4 zufällige Bildkritiken zum Thema High-Key:
Alle 10 Artikel zum Thema High-Key auf fokussiert.com:
Bewusst gestaltete Effekte mit Langzeit-Belichtungen und anderen fotografischen Mitteln gehören zum Entdeckungsprozess der kreativen Fotografin.
Kommentar des Fotografen:
Titel: “Ghosts Gathering” Dieses Foto ist vor kurzem bei meinem Urlaub an der Ostsee enstanden. Ich bin am Abend am Strand unterwegs gewesen und habe die Jugendlichen im Wasser spielen sehen. Mit der Langzeitbelichtung konnte ich dann den gewünschten Effekt erreichen. Bei der S/W-Umwandlung des RAWs fügte ich noch einen Blaufilter hinzu.
Mir persönlich gefällt an diesem Bild auch der Umstand, dass zumindest der unerfahrene Betrachter etwas zum Nachdenken angeregt wird um das Foto zu enträtseln. Vielen Dank!
Peter Sennhauser meint zum Bild von Thomas Babut:
Eine Gruppe Menschen scheint in dieser Schwarz-Weiss-Aufnahme im Zentrum zu schweben. Sie sind relativ weit entfernt in der grossen weissen Masse des Bildes und bilden einen Kreis; sie scheinen ausserdem in einer Flüssigkeit oder im weissen Nebel zu stehen.
Fotografische Verfahren zur Verfremdung und “anderen Sichtweise” auf Dinge gibt es wie Sand am Meer. Ich finde jene derzeit noch am spannendsten, die weitgehend direkt in der Kamera generiert werden. Nicht, weil ich nichts mit den Möglichkeiten von Photoshop und Co zu tun haben möchte:
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Bei einem High-Key-Porträt sollte versucht werden, möglichst viele störende und dunkle Elemente aus dem Bild zu entfernen. Hier ist das nur teilweise umgesetzt worden.
Kommentar der Fotografin:
Modell: Jennifer – Fotografiert mit meiner Canon EOS 500D, Standardobjektiv
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Nicole Krämer:
Schlicht vs. nicht schlicht. Die Fotografin Nicole Krämer hat beim Porträt des jungen Modells Jennifer eine Art High-Key-Aufnahme probiert. Das ist ein Stil, bei dem – vereinfacht gesprochen – durch Auswahl der Beleuchtung, der Kleidung und Requisiten und der Nachbearbeitung ein Look erzeugt werden soll, der so hell wie möglich ist.
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Auch wenn ein Motiv minimalistisch ist, gibt es genug Details, auf die es sich zu achten lohnt. In diesem Fall sind es die Augen.
Kommentar des Fotografen:
Ein gefühlvolles SW Portrait von Christina.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Michael Calcada:
Ein Frauenportrait in Schwarz-Weiß. Die Frau schaut zur Seite. Es ist nichts zu sehen außer ihrem Gesicht und etwas nackter Schulter. Da konzentrieren sich die Augen automatisch auf den Blick.
Was ist dabei zu erkennen? Ein Blick, der irgendwo zwischen Trauer, Langeweile und tiefen Gedanken liegt. So ganz gefühlvoll, wie der Fotograf das Bild kommentiert, sieht es für mich nicht aus.
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Bei Konzept-Fotos kommt es besonders darauf an, daß die Art der Aufnahme ihre Aussage unterstützt. Es reicht nicht aus, mittels Nachbearbeitung aus dem Foto “etwas zu machen” und die Interpretation dann anderen zu überlassen.
Kommentar des Fotografen:
Thyon2000!
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Henning Werner:
Auf der Kapuze des jungen Mannes steht “When will it all end?” (zu Deutsch, “Wann wird das alles enden?”), er hat seine Augen geschlossen. Man sieht seinen Atem, der sich hell von den dunklen Bergen abhebt.
Das Foto ist sehr kontrastreich und in Sepiatönen gehalten. Man könnte hier Verzweiflung hineindeuten, oder einen Augenblick der Besinnung. Vielleicht vor dem Absprung?
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Sportfotografie setzt ein paar Regeln voraus: Verschlusszeit – Blende – Brennweite. Es fehlt die Motivklingel.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild wurde beim Ski Worldcup Garmisch-Partenkirchen 2010 aufgenommen. Es zeigt den Schweizer Carlo Janka beim Abschwung des Riesenslaloms.
Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Gerhard Buthmann:
Sportfotografie ist mein Steckenpferd, deshalb möchte ich auch kurz etwas zu dem Bild von Gerhard schreiben.
Es ist leichter bei Sportarten, die man selber betreibt, gute Bilder zu bekommen, als wenn man keine Ahnung von Regeln und Ablauf hat.
Nun kann ich zwar nicht Alpinskifahren, wie ich gestehen muss, aber bei diesem Geschwindigkeitssport gibt es doch viele Gleichnisse der Abfolgen und Bewegungsrichtungen wie beim Biken auch.
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Technische Perfektion und Schärfe sind keine Voraussetzung für eine starke Fotografie. Emotionalität, Aussage und Komposition sind massgebend.
Kommentar der Fotografin:
besucherinnen einer ausstellung. ziel: darstellung von bewegung und innehalten
Peter Sennhauser meint zum Bild von Lilo Ulke:
Zwei Frauen in einem Schwarz-Weissen Highkey-Bild bewegen sich schlendernd vom Betrachter weg, die eine, etwas näher im Vordergrund, nach links, die andere nach rechts hinten. Zwischen ihnen führt eine Reihe von drei kreisrunden Bodenelementen schnurgerade in den Bildhintergrund.
Technisch betrachtet gibt es an diesem Bild viel zu bemängeln. Es ist unscharf und mit extremem Kontrast auf Highkey getrimmt, was zu Ausblühungen und Artefakten in den Graubereichen führt. Nicht trotzdem, sondern auch deswegen ist es eine starke Fotografie:
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Bei der Nachbearbeitung von Fotos sollte man nicht auf halbem Wege aufhören, wenn man sich seiner Sache nicht ganz sicher ist. Wirklich „fertig“ sind manche Fotos nie – sie aber halbfertig zu lassen, enthält dem Betrachter UND dem Fotografen ein gutes Foto vor.
Kommentar der Fotografin:
Diese Foto entstand im Fotostudio im Rahmen eines “Engelshootings”. Die High Key Umsetzung erfolgte nicht durch Ausleuchtung, sondern erst durch Umwandlung in Photoshop. Nun wüsste ich gerne, erstens, was Ihr von dem Bild als solchem haltet (z.B. sind die Federn oder das dunkle Dreieck unter dem Kinn störend?) und, zweitens, ob die High Key Bearbeitung gelungen ist.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Kathrin Stahl:
Dieses „Engelfoto“ war eines von denen, an dem ich nicht vorbeiziehen konnte, ist es doch abseits des Weges sozusagen, etwas „anderes“. Es erinnerte mich an digitale Infrarotaufnahmen, die ich selbst gerne mache. Der Effekt hat etwas Außerirdisches, und auch dieses High Key Porträt eines kleinen Mädchens besitzt den Charme von etwas jenseits dieses Daseins.
Man könnte hier wohl den ISO-Wert diskutieren, der sicherlich nicht so hoch hätte sein müssen:
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Auch bei extrem gewähltem Ausschnitt gilt es, nicht zuviel zu kappen. Insbesondere nicht, wenn dadurch bei einem Porträt die Augen so sehr an den oberen Bildrand verschoben werden, daß sie ihn fast berühren, während andere Bildelemente in den Vordergrund gedrängt werden.
Kommentar des Fotografen:
Portrait im Studio.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Otten Sabrina:
Fotografin Ottens Porträt zeigt eine junge Frau, die schwarzweiß in High Key fotografiert wurde. Sie trägt einen Anzug mit Nadelstreifen, und blickt den Betrachter unverwandt an. Das Bild ist perfekt belichtet und fotografiert, und in technischer Hinsicht habe ich daran denn auch absolut nichts auszusetzen.
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Ein Foto hat immer schön von schwarz bis weiß alle Helligkeitsstufen abzudecken? Nicht unbedingt. “Low Key” und “High Key” ist eine bewußte “Fehlbelichtung”, um bestimmte Stimmungen im Bild zu erzeugen.

Blende 6,3 und 1/500 s bei Sonnenuntergang sind mit ISO 100 eindeutig viel zu knapp, um noch irgendetwas in der Landschaft erkennen zu können. Doch das war hier auch gar nicht gefragt: Es ging darum, das Glühen der untergehenden Sonne hinter dem sie verdeckenden Haus festzuhalten, so wie es das Auge fasziniert hatte. Dazu war es auch wichtig, den Weißabgleich nicht auf Automatik, sondern fest auf Tageslicht einzustellen. Eine Low-Key-Aufnahme, in der große Teile des Bilds Schwarz erreichen, aber kein Bildpunkt Weiß. (Bild: W.D.Roth)
Gründe, von der automatischen Belichtung der Kamera abzuweichen, wurden ja bereits früher genannt. Nun ist die weiße oder schwarze Katze allerdings kein besonderer künstlerischer Aspekt, die Belichtung höher oder tiefer einzustellen, sondern nur die Korrektur einer technisch unzureichenden Messung. Es gibt allerdings durchaus Gründe, aus künstlerischen Gesichtspunkten die Belichtung vom Standardwert abweichend vorzunehmen:
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Dynamische Linienführung und Zentralperspektive ziehen den Betrachter in das Bild hinein: Verlassen kann er es erst wieder, wenn auch ein Zug den Bahnhof verlässt. Der aber fehlt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Timo Schäfer). – Leider keine Exif-Daten vorhanden
Kommentar des Fotografen:
Bild Name: The Longe Edge – Ort: Berlin HBF September 2006 Technik: Canon EOS 1 mit Sigma 12-24mm @ 12mm f/8 auf Fujifilm Velvia 50. Postproduktion Adobe Lightroom und Photoshop, Anpassungen Gradationskurve, Anpassung der Tonwerte, sowie zugeschnitten.
Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Timo Schäfer:
Ich muss zugeben, ich bin ein Freund von klaren Linien und Strukturen, deshalb hat mich dieses Bild spontan in seinen Bann gezogen. Die Linienführung nimmt einen mit an den Eingang zum Tunnel, sozusagen mit auf die Reise.
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