Beiträge

Fotografie mit Spiegelungen:
Eine harte Entscheidung

Fasszinierende Fotografie einer Spiegelung in einer Glasfassade. Wenn man solches exakt rechtwinklig aufnehmen will, kommt einem aber fast unweigerlich die perspektivische Verzerrung in die Quere.

Spiegelungs-Fotografie

Wintersonnen: oder Spiegelung und Lichter. 1/8s, Blende 10, ISO 200, 26,0 mm © Karsten Zolk

Karsten Zolk aus Düren :  Reizvolle Überlagerung der gespiegelten herbstlichen Landschaft mit dem Licht der Kugellampen in dem Cafe, entdeckt bei einem Spaziergang in Bamberg. Am Abend aus der Hand aufgenommen, daher technisch nicht perfekt. Könnte man das Bild verbessern?

Die Kreuzung verschiedener Welten durch Spiegelung ist immer wieder faszinierend – hier gelingt sie Dir auch noch in den Komplementärefarben blau und gelb – und weiteren spannenden Gegensätzen. Weiterlesen

Abstraktes Architekturfoto:
Hong Kong Vertigo

Manchmal helfen Regeln gar nichts, um die Faszination einer Fotografie zu ergründen. Hier wird der Blick entlang zweier Hochhäuser in den Nachthimmel zum abstrakten Kunstwerk. Nichts erklärt dem Hirn des Betrachters, was er hier wirklich sieht.

Zwei Fassaden in Hong Kong gegen den Nachthimmel

Pentax K3, 2.5s bei f/11 und ISO 100. © Christoph Merklein

Christoph Merklein aus Würzburg schreibt zu diesem Bild: Ein Blick von unten nach oben. Aufgenommen in Hong Kong im Frühjahr diesen Jahres. Besonderen Wert habe ich hierbei auf die symmetrische Anordnung der Bildelemente gelegt.

Auf den ersten Blick ist bei dieser fast monochromatischen Hochformat-Farbfotografie nicht erkennbar, worum es sich handelt. Auf der linken Seite erstreckt sich eine zweigeteilte Struktur mit komplexer Oberfläche auf den Fluchtpunkt in der Bildmitte zu. Rechts davon streckt sich dem Bildzentrum eine rechteckige, schwarze Struktur entgegen. Den Hintergrund der in braun bis schwarz gehaltenen Fotografie scheint ein dunkler Nebel zu bilden.

Die Beschreibung offenbart bereits, was diese Aufnahme mit einem machen kann: Weiterlesen

Inessa Dolinskaia:
Geheimnisvolles Wunderland

Morgens um Fünf ist in Berlin die Welt geheimnisvoll, jedenfalls für Inessa Dolinskaia. Sie geht spazieren und fotografiert ihr Wunderland.

Inessa Dolinskaia
: Wunderland # 1, 2009 © Inessa Dolinskaia, Galerie Hilaneh von Kories

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es sind flüchtige Momente aus Großstädten wie Berlin, Moskau oder Florenz, die Inessa Dolinskaia einfängt, schwarzweiss, unscharf, subjektiv, poetisch (was nichts anderes heißt, als dass es sich einer sprachlichen Beschreibung entzieht).

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Architekturfoto:
Gegensätze ziehen sich an

Das Spiel mit Gegensätzen ist so alt wie die Kunst. Das Gegenüberstellen unterschiedlicher Teile ist sehr wirkungsvoll und deshalb auch bei Fotografen sehr beliebt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Dominik Dobler).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild ist im Vorbeigehen entstanden, ich hatte nur einen kurzen Moment zur Aufnahme. Dennnoch habe ich versucht, in der kurzen Zeit einen interessanten Ausschnitt und Perspektive zu wählen. Es zeigt das Vordach eines sehr bekannten Wiener Kunsthauses. Kein Beschnitt, als Bildbearbeitung nur die sw Umwandlung.

Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Dominik Dobler:

Gegenüberstellungen sind in der Fotografie zu Recht sehr populär. Sie geben den Bildern eine spezielle Wirkung und erklären dem Betrachter, wieso der Fotograf die Aufnahme auch gemacht hat. Dieser erzählende Aspekt solcher Gegenüberstellungen ist für das Verständnis und die Wirkung eines Bildes genauso wichtig wie die formalen Faktoren der beiden Bildbereiche.

Dominik Dobler zeigt uns bei seiner Aufnahme einen grafisch sehr klar und stark wirkenden Ausschnitt des von Hans Hollein entworfener Dachflügel namens „Soravia Wing“. Dieser sehr moderne Bauteil (Baujahr 2003) steht im Gegensatz zu den älteren Bauteilen des Gebäudes aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

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Gregory Crewdson:
Amerikanischer Alptraum

Leere Straßen, verfallene Häuser, sprachlose Menschen in namenlosen Vorstädten: Gregory Crewdson inszeniert einen amerikanischen Alptraum.

Gregory Crewdson: Untitled, Esther Terrace, Beneath the Roses Series, 2006
„In a Lonely Place“ heißt die aktuelle Ausstellung in Berlin. Mysteriös, kalt und beklemmend erscheinen uns diese einsamen Orte in Crewdsons Bildern. Weiterlesen

Schnappschuss:
Regeln kennen vor dem Brechen

Manche Genres der Fotografie haben bestimmte Regeln, nach denen Profis auf dem Gebiet vorgehen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Architekturfotografie ist eines davon.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Michael Lehmann).

Kommentar des Fotografen:

Architekturfoto in Essen, Ruhrgebiet, fotografiert mit Medion Kamera

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Michael Lehmann:

Zunächst einmal im Sinne voller Transparenz, dieses Bild wurde ursprünglich unter „Architektur“ eingereicht, und ich bin von Haus aus kein Architekturfotograf. Das muß man aber auch nicht sein, um bestimmte Regeln und ihr Fehlen hier zu (er)kennen.

Was mir an Deinem Foto gefallen hat, war die bunte Fassade, die mich auch in ihren Bann gezogen hätte. Das Foto hat allerdings für mich keinen Architektur-, sondern einen Schnappschußcharakte:

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Taj Mahal:
Gegensätze wirkungsvoll eingesetzt

Viele Bildideen leben von Gegensätzen. Eine überwältigende Architektur wirkt nur überwältigend, wenn wir auch die Grösse abschätzen können. Und wenn diese Grössenbezüge gleichzeitig auch noch plakativ wirken, verstärkt sich der Gesamteindruck.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Christian Birkmeier).

Kommentar des Fotografen:

Bei einem Besuch des Taj Mahals früh morgens während der Monsunzeit waren nur sehr wenige westliche Touristen anwesend, dafür viele interessante indische Menschen. Diese Gruppe Herren in Orange ließ sich an verschiedenen Orten rund um das Mausoleum zu Gesprächen nieder und ermöglichte mir diese Aufnahme vor einem Seitenportal. Was mir an dem Bild gefällt, sind zum einen die Details der Fassade und zum anderen die Mächtigkeit des Gebäudes, die in Relation zur Größe der Personen gut zum Ausdruck kommt. Das Bild habe ich nachträglich gerade gerichtet. Dadurch mussten die unteren Ecken ergänzt werden. Ausserdem haben mich zwei sitzende Touristen gestört, die ich digital entfernt habe.

Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Christian Birkmeier:

Die Zentralperspektive ist sowohl in der Architektur wie auch in der Fotografie eine sehr stark wirkende Gestaltungsform, die aber gleichzeitig auch ein hohes Mass an Genauigkeit verlangt. Dies ist dir bei dieser Aufnahme sehr gut gelungen:

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Nick Veasey:
Der mit dem Röntgenblick

Der britische Fotograf Nick Veasey schaut ins Innere der Motive – mit Röntgenblick.

Nick Veasey: Plane

Nick Veasey will die Fassaden herunterreißen und schauen, wie die Dinge wirklich sind. Seine Röntgen-Bilder sind aktuell in Berlin ausgestellt.

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Fotografischer Surrealismus:
Verzogene Welt

Eine klare Vorstellung des angestrebten fotografischen Ausdrucks und ein Vorbild helfen auf der Suche nach dem eigenen Stil.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Benjamin Koch).

Kommentar des Fotografen:

Vor zwei Jahren war ich an einer Ausstellung von Salvador Dali in St. Moritz und ich bin und war schon immer von seinen Bildern begeistert. Seine andere, vielleicht etwas schräge Sicht auf die Welt hat mich dazu inspiriert, dasselbe mit meiner Kamera zu tun. Seither versuche ich verschiedene Dimensionen in einem Bild zu vereinen. Ich arbeite an einer Serie und gehe immer wieder hinaus, um Dinge zu sehen, an denen die meisten achtlos vorbei laufen. Ich will , mit der Kamera, unsere Welt anders wahrzunehmen, als es die meisten Menschen tun. Das ist mein bisher bestes aus dieser Serie in diesem Jahr.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Benjamin Koch:

Die Fassade eines modernen Wohnhauses mit Eingangstüre erscheint in diesem Bild seltsam-harmonisch verzerrt: Es ist die Spiegelung der Fassade auf dem Kotflügel inklusive Rücklichtern eines ebenso modernen Autos.

Die Aufnahme fängt die Betrachterin durch zwei ineinander verschachtelte Bildebenen:

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Strassenszene:
Bilder nicht inhaltlich überfrachten

Ein Foto sagt mehr als tausend Worte. Aber tausend Worte passen selten in ein Bild.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Julian Emde).

Kommentar des Fotografen:

Ich war neulich auf einem Kurztrip in Dublin und habe versucht, prägende Stadtszenen festzuhalten. Dies war so eine. Viele dunkle und dreckige Gassen, viele Kameras, viele anonyme Menschen aber alles zusammen ein riesen Erlebnis. Der Mann ist in Bewegungsunschärfe, da er nicht zu wichtig sein soll. Der Bildausschnitt ist frontal gewählt, um es gewaltiger wirken zulassen. Zudem soll durch den oberen und unteren Bildrand und die Verwendung von s/w die Gassenstimmung unterstützt werden. Alles zusammen sollte das unbehagliche Gefühl rüberkommen, was man in den Gassen der Stadt erfährt. Ich fotografiere mit einer Olympus E-520. Über die Einstellungen kann ich leider nichts sagen, da ich erst seit einem Monat fotografiere und daher technisch noch nicht auf der Höhe bin.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Julian Emde:

Ein alltägliches Bild aus einer Stadt, so meint man. Du selbst, der Du dieses Bild im Ausland auf einer Reise gemacht hast, verbindest damit eine ganze Menge.

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