Beiträge

Recht am eigenen Bild:
Risiko in der Streetfotografie

Künstlerische Fotografie darf ein bisschen mehr als Bildjournalismus oder Werbefotografie. Wenn Menschen im Bild zu sehen sind, ist aber ein Minimum an Einverständnis nötig.

Sizilien, alte Herren auf der Piazza

Sizilien, © Anette Zabel, Canon EOS 350D, Blende F/6,3, Belichtung 1/60 Sekunde, ISO 400, Brennweite 51 mm

Annette Zabel aus Bretten schreibt zu diesem Bild: Ziel der Aufnahme war es, die Herren nicht zu stören und diese besondere Situation in einem Bergdorf in Sizilien einzufangen. Gemacht wurde die Aufnahme quasi „aus der Hüfte“, also ohne Blick durch die Kamera.

Es ist nett, die Leute, die man fotografiert, nicht zu stören. Jedenfalls ist es viel netter als das, was der Magnum-Fotograf Bruce Gilden auf den Sidewalks von New York abzieht:

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Babyporträt:
Ein Wecker allein spannt nicht

Symbolhaftigkeit in der Studiofotografie darf nicht zu platt daher kommen – Experimente mit fremden Babys sollten dagegen letzteres nicht stressen. Diese Aufnahme ist wohl der Kompromiss aus beiden Grundsätzen. Allerdings müsste ihr deswegen nicht die Spannung fehlen.

Anna, das Baby im Korb

1 vor 18. © Christian Loose. Nikon D7000, 50mm, 1/160s bei 200 ISO und Blende f/5.6

Christian Loose aus Dortmund schreibt zu diesem Bild: Das Bild ist im Rahmen eines Babysittings für einen sehr guten Arbeitskollegen entstanden. Die Uhr zeigt die Geburtsuhrzeit und die Schnullerkette den Namen. Der Seeaufbau war recht simpel: Decke aufgespannt zur Hohlkehle unter Tageslicht – quasi günstiges Dauerlicht :-) Ich hatte es zuvor mit Gartenhintergrund versucht, aber das gefiel mir trotz Offenblende so gar nicht. Daher habe ich schnell zwei Stative mit Verbindungsstange aufgespannt und die Decke darauf fixiert. By the way: Die Halteklammern für den Hintergrund gibt’s für 1,50€/Stck im Baumarkt! Vielleicht nicht die hohe Schule der Fotokunst, aber ich denke, dass es sich für eine Bildkritik lohnt.

Ist das jetzt ein Stilleben mit Mensch? Ein Symbolfoto? Oder ein Situationsporträt? Es scheint auf jeden Fall die Zweckentfremdung eines Babysittings gewesen zu sein… Hoffen wir, Annas Eltern vertrauen Dir auch weiterhin. Zur Fotografie:

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Perspektive Mensch:
Die Besucherin

Schon eine Veränderung des Aufnahmestandpunktes kann aus einem vorhersehbaren Foto ein außergewöhnliches machen.

Besucherin

Wolfgang Everding aus Bremen schreibt zu diesem Bild:

Innenaufnahme in einer leeren Kunsthalle (ohne Bilder) nach Abschluss des Umbaues. An dem Tag konnten Besucher sich die neue gestalteten Räume ansehen. Das Foto gehört zu meiner Serie „Menschen im Raum“.

Eine meiner Lieblingsübungen im Kunstunterricht war, Räume zu entwerfen. Malen oder Zeichnen kann ich nicht als Fähigkeit verbuchen, aber mit dem Lineal und Bleistift war ich immer unschlagbar. Der strengen Geometrie wegen habe ich mir Dein Foto auch ausgesucht. Es hat eigentlich alles, was ein gutes Bild ausmacht, und dabei könnte ich es belassen: „Wow, super Foto!“ Das wäre aber dann hier Facebook oder flickr, und so möchte ich Dir im einzelnen erklären, warum es mir gut gefällt. Weiterlesen

«Selection»:
Blick durch Fotokunst

Die Berliner CWC GALLERY zeigt noch bis zum 24. August die sehenswerte Fotoausstellung «Selection». Dahinter verbergen sich über 100 ausgewählte Werke von sieben herausragenden Vertretern der Fotokunst, die erstmalig in dieser Zusammenstellung gezeigt werden und verschiedene Genres – von Akt und Porträt über Tierphotographie bis hin zu Stillleben – vereinen. Besonderer Bestandteil der Ausstellung sind zwei Portfolios von Helmut Newton und Jeanloup Sieff, die eigens in Zusammenarbeit mit CAMERA WORK angefertigt wurden.

© HERB RITTS, CORPS ET ÂMES 19, LOS ANGELES, 1999

© HERB RITTS, CORPS ET ÂMES 19, LOS ANGELES, 1999

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Romney Müller-Westernhagen:
Natürliche Portraits

Für eindrucksvolle Portraits braucht es oft nicht sehr viel. Wenn aber hinter der Kamera eine Künstlerin mit prominentem Nachnamen und vor dem Objektiv weitere Prominente stehen, dann ist die Aufmerksamkeit gewiss. In der Berliner Galerie Camera Work ist vom 11. August bis 22. September die weltweit erste Ausstellung der Photographin Romney Müller-Westernhagen zu sehen.


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Giacomo Giannini:
Aus der Vogelperspektive

Giacomo Giannini fliegt über Italien und zeigt uns irritierend schöne Grafiken aus der Vogelperspektive.

Giacomo Giannini: Mais nell aia. Courtesy Con-Temporary Art Gallery Paola Sosio. Mailand


Diese auf den ersten Blick fremd erscheinenden Bilder sind aus einem Stoff, den wir wohl kennen: aus der vom Menschen gestalteten Landschaft.

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Das Foto des Jahres 2011 in Zürich

Anfang Februar wurde in Amsterdam das World Press Photo des Jahres 2011 erkoren.

Sieger ist der spanische Fotograf Samuel Aranda mit dem Bild von Fatima al-Qaws, die ihren Sohn Zayed während der Proteste gegen den jemenitischen Präsidenten Saleh umsorgt. fokussiert hat bereits über das Bild berichtet. Die 3×2 Tickets, welche von KEYSTONE zur Verfügung gestellt wurden, gingen an Andi, Miau und Hans-Dieter. Wir hoffen, sie hatten Freude an der Ausstellung.

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Architekturfotografie:
Der Mensch als Requisit

Architekturaufnahmen können schnell steril und tot wirken. Ein immer gern verwendeter Kunstgriff dagegen ist die Verwendung von Menschen im Bild, welche eine Grössenrelation ermöglichen und im wahrsten Sinne des Wortes Leben ins Bild bringen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Andreas Wecker).

Kommentar des Fotografen:

Diese Szene habe ich in Wiesbaden an der Fassade des Luisen-Forum aufgenommen. Dieses Bild habe ich bereits im Vorfeld geplant, da mir die bunte Fassade und das BUS-Zeichen schon vorher in der Konstellation gefallen haben. Es musste aber unbedingt noch der Mensch-Faktor ins Bild, um dem Ganzen etwas mehr Emotion zu geben.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Andreas Wecker:

Es ist ein alter Trick in der Architekturfotografie und wurde auch hier schon manchmal angewendet: Der Mensch als lebendiges Requisit, um dem Bild mehr Leben zu verleihen und die Größe der Gebäude für die Betrachter besser in Relation setzen zu können.

Auch der Fotograf Andreas Wecker nutzt diese Technik, um die Fassade des Luisen-Forums in Wiesbaden besser zur Geltung kommen zu lassen:

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4. Fotofestival Mannheim_Ludwigshafen_Heidelberg:
Bilder der Menschheit

Bilder der Menschheit: Nichts weniger hat sich das 4. Fotofestival Mannheim_Ludwigshafen_Heidelberg vorgenommen.

Pieter Hugo: Escort Kama Enugu, Nigeria, 2008 Bis zum 6. November werden an sieben Ausstellungsorten 56 Künstler aus 32 Ländern ausgestellt. Titel des Fotofestivals 2011: „The Eye is a lonely Hunter: Images of Humankind“ – das Auge ist ein einsamer Jäger, Bilder der Menschheit.

Eine „perspektivenreiche Expedition ins Reich des Menschen im Zeitalter der Globalisierung“ will das 4. Fotofestival sein. Es gliedert sich in fünf thematische Kategorien, die an jeweils einem der Ausstellungsorte präsentiert werden: Weiterlesen

Beatrice Apel/Renate Niebler:
Konzentrationslager Flossenbürg

Das Konzentrationslager Flossenbürg: Die beiden Fotografinnen Beatrice Apel und Renate Niebler zeigen uns den Ort des Schreckens und die Überlebenden, so wie sie „im Hier und Jetzt“ sind.

Renate Niebler: David Tennenbaum; KZ-Gedenkstätte Flossenbürg / © Renate Niebler

„In uns der Ort“ – so heißt die Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg: Der Ort ist mit den Menschen, die den Schrecken erleiden mussten, untrennbar verbunden.

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