Thema: Gegensatz

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema Gegensatz:

Architekturbild: Formen und DimensionenStrassen-Meditation: Den Gegensatz betonenKonzeptfoto: Regungslos starrt die FrauGletscherbild: Landschaft aus Eis

 

Alle 10 Artikel zum Thema Gegensatz auf fokussiert.com:

Architekturfoto:
Gegensätze ziehen sich an

Das Spiel mit Gegensätzen ist so alt wie die Kunst. Das Gegenüberstellen unterschiedlicher Teile ist sehr wirkungsvoll und deshalb auch bei Fotografen sehr beliebt.

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild ist im Vorbeigehen entstanden, ich hatte nur einen kurzen Moment zur Aufnahme. Dennnoch habe ich versucht, in der kurzen Zeit einen interessanten Ausschnitt und Perspektive zu wählen. Es zeigt das Vordach eines sehr bekannten Wiener Kunsthauses. Kein Beschnitt, als Bildbearbeitung nur die sw Umwandlung.

Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Dominik Dobler:

Gegenüberstellungen sind in der Fotografie zu Recht sehr populär. Sie geben den Bildern eine spezielle Wirkung und erklären dem Betrachter, wieso der Fotograf die Aufnahme auch gemacht hat. Dieser erzählende Aspekt solcher Gegenüberstellungen ist für das Verständnis und die Wirkung eines Bildes genauso wichtig wie die formalen Faktoren der beiden Bildbereiche.

Dominik Dobler zeigt uns bei seiner Aufnahme einen grafisch sehr klar und stark wirkenden Ausschnitt des von Hans Hollein entworfener Dachflügel namens „Soravia Wing“. Dieser sehr moderne Bauteil (Baujahr 2003) steht im Gegensatz zu den älteren Bauteilen des Gebäudes aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

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Konzeptfoto:
Regungslos starrt die Frau

Ein Motiv ist entweder logisch oder so überdreht, dass es lustig oder skurril wirkt. Einer teilnahmslos schauenden Frau einen Regenschirm in die Hand zu drücken, reicht allerdings nicht.

Kommentar des Fotografen:

Porträt einer jungen Frau, symbolisch ins Spannungsfeld zwischen beschleunigter Ökonomie und persönlicher Zurückhaltung und Zweifel an deren Menschlichkeit gesetzt.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Johannes Walther:

Mehrmals musste ich die Bemerkungen des Fotografen zum Bild lesen. War der Kommentar ernst gemeint? Oder sollte hier mit einem Augenzwinkern die ausufernden Künstler-Beschreibungen zu ihren Werken auf die Schippe genommen werden?

Ich befürchte jedoch, der Fotograf meint es ernst, wenn er von „Spannungsfeld zwischen beschleunigter Ökonomie und persönlicher Zurückhaltung und Zweifel an deren Menschlichkeit“ redet.

Aber widmen wir uns dem Foto:

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Architekturbild:
Formen und Dimensionen

Das Spiel mit starken geometrischen Formen und Gegensätzen sind beliebte wirkungsverstärkende Massnahmen in der Fotografie. Und wenn sie so kraftvoll und gezielt eingesetzt werde wie bei diesem Bild, so ist das Resultat auch ein Genuss für den Betrachter.

Kommentar des Fotografen:

Mit diesem Bild möchte ich die Allianz Arena aus einer neuen Perspektive zeigen. Durch die kühle Tonung soll die plastische Wirkung des Stadions verstärkt werden.

Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Monika Metzger:

Diese Aufnahme von Monika Metzger verdeutlicht auf sehr gute Weise die Bedeutung und Wirkung der vier “Augen” meines Bildanalysesystems (Vier-Augen-Modell mit Form-Auge, Erzähl -Auge, Gefühls-Auge und Ich-Auge). Die kraftvollen Formen des runden Gebäudes und der geschwungenen Betonrampen sprechen uns sehr stark auf der Formseite an:

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Gletscherbild:
Landschaft aus Eis

Gletscher üben eine besondere Faszination auf uns aus. Sie sind Naturgewalt, eine Welt, die nur sehr wenige von nahem kennen. Gelingt es dieser Aufnahme, diese Faszination zu zeigen?

Kommentar des Fotografen:

Wanderung auf dem Aletschgletscher. Durch die Schwarzweissbearbeitung wollte ich die Formen des Eises besser zur Geltung bringen.

Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Monika Metzger:

Bis ins 19. Jahrhundert hielten sich die Menschen nur ungern in höheren Lagen der Alpen auf. Mit dem Aufkommen des Tourismus und der romantischen Betrachtung der Bergwelt als einer der wenigen Orte, wo die Natur noch ursprünglich und unverdorben ist, stieg das Interesse an den Alpen:

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Situationsporträt:
Junge Frau in alter Burg

Die Schönheit junger Frauen und der Verfall alter Ruinen ist oft nur schwer in Einklang zu bringen. Auch bei diesem Bild wurde den Details nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt.

Kommentar des Fotografen:

Shooting auf einer Burg

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Patrick Therre:

Junge Frau in einer Burg. Aus einem mir unbekannten Grund lockt der Gegensatz junger weiblicher Haut und alten Steingemäuern so viele Fotografen, dass diese Bildidee von vor Jahrzehnten zum Klischee verkommen ist.

Vielleicht liegt es daran, dass alte Burgen in abgelegenen Gebieten liegen, die sich gut eignen, um ohne Zeitdruck und neugierige Beobachter die ersten Erfahrungen in der People-Fotografie zu machen? Da spricht nichts dagegen.

Bei fast allen Frau/Burg-Bildern, zu denen ich auch das Foto von Patrick Therre zählen würde, gibt es jedoch einen eklatanten Widerspruch:

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Nachtfotografie:
Die Reduktion der Nacht genutzt

Für die Fotokamera sind nachts keineswegs alle Katzen grau. Die klare Trennung von dunkel und hell hilft, starke Reduktionen zu inszenieren.


Kommentar des Fotografen:

Ein Foto aus einem nächtlichen Spaziergang. Ich hatte Lust ein wenig frisches Luft zu schnappen und habe meine Kamera mitgenommen. Auf dem Weg nach Hause entdeckte ich ein interessantes Motiv. Eine einsame Lampe, die einen kleinen, leeren und mit Schnee bedeckten Parkplatz beleuchtet. Unter der Lampe ein Fenster der im warmen, gelben Farbton erscheint. Da ich Freihand fotografiert habe, wählte ich die Blende von 1,4, um die Belichtungszeit kurz zu halten. Später wurden am Foto kleine Korrekturen vorgenommen wie Ausschnitt, Kontrast etc.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Anton Krieger:

Eine Hauswand im rechten Bildteil mit einer montierten Strassenlaterne, die einen durch die Perspektive elliptisch wirkenden Lichtkreis auf den ansonsten in völliger Dunkelheit liegenden Vorplatz wirft. Wie ein Bühnenspot beleuchtet die Strassenlampe mit ihrem kalten Halogenlicht einen kleinen Teil der Hauswand und einen klar begrenzten Raum der Strasse:

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Bildserie Völlegefühl:
Konzeptserie mit Witz

Bunt, konzipiert und doppelt: Die Fotokünstlerin lässt mit ihren Doppel-Selbstportraits raten.

Kommentar des Fotografen:

californication self

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Adriana Navalesi:

Das Foto hat mir einfach spontan gefallen. Das ist keine ausreichende Bildbesprechung, deswegen hole ich etwas aus. Adriana Navalesi macht vor allem Selbstportraits im Doppelpack. Auch auf fokussiert.com haben wir schon eins ihrer Fotos besprochen.

 

Während mich das damalige Werk eher abstieß und ich auch ihre anderen Arbeiten persönlich etwas befremdlich finde, gelingt es mir mit dem hier gezeigten, “californication self” betitelten Doppelfoto, ihre Arbeiten langsam zu verstehen und Gefallen daran zu finden. Vielleicht ist es wie bei exotischeren Gerichten, die man erst mehrmals probieren muss, um entscheiden zu können, ob sie einem munden oder nicht

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Hochgebirgs-Foto:
Glaube und Hoffnung

Bergsteiger sind angesichts der Gefahr und der natürlichen Schönheit, der sie ständig begegnen, oft religiös. Diese Aussage in einem Foto zu kombinieren, erreicht dieses symbolhafte Bild.

Kommentar des Fotografen:

Neulich auf dem Berliner Höhenweg in Tirol, beim Überqueren eines Gipfels, sah ich dieses Kreuz zwischen den Felsen. Ich mag die Perspektive, das Spiel zwischen Nähe und Weite. Das Foto ist eher intuitiv entstanden, ich hatte nicht die Zeit, um x verschiedene Dinge auszuprobieren. Die Bildwirkung entstand dann eher durch die farbliche Nachbearbeitung.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Tobias Schmidt:

Dieses Bild wirkt in groß. Als ich es zuerst im kleinen Vorschau-Format sah, ahnte ich, dass hier mehr verborgen liegt als eine schlichte Berglandschaft:

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Der eingesperrte Sportwagen:
Mehr Nacharbeit

Wenn ein Bild von inhaltlichen Kontrasten lebt, muss alles daran gesetzt werden, sie zu betonen. Vor Ort und im Photoshop.


Kommentar des Fotografen:

April 2009, Mailand. Im entlegenen Winkel einer Tiefgarage stieß ich zufällig auf dieses bemerkenswerte Bild: Ein Szenario wie aus einem Film wo ein Autofreak an seinem Auto bastelt. Um den Kontrast zwischen blankpoliertem Sportwagen und der schäbigen Werkstatt noch stärker hervorzuheben, habe ich mit Photoshop die Sättigung der Werkstatt etwas verringert und dem Bild ein leichtes Rauschen zugefügt.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Daniele Capra:

Ein Raubtier in seinem schäbigen Käfig, ein Ritter im Verlies, ein Relikt der Verbrauchsgesellschaft nach der ökologischen Apokalypse – der Interpretationen für dieses Bild gibt es viele. Der inhaltliche Kontrast stimmt aber leider nicht mit dem technischen überein.

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Strassen-Meditation:
Den Gegensatz betonen

Egal, ob du mit deinem Foto eine Aussage treffen willst oder nur eine farbenfrohe Komposition anstrebst, du solltest das fertige Bild vor deinem inneren Auge haben und dich darauf konzentrieren, bevor du den Auslöser drückst.

Kommentar des Fotografen:

April 2009, Mailand. Im Rahmen der Design und Möbelmesse in Mailand gab es in der Stadt viele interessante Aktionen und Initiativen zu sehen. Besonders gefallen hat mir dieser grüne “Meditationscontainer” mitten in der Stadt. Ich habe versucht, die Ruhe dieser grünen Insel im Verkehr zu vermitteln, die im Widerspruch zum hektischen Stadtleben in Mailand steht.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Daniele Capra:

Ruhige Szenen wie diese kann man in interessanten Fotos festhalten, keine Frage. Da sie aber so „ruhig“ sind, muss der Fotograf, wenn er etwas visuell Aussagekräftiges schaffen will, durch die Bildkomposition, die Farbe, die Beleuchtung oder das Gefühl die fehlende Handlung kompensieren.

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