Beiträge

Symbolfotografie:
Riesenrad im Kirchenfenster

Wie stark Eine Fotografie mit dem einfachsten Motiv sein kann, zeigt sich hier: Grafisch reduziert bis zum geht nicht mehr, inhaltlich so klar und eindeutig wie es nur sein kann, ein absolut starkes Stück.

Samsung Galaxy A3, 1/588s, Blende 1.9 3.7mm Brennweite und ISO 40 © Gregor Boos

Samsung Galaxy A3, 1/588s, Blende 1.9 3.7mm Brennweite und ISO 40 © Gregor Boos

Gregor Boos aus Lübeck: Das Bild zeigt den Blick auf das Riesenrad, dass zum Weihnachtsmarkt in Lübeck auf dem Koberg aufgebaut war, durch das Fenster des Heilig-Geist-Hospitals. In Heilig-Geist war zu der Zeit auch ein Weihnachtsmarkt, und ich hatte nur mein Telefon zum Fotografieren dabei. Die Fenster beginnen in mehr als drei Metern Höhe, so dass ich nachträglich die stürzenden Linien entfernt und das Bild so beschnitten habe, dass man nicht mehr die Stände der Händler unterhalb des Fensters sieht.

Die beste Kamera ist die, die man dabeihat. Was ist dazu noch mehr zu sagen? Eigentlich nur, dass es erstaunlich ist, wie toll Du das hingekriegt hast.

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Leserfoto:
Kirche in blauer Stunde

Heute wollen wir eine recht ansprechende Aufnahme – nach Bekunden des Fotografen eine ‚Premiere in der Nacht- und Architekturfotografie‘ – analysieren und weitere Entwicklungsschritte diskutieren.

Ausgangsbild

Unser Leser Moritz Griebl aus dem niederbayerischen Vilshofen an der Donau hat uns das obige Bild unter dem Titel „Kirche in blauer Stunde” in der Kategorie ‚Architektur‘ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Hallo zusammen, habe dieses Bild während einer Reise durch Albanien im Sommer 2013 aufgenommen. Es war für mich eine fotografische Premiere in vielerlei Hinsicht. Zum einen entstand dieses Bild erstmals für mich auf einer Reise mit ner DSLR, nämlich mit der Nikon D5100. Zum anderen berührt dieses Bild gleich 2 Genres in denen ich völliger Neuling bin (hört sich jetzt so an als wäre ich in anderen Genres schon sehr erfahren, was aber auch nicht stimmt :-)), nämlich der Fotografie in der Blauen Stunde, also Langzeitbelichtungen und Architekturfotografie. Mir gefällt der Komplementärkontrast zwischen dem Blau des Himmels und den Orangtönen der angestrahlten Kirche und auch die Dynamik der vorbeiziehenden Wolken, die dem Bild meiner Meinung nach Tiefe verleihen. In der Entwicklung in Camera Raw sowie in der Nachbearbeitung wurde das Bild in den Flächen leicht entrauscht, Kontraste etwas angezogen, insbesondere in den Wolkenstrukturen und es wurde nachgeschärft.Kameradaten waren: Nikon D5100, mit dem Nikkor AF-S DX 18-105mm f3,5-5,6 ED VR Objektiv, bei 21mm (entspricht 31mm Kleinbild) Brennweite; Belichtungszeit 13 Sekunden bei f25 und ISO 100. Für eine Kritik, die mich fotografisch, aber auch in der Bearbeitung weiter bringt wäre ich sehr dankbar. Weiterlesen

Digitales Konzeptbild:
„Die Jungfrau“ einmal ganz anders

Berühmte Künstler zu „zitieren“, ist immer mutig, sie umzuinterpretieren gewagt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Horst Hazfeld).

Kommentar des Fotografen:

Tableau Vivant nach dem Gemälde „Die Jungfrau züchtigt den Jesusknaben vor drei Zeugen“ von Max Ernst. Im Originalbild liegt der Jesusknabe mit dem Rücken nach oben gewandt auf dem Schoß der Maria. Der auf dem Boden liegende Heiligenschein – hier durch den Knebel ersetzt – symbolisiert die Entheiligung des Jesuskindes, ein unerhörter Vorgang. Das Bild war deshalb auch Anlass für die Exkommunikation Max Ernst´s aus der Katholischen Kirche. In meiner Interpretation wird der Jesusknabe durch den Fetisch – Frauenbeine – ersetzt, Requisiten wie die Reitgerte und der Knebel lassen Assoziationen zur SM-Szene zu. Der Kulissenartige Hintergrund wurde, passend zum Thema, aus der Fassade des Diözesanmuseum Köln in PS konstruiert. Der Wandel von Moralvorstellungen, Sexualpraktiken und Toleranz, oder Inntoleranz der Kirche, wird im Kontext des Originalbildes thematisiert.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Horst Hazfeld:

Dein Bild war für mich ein „gefundenes Fressen“, wie man so schön auf Deutsch sagt. Erstens einmal sehen wir so etwas hier nicht alle Tage, und zweitens MUSS man das Bild interpretierend besprechen, wovon ich sonst meistens (u.a. aus Platzgründen) absehe.

Berühmte Künstler zu „zitieren“, ist immer mutig, sie umzuinterpretieren gewagt. Wenn man dieses auch noch in einem anderem Medium tut… Zunächst einmal ein paar Worte zum Original:

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Weihnachtsstimmung:
Alles an seinem Platz

Sorgfältiger Technikeinsatz und Lichtoptimierung sind wesentlich, aber nicht die Hauptelemente eines Bildes.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Rabea Kessler).

Kommentar des Fotografen:

Die Kapelle unseres Dorfes in der Abendstimmung. Mit Stativ aufgenommen. Anschliessend hab ich ein hdr gemacht und im Photoshop die nötige Korrektur vorgenommen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Rabea Kessler:

Eine kleine Kapelle im Tiefschnee eines offensichtlich kalten Winterabends: Diese vom Blau des Himmels und der Reflexionen aus dem Schnee dominierte Farbaufnahme ist kristallklar und dank des Einsatzes von HDR schon fast plastisch.

Das Kirchlein ragt einem vermeintlich aus dem Bild entgegen, die Schneemassen türmen sich in weichen Rundungen auf der Landschaft, und das warme Licht der Fenster, des Vorplatzes und des Weihnachtsbaums sorgen für einen idealen Farbkontrast zum kühlen, satten Blau des Schnees.

Hier ist HDR für einmal zum schonenden Einsatz gekommen, die ganze Belichtung macht zwar die Nacht zum Tage, aber das stört auf den ersten Blick nicht:

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Kirchenfotografie:
Leerstellen für die Fantasie

Ungleichheit und Leere kann ein Bild mit der nötigen Spannung ausstatten. Zu wenig Information ist selten ein grösseres Problem, zu viel Information schon eher.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Florian Sprenger).

Kommentar des Fotografen:

Hallo, Dieses Bild habe ich in der Votivkirche in Wien gemacht, mit einer Nikon D70s, dem Sigma 10-20 (1/30sec und f9) und einem Nikon SB-600. Dass die Säulen nicht symmetrisch zu sehen sind, ist Absicht, liess sich wegen des ungleichen Lichteinfalls aber sowieso nicht vermeiden.

Profi Stuart Schwartz meint zum Bild von Florian Sprenger:

Das ist ein beeindruckendes Bild – ein ungewöhnlich abstrahierender Blickpunkt. Auf jeden Fall handelt es sich um eine grossartige Location. Warum:

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