Thema: Fluchtpunkt

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema Fluchtpunkt:


 

Alle 17 Artikel zum Thema Fluchtpunkt auf fokussiert.com:

“Bahnsteig”:
Bewegung vs. Stillstand

Die Linie ist hervorragend geeignet, den Blick des Betrachters zu lenken, Räume aufzuteilen und Dynamik oder Statik zu symbolisieren. Dem Fotografen bietet sie ein einfaches, aber mächtiges Kompositionselement. Wirkungen und Nebenwirkungen wollen wir uns in der folgenden Bildbesprechung vor Augen halten.

Ausgangsbild (verkleinert)

Ausgangsbild (verkleinert)

Unser Leser Bruno Reuter aus dem unterfränkischen Kleinostheim hat uns das obige Bild unter dem Titel „Bahnsteig” in der Kategorie ‘Street/Strasse’ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Beim Betrachten des Bildes \”MTA\” von Emil Licht erinnerte ich mich an ein ähnliches Bild von mir. Es entstand an einer Bahnstation in Amsterdam. Ich kam gerade die Treppe hoch und habe schnell das Bild gemacht, im nächsten Moment ging der junge Mann im Vordergrund auch weiter. Ich wollte die Mischung aus Stillstand und Bewegung festhalten. Später fiel mir dann auch die extreme blaue Farbe au, die durch die Fenster zu sehen ist.”

Über Ausrüstung und Aufnahmedaten ist hier nichts bekannt. Das von Bruno mit 4996 Pixel mal 3378 Pixel eingereichte Bild ist für normale Monitore doch etwas groß, so daß ich es für unsere Zwecke auf 1000 Pixel mal 676 Pixel verkleinert habe. Unverändert zeigt sich im Vorschaubild ein kräftiges Moiré, was allerdings im Vollbild verschwindet.

Die Belichtung zeigt sich dem Betrachter ausgewogen. Ein Blick auf das Histogramm bestätigt diesen Eindruck. Die Mehrheit der Tonwerte bewegt sich in den Zonen I bis VII. Geringfügige Abbrüche sind lediglich im Lichterbereich zu verzeichnen. Da es sich hierbei um die Lampen oberhalb des einfahrenden Zuges handelt, sehe ich dies als unproblematisch an. Einzig die Bahnhofsuhr scheint etwas überblendet. Hier hätte man eventuell in der Nachbearbeitung über das Werkzeug “Lichter wiederherstellen” nachjustieren können.

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Holocaust Denkmal in Schwarzweiß:
Standpunkt und Perspektive

Totfotografierte oder schwierig zu fotografierende Motive kann man interessant gestalten, indem man “einfach” seinen Standpunkt oder den Blickwinkel verändert.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© kirsten heinrich).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© kirsten heinrich).

Kommentar des Fotografen:

Das Berliner Stelenfeld lockt uns wohl alle immer wieder. Ich war dort mehrfach, war nie mit meinen Ergebnissen zufrieden.
Hier habe ich erstmals eine Möglichkeit gesehen, den ablenkenden Hintergrund aus dem Bild zu halten ohne an Wirkung zu verlieren. 17 mm 1/15 f 9 iso 200

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von kirsten heinrich:

Ab und zu finden wir hier auf fokussiert Aufnahmen von vielfotografierten Motiven, bei denen die Hauptkritik aus der Leserschaft lautet: haben wir alles schon zig-mal gesehen. Ein Beispiel aus jüngerer Zeit war eines, das nachts vom Kölner Dom aufgenommen wurde. » weiterlesen

Fotografische Komposition – Teil 2 von 3:
Optische Spannung im Bild

Im ersten Teil über die Grundregeln der Bildgestaltung wurde aufgezeigt, wie mittels Goldenem Schnitt eine optische Spannung im Bild erzeugt werden kann. Der zweite Teil widmet sich nun der Perspektive.

Perspektive und Blickwinkel
Egal, ob man eine Stadtszene fotografiert oder ein Porträt – man muß sich darüber klar sein, wo die Horizontallinie verläuft, und in welchem Verhältnis zu ihr die anderen Elemente angeordnet sind. » weiterlesen

Venedig bei Nacht:
Der Canale in “manuellem HDR”

Liebe zum Detail lohnt sich, auch wenn das Ergebnis nicht vollkommen perfekt ist.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Claudia Portmann-Caminada).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Claudia Portmann-Caminada).

Kommentar des Fotografen:

Mein Ziel war es, von der Rialtobrücke aus die wunderbare Architektur Venedigs, das Leben am und auf dem Wasser und gleichzeitig auch die Ruhe des Canale auf meinem Bild festzuhalten. Dies “by night”. HDR Software macht mich meistens nicht glücklich. Ich habe eine Belichtungsreihe von 3 Fotos erstellt und diese manuell in CS5 zusammengefügt. Ich bin gespannt, was Profis zu meinem Bild sagen. Bei der Wahl der Kategorie bin ich unschlüssig.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Claudia Portmann-Caminada:

Zunächst einmal Glückwunsch zu diesem meines Erachtens beeindruckenden Foto. Wie schon oft erwähnt ist es extrem schwierig, von bekannten Motiven noch interessante Fotos zu machen, und wenn sie dann noch so bekannt sind wie der Canale, fast unmöglich. Trotzdem hast Du es geschafft, mir hier etwas Neues zu bieten – Hut ab!

Du schreibst, HDR Software mache Dich meistens nicht glücklich. Wenn ich Dir auch insofern recht geben muß, daß oft unerwünschte Effekte mit ins Bild kommen, hätte HDR, etwa durch Photomatix hergestellt, hier sicherlich auch einen interessanten Effekt ergeben:

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Regelbrüche:
Den Pfeffer dosieren

Fotografische Regeln können und sollen manchmal gebrochen werden. Das muss allerdings Sinn machen und im richtigen Mass erfolgen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Andrea Gerber).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Andrea Gerber).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Foto entstand bei einem Spaziergang. Wenn ich die Kamera dabei habe, drehe ich mich öfters mal zurück, um eine neue Perspektive auf die gerade passierte Landschaft zu bekommen. Und da fiel mein Blick sofort auf diesen geschlängelten Weg. Viel bearbeitet habe ich es nicht, nur Kontraste erhöht, in S/W umgewandelt und ins Quadrat gebracht. Mir gefällt es am Besten mit fettem weissen Rahmen drumherum, den habe ich für euch aber weggelassen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Andrea Gerber:

Ein Feldweg schlängelt sich in diesem quadratischen Schwarz-Weiss-Bild in drei Mäandern durch eine hochsommerliche Wiese. Am unteren Bildrand formatfüllend, zieht sich das Band der Fahrspuren, zwischen denen etwas Gras wächst, mittig in den Bildhintergrund. Dort ist ein Waldrand und der stark nach links kippende Horizont erkennbar.

Ich bin mir nicht sicher, ob die Kategorisierung “Landschaftsfotografie” hier ideal ist, aber bis zu einem gewissen Grad definiert die Einteilung ja auch die Absicht der Fotografin.

Die Aufnahme hat auf jeden Fall einen attraktiven Blickfang:

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Winterlandschaft:
Reduktion ins Detail

Minimalismus wirkt besonders, wenn er nicht simplifiziert. Vielschichtigkeit ist eine seltene Qualität.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Alexander Fechner).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Alexander Fechner).

Kommentar des Fotografen:

Brandenburg – Dez 2010

Peter Sennhauser meint zum Bild von Alexander Fechner:

Eine Winterlandschaft, weiss in weiss, in der Horizontalen zweigeteilt durch eine aus der linken Bildseite in einen Fluchtpunkt etwa im Goldenen Schnitt rechts verlaufenden Baumreihe. Die Bäume sind von überfrierendem Nebel ebenfalls weiss eingefärbt und heben sich mit der Schattenseite zum Betrachter in dunklem Blau vom helleren, von Wolken durchzogenen Himmel der oberen Bildhälfte ab.

Diese Fotografie kann ich mir an vielen (prominenten) Orten publiziert vorstellen:

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Bus-Schnappschuss:
Lomographische Spannung

Schnappschüsse weisen bisweilen eine kaum erklärbare Ästhetik auf. Eine Analyse lohnt sich.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Simon Näher).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Simon Näher).

Kommentar des Fotografen:

Etwas, das mir am Morgen oft passiert: der Bus fährt mir vor der Nase weg. Diesmal ist mir der Bus nach einer Tour mit der Kamera durch die Stadt vor der Nase davon gefahren, die Kamera hatte ich noch griffbereit. Mir gefällt die leichte Unschärfe und die Spiegelungen in den Fenstern. In Varianten sehe ich diese Spiegelungen in den Fenstern der mir davon fahrenden Bussen oft…

Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Simon Näher:

Ein (Zürcher?) Stadtbus fährt dicht an der Kamera vorbei nach rechts oben im Bild. Im Vordergrund ist der Rand des Gehsteigs und ein Stück Zebrastreifen zu erkennen, der Bus selber löst sich nach rechts oben in etwas Bewegungsunschärfe und gleichzeitig in der Spiegelung der Fassade von der andern Strassenseite auf. In diesem weichen Übergang hängt eine Verkehrsampel, die durch eine im Bus sitzende Person von der Bewegungsunschärfe im untersten Drittel ebenfalls leicht verwischt ist.

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Hochzeitsfoto:
Traumszene

Bisweilen lässt sich mit gezielter Überbelichtung auch jenseits von klassischem Highkey Spannung erzeugen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Tobias Senger).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Tobias Senger).

Kommentar des Fotografen:

Auf der Suche nach einer passenden Kulisse für ein Hochzeitsfotoshooting haben wir einige Probeaufnahmen auf dem Dach einer Kunsthalle geschossen. Die langen Fluchten und Treppen des Gebäudes hatten es mir angetan. Das Gegenlicht und die dadurch entstehende Überbelichtung des Bilds am Ende der Treppe wirkt hier meiner Meinung nach wie aus eine Traumszene. Man weiß nicht was die Person am Ende der Treppe erwarten wird. Das Bild habe ich noch bearbeitet indem in die Farbe der Person in der Sätting verstärkt habe und die Sätting im übrigen Bild etwas reduziert habe.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Tobias Senger:

Eine Junge Frau auf einer Treppenflucht, von unten gegen das helle Tageslicht fotografiert, blickt über die Schulter wie abwartend zum Fotografen. Die Fotografie brennt hinter der Protagonistin in gleissendem Licht vollständig aus. Der Fokus liegt im Vordergrund auf den Treppenstufen und den zahlreichen Linien, die in starken Diagonalen zu ihr und zum Fluchtpunkt hin verlaufen.

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Architekturfoto:
Reduce to the Max

Linien und Flächen, Räume und Formen sind die Elemente der Architektur, und sie können in der Fotografie neu inszeniert werden.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Nicole Holz).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Nicole Holz).

Kommentar des Fotografen:

Hochhaus Nähe Messe Frankfurt / M. – gereizt hat mich hier die andersartige Perspektive auf die strenge Geometrie von Formen, Fläche und Linien, die auf den ersten Blick nichts mit der gewohnheitsmäßigen Betrachtung gemein haben.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Nicole Holz:

Eine radikal auf Wiederholung basierende Struktur aus identischen Elementen zieht sich in diesem in dunklem Sepia gehaltenen Bild vom Vordergrund links vorne in die Bildtiefe nach rechts hinten.

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Urbane Archäologie:
Die Qual der Wahl des Ausschnitts

Bei der Wahl des Ausschnitts ist es wichtig, sich VOR dem Fotografieren darüber klar zu sein, wie die bestimmenden Geraden und Diagonalen im Bild verlaufen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Fabian Wiesner).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Fabian Wiesner).

Kommentar des Fotografen:

Hallo liebe Kritiker, ich komme gleich zum Wesentlichen, will aber dennoch vorher sagen, dass ihr fantastische Kritiken liefert. Mir helfen die Kritiken sehr mein Wissen in der Fotografie weiterzuentwickeln. Ich lese mittlerweile seit ein paar Wochen regelmäßig jede Kritik. Weiter so! Das Bild wurde im HDR-Verfahren erstellt. Das Bild wurde in Photoshop zusammengefügt und zusätzlich mit einem Sepia-Filter versehen.

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