4 zufällige Bildkritiken zum Thema Hintergrund:
Alle 56 Artikel zum Thema Hintergrund auf fokussiert.com:
Wenn man ein Motiv in perfekter Symmetrie aufnimmt, sollte diese eben auch perfekt sein. Die Frage ist aber, ob Symmetrie von vorneherein die richtige Entscheidung war.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild entstand im verganenen Herbst in der wunderbaren Stadt Hoi An in Zentralvietnam. Abseits der Touristenpfade kamen wir an diesem Tempel vorbei, der nicht im Lonely Planet stand und außer uns von keinem anderen Reisenden besucht wurde. Welch ein kleines Juwel!
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Daniel Mack:
Bei manchen Aufnahmen möchte ich den Fotografen im Nachhinein schütteln. Weil es ein so sehr anderes, so viel besseres Bild hätte werden können. Dein Foto ist so eines.
Ihr wart also in Vietnam, und Ihr seid an diesem Tempel vorbeigekommen, abseits des Weges. Das sind die die “Fotosafaris”, die ich persönlich liebe. Man findet Dinge, die eben in keinem Reiseführer stehen. Gebäude, Menschen, Situationen… Wenn man sich die Zeit nimmt, diese zu erkunden, sich die Zeit nimmt, eine Aufnahme zu durchdenken, bevor man sie macht, können außergewöhnliche Bilder dabei herauskommen, die zwar Schnappschußcharakter haben, aber auch für andere interessant sind.
» weiterlesen
Eine zuerst unpassend wirkende Kombinationen verschiedener Dinge – hier alt und modern – hat auf Fotos oft ihren Reiz.
Kommentar der Fotografin:
Die Aufnahme entstand anlässlich eines Besuches des Kröller-Müller Museums (NL) mit meiner Familie. Das Motiv reizte mich auf Grund des Unterschiedes eines heutigen modernen Mädchens mit einem Audioguide vor dem Hintergrund eines Historienbildes.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Adelheid Prünte:
Dieses Bild hat etwas Surreales, etwas Unwirkliches. Schnell wird klar, woran das liegt. Der Hintergrund hinter dem Mädchen wirkt abstrakter, gezeichneter als das Mädchen selbst. Kein Wunder, ist das Bild “Transport der Kolonialsoldaten” doch in der Tat gemalt worden, und zwar 1884 von Isaac Israël. Jetzt hängt das Gemälde im niederländischen Kröller-Müller Museum und kann dort auf die “modernen” Menschen treffen.
So entstand auch diese Aufnahme des Mädchens mit Audioguide am Ohr und des Soldatenmarsches im Hintergrund:
» weiterlesen
Beim Fotografieren muss nicht nur auf die Technik, sondern auch auf das Motiv geachtet werden. Dann werden schnell viele Details sichtbar, die vor dem Auslösen gerne übersehen werden, wie hier beim Portrait einer jungen Frau.
Kommentar des Fotografen:
Hallo, glaube, dass der Hintergrund das Modell ansprechend hervorhebt. Würde mich über Meinungen und Anregungen freuen.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Frank Rumpp:
Nach “Halbnackte Frauen in verfallenen Gebäuden” und “sich mit Kussmund selbst fotografieren” ist das Thema “Junge Frau sitzt auf Bahngleisen” gefühlt weit oben auf der Hitliste der Frauenmotive. Das habe ich hier auf fokussiert.com auch schon mehrmals besprochen und heute gibt es wieder ein ähnliches Motiv.
Auf den ersten Blick wirkt das Foto ganz okay. Eine langhaarige Frau sitzt mit durchgestrecktem Rücken auf einem stillgelegten Bahngleis. Beim zweiten Blick fallen mir jedoch ganz viele störende Details auf, welche die Frau unvorteilhaft wirken lassen:
» weiterlesen
Bei Spiel und Sport muss der Fokus des Fotografen nicht immer genau dort sein, wo die Action ist – aber er muss auf etwas interessantes zeigen.
Kommentar des Fotografen:
Das Foto ist bei einem Beachvolleyball-Turnier entstanden, bei dem Bekannte von mir teilgenommen haben. Mein Ziel war hauptsächlich, zu üben und für besagte Freunde schöne Fotos zu schießen. Eigentlich hätte ich es gerne als “Sportfoto” eingeordnet, da es diese Kategorie aber nicht gibt, scheint mit “Portrait” am passendsten, obwohl es kein Gesicht zeigt. Besonders gefällt mir daran, dass es (aus meiner Sicht) die Gedanken des Spielers in blau quasi aufdrängt, der gerade die Gegenspielerin sieht, die gerade noch den Ball bekommt, während er noch außerhalb des Felds im Sand sitzt: “Verdammt”. Es ärgert mich etwas, dass ich es nicht geschafft habe, den Spieler weiter rechts anzuordnen, was das Bild aus meiner Sicht deutlich verbessert hätte.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Robert Hoof:
Ein Mann in Sportkleidung sitzt im Sand in diesem Farbbild und blickt von der Kamera weg. Über seine linke Schulter ist im Hintergrund in der Unschärfe eine Frau zu sehen, die auf den Knien in typischer Volleyball-Haltung einen Ball annimmt.
Dieses Bild hat eine ganze Reihe von Problemen. Das wichtigste ist, dass Du etwas zu zeigen versuchst, was man nicht sehen kann – die Gedanken des Spielers im Vordergrund. Denn um auf die Aussage zu kommen, die Du ihm zudenkst, muss ich als Betrachter eine ganze Reihe weiterer Fakten kennen, die im Bild nicht zu sehen sind:
» weiterlesen
In der Strassenfotografie empfiehlt sich eine offene Blende nicht nur, weil damit ohne grosses Fummeln an der Kamera kurze Belichtungszeiten ermöglicht werden.
— C36daily — Der tägliche Newsletter für die Schweizer ICT-Community. Schnell, aktuell und auf den Punkt. Jetzt abonnieren und immer up-to-date sein. — Textanzeige —
Kommentar des Fotografen:
Dieses Foto ist in Nawabad, nähe Kunduz entstanden. Das Mädchen hat vorsichtig, ängstlich nachgeschaut was plötzlich vor der “Haustüre” los war. Das wollte ich festhalten.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Marcel Czechan:
Ein Mädchen in Asiatischer Bekleidung guckt hinter der Ecke eines Lehmhauses hervor. Zu sehen ist vom gesicht eigentlich nur das rechte Auge und ein Teil der Stirn; das Kind scheint verängstigt. Der Hintergrund des Hochkant-Fotos ist eine weitere Lehmwand einer anderen Behausung.
Natürliche Momente und Begegnungen machen die besten Strassenfotos oder Schnappschüsse. Dabei ist die direkte Interaktion der Protagonisten mit der Kamera nicht unbedingt der ideale Ausgangspunkt, aber eine starke Emotion kann ein Bild enorm aufwerten – hier ist es die Mischung aus Furcht, Scheu und Neugier, die das Mädchen im Kopftuch an den Tag legt. Es entsteht sofort ein Austausch, indem wir uns als Betrachter ein wenig schämen für unsere unverfrorene Neugier, die aber durch diejenige des Mädchens sofort relativiert wird:
» weiterlesen
Tropfen auf Blättern sind sehr beliebte Motive für Fotografen. Hier gelingt es Alex Glawe einen schönen grossen Tropfen auf einem dunklen Blatt festzuhalten. Die Bildkomposition ist allerdings noch etwas verwirrend, so dass der Tropfen nicht ganz seine Wirkung entfalten kann.
Kommentar des Fotografen:
Sommerregen im Juli
Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Alex Glawe:
Nach einem Sommerregen sammeln sich für eine kurze Zeit Tropfen auf den Blättern. Je nach Beschaffenheit der Blätter sammelt sich das Wasser manchmal zu grossen glitzernden Wassertropfen.
Diese wirken sehr schön und fotogen und sind deshalb auch sehr beliebte Motive. Entsprechend schwierig ist es auch, in diesem Bereich eine überraschende und stark wirkende Aufnahme zu machen. Alex Glawe gelingt das mit seiner Aufnahme ganz gut:
» weiterlesen
Bei einer minimalistischen Komposition sollte auf alles Ablenkende verzichtet werden.
Kommentar des Fotografen:
Eins der ersten Herbstbilder mit meinem neuen Lieblingsobjektiv Tamron 60mm f/2 Makro auf meiner D90 (f14, 1/15).
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Carmen Jahnke:
Stillleben sind eine gute Übung für Komposition, denn als Fotograf hat man in der Regel volle Kontrolle über die ganze Szene. Nichts läuft aus dem Bild, gähnt im falschen Augenblick etc:
» weiterlesen
Auch bei spontanen Fotos sollte auf Einzelheiten geachtet werden.
Kommentar des Fotografen:
Portrait einer jungen Frau auf der Straße, die ich spontan angesprochen hatte. Minimal mit Lightroom nachbearbeitet.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Gerd Dörfler:
Eine junge Frau schaut verschmitzt in die Kamera, ihre leuchtend roten Haare im Kontrast mit ihren blauen Augen. Du hast sie spontan angesprochen, und sie wirkt, als würde sie gerne fotografiert. Ein alles in allem gut gelungenes Porträt, wenn nicht der für mich störende Hintergrund wäre.
» weiterlesen
Das Konzentrationslager Flossenbürg: Die beiden Fotografinnen Beatrice Apel und Renate Niebler zeigen uns den Ort des Schreckens und die Überlebenden, so wie sie “im Hier und Jetzt” sind.
“In uns der Ort” – so heißt die Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg: Der Ort ist mit den Menschen, die den Schrecken erleiden mussten, untrennbar verbunden.
» weiterlesen
Weniger ist mehr – das gilt oft auch beim Hintergrund, der manchmal so dominant ist, dass er das wesentlich wichtigere Hauptmotiv in den Schatten stellt. Abhilfe schafft bisweilen nur radikales Beschneiden.
Kommentar des Fotografen:
Schauspielerin Patricia A. auf den Dächern Berlins.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Jens Sage:
Vor vielen Jahren hatte ich ein Schuljahr lang Unterricht in einer Dunkelkammer, wo mir die zuständige Kunstlehrerin immer erklärte, ein gutes Foto sei eins, an dem man nichts mehr wegschneiden könne.
Das fiel mir beim Anblick dieser jungen Frau auf den Berliner Häuserdächern sofort wieder ein. Grundsätzlich ist es ein gutes und gelungenes Foto, darauf komme ich gleich zu sprechen:
» weiterlesen