Beiträge

Sossusvlei, Namibia:
Menschen in der Landschaft

Landschaftsfotografie findet typischerweise ohne Menschen statt. Bisweilen aber können sie als Akzente dienen und durchaus für Spannung sorgen.

 

Kamera: Canon EOS 40D Aufnahmedaten: 1/125s bei Blende 8/1 mit 62/1mm Brennweite und ISO 100 © Ulrich Schreyer

Canon EOS 40D Aufnahmedaten: 1/125s bei Blende 8/1 mit 62/1mm Brennweite und ISO 100 © Ulrich Schreyer

Ulrich Schreyer aus Berlin: Dieses Foto habe ich im September 2013 mit einer Canon EOS 40D aufgenommen. Es war eine Momentaufnahme. Während des Aufstiegs zur Düne „Big Daddy“ hat mich der Reiz der langen Schatten dazu inspiriert.

Das Bild stammt aus dem Sossusvlei in Namibia, einer Tonerde-Pfanne mit den höchsten Sanddünen der Welt. (Affiliate-Link)

Mein erster Gedanke war: Schade, sind hier Menschen im Bild. Der zweite: Super, die Menschen mit den Schatten! Weiterlesen

Hong Kong Sundowner:
Etwas mehr Drama bitte

Wenn Drama im Bild bereits angelegt ist, sollte man das in der Nachbearbeitung auch herauskitzeln.

Hongkong

Marius Ruhnau aus Aachen schreibt zu diesem Bild:

Das Foto entstand während meines Studiums in Ostasien und zeigt die Skyline von Hongkong vom Victoria Peak aus gegen 19 Uhr. In Lightroom nahm ich die vertikale Upright-Transformation und die Farbanpassung vor, um die Wirkung des späten Sonnenlichts in den Höhen und gleichzeitig die Atmosphäre der blauen Stunde in den Tiefen zu unterstreichen. Bei der Aufnahme ärgerte ich mich noch über die Wolken. Jetzt tragen sie wesentlich zur Atmosphäre bei.

Ich liebe Panoramen deshalb so sehr, weil sie bei Landschaften am ehesten das Gefühl wiedergeben, das man bei der Aufnahme hatte. Dein Foto illustriert das sehr gut, denn ich kann mir gut vorstellen, wie man sich wohl fühlen muss, wenn man auf dem Victoria Peak steht, und diese Aussicht geboten bekommt.

Weiterlesen

Urlaubsfoto:
Auf- statt über die Schulter

Fotos vom Typ „Blick über die Schulter“ müssen etwas zeigen, wohin zu blicken es sich lohnt. Oder eine interessante Schulter. Das fehlt hier.

Mädchen mit Fernglas

Olympus E-450, 1/500s bei Blende 8 mit 43mm Brennweite und ISO 100. © Oliver Diallo

Oliver Diallo aus Hamburg: Ich habe das Bild in Laboe an der Ostsee aufgenommen. Das Mädchen auf dem Bild ist die Tochter meiner Freundin.

In unserer WordPress-Installation für dieses Blog gibt es ein Werkzeug, mit dem man den wichtigsten Teil eines Fotos markieren kann – die Software sorgt dafür, dass in allen möglichen Bildschnitten dieser Teil enthalten bleibt. Wenn ich bei einer Fotografie nicht weiss, wohin ich das Fadenkreuz setzen soll, stimmt etwas an dem Bild nicht.  Weiterlesen

Upload-Gewinner September:
Abstraktion gewinnt Preis

 Michael Gündling hat mit seinem abstrakten Foto den Monatspreis im September gewonnen. Dicht gefolgt von einem nicht weniger interessanten Foto und einer gelungenen Naturaufnahme.

siegerseptember

Die Bildkritiker haben sich im September für den Upload des Fotos einer Container-Wand mit Spray-Ziffer, Rostspuren und Kette entschieden: Michael Gündling stellte uns die Frage, ob denn solche Abstraktion durch den Sucher-Ausschnitt zulässig sei und ob das Bild die Wirkung hat, die er sich vorstellt. Nun, mit dem Monatspreis ist die Frage wohl beantwortet. Weiterlesen

Fototaschen:
Die Qual der Wahl

Fototaschen gibt es in vielen Formen, Farben und Größen. Welche ist die richtige Tasche für mich? Ein kleiner Ratgeber mit Erfahrungsberichten.

Von meinen Taschen erschlagen

Von meinen Taschen erschlagen

Ich gestehe, ich bin ein Taschenfreak (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Fototaschen-Webseite). Mein G.A.S. (Gear Acquisition Syndrome) habe ich ganz gut im Griff, das gilt aber nicht für Taschen und Rucksäcke. Damit habe ich mittlerweile eine beachtliche Sammlung angehäuft. Früher habe ich so manche Frau mit ihrem Taschen-Tick belächelt, heute staune ich über mich selbst und frage mich, wie es so weit kommen konnte.
Des Rätsels Lösung ist die Erkenntnis, dass es die perfekte Fototasche nicht gibt.

Egal welche Tasche man wählt, irgendwann wird man Kompromisse eingehen müssen. Ich möchte diese Kompromisse möglichst gering halten und habe daher nun Taschen und Rucksäcke die an meine jeweiligen Bedürfnisse und Vorlieben angepasst sind. Und die wandeln sich nun mal ständig.

Weiterlesen

Balloons in Dutch Angle:
Aus dem Rahmen gefallen

Wenn man mit ungewöhnlicher Perspektive unerwünschte Elemente ins Foto bringt, sollte man sich ihrer zumindest in der Nachbearbeitung annehmen.

Aliza im Dutch Angle mit Ballons am Strand

Die technischen Daten: EOS 5D Mk III, Sigma 1.4/50 mm, Blende 5 bei 1/160s. © Reinhard Witt

Reinhard Witt aus Loose schreibt zu diesem Bild: Es war kalt, lausig kalt… Mein langjähriges Modell Aliza kam immer auf solche „grenzwertigen“ Ideen. Aber sie hat den Job einer Eventmanagerin, der es eben an den schönen Tagen des Jahres nicht möglich macht solche Bilder zu schießen. Die Zeit wird für etwas anderes gebraucht. Nun entschloss sie sich im Oktober das nachzuholen, was sie sich im Sommer ausgedacht hatte. Schon die Vorbereitungen mit den Luftballons gerieten fast zu einem Desaster. Helium hat eben seine Tücken… Wir entschieden uns für Strand… ja klar… und dann dieser eisige Wind… Aliza ließ sich nichts, aber auch nichts anmerken. Konzentriert wie immer… Welche Absicht steckte hinter dem Bild, ihr stellt Fragen. Muss denn immer eine hochtrabende Absicht dahinter stehen, darf man keine Bilder nur aus Spass mehr machen? :-) Gibt schon genug traurige Bilder auf der Welt. Und was ist speziell?… Vielleicht die Nachbearbeitung die ich mit dem Pixlr ausgeführt habe. Mittlerweile ein eigenständiges und für meine Zwecke hervorragendes „Verhübschungsprogramm“ :-)

Einer der Hauptgründe, warum ich gerne Bildkritiken schreibe, ist, dass ich permanent damit zu kämpfen habe, mein eigenes ästhetisches Empfinden – sprich, wie ich an Motive herangehe, wie ich sie umsetze, hintanzustellen. Hätte ich diese Szene fotografiert, wäre alles düster, Aliza schwarz angezogen, entsprechend geschminkt etc. Genau deshalb habe ich mir Dein Bild ausgesucht: es ging in eine so vollkommen andere Richtung. Weiterlesen

Infrarot-Fotografie:
Bilder einer unsichtbaren Welt

Mit Infrarot-Fotografie kann man eine Welt sichtbar machen, die normalerweise dem menschlichen Auge verborgen bleibt. Doch wie sieht etwas aus, was man eigentlich nicht sehen kann?

Infrarot-Fotografie mit etwas Photoshop Kung Fu

Infrarot-Fotografie mit etwas Photoshop Kung Fu

Vorgeschichte

Jeder Fotograf, der schon länger digital fotografiert, kennt vermutlich dieses Phänomen. Irgendwann kommt die Zeit, da man seine in die Jahre gekommene Kamera durch eine neue ersetzt. Leider leiden digitale Kameras unter dem gleichen Problem wie fast jegliche Unterhaltungselektronik: Sie verliert immens schnell an Wert. Eine einst teure Kamera bekommt man nur noch mit hohem Verlust verkaufen. Wenn überhaupt. Daher kaufe ich mein Equipment mittlerweile oft nur noch gebraucht, wie ich schon im Artikel zu G.A.S. (Gear Acquisition Syndrome) berichtet habe.

Weiterlesen

Langzeit-Belichtung aus der Hand:
Flatterhaft

Was wir angesichts der digitalen Technik häufig vergessen: Dass man auch mit diesen Kameras spannende Langzeit-Aufnahmen, Mehrfach-Belichtungen und andere kreative „Fehler“ machen kann.

Möwen in Langzeitbelichtung

Nikon D5500,1/4s bei Blende 18 mit 105mm Brennweite und ISO 100 © Ingrid Steinmel

Ingrid Steinmel aus Kriftel schreibt zu diesem Bild: Aufgenommen bei Sonnenuntergang in Ahlbeck auf Usedom mit einer Nikon D5500 mit AF-S Nikkor 18 – 105 mm. Eine Frau warf von der Seebrücke aus Brotstückchen in die Luft und ich habe einige Aufnahmen von den Lachmöwen, die nach dem Brot gejagt haben, gemacht. Dieses Bild gefällt mir besonders gut, weil zwei der Vögel noch erkennbar sind, der Rest aber nur noch schwirrende Formen vor einem tiefblauen Meer. Die Bildaufteilung ist unter den Umständen Glücksache, von daher konzentriert sich das Geschehen in den oberen zwei Drittel. Mich würde interessieren, ob ich es mit der Nachbearbeitung hinsichtlich der Farben übertrieben habe.

Ich hatte diese Ausnahme markiert und wollte sie schon für später reservieren, wenn ich wieder an einem kalibrierten Bildschirm sitze. Schliesslich fragst Du nach den Farben. Und die wollte ich nicht am Notebook-Computer im Zug beurteilen. Und dann dachte ich: Kann man es denn mit der Farbe übertreiben?

Weiterlesen

Güterwagenstellwerk Hagen:
Endstation Bildrand

Linien, die in einen Fluchtpunkt laufen, sind ein dankbares grafisches Motiv. Bei Bahnanlagen spielt dabei der Horizont eine zusätzliche Rolle.Dort sollte ein wenig Raum dem Blick Auslauf gewähren.

Der Gueterbahnhof - schwarz-Weiss-Foto

Güterbahnhof Hagen. Nikon D5300 1/250s bei f/7 mit 18mm Brennweite und ISO 100

Sebastian Jonton aus Herten schreibt zu diesem Bild: Das Bild ist in Hagen entstanden.
Es ist mit der Nikon D5300 und dem 18-105er Kit aufgenommen. Blende 7,1 (sollte ne 8 sein) und 1/250 Sekunden belichtet. Ich wollte einen alten etwas fischäugigen Look erzeugen. Die Ausrichtung hätte besser sein können, da ich ein Stück Himmel wegschneiden musste…

Wenige Erfindungen der Menschheitsgeschichte sind mit mehr Symbolik belegt als die Eisenbahn und das Bild von Eisenbahnschienen. Ihre kompromisslose Gradlinigkeit und die gleichmässige Struktur sind ein Motivmagnet für Fotografen.

Weiterlesen

Abendsonne auf Sizilien:
Abstrakt durch Licht

Urlaubsfoto ganz anders: Wer genau hinsieht, findet selbst in den Aussenwänden des Bungalows der Unterkunft ein spannendes Spiel von Formen und Farben.

Abendsonne

Abendsonne auf Sizilien – Hausteil, © Rolf Kretzschmar

Rolf Kretzschmar aus Aachen schreibt zu diesem Bild: Der Titel sagt, was das Foto zeigt. Es wurde ohne Stativ fotografiert. Das Motiv (abgesetzter Kamin am gemieteten Bungalow) hatte ich schon einige Tage beobachtet. Meistens störten Wolken die räumliche Klarheit.
An diesem Spätnachmittag stimmte es für mein Empfinden.

Urlaubsbilder sind gerne eher etwas für Instagram – wir selbst haben vielleicht noch vor Augen, was wir beim Anblick der Szene empfunden haben; was aber oft nur bleibt ist ein Schnappschuss, der schnell ad acta gelegt wird. Aus diesem Grund habe ich meine Kamera mittlerweile eher nur noch für Momente wie diesen dabei, den Du hier eingefangen hast. Sie ist gewissermaßen mein Skizzenblock und nicht unbedingt dafür gemacht, einen Augenblick im Urlaub einzufrieren, sondern wie hier ein davon abgesetztes Motiv zu erkunden. Weiterlesen