseren Blick magisch an und verleiten und zum Fotografieren. Sind aber solche Motive auch eine gute Voraussetzung für gute Bilder, oder braucht es mehr dazu?
Kommentar des Fotografen:
Beim Spaziergang am Chiemsee entdeckte ich diese Dahlie. Besonders gefallen hat mir die Farbgebung der einzelnen Blätter, je nachdem, wie sie geformt waren und vom Sonnenlicht ausgeleuchtet wurden.
Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von André de Jonge:
Thomas von Aquin definierte im 13. Jahrhundert die Schönheit als etwas, das vollständig und vollkommen, harmonisch und proportioniert ist und das leuchtende Farben hat und glänzt.
Auch noch heute (nach mehr als 700 Jahren) ziehen genau diese Dinge auch uns Fotografen magisch an. Blättern wir zum Beispiel durch das Wettbewerbsbuch des Trierenberg Super Circuits, dem grössten Fotowettbewerb der Welt, so sehen wir Thomas von Aquin bestätigt. Er hätte seine helle Freude an diesen Bildern, so bunt, glänzend, proportioniert und harmonisch sind sie.
Auch die Blume von André de Jonge ist bunt und glänzend, und deshalb hat ihn das Motiv zur Aufnahme gereizt. Was dieser Aufnahme aber fehlt, sind die anderen Aspekte:
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Schlicht, aber wirkungsvoll. Wichtig bei Blumenfotos ist die Nähe und die Augenhöhe, um die feinen Details einer Blüte gut herausarbeiten zu können.
Kommentar des Fotografen:
Die Amaryllis blüht jetzt im Januar in voller Pracht. Pralle rote Blätter und Blütenstempel mit dicken Pollenkissen. Sehr schön anzusehen.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Franz-Josef Widekind:
Schlicht, aber wirkungsvoll. Der Fotograf Franz-Josef Widekind hat bei dieser Aufnahme einer Amaryllis just die Vorschläge befolgt, die ich einem anderen Fotografen für die Blumenfotografie ans Herz gelegt hatte.
Und schon entsteht ein gelungenes Foto. Zugegeben, es ist weder besonders originell noch atemberaubend, aber technisch makellos, und es erfreut das Auge:
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Richtig eingesetzt, kann die andere Sichtweise der Kamera Abstraktionen liefern, die wir selber nicht sehen würden. Dabei kommt es auf die Dosierung an.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild zeigt ein Rettungsboot an einem großen Schiff. Die Aufnahme gefällt mir persönlich sehr gut, doch meinten meine Kritiker (Freunde und Bekannte, dass das Bild durch die vorhandene Überbelichtung “zerstört” wird und die Metallschiene rechts nur stört.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Christian Kreutzmann:
In diesem Hochkant-Farbbild ist ein oranges Rettungsboot an einem Ozeandampfer zu sehen. Wir blicken offensichtlich von oben auf das Kunststoffboot, das an leicht angerosteten weissen Stahlträgern zu hängen scheint, die sich vertikal durch die rechte Hälfte des Bildes ziehen. Zwei Drittel der linken Bildhälfte sind Wasser, das in der Bewegungsunschärfe einer verhältnismässig langen Verschlusszeit zu einer verwischten Fläche wird, in der sich die Bugwelle des Schiffes mit noch höherer Geschwindigkeit als weisser Fächer nach unten öffnet.
Abstraktion ist keine feste Grösse:
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Ein Schnappschuß kann zu einem guten Foto werden, wenn man ihm in der Nachbearbeitung die Chance dazu gibt.
Kommentar des Fotografen:
Sieht zwar aus wie Mexiko, wurde aber in Kroatien aufgenommen ;) Die Schrift sieht zwar sehr stark und etwas unwirklich aus, aber die war wirklich so. Am meisten gefällt mir, wie man auf der linken Seite den Stier noch knapp sehen kann.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Severin Latkovic:
Über die kroatische Tapasbar mußte ich lange schmunzeln. Die Textur der Wand im Zusammenspiel mit der Maserung der Tür finde ich auch sehr visuell verlockend und hätte in diesem Moment sicherlich auch meine Kamera gezückt.
Zur Komposition: Was ich persönlich anders gemacht hätte, ist der Blickwinkel, aus dem Du das Bild aufgenommen hast. Der Horizont ist etwas verschoben – genug, um aufzufallen, aber nicht genug, um wirklich “etwas zu bringen”.
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Eine Inflation von inhaltlichem, farblichem und optischem Blickfang kann, muss aber nicht ins Auge gehen.
Kommentar des Fotografen:
ist ein bisschen mit photoshop Elements 4.0 bearbeitet. Kenne mich da leider nicht aus.
Peter Sennhauser meint zum Bild von tobias göbel:
Eine in gesättigtem Grüngelb gehaltene Bananenschale liegt in einer spiegelnden Wasserpfütze in dieser in flacher Perspektive gehaltenen Aufnahme. Der Inhalt der Schale ist allerdings eine geschnittene, giftgrüne Kiwi.
Ein Bild, wie man es in mancher Küche an der wand finden könnte: Lebensmittel, kreativ inszeniert und farblich wie inhaltlich verfremdet. Die Kiwi-Banane weckt gleich aus mehreren Gründen das Interesse des Betrachters:
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Es gibt viel zu sagen über den simplen Akt, das Ambiente eines bestimmten Ortes oder einer bestimmten Zeit festzuhalten.
Kommentar des Fotografen:
Ein Sonntagsspaziergang im März. Eigentlich ein langweiliges Bild… aber mich hat das seltsame flache allgegenwärtige Nachmittagslicht fasziniert. Und soweit möglich, konnte ich die ruhige Stimmung glaube ich auch festhalten. Wollte mal wissen, ob die Stimmung auch transportiert wird?
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Thomas Fischer:
Von diesem Foto wendet man sich allzu schnell ab. Es gibt hier nichts Sensationelles oder Außergewöhnliches zu sehen. Obwohl es eine gewöhnliche Szene abbildet, vermittelt es eine Art atmosphärische Banalität. Dabei steckt einiges drin:
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Zu viel Harmonie und zuviel Beachtung der Regeln können ein Bild sterilisieren.
Kommentar des Fotografen:
Linde mit Stockhorn Aufgenommen im Juni 2004 auf dem Uttiggut, Bern, Schweiz an einem wunderbaren, warmen Abend.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Marcel Zaugg:
Eine grosse, grüne, saftige Linde in einem knallgelben Kornfeld vor einer glasklaren Kulisse der Schweizer Alpen unter einem blauen Himmel mit Schäfchenwolken. Die Beschreibung des Bildes klingt fast zu perfekt.
Und so ungern ich das sage:
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Die Farbfotografie wurde im vorletzten Jahrhundert erfunden, war aber lange ein aufwändiges Verfahren und wurde deshalb häufig durch Handkolorierung ersetzt.
Dank sei der Fuzzy-Logic: Manchmal ist es erfreulich, dass die Suchmaschinen im Internet nicht vollständig kapieren, wonach wir suchen – und so stolpert man bisweilen über Fundstücke und Artikel, die man ansonsten nie zu Gesicht bekommen hätte. Wie diesen aus Popular Mechanics und dem Jahr 1949 über das Foto-Kolorierungsverfahren “Flexichrome” von Kodak:
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