4 zufällige Bildkritiken zum Thema Kontrast:
Alle 49 Artikel zum Thema Kontrast auf fokussiert.com:
Eine interessante Situation ist eine gute Basis, aber keine Garantie für ein starkes Bild. Die Technik, die Bildgestaltung und deie Bildwirkung müssen zusammenspielen, wenn starke Bilder entstehen sollen.
Kommentar des Fotografen:
VOR DER TÜR Ein Bildausschnitt
Profi Martin Zurmühle meint zum Bild von Werner Reichel:
Diese Aufnahme von Werner Reichel zeigt uns einen trinkenden Jungen, der bei einer Türe steht und von innen heraus fotografiert wurde. Das Schöne an der Aufnahme ist die Lockerheit und Ungestelltheit der ganzen Situation. Das Bild zeigt und so einfach einen Ausschnitt aus dem Leben. Für Leute, die den Ort und die Situation kennen, mag so das Bild eine Erinnerung sein. Für Aussenstehende, die diese Situation nicht kennen, zählt aber einzig die Qualität und die Wirkung des Bildes. Und in dieser Beziehung vermag diese Aufnahme nicht zu bestehen:
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Kameras und das menschliche Auge sind ähnlich, aber doch so verschiedenen. Diese Fotografie illustriert gut, wo die Grenzen einer Kamera liegen, während das Auge das Szene in ihrer vollen Schönheit wahrnehmen kann.
Kommentar des Fotografen:
Ich liebe Alleen und versuche hin und wieder, eine gute Bildumsetzung von diesem Motiv. Probleme habe ich mit den hier herrschenden hohen Kontrastunterschieden. Daher stelle ich zeitgleich eine Fachfrage: Lohnt sich die Verwendung eines nicht allzu starken Graufilters? Bei der Aufnahme habe ich die kamerainterne automatische Belichtungszeit etwas korrigiert. Vielleicht bewirkt der Graufilter auch nur das Gleiche? Die Kamera- und Objektivdaten sind in der Bilddatei hinterlegt. Ich freue mich über Hinweise!
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Sophie Wolter:
Das Prinzip ist ähnlich, aber die Unterschiede sind enorm. Wer das menschliche Auge mit dem System einer Kamera vergleicht, wird viele Parallelen, aber auch Differenzen finden. Ein sehr wichtiger Unterschied für Fotografen ist die Tatsache, dass das menschliche Auge gleichzeitig einen deutlich höheren Kontrastumfang wahrnehmen kann und sich so schnell an unterschiedliche Lichtgegebenheiten anpasst, dass wir zum Beispiel verschiedene Farbtemperaturen kaum wahrnehmen.
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Spezialeffekte geben nicht immer das gewünschte Ergebnis – oder sie wirken dem Bild sogar entgegen.
Kommentar des Fotografen:
Eine Straßenszene in der Kölner Altstadt. Besonders der Zusammenhang zwischen dem historischen Roller und den älteren Herren, die Spass an einem guten Glas Kölsch haben, hat mich dazu bewegt, diesen Schnappschuss aufzunehmen. Ich bin der Meinung, dass das Bild sich hervorragend für den Colorkey Effekt eignet und habe es deshalb so mit Lightroom umgesetzt.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Manfred Wiese:
Du hast hier eine nette Szene aus der Altstadt eingefangen, und ich möchte mich fast auch mit dazusetzen, um ein Bier zu trinken. Die beiden Männer sind ins Gespräch vertieft, einer von ihnen lacht, sie nehmen nicht wahr, daß sie fotografiert werden. Davor steht ein Roller, der einem von ihnen gehören könnte.
Ich hätte das Foto etwas aufgehellt:
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Die Schönheit der Form hat eine sehr lange Tradition in der Kunst. Andreas Wecker gelingt es mit seinem Bild, diese Schönheit exemplarisch herauszuarbeiten.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild entstand unter der Lichtskulptur zwischen den beiden Hochhäusern Kastor und Pollux Ende August letzten Jahres gegen 19 Uhr. Ich fand die Verbindung der beiden Hochhäuser (auch wegen deren Namen) durch die Linien der Skulptur sehr interessant, weswegen ich dem Bild den Titel “Koalition” gab.
Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Andreas Wecker:
Die Griechen haben die Schönheit der Formen und der Proportionen zu einem ersten Höhepunkt gebracht:
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Das Licht der Blauen Stunde bietet häufig ideale Aufnahmebedingungen, wenn es darum geht, sowohl das Tageslicht der Umgebung wie auch das Kunstlicht der Häuser im richtigen Kontrastumfang zu zeigen. Allerdings braucht eine Aufnahme nicht nur ein gutes Licht, sondern auch eine gute Gestaltung.
Kommentar des Fotografen:
Aufnahme des neuen Museumshafen in der Hamburger Hafencity zur Blauen Stunde.
Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Borg Enders:
Das richtige Licht ist die Basis für viele gute Bilder. Sonne und blauer Himmel zur Mittagszeit ist dabei für die meisten Motive nicht das beste Licht, weil der Kontrastumfang zu hoch ist und deshalb die hellen Bereich zum Überstrahlen neigen, während die dunklen Bereiche ins Schwarze absaufen. Die Randzeiten des Tages sind daher meistens besser geeignet:
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Egal, wie das Foto entstanden ist – auch ein spontanes Bild darf nachbearbeitet werden, insbesondere, wenn es unter nicht idealen Lichtbedingungen entstanden ist. Das tut dem spontanen Charakter keinen Abbruch.
Kommentar des Fotografen:
Diese Aufnahme entstand bei einem meiner Fotoexcursionen in Berlin. Hier bin ich in einem Hinterhof in der Brunnenstr. hinein. Alles war voller interessanter Graffiti und auch dieser Aussage: Kein Fotos im Hof und keine Touristen.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Sabina Schöfer:
2009 bin ich mit meinem Sohn zwei Wochen durch Berlin gepilgert, und die ganze Zeit haben wir praktisch nur Graffiti fotografiert. Berlin ist ein Dorado in dieser Hinsicht, wenn auch die betroffenen Hausbesitzer sich meiner Meinung wohl nicht anschließen würden. Dieses Graffiti wäre denn auch für uns mehr als verführerisch gewesen, insbesondere mit der Ironie der Aufforderung, keine Fotos im Hof zu machen.
Fotos dieser Art haben, genauso wie Streetphotography, einen spontanen Charakter – genau das macht den Reiz einer Fotoexkursion ja aus:
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Manchmal machen wir scheinbar alles richtig: Wir gestalten unsere Bilder kraftvoll, wir fotografieren bei einem interessanten Licht und trotzdem wirkt das resultierende Bild doch nicht ganz so, wie wir es uns erhoffen. Woran liegt das?
Kommentar des Fotografen:
War nicht sicher, wie man das Bild zu kategorisieren hat, habe mich für Architektur entschieden. Entstanden ist das Bild im Garten mit einem Stativ.
Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Cornel Mösli:
Cornel Mösli hat erkannt, dass dieses Motiv Potenzial hat. Die starken Linien sind grafische Elemente, die wirkungsvoll aufgenommen werden können. Werden diese gleichzeitig noch bei einer speziellen Beleuchtung (wie hier nach Sonnenuntergang mit dem Restlicht des Tages und dem Kunstlicht der Aussenbeleuchtung) aufgenommen, so sollte eigentlich nach allen Regeln der Kunst eine gute und wirkungsvolle Aufnahme entstehen. Wieso gelingt es ihm bei dieser Aufnahme aber nicht so gut, wie er es wohl erhofft hatte?
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An sich ist dieses Bild schlicht. Es lebt vor allem vom vorhandenen Licht, welches Tiefe erzeugt und majestätisch wirkt. Aber auch Komposition und der menschliche Faktor haben ihren Anteil an dem gelungenen Foto.
Kommentar des Fotografen:
Schneeschuhwanderung durch den Nebel. Blende: 4 Belichtungszeit: 1/1000 ISO:100
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Torsten Muehlbacher:
Der Winter ist vorbei. Endlich. Trotzdem schaffen es Bilder wie das des Fotografen Torsten Mühlbacher, dass man wehmütige an die kalten, verschneiten Monate zurückdenkt. Er fotografierte eine Schneewanderung durch eine waldliche Winterlandschaft:
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Ein Geheimnis einer guten Landschaftsfotografie liegt in der Illusion eines dreidimensionalen Raums, der sich hinter die zweidimensionale Bildebene erstreckt. Der Fotograf kann sie verstärken, aber mit Fehlentscheiden auch abschwächen.
Kommentar des Fotografen:
fotografiert mit einem Stativ, um mir mehr Zeit für die Bildgestaltung zu nehmen.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Christian Lauener:
Ein Bergbach schlängelt sich in diesem querformatigen schwarz/weiss Bild durch eine Geröllmoräne. Im unteren Bildzentrum der Telefotografie liegt eine offensichtlich vom Wasser angeschwemmte tote Tanne, im oberen Drittel sticht rechts ein von Menschenhand geschaffener Steinhaufen und im Zentrum ein grosser Felsklotz aus dem Bild heraus.
Was macht eine Landschaft aus, was fasziniert uns daran? Die Antwort auf diese Frage ist keine eindeutige. Ist es der Raum, die Linien darin, die Farben, das Naturschauspiel – oder jedesmal etwas anderes?
Ein Aspekt, der mich an der Fotografie fasziniert ist, dass es selbst in den unzähligen Genres noch Unterkategorien, Stile und immer neue Möglichkeiten gibt, kreative Ansichten zu schaffen. Es ist ein Paradox:
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Licht ist das Wesen der Fotografie, und Lichtstimmungen allein ein grossartiges Motiv. Zum Beispiel der Zauber eines Nebelmorgens.
Kommentar des Fotografen:
Hallo, das Bild hier habe ich letztens an einem Nebelmorgen aufgenommen. Mich hat hier besonders die Stimmung fasziniert, die entstanden ist, als die Sonne durch den Nebel gebrochen ist. Ich würde gerne wissen, was ihr davon haltet. Aufgenommen wurde das Bild mit einer sehr kurzen Belichtungszeit, deswegen habe ich in Lightroom mittels der Gradation und Füllicht den unteren Teil aufgehellt und dem Ganzen eine etwas wärmere Farbe gegeben.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Susan Brooks-Dammann:
Diese Farbaufnahme zeigt in fast monochromem braungrün eine Nebellandschaft, die sich vom Betrachter weg sanft anhebt. Den Vordergrund macht freies, von einzelnen Büschen besetztes Grasland aus, eine leichte Kuppe läuft aus der Bildmitte nach links hinten, rechts wird der Horizont von einer mit einer Baumreihe bewachsenen zweiten Hügelkuppe bedeckt, die nach links in das Bild läuft. Der Mittelgrund ist von rund drei in den Tonwerten klar getrennten Tiefenschichten von Buschsilhouetten beherrscht. Hinter diesen bricht eine grosse, weichkantige, goldene Sonne durch den Nebel.
Eine der schönen Nebenwirkungen der Landschaftsfotografie ist, dass sie uns zwingt, Tageszeiten und Situationen bewusst zu erleben, die viele von uns sonst kaum antreffen würden:
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