3 Bildkritiken zum Thema Industrie:
Alle 4 Artikel zum Thema Industrie auf fokussiert.com:
Ein vordergründig unattraktives und trostloses Motiv kann durchaus interessant sein, wenn es gelingt, diese “Trostlosigkeit” auch wirkungsvoll zu zeigen. Gelingt diese bei dieser Aufnahme?
Kommentar des Fotografen:
Diese Ansicht einer Firma für Beton- und Natursteine habe ich bei einer Erkundungstour durch meine alte Heimat bei Dormagen im Rheinland gemacht. Solche Orte haben mich schon als Kind fasziniert. Mir gefällt die ruhige Ausstrahlung des Bildes und der Schriftzug. Ich schaue es mir immer wieder gerne an.
Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Felix Hälbich:
Solche Bilder zu bewerten ist ausgesprochen schwierig. Schauen wir sie einzig aus dem Blickwinkel der fotografischen Bildqualität an, so mögen sie uns nicht zu überzeugen. Das Motiv ist völlig unspektakulär, die technische Qualität nicht berauschend, die Komposition statisch und eher langweilig, der Kontrastumfang zu gross (mit einem reinweissen langweiligen Himmel). Schnell sind wir versucht, das Bild als missglückte Aufnahme auf die Seite zu legen.
Wir können diese Aufnahme aber auch aus einer eher kunstorientierten Perspektive ansehen:
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Auch Aktfotos brauchen eine Geschichte. Das einfache Aufstellen einer Person vor einem beliebigen Hintergrund ergibt nicht automatisch einen logischen Zusammenhang.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild entstand bei einem Shooting im Stahlwerk Brandenburg. Mir gefällt das weiche natürliche Seitenlicht, das den Körper der Frau sanft konturiert und die Verbindung mit der Helmgalerie, die erzählerische Assoziationen unterstützt. Ich bin auf Eure Meinung gespannt.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Bodo Viebahn:
Eine nackte Frau ist kein fotografischer Selbstzweck. Ich kann als Mann verstehen, warum das Genre “Aktfotografie” zu den beliebtesten in der Fotografie gehört. Es ist unbestritten, dass es abgesehen von den technischen Herausforderungen eine lustvollere Arbeitsatmosphäre bietet als – sagen wir – die Fotografie von Industrieanlagen, wie sie das Ehepaar Becher betrieb.
Viele Männer scheinen jedoch in Anbetracht eines nackten Frauenkörpers grundlegende Aspekte der Fotografie auszublenden. Selbst wenn das Licht und die Komposition – wie hier – durchaus “der Norm entsprechen”, fehlt bei Amateuren, die sich an Aktaufnahmen versuchen, oft die Sinnlichkeit im Bild:
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Noch bis 5. Januar 2011 können Amateur- und Profi-Fotografen ihre Bilder zu den Sony World Photography Awards einreichen. Also: es eilt!
80’000 Fotografinnen und Fotografen aus 148 Ländern haben sich 2010 an den Sony World Photography Awards 2010 (SWPA) beteiligt. Der beste unter den Amateuren, der “Fotoamateur des Jahres”, kam aus Deutschland.
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Kunstaktionen im Foto festzuhalten ist eine schwierige Aufgabe. Sie geht von klar dokumentarisch bis hin zu eigener künstlerischer Aussage. Nicht immer lässt es sich zum Beispiel so einfach dokumentieren wie Aktionen von Christo.
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Kommentar des Fotografen:
Am Samstag startete bei uns im Revier die Aktion SchachtZeichen: über 300 Ballone schweben über ehemaligen Schächten (von denen es rund 1000 gab). Am Sonntag waren Tausende von Leuten auf “Ballonjagd”, fast alle mit Kamera bewaffnet. Ich habe inzwischen zahlreiche Fotos davon gesehen (und natürlich auch selber gemacht). Dieses hier gefällt mir deshalb, weil es sich von der Masse der Bilder abhebt und die Ballone in eine besondere Beziehung zur Umgebung bringt. Aufgenommen habe ich das Bild auf der Zeche Zollverein mit einer kleinen Ixus von Canon.
Profi Lars Krueger meint zum Bild von Sandra Rohmann:
Kunstaktionen sind schwierig zu fotografieren. Hier sind bunte Ballons über etwas zu sehen, was wie eine Industrie- oder Verkehrsanlage aussieht; der Vordergrund mit Stahlgeländern ist im Gegenlicht zu einer Schwarzen Linien-Struktur geworden, dahinter schweben zwei gelbe Ballons.
Mit der Aktion „Schachtzeichen“ sollten sie an die ehemaligen Schächte im Ruhrgebiet erinnern.
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