Beiträge

Landschaftsfoto im Querformat:
Erhabenheit im Bergmassiv

Ein Beispiel für großartige Landschaftsfotografie möchte ich anhand der heutigen Bildvorstellung aufzeigen.

Alpenansicht

Alpen im Querformat

Unser Leser Tim Schoch aus Emmenbrücke im Kanton Luzern hat uns das obige Bild unter dem Titel „Les Alpes” in der Kategorie ‚Landschaftsfotografie‘ zur Besprechung eingereicht. Er schreibt dazu:

„Hallo, nochmals ich … Dieses Foto entstand letzte Woche oberhalb von Montreux und zeigt die Berge auf der französischen Seite des Genfersees. Leider weiss ich nicht genauer, welche Gipfel es genau sind. Anyway, ich mag das Foto. Entstanden ist es aus drei Aufnahmen mit dem Sigma 120-400mm (bei 273mm) an der Canon 5d MkII. Belichtungsdaten 2.5 Sek, f11, ISO 100. Ich fotografiere Landschaften gerne einfach, so als wären Sie zufällig gewählt. Eben etwas das man einfach so auf einem Nachmittagsspaziergang antreffen könnte. Weil die Komposition nicht so offensichtlich ist, würde ich gerne gerade dazu eure Meinung wissen. Liebe Gruess Tim … ps: ich finde diese Kritiken super und lese sie gerne. Keep it up! Eine Rubrik ‚unsere Leser‘ würde ich auch noch spannend finden. Also zB einen Fotografen pro Monat vorstellen oder so.”

Über Ausrüstung und Aufnahmedaten hatte Tim bereits berichtet. Zu ergänzen wäre allenfalls noch, daß die abgelesene Brennweite beim hier verwendeten Vollformat auch der kleinbildäquivalenten entsprach.

„Aha, begegnet der Herr solchen Anblicken also ganz beiläufig auf dem nachmittäglichen Spaziergang?!”, hob in mir plötzlich so ein Denken an …

Schon wollte ich Tim freundlich an die virtuelle Gurgel springen, als ich mich gerade noch rechtzeitig auf meine hiesige Aufgabe besann: „Yes, I’ll keep it up!” – betrachten wir also die grundsätzlichen Bildelemente … Weiterlesen

Berglandschaft im Winter:
Mehr oder weniger Vordergrund

Die Herausforderung von Landschaftsaufnahmen besteht in der Simulation von Raum im zweidimensionalen Bild: Das gelingt hier gut. Stolperstein ist häufig der Vordergrund.

Berner Oberland NIKON D800, 1/80s bei Blende 13/1 mit 24mm Brennweite und ISO 80. - © Guy Goetzinger

Berner Oberland NIKON D800, 1/80s bei Blende 13/1 mit 24mm Brennweite und ISO 80. – © Guy Goetzinger

Guy Goetzinger aus Dättwil in der Schweiz schreibt zu diesem Bild: Aufnahmeort: Lauenen Berner Oberland (CH)

Ein beeindruckendes Gebirge im Hintergrund dieser Landschaftsfotografie dominiert die Aufnahme, deren Mittelgrund eine winterlichen, schneebedeckte Hochebene belegt. Im Vordergrund spiegelt ein Gewässer den einen Gipfel des Gebirges, wobei in nächster Nähe des Betrachters der Grund des Gewässers sichtbar ist. Ausserdem wird die vordere rechte Ecke des Bildes von einem Stück Ufer geschnitten.

Eine stimmungsvolle Winter-Landschaftsfotografie aus dem Berner Oberland, die von den beiden Gipfeln in der mittelbaren Ferne dominiert wird: Weiterlesen

Keine Fragen offen:
Verlassene Farm

Ein gelungenes Bild einer Farm im Abendlicht auf Island. Komposition, Belichtung und technische Umsetzung sind stimmig – und die Absicht des Fotografen, wurde sie erreicht? Wir wissen es nicht.

Farm in Island © Bernard Ksiazek

Bernard Ksiazek aus Gießen hat uns das obige Bild unter dem Titel „Verlassene Farm” in der Kategorie ‚Landschaftsfotografie‘ zur Besprechung eingereicht.

24mm, 1/30sek, f/9, Iso 500 … Diese Aufnahme gelang mir im Winter auf Island. Weit ab von der Zivilisation entdeckte ich in der Ferne diese verlassene und runtergekommene Farm bei diesem grandiosen Sonnenaufgang. Dieses Bild zeigt die große Weite islands wo überall einzigartige Fotomotive zu entdecken sind.

Ich kann mich diesmal etwas kürzer fassen:

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Zarte Landschaftsaufnahme:
Emmentaler Panorama im Nebel

Ein weiteres Beispiel für großartige Landschaftsfotografie, diesmal weniger wuchtig als vielmehr zart. Dabei hilft der Nebel, der in der Landschaftsfotografie eine grosse Rolle spielen kann.

Emmental im Nebel – © Tim Schoch

Unser Leser Tim Schoch aus Emmenbrücke im Kanton Luzern hat uns das obige Bild unter dem Titel „Nebel im Emmental” in der Kategorie ‚Landschaftsfotografie‘ zur Besprechung eingereicht. Er schreibt dazu:

Bedingt durch das nicht sehr winterliche Wetter habe ich mich am Nebel versucht – was sich als gar nicht so einfach herausstellte. Der springende Punkt am Nebel ist ja, dass man kaum etwas sieht, aber wie soll man von «kaum etwas» ein spannendes Foto machen? Von den Versuchen gefällt mir dieses Panorama aus dem Emmental richtig gut, weil es diese Stimmung meiner Meinung nach wiedergibt. Was meint ihr dazu? Zu den Daten: 5 Bilder, jeweils 1/1250s, ISO 100, f11 Canon 5d MkII, Canon EF 16-35 f/2.8L II USM

Über Ausrüstung und Aufnahmedaten hatte Tim bereits berichtet. Zu ergänzen wäre allenfalls noch, daß die abgelesene Brennweite beim hier verwendeten Vollformat auch der kleinbildäquivalenten entsprach.

So vermittelt sich der Eindruck, daß diese Bilder ‚keine gelegentlichen Glücksgriffe‘ sind, sondern ‚wirklich Methode haben‘. Ich glaube, daß wir hiervon einiges lernen können. Doch betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente. Weiterlesen

Video-Bildbesprechung:
Die Ruinen von Ingapirca

Manchmal entstehen die besten Bilder, die man macht, „aus der Hüfte heraus“ und beim Verlassen eines Ortes. Mit ein paar wenigen Handgriffen kann man die Unzulänglichkeiten, die sich aufgrund der Aufnahmesituation einschleichen, korrigieren. Unsere zweite Video-Bildbesprechung.

Ole Potinius aus Olpe schreibt zu diesem Bild:

Ich bin schon lange Fan von euren Bildbesprechungen und habe nun ein Bild, zu dem ich gerne eure Meinung hätte.

Ich war vor einigen Tagen auf einer Inforeise in Ecuador und habe mir dabei die Inka-Stätte von Ingapirca (die wichtigste in Ecuador) angesehen. Bei Abreise herrschte eine ganz spannende Lichtstimmung. Es war den ganzen Tag fast nur grau gewesen, doch kurz vor Sonnenuntergang lockerte die graue Schicht auf und gleichzeitig zog ein Unwetter auf. Das Bild entstand schnell „aus der Hüfte“ und bereits in der Kamera fand ich die mystische Stimmung extrem passend zu einem Ort von solch historischer Bedeutung.

Kurze Erläuterung:
Die groben Mauern sind aus der Zeit der Kanari (zeitlich vor den Inka), darauf haben die Inka dann unter anderem den im rechten Bildbereich sichtbaren Sonnentempel (glatte Mauern) gebaut. Jahrhunderte war diese Stätte verschüttet, bis ein Bauer zufällig einen Teil des Sonnentempels freilegte. Anschließend fanden Archäologen die noch viel älteren Mauern der Kanari.

In Lightroom habe ich es noch beschnitten(oben/unten), Lichter/Weiß zurück genommen, Klarheit erhöht und Dynamik reduziert. Mit dem Resultat bin ich als Laie so zufrieden, das ich überlege es mir an die Wand zu hängen.

Ich würde mich über eine professionelle Meinung freuen und stelle auch gern das RAW-File zur Verfügung.

In Videokritik Nr. 2 bespreche ich heute diesen insgesamt sehr gelungenen Schnappschuß. Transkript folgt unten.

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Blitzfotografie:
Mit Sensor und Regenschutz

Lightning Trigger {Stepping Stone Products, USA;http://store.lightningtrigger.com/}

 

Blitze fotografieren, ohne die Kamera einfach nachts auf Langzeitbelichtung zu stellen: Wie geht das? Es geht mit einem Sensor, der Blitze erkennt und den Auslöser viel schneller bedient, als wir Menschen das mit unseren Reflexen könnten.

Das einzige Gerät, das ich hierbei für ausreichend zuverlässig halte, ist der Lightning Trigger von Stepping Stone Products (die bezahlen mich nicht für diesen Werbespot, ich schöre es.)

Natürlich gibt es auch bei diesem Ausrüstungsgegenstand viel Auswahl und viele Hersteller mit wesentlich billigeren Produkten.  Weiterlesen

Blitzfotografie:
Glücksschlag am Half Dome

Lucky Strike: Blitzeinschlag am Half Dome, fotografiert von Glacier Point, Yosemite, Kalifornien, USA. Sony a7s, Sony/Zeiss 24-70, 0.4 s, F11, ISO50

Lucky Strike: Blitzeinschlag am Half Dome, fotografiert von Glacier Point, Yosemite, Kalifornien, USA. Sony a7s, Sony/Zeiss 24-70, 0.4 s, F11, ISO50

 

Ein Blitz-Sensor ist in Kalifornien grundsätzlich etwa so nützlich wie eine Fischerrute in der Sahara. Aber gelegentlich schleicht ein bisschen subtropische Feuchtigkeit über die Sierra Nevada und erblüht in nachmittäglichen Gewittern. Ich überprüfe das Wetter täglich (das ist eine ziemliche Untertreibung) fast nur wegen dieser Möglichkeit, auf ein Gewitter in Yosemite hoffend, wie Fussballfans nach einem Sieg ihrer Mannschaft lechzen. Mit etwa dem gleichen Erfolg – bis letztes Wochenende.

Denn vergangene Woche wurden die feuchten Überreste des Hurrikans Blanca in eine instabile Luftmasse über der Sierra gesogen, was exakt dem Gewitter-Rezept entspricht, auf das ich immer hoffe. Weiterlesen

Leserfoto:
Naturspektakel mit I-Tüpfelchen

Erfrischende Urlaubsfotografie zeigt die heutige Bildbesprechung.

Überblick
Einleitung
Beschreibung
Zusammenfassung
Bildteil (5 Bilder)

Ausgangsbild

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Unser Leser Roman Piotrowski aus Potsdam hat uns das obige Bild unter dem Titel „Anzug und Natur” in der Kategorie ‚Natur/Tier‘ (auch ‚Landschaft‘ wäre natürlich möglich gewesen) zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Dieses Foto wurde am isländischen Wasserfall Gullfoss aufgenommen. Einige Menschen verließen den abgesperrten Weg, um sich mit dem Wasserfall im Hintergrund zu Fotografieren. Unter anderem auch die beiden im Bild zu sehenden Asiaten. Für mich war das eine sehr sureale Szene. Ein Anzugträger lässt sich vor solch einer Naturgewalt fotografieren. Das zweite was mir in den Sinn kam war das Klischee vom japanischen Touristen dem es um den Beweis des da seins mehr ging als um das erleben eines so gewaltigen Naturspektakels.”

Zur Aufnahme fand eine Canon EOS 600D mit Kitobjektiv Canon EF-S 18-55mm f/3.5-5.6 Verwendung. Die Brennweite betrug 55 mm (entsprechend 88 mm Kleinbildäquivalent bei einem Formatfaktor von 1.6), die Belichtungsdaten waren 1/200 Sekunde bei Blende f/8,0 und ISO 100 .

***

Betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente. Weiterlesen

Leserfoto:
Ein einziges Bild kann schon den Ausflug lohnen …

An Küstenlinien kann man sich gar nicht ’sattfotografieren‘, wie ich anhand der heutigen Bildbesprechung aufzeigen möchte.

Überblick
Einleitung
Beschreibung
Zusammenfassung
Bildteil (5 Bilder)

Ausgangsbild

***

Unser Leser Kay Kietzmann aus Berlin hat uns das obige Bild unter dem Titel „Blue Feeling” in der Kategorie ‚Landschaftsfotografie‘ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Halli hallo, neulich war ich im Familienurlaub auf Mallorca. Einen Tag habe ich tatsächlich Freigang bekommen und konnte tun und lassen was ich wollte – Fotografieren. Um halb fünf saß ich im Mietwagen um mich auf nach Cap Fermentor zu machen. Als die blaue Stunde begann, oder hätte beginnen sollen, dämmerte mir langsam, dass die Lichtverhältnisse wohl doch nicht wie erhofft sein würden. Ich tröstete mich damit, dass die Chancen gut stehen würden ein faszinierendes Wetterphänomen beobachten zu können. Doch leider wollten auch keine Wolken bzw. Nebelschwaden über die Klippen ziehen. Nun ja, neben etlichen trüben Bildern ist nun auch dieses entstanden. Es gefällt mir aus der Serie am besten. Dennoch habe ich das Gefühl, dass ich irgendetwas hätte besser machen können – mal davon abgesehen, dass mehr Aktion auf dem Meer gut gekommen wäre, denke ich. Nur konnte ich mir das leider nicht aussuchen. Beste Grüße Kay”

Zur Aufnahme wurde eine Canon EOS 400D mit Zoomobjektiv Canon EF-S 10-22 mm f/3.5-4.5 USM verwendet. Die Brennweite betrug 10 mm (entsprechend 16 mm Kleinbildäquivalent bei einem Formatfaktor von 1.6), die Belichtungsdaten waren 1/400 Sekunde bei Blende f/8,0 und ISO 200 .

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Unbenommen davon, daß Kai uns hier eine sehr atmosphärische Arbeit zeigt, sind bei den Einreichungen oft die Kommentare das Beste: „Familienurlaub auf Mallorca. Einen Tag habe ich tatsächlich Freigang bekommen …” Das bringt nun wirklich Farbe in den grauen (monochromen?) Alltag eines Bildkritikers, es erinnert mich auch an eigene (mehr oder weniger erfolgreiche) Bemühungen, meine Familie ‚zu Trage- und Geduldsdiensten abzurichten‘ … doch betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente. Weiterlesen

Tutorial Landschaftsfotografie (6/6):
Die Checkliste

Abb. 19: Cirque de Gavernie (Eigenes Portfolio, Pyrenäen 2009)

Cirque de Gavernie (Eigenes Portfolio, Pyrenäen 2009)

In der entschleunigten Landschaftsfotografie lohnt sich ein sorgsam aufbauendes Vorgehen bei der Fotografie. 
Wir haben nun (um beim vorherigen Abschnitt anzuknüpfen) einen ‚Ort der subjektiven Richtigkeit‘ entdeckt, diesen ausreichend erforscht und eine uns überzeugende Vorstellung von Blickwarte und Ausschnitt entwickelt. Nun bauen wir das Stativ auf, montieren die Kamera darauf und versuchen, die Szene in solcher Weise nachzustellen.

Das Stativ verwandelt sich nun von einem ‚Instrument der Entschleunigung‘ zu einem wichtigen ‚Helfer der Aufnahme‘ – Fokussierung und Lichteinmessung sind auf solche Weise wesentlich genauer und subtiler zu bewerkstelligen wie mit Hilfe der freigeführten Kamera.

  • Einzelheiten der Aufnahmesteuerung hatte ich in den verschiedenen Grundlagentutorials auf Fokussiert schon erwähnt, deswegen hier nochmals stichwortartig:
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