Thema: Linien

 

4 zufällige Bildkritiken zum Thema Linien:


 

Alle 11 Artikel zum Thema Linien auf fokussiert.com:

Leserfoto:
Die flachen Steine

Die Tiefenwirkung eines Fotos hängt von mehreren Faktoren ab, vor allem der Perspektive und der Beleuchtung. Das gilt auch für das Foto einer Gesteinsformation.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Karl Siegemund).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Karl Siegemund).

Kommentar des Fotografen:

Dies ist ein verwitternder Stein in den Alpen. Man erkennt deutlich die Faltungen des ursprünglichen Gesteins, welches sich jetzt in lauter kleine Steinplättchen zerlegt. Ich hoffte auf etwas deutlicher zu Tage tretende Linien und Kontraste. Auf dem Foto wirkt der Stein deutlich flacher und weniger plastisch.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Karl Siegemund:

Wie sie sehen, sehen sie nichts. Nun ja, es ist Gestein zu erkennen, anscheinend zerbrochen, aber um zu erkennen, was wirklich wichtig ist auf diesem Foto, bedarf es schon des Kommentars des Fotografen. » weiterlesen

Leserfoto:
Die fotografische Quadratur des Kreises

Die Kombination aus strengen geometrischen Formen und menschlichem Einfluss macht den Reiz dieses Straßenfotos aus.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Volker Rein).

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Kommentar des Fotografen:

Am Münchner Marienplatz ist am Abgang zur U-Bahn dieses interessante Bodenmuster aufgeklebt. Per Zufall kam dann noch eine Dame mit dem gepunkteten Rock in Blau. Ich stand da gute 10 Minuten und habe einige Aufnahmen gemacht, aber diese hier gefällt mir besonders gut. Die räumliche Situation ist allerdings sehr beengt und man braucht ein gewisses Beharrungsvermögen, wegen der vielen Leute die rauf und runter gehen

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Volker Rein:

Ein guter Fotograf hat nicht nur eine Kamera, sondern auch ein geschultes Auge, welches spannende Farben, Formen und Motive auch dort entdeckt, wo die meisten Leute gedankenlos vorbeigehen. Oder wie in diesem Fall wortwörtlich täglich mit den Füßen darauf rumtrampeln. Volker Rein hat am Münchener Marienplatz dieses Foto gemacht, das auf den ersten Blick wie ein gelungener Schnappschuss aussieht, aber in Wahrheit Geduld und Ausdauer erfordert.

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Fotografische Komposition – Teil 3 von 3:
Die praktische Anwendung

Im ersten und zweiten Teil ging es um die Grundregeln der Bildgestaltung, dieser letzte Teil widmet sich nun der praktischen Anwendung.

In der praktischen Anwendung sollte man sich der Grundregeln zumindest bewußt sein – alles andere ist gestalterische Freiheit.

Goldener Schnitt und negativer Raum:

Abgebildet ist hier ein Mann inmitten eines Kürbisbeetes. Er gräbt im Boden und obwohl sein rechter Arm halb, seine linke Hand teilweise von Pflanzen verdeckt sind, befinden sie sich doch noch konzeptionell im Bild – man kann sie sich gewissermaßen dazudenken. Die grüne Linie verläuft am natürlichen Horizont entlang. Die roten Linien beschreiben den relativen Gewichtungspunkt, in dem er sich befindet. Die horizontale Linie bildet den optischen Horizont. Die Person ist leicht aus dem Goldenen Punkt heraus verschoben (die gelbe Linie beschreibt den eigentlichen Goldenen Schnitt), was aber hier nicht negativ ins Gewicht fällt, da sich der negative Raum um ihn herum (lila eingefärbt) sonst rechts neben ihm zu sehr ins Bild drängen würde. Das Motiv ist so angeordnet, daß es ihn am besten relativ zu dem, was er tut, in Szene setzt.

Perspektive:

Dieses Foto spielt mit Perspektive. Der kleine Baum befindet sich im Goldenen Punkt (rote Linien), auf den alle anderen Linien (lila) zulaufen.

Es braucht nicht viel, sich an die Regeln der fotografischen Grundkomposition zu halten, mit diesem kleinen Einblick und ein wenig mehr Zeit beim Fotografieren lassen sich schnell bessere Ergebnisse erzielen.

Leserfoto:
Eisberg und Meer – Der Himmel liegt im Wasser

Bei manchen Motiven ist Umdenken gefordert.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Christian Meyer).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Christian Meyer).

Kommentar des Fotografen:

Der Kangia Eisfjord an der Westküste Grönlands während einer nächtlichen Bootstour.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Christian Meyer:

Die Arktik, mit ihren schroffen Formen, unwirtlich anmutenden Eisbergen und vor allem ihrer Weite, bietet wie auch Sandwüsten besondere bildnerische Gestaltungsmöglichkeiten. Genau weil diese Monotonie visuell vorherrscht, kann man dort außergewöhnliche Aufnahmen machen, wie sonst nirgendwo. Sie strahlen eine schlichte und trotzdem überwältigende Schönheit aus.

Weil die Landschaft nicht von Bäumen, Häusern oder sonstigen Dingen dieser Art unterbrochen wird, muß man sich auf Formen und Linien im Eis und Himmel beschränken. Und genau das hast Du hier, meines Erachtens gekonnt, getan.

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Nachdenken über Roland Barthes:
Der Pfeil, der dich trifft

Es geschieht unwillkürlich, als hätte ein Pfeil dich getroffen und durchbohrt. Besondere Fotos heben sich unter den guten hervor. Sie „be-stechen“, ganz im Sinn des Wortes.


Uli Eberhardt - aus: Your land, my land, #12 (c) Uli Eberhardt 2012

Uli Eberhardt - aus: Your land, my land, #12 (c) Uli Eberhardt 2012

Gegenüber Fotografien, Kunstwerken generell von Emotionen zu sprechen, ist nicht ganz ungefährlich. Schließlich lässt sich über Geschmack angeblich nicht streiten. Der französische Philosoph Roland Barthes ist in seinen „Bemerkungen zur Photographie“ deshalb ganz tief gegangen, hinein ins Unwillkürliche, Ungesteuerte. » weiterlesen

Porträt auf Bahngleisen:
Gemütlich?

Wenn man ein Porträt inszeniert, sollte diese Inszenierung in sich Sinn machen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Julia Stern).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Julia Stern).

Kommentar des Fotografen:

Diese Aufnahme ist am Abend auf einem stillgelegten Bahngleis entstanden. Es zeigt einen jungen Mann, der es sich auf den Schienen zum Lesen gemütlich gemacht hat.

Zusatzinformationen:
Kamera: Canon EOS 50D
Objektiv: Canon EF50mm f/1.4 USM
Blende: 2.0
Verschlusszeit: 1/1000

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Julia Stern:

Bahngleise (hoffentlich stillgelegte) sind ein beliebter Hintergrund für Porträts. Die Linien der Gleisstränge leiten, wenn gekonnt eingesetzt, zum Modell hin; eine Bühne, als Überbleibsel einer Industriegesellschaft oft auch eine gewisse Ruhe und Verlassenheit ausstrahlend, auf der das Modell entsprechend in Szene gesetzt werden kann. Alleine die Tatsache, daß der Ort sich grundsätzlich gut als Hintergrund und zur Inszenierung eignet, macht aus einem Porträt allerdings noch lange automatisch ein gutes.

Vor kurzem wurde hier auf fokussiert ein Bild besprochen, das eine junge Frau in hochhackigen Schuhen mit Rollkoffer auf Bahngleisen zeigte. Robert Kneschke beklagte unter anderem, daß die Inszenierung keinen Sinn machte, denn das Modell war in einem Aufzug, in dem sich niemand so einfach auf Bahngleise begibt, abgelichtet worden. In einem anderen, das von Peter Sennhauser kritisiert wurde, bemängelt er die Details die sich ins Bild eingeschlichen hatten, wie etwa eine unvorteilhafte Mütze und einen sich über dem Bauch wellenden Pullover.

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Fensterfront mit Fluchtpunkt:
Der Sonne entgegen

Wenn man mit perfekter Symmetrie spielt, muß man diese auch ein-/durchhalten.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Borg Enders).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Borg Enders).

Kommentar des Fotografen:

Die Spiegelung des Hamburger Hafens an einem Winterabend in der Glasfront des Dockland Gebäudes. Ich habe hier die Linien der Gebäudekonstruktion veruscht zu nutzen, um die Elemente in der Spiegelung zu unterstützen.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Borg Enders:

Der Hamburger Hafen einmal ganz anders. Dein Foto ist ein gutes Beispiel dafür, daß auch oft dargestellte Motive noch anders bearbeitet werden können, wenn man nur ein Auge dafür hat. In dieser Spiegelung wirkt diese Industrielandschaft nicht nur attraktiv und interessant, sondern beinahe romantisch, weil man erst beim zweiten Hinschauen sieht, daß um den Sonnenuntergang herum Ladedocks etc. sind.

Insgesamt gefällt mir Dein Foto also sehr gut, insbesondere die Idee der Aufnahme an sich. Was mir allerdings sofort auffiel:

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Architekturfotografie:
Präzision und Klarheit gefordert

Architekturaufnahmen brauchen auf der einen Seite eine hohe Präzision bei der Aufnahme, andererseits auch eine grosse Klarheit bei der Komposition, damit der Betrachter die Schönheit des Bauwerks erkennen kann. Beides ist bei diesem Bild nicht ganz gelungen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jürgen Hirsch).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jürgen Hirsch).

Kommentar des Fotografen:

Der Kreuzgang vom Kloster Reichersberg lebt auch durch den winterlichen Brunnen im Innenhof der durch das erste Säulenpaar zu sehen ist.

Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Jürgen Hirsch:

Architekturaufnahmen leben von der technischen Qualität der Aufnahme und der Wiedergabe. Je nach gewähltem Sujet sollten die Linie entweder genau senkrecht oder horizontal verlaufen oder durch starke Diagonalen und stürzende Linien eine räumliche, manchmal auch abstrakte Wirkung erreicht werden. Bei dieser Aufnahme von Jürgen Hirsch scheint die ganze Aufnahme nach links zu kippen, obwohl die linken Säulen genau vertikal ausgerichtet wurden:

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Strassenfotografie:
Perfekt inszenierte Silhouette

Perfekte Komposition mit vielen Linien, die auf ein ebenso perfektes Subjekt zeigen: So entsteht eine hervorragende Fotografie.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Gregor John).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Gregor John).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Foto ist bei einem Fotoshooting für einen Freund enstanden. Dieser ruft eine eigene neue T-Shirtmarke ins leben, für BMX, Dirt- und Downhillfahrer. (MTB)Für seine Hompage habe ich ein paar Fotos von seinem “Team” geschossen. Dieses Foto jedoch war für mich. Mich hat die Struktur der Architektur sehr beeindruckt, und der Zusammenhang mit meinem Sport war das i-Tüpfelchen. Das schwere an dem Foto war es, den Fahrer noch soweit zu motivieren, dass er sich ausreichend an der Kante in die Luft drückt und einen kleinen Tabletop (ein Trick) zeigt. Nach einer ganztägigen Fototour durch Graz war bei Sonnenuntergang die Kraft und die Lust raus, was sich bei Anblick dieses Fotos auf dem Display schnell wieder änderte. Da diese Foto eigentlich relativ einfach ist, ist es, so finde ich, trotzdem ein Highlight meiner Sammlung und deswegen würde ich es auch gerne von Profis bewerten lassen. Entstanden in Graz-Liebenau in Österreich.

Profi Stuart Schwartz meint zum Bild von Gregor John:

Eine hervorragende Aufnahme. Das Licht, die Komposition, der entscheidende Moment: Alles in einem Sekundenbruchteil mit einer einzigen stimmigen Belichtung eingefangen.

So entsteht diese Silhouette des Subjekts gegen den Himmel, der noch dazu mit einem sehr weichen Verlauf erscheint. Der Schlüssel für diesen Erfolg liegt in der Wahl der richtigen Tageszeit.

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Architektur:
Bisweilen überwältigend

Das Gebäude von Herzog & de Meuron erregt mit seiner speziellen Form grosses Aufsehen und sieht auf den ersten Blick auch sehr fotogen aus. Es ist aber schwierig, diese grosse Fülle an Formen fotografisch in den Griff zu bekommen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Roger Albani).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Roger Albani).

Kommentar des Fotografen:

Architekten: Herzog & de Meuron Firma: Actelion in Allschwil bei Basel Kamera

Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Roger Albani:

Als Architekt kenne ich die Bauten von Herzog & de Meuron sehr gut. Schon als Entwurf erregte dieses Projekt in der Fachpresse grosses Aufsehen.

Die Gestaltung in Form eines Stapels von “Schachteln” ist nicht nur bautechnisch und bauphysikalisch eine grosse Herausforderung (einige Verstrebungsstützen mussten noch während der Bauzeit zusätzlich eingezogen werden), sondern es ist auch für uns Fotografen sehr schwierig, so viele verschiedene Formen wirkungsvoll aufzunehmen:

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