4 zufällige Bildkritiken zum Thema Fokus:
Alle 7 Artikel zum Thema Fokus auf fokussiert.com:
Wenn man ein Motiv in perfekter Symmetrie aufnimmt, sollte diese eben auch perfekt sein. Die Frage ist aber, ob Symmetrie von vorneherein die richtige Entscheidung war.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild entstand im verganenen Herbst in der wunderbaren Stadt Hoi An in Zentralvietnam. Abseits der Touristenpfade kamen wir an diesem Tempel vorbei, der nicht im Lonely Planet stand und außer uns von keinem anderen Reisenden besucht wurde. Welch ein kleines Juwel!
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Daniel Mack:
Bei manchen Aufnahmen möchte ich den Fotografen im Nachhinein schütteln. Weil es ein so sehr anderes, so viel besseres Bild hätte werden können. Dein Foto ist so eines.
Ihr wart also in Vietnam, und Ihr seid an diesem Tempel vorbeigekommen, abseits des Weges. Das sind die die “Fotosafaris”, die ich persönlich liebe. Man findet Dinge, die eben in keinem Reiseführer stehen. Gebäude, Menschen, Situationen… Wenn man sich die Zeit nimmt, diese zu erkunden, sich die Zeit nimmt, eine Aufnahme zu durchdenken, bevor man sie macht, können außergewöhnliche Bilder dabei herauskommen, die zwar Schnappschußcharakter haben, aber auch für andere interessant sind.
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Ausgetretene Schuhe, verstaubte Töpfe, abgesessene Polster, verwittertes Holz… Antiquitäten eignen sich wunderbar als Fotosujets.
Kommentar des Fotografen:
Ganz gezielt bin ich mit meiner damals neuen 7D zu dem Ort gegangen, wo dieser Stuhl und diese Bank stehen. Ich sah sie bei einem Spaziergang einige Wochen zuvor und hatte ein Bild im Kopf, was ich auf den Sensor bannen wollte. Trotz der mir bewusten “Mängel” (falsch sitzender Fokus, kompositorisch optimierungswürdig) – die ich heute hauptäschlich auf die neue “Hardware” schiebe ;-) – mag ich das Bild sehr, da es meines Erachtens sehr gut die Stimmung ausdrückt, die dort vorherschte udn meinem “Bild im Kopf” sehr nahe kommt.
Profi Barbara Hess meint zum Bild von Harry Keller:
Ausgetretene Schuhe, verstaubte Töpfe, abgesessene Polster, verwittertes Holz… alles Objekte, die sich wunderbar als Fotosujets eignen. Du bist gezielt nochmals dorthin, wo du diese Relikte aus alter Zeit gefunden hast, um sie mit deiner neuen Kamera festzuhalten. Antiquitäten haben uns immer etwas zu sagen, der Betrachter überlegt sich: welche Geschichte würde diese Bank uns wohl erzählen?
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Eine Verschiebung der inhaltlichen Perspektive und ein Bruch mitden Erwartungen ist ein interessantes fotografisches Werkzeug. Allerdings muss der Fokus dann eindeutig klar werden.
Kommentar des Fotografen:
Mit Fotografien von Kirchen versuche ich, nicht nur das touristische Interessante abzubilden. Vielmehr soll erfassbar werden, dass Kirchen nicht einfach Denkmäler sind, in denen Kunstschätze zu finden sind, sondern dass sie auch als heute immer noch zur Religionsausübung genutzte Orte zu respektieren sind.
Um dies darzustellen, habe ich bei diesem Foto aus dem Dom St. Blasien das alte, vergoldete und prächtig geschnitzte Tabernakel zusammen mit den in einer Runde davor aufgestellten schlichten Holzstühle moderner Bauart und dem Einbauschrank mit billigen Griffen aufgenommen.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Peter Pietruk:
Ein goldenes Tabernakel steht in dieser Farbfotografie in der Nische einer schmucklosen Wand auf einem weissen Möbelstück, das aufgrund seiner kreisrunden Türgriffe wie ein Badezimmer-Beistelltischchen wirkt. Davor sind die Rückenlehnen solider, ebenso schmuckloser brauner Holzstühle im angedeuteten Halbkreis zu sehen.
Diese Fotografie appelliert an keinen meiner Foto-Rezeptoren. Sie ist weder ästhetisch, noch zeigt sie einen spannenden Sachverhalt, noch hat sie einen verblüffenden Effekt aufzuweisen. Darin liegt eine Stärke, aber auch sehr viel Schwäche:
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Großartige Fotos können einem gelegentlich einfach so zufallen, meistens sind sie jedoch das Resultat von viel Bemühung und guter Planung.
Kommentar des Fotografen:
Während eines Reiter-Pferd-Shootings für eine Bekannte gefielen mir die kraftvollen Hufe des Pferdes besonders. Ich wartete, bis der Schatten der Reiterin ebenfalls gut zu sehen war, und bezog sie so mit ins Bild ein.
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Birgit Engelhardt:
So viel Spaß Fotografie auch machen kann, meist ist sie mit einer Reihe von Kämpfen verbunden: Dem Kampf, das perfekte Thema zu finden, die Beleuchtung genau richtig zu treffen, die Komposition präzise zu gestalten und im richtigen Moment den Auslöser zu drücken, um nur ein paar zu nennen.
Manchmal, wenn auch selten, entsteht jedoch ein sehr schönes Bild einfach durch einen glücklichen Zufall. Hier haben wir ein Beispiel dessen, obwohl ein wenig mehr Bemühung und Planung zu einem stärkeren Bild geführt hätten.
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“Hyperfokale Distanz” lautet die kryptische Antwort auf die Frage nach der richtigen Blende in der Landschaftsfotografie. Was ist das? Und warum braucht man deswegen immer ein Stativ?
Eben grade noch habe ich mit riesigem Vergnügen mit meinem neuen 30mm-Objektiv mit Lichtstärke 1.4 herumgespielt und alles in Unschärfe getaucht, was Millimeter vor oder hinter der Schärfenebene lag.
Und jetzt stehe ich im Death Valley und stelle mir und Gary die Frage: Welche Blende sorgt hier für durchgehende Schärfe? – “Deswegen belästige ich all meine Workshopteilnehmer mit meiner Stativ-Lektion”, sagt Gary. “Nur wenn Du ein Stativ hast, kannst Du ohne Rücksicht auf die Verschlusszeit die für Dein Motiv richtige Blende wählen.” Vielen Dank – die Frage lautete aber eigentlich: Welches ist die richtige Blende? Und warum fotografiere ich, wenn ich sowieso mit dem Stativ unterwegs bin und alles scharf haben will, nicht einfach mit der kleinsten Blende meines Objektivs?
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Schärfentiefe ist ein mächtiges Gestaltungswerkzeug der Fotografie. Ein kurzer Ausflug in die Welt der grossen Blenden.
Ich bin immer wieder erstaunt, welch offensichtlichen (und kaufentscheidenden!) Dinge einem niemand sagt: Kein Verkäufer, kein Fachmagazin und noch nicht einmal die erfahrenen Fotografenfreunde. Die typischen Begriffe in Diskussionen über die “ideale” Digitalkamera sind: “Megapixel”, “Gehäusegrösse”, “X-fach-Zoom”; allenfalls noch “Sensorgrösse” oder “Empfindlichkeit”.
Später, auf dem Weg zur künstlerischen Fotografie, fragt man sich dann irgendwann unweigerlich, warum die eigenen Blumenfotos so flach wirken wie das Papier, auf dem sie gedruckt sind, während die Tulpen aus dem Holland-Reiseprospekt praktisch herausragen; oder warum die eigenen Porträts wie Leichenfotos aussehen, während der schöne Clooney in der jüngsten Werbekampagne hinter dem Hochglanzmagazin zu zwinkern scheint.
Die Antwort ist einfach und zweigeteilt:
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Mit LiveView kann der Monitor an der Spiegelreflex zum millimetergenauen manuellen Scharfstellen genutzt werden. Dabei hilft das, was unter dem Begriff “digitales Zoom” längst als unbrauchbarer Marketingluftballon verschrien, am Display aber Gold wert ist. Wir zeigen zwei Beispiele.






Vexierbild: Fokus-Verschiebung innerhalb eines Zentimeters – mit Stativ und LiveView kein Problem. (alle Bilder © P. Sennhauser / fokussiert.com)
Wie, um alles in der Welt, stellt man exakt scharf, denn das Motiv winzig klein ist, mit dem 200er Objektiv eine Nahaufnahme gelingen soll und die Schärfentiefe dabei ein paar Millimeter umfasst? Früher hiess die Antwort “Mit Adlerblick und ruhiger Hand”. Heute könnte sie heissen “Mit LiveView und einem Stativ”:
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