4 zufällige Bildkritiken zum Thema Landschaftsfotografie:
Alle 228 Artikel zum Thema Landschaftsfotografie auf fokussiert.com:
Tagtäglich flimmern aus dem fernen Afghanistan Bilder über die Fernsehschirme. Zeugen vom Töten in diesem Krieg. Es sind inzwischen allzu bekannte Bilder, die nur noch selten aufrühren. Donovan Wylie zeigt in seinem Bildband «Outposts» ebenfalls Bilder von diesem unsichtbaren Krieg. Bilder ohne Blut und Gemetzel, Bilder fast ohne Menschen, aber dennoch anrührende, berührende und nachdenklich stimmende Bilder.
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Zwischen 2006 und 2011 hat Donovan Wylie immer wieder die afghanische Provinz Kandahar besucht und dabei die Wachposten der kanadischen Armee fotografiert. Das Ergebnis ist ein poetischer, leiser Bildband mit ruhigen Aufnahmen. Die Fotos sind fast durchgehend in beigen und sandfarbenen Tönen gehalten. Sie leben von den Schattierungen und Abstufungen dieses Farbraumes – und spiegeln so die Landschaft und wohl auch das Lebensgefühl Afghanistans wider: trostlos, sandig, karg. Weitläufig und gebirgig. Eine Landschaft, die nicht unbedingt zum Leben und Verweilen einlädt.
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Der Fotograf hat Kontrolle darüber, was seinen Weg ins Bild findet, auch wenn das manchmal einen Fußmarsch und Warten erfordert.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild stammt aus meinem letzten Gran Canaria Urlaub und wurde in den Dunas de Maspalomas aufgenommen. Wer schon einmal dort war, weiß, dass es dort eigentlich nicht so aussieht wie in einer richtigen Wüste. Die Dünenlandschaft ist mit Büschen und vereinzelten Bäumen durchzogen, und in der Entfernung stehen große Hotelpaläste. Mein Ziel war es, “Wüstenbilder” zu machen und zwar welche, wo ausschließlich Wüste zu sehen ist. Also wählte ich Standpunkte, auf denen keine Hotelkomplexe, keine Büsche und Bäume und möglichst auch kein Meer zu sehen war. Ein weiteres Ziel war es, die Wüste greifbar zu machen… so als könnte man in das Bild hineintauchen und den Sand herausnehmen. Um das zu erreichen, griff ich auf mein Ultra Weitwinkel Objektiv (17mm an Kleinbild) zurück und versuchte den Kamerastandpunkt so tief wie möglich zu wählen. SW habe ich gewählt, um die Strukturen im Sand und in den Wolken zu betonen.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Sten Schneider:
Laut Magnum-Mitglied David Hurn hat ein Fotograf eigentlich nur Kontrolle darüber, wo er steht, und wann er auf den Auslöser drückt. In diesem Sinne ist Fotografie recht einfach, aber genau darin liegt auch das Komplizierte:
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Die Kamera sieht anders als das Auge: Das ist oft ein Vorteil der Fotografin, bisweilen aber auch ein fast unüberwindbares Hindernis.
Kommentar des Fotografen:
Zufällig blieb ich an diesem einfachen Motiv hängen bei einem abendlichen Spaziergang.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Liselotte Brunner-Klaus:
Teile eines aus Holzleisten gezimmerten Zauns inmitten einer Weidelandschaft mit blauem Himmel im Hintergrund sind auf dieser Farbfotografie zu erkennen.
Die wichtigste Fähigkeit, die eine Fotografin entwickeln muss – vor allen technischen Kenntnissen der eigenen Ausrüstung, der Wirkung von Blende und Verschlusszeit und Brennweite und so weiter – ist das eigene Sehen. Wer Motive in der Landschaft, auf der Strasse oder im Studio nicht erkennt, wird keine guten Bilder schiessen. Das gesagt:
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Der morgendliche Dunst und die Schatten der aufgehenden Sonne ergeben bei diesem Panoramabild eine eindrucksvolle Kombination. Dafür lohnt es sich, früh aufzustehen.
Kommentar des Fotografen:
An einem Sonntag-Sommermorgen erwartete ich nach einer klaren Nacht den für manche hochgelegenen Senken hier im Bayerischen Wald typischen Morgendunst und wurde direkt an der Grenze zum österreichischen Mühlviertel um ca. 6:00 Uhr nicht enttäuscht.
Entlang einer einsamen Straße fand ich diesen kleinen Weiler, wo die Sonne den Morgendunst gerade aufzulösen begann. Mit dem Stativ machte ich unter anderem 7 Hochformataufnahmen, die ich zu diesem Panorama zusammenfügte. Zuhause am PC fand ich die Farben allerdings viel zu blass und entschloss mich deshalb, daraus eine SW-Umsetzung zu machen.
Das Bild gefällt mir so ganz gut, doch so hundertprozentig zufrieden bin ich doch nicht. Ich würde gerne wissen was man hier bei der Bildgestaltung und Bearbeitung noch besser machen könnte. Bearbeitung: RAW-Enzwicklung mit Lightroom, Panorama mit Autopano Giga und SW-Umsetzung mit NIK Silferefex Pro.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Franz Bogner:
Ein Foto wie ein Gemälde. Solche Motive sind prädestiniert dafür, groß auf eine Leinwand gezogen und über das heimische – oder auch ein fremdes – Sofa gehangen zu werden.
Das Bild lebt vor allen durch zwei Komponenten, die gut ineinandergreifen:
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Braucht eine Landschaftsfotografie eine umwerfende Landschaft? Nicht unbedingt. Umwerfendes Licht kann genügen – wenn ein paar andere Faktoren stimmen.
Kommentar des Fotografen:
Aufgenommen mit einer Canon EOS 1000D bei 51 mm, 1/320 sec. und f/13 bei ISO200. Dieses Foto entstand am frühen Morgen, etwa 7 Uhr. An diesem Morgen war es sehr neblig, wie man im Hintergrund sehen kann. Das Licht brach sich wunderbar im Nebel, sodass ich die Pflanzen im Vordergrund mit der aufgehenden Sonne im Hintergrund einfach festhalten musste. Durch den Nebel wird der Kontrast zwischen den einzelnen „Waldschichten“ noch einmal hervorgehoben.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Katharina Franz:
Einige relativ karge Pflanzen stehen in diesem fast monochromen Sonnenaufgangs-Bild gegen das Licht als Silhouetten vor einer Waldlandschaft. Unmittelbar hinter den im Vordergrund in den Fokus gerückten Stauden erstreckt sich eine Weide im Nebel zu einem Waldrand, der ebenfalls rechtwinklig zur Fotografieebene in zwei Schichtungen die aufgehende Sonne im Nebel verdeckt.
Don Smith, einer meiner Landschafts-Fotografielehrer, hat in einem Blogpost vor einiger Zeit festgehalten, dass ein guter Landschaftsfotograf nicht in jeder Szenerie sofort ein Motiv erkennen muss:
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Schnee-Fotos sind schwierig aufzunehmen, weil die Farbe fehlt und der kamerainterne Belichtungsmesser schwer mit dem vielen Weiß klarkommt. Aber es lohnt sich, wie dieses Winterfoto zeigt.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild zeigt das Bietigheimer Enz-Viadukt, fotografiert von einer Fußgängerbrücke über den selben Fluss. Ich hab das Bild nach Sonnenaufgang aufgenommen. Früher bin ich auf meinem Schulweg oft über diese Brücke gelaufen, und auf der Suche nach einem neuen Fotomotiv habe ich mich an den Blick auf das Viadukt von der Brücke aus erinnert. Ich habe des Bild im nachhinein zu schwarz/weiß konvertiert, da im linken Teil des Bildes eine Straßenlaterne die Bäume beleuchtet hat, was mir zum einen nicht gefiel und zum andern die Symmetrie des Bildes zerstörte, da auf der anderen Seite keine solche Laterne zu sehen ist.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Dominic Walter:
Winterfotos, vor allem Schneefotos, sind für Fotografen immer eine Herausforderung. Nicht nur ist es meist so kalt, dass man sich am liebsten mit einem heißen Kakao am Kamin wärmen würde.
Der Schnee schluckt mit seinem Weiß auch alles Farbige und lässt sonst so strahlende Landschaften auf einmal ruhig und idyllisch erscheinen:
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Wolken sind ein attraktives Fotomotiv und ein unabdingbares Zubehör für Landschaftsfotografen. Sie allein zum Thema zu machen, verlangt besondere Sorgfalt.
Kommentar des Fotografen:
Auf Rügen war ich von den “himmlischen Landschaften” begeistert. Diese Cirrus-Wolke über Groß-Zicker hatte eine Erhabenheit und Dimension, die sich schwer darstellen läst. Ich habe es mit Weitwinkel und HDR versucht.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Bodo Viebahn:
Eine schön geschwungene Feder-Eiswolke zieht in dieser Querformat-Farbfotografie beinahe formatfüllend aus dem Hintergrund an den Himmel über dem Fotografen. Darunter, am untersten Bildrand, ist eine Schicht kleiner, schnell ziehender Häufchenwolken über einer sattgrünen Landschaft an einer Küste zu sehen.
Wolken sind etwas faszinierendes – es gibt sie in den unglaublichsten Formen und Formationen. Sie regen unsere Fantasie und Photoshopper zu allerlei peinlichen Manipulationen an:
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Bilder mit spiegelnden Wasserlinien sind eine der wenigen Kompositionen, die oft genau gemittet angelet werden. Dabei lässt sich auch vor einer Spiegelung ein Vordergrund platzieren.
Kommentar des Fotografen:
Das Foto ist auf einer Bergwanderung in der Nähe von Innsbruck entstanden. Für mich ist dies einwunderbarer Ort der Ruhe und Entspannung. Von der Entfernung her ein Katzensprung von den Eindrücken und der Stimmung Lichtjahre weit weg vom alltäglichem Stadtleben. Mit dem Bild konnte ich etwas von der Ruhe mit nachhause nehmen und ich schaue es mir gerne immer wieder an.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Dietmar Rieder:
Ein Bergkamm mit zackigen Felsen und darüber treibenden Wolkenfetzen ist auf diesem Schwarz-Weiss-Bild zu sehen. Die Krete spiegelt sich im unruhigen Wasser in einem Bergsee im Mittelgrund des Hochformatbildes, davor bildet ein struppiger kleiner Grasbusch den Vordergrund.
Mittenplatzierungen sind bei Spiegelungsfotos gang und gäbe. Sobald eine Wasserlinie wie ein Horizont zwischen dem Objekt und seiner Spiegelung erscheint, bietet sich – als Ausnahme von der Regel – die Teilung des Bildes in zwei Hälften an.
Allerdings kann man auch die Regel vom Bruch der Regel brechen – und dies auch noch mit guter Wirkung. Deine Aufnahme macht das deutlich:
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Fotograf und Geologe Bernhard Edmaiers «_Kunstobjekt Erde» lautet der Titel, dieser äußerst sehenswerten Schau, die einen gänzlich anderen Blick auf unseren Planeten bietet, auch wenn Edmaier seine Bilder ganz in der Tradition der klassischen, unverfälschten Fotografie aufnimmt und verarbeitet.
Es sind wunderschöne, ruhige Aufnahmen. Es sind stille Bilder voller natürlicher Schönheit. Bernhard Edmaier gelingt etwas, das selten ist: Er hat ein altbekanntes, teilweise schon ausgeleiertes Motiv: die Erde. Er hat eine seltene, aber durchaus nicht ungewöhnliche Perspektive: die Luftbildaufnahme.
Bernhard Edmaier: _Kunstobjekt Erde
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Eine gute Komposition ist ein wesentliches Gestaltungsmerkmal einer Landschaftsfotografie – aber die abgelichtete Landschaft bleibt dabei das Motiv.
Kommentar des Fotografen:
Die Aufnahme entstand am westmecklenburgen Abschnitt der Elbe, früh am Morgen und in der Hoffnung das Licht des Sonnenaufgangs einzufangen, welches das gegenüberliegende Ufer gerade erreicht hat.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Ezio Gutzemberg:
Ein kaum fliessender Arm eines Flusses ist in dieser Farbfotografie zu sehen, die im direkten Vordergrund rund ein Drittel des nahen Ufers, im Mittelgrund die Wasserfläche mit einer leichten Spiegelung des Morgenhimmels und im oberen Bildteil links und rechts die fernen Uferstrecken zeigt, davon das am rechten Bildrand in die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne getaucht.
Dein Ziel, das Ufer der Elbe im ersten Sonnenlicht zu fotografieren, hast Du jedenfalls erreicht. Die Frage ist, ob daraus ein gutes Bild geworden ist:
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