4 zufällige Bildkritiken zum Thema Monochrom:
Alle 12 Artikel zum Thema Monochrom auf fokussiert.com:
Farbe in Schwarz-Weiss – geht das? Manchmal ist es reizvoll, eindeutig bunte Motive in den Köpfen der Betrachterinnen zu schaffen.
Kommentar des Fotografen:
Wien Stephansplatz am letzten des Jahres 2011. Geschossen mit Hasselblad 500cm Sonnar 150mm T-max 100, entwickelt in Rodinal 1:50
Peter Sennhauser meint zum Bild von Gerd L:
Ein Clown sitzt auf einer Bank an einer belebten Fussgänger-Zone, mit auf dem Bauch gefalteten Händen. Hinter der Figur mit Luftballon-Hut sitzen zwei leicht von ihm abgewandte junge asiatische Frauen und essen etwas aus Papptellern. Rings um die Szene strömt das Strassenleben in Schwarz-Weiss und quadratisch, ohne den Unterhaltungskünstler mit irgendwelcher Aufmerksamkeit zu ehren.
Wirklich verblüffend finde ich an dieser Aufnahme, dass sie farbig zu sein scheint, aber eindeutig Schwarz-Weiss ist:
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Um effektive Fotos zu schießen muß man manchmal nur vor die Haustür gehen. Und dort etwas sehen.
Kommentar des Fotografen:
Mich fasziniert, wie die im Frühling alle Pflanzen mit aller Macht den ersten Sonnenstrahlen entgegenwachsen, mögen sie noch so klein sein. In diesem Fall ist es eine kleines Gänseblümchen, welche seine Blüte der Sonne entgegen streckt.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Stefan Leisi:
Mein Kunstmaler-Vater hat einmal gesagt, die Welt bestünde aus denen, die schauen, und denen, die sehen. Du siehst. Glückwunsch zu diesem beeindruckenden Foto, das wieder einmal beweist, daß für gute Bilder eigentlich nur ein gutes Auge und die Fähigkeit, mit der Kamera das Gesehene wiederzugeben, gehört.
Die Nachbearbeitung gibt, zusammen mit den fast ausgebrannten Blütenblättern, dem Ganzen den Charakter digitaler Kunst.
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“Gemalte” Fotografien oder “fotografierte” Malerei? Cy Twomblys Fotos müssen wir zusammen mit seiner Malerei sehen, mit den Zeichnungen und der Plastik.
Beim Amerikaner Cy Twombly steht die Fotografie in einem eigenen Zweig neben den anderen künstlerischen Feldern. Wir können seine Fotos nun erstmals in Deutschland sehen – aktuell in München. » weiterlesen
Die Umgebung – und sei sie auch so unnatürlich wie eine Autoscheibe – geschickt zu nutzen ist ein Element guter Fotografie.
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Kommentar des Fotografen:
eins meiner ersten makros. diese bremse saß auf meiner windschutzscheibe des autos und ich konnte sie ganz in ruhe fotografieren. es war wie im studio. sie ließ sich nicht beirren.
Peter Sennhauser meint zum Bild von jens wildner:
Ein Insekt – eine Bremse – sitzt auf einem weitgehend monochromen Hinter- oder Untergrund. Die Makro-Fotografie stellt das Tier aus einer Perspektive von Schräg vorne oben ins Zentrum des Bildes und bietet Gelegenheit, das Tier im detail zu mustern.
Ich kann nicht sagen, dass Tiere dieser Art zu meiner Lieblingsgattung gehören – aber interessant anzuschauen, speziell im Makro, sind sie allemal.
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Gerade bei einfach und sauber komponierten Porträts kommt es besonders darauf an, daß keine störenden Elemente vorhanden sind, da diese um so mehr auffallen. Auch die Nachbearbeitung kann hier eher hinderlich sein, wenn sie das Foto selbst nicht wirklich unterstützt.
Kommentar des Fotografen:
Hallo. Dieses Portrait enstand in meiner Familie. Ich habe versucht den Charakter dieser jungen Frau auf diesem Foto festzuhalten. Ich wollte mit dem Ambrotypen-Look die Bildwirkung verstärken. Ob ich damit auf dem Holzweg bin, werdet Ihr mir hoffentlich sagen können.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von André Bax:
Eine junge Frau blickt uns unverwand und ungestellt an. Sie wirkt nachdenklich, aber gleichzeitig auch irgendwie herausfordernd.
Es ist schwierig, solche Porträts zu schießen, weil viele Leute denken, sie müßten grundsätzlich lächeln, wenn sie fotografiert werden. Was mir bei diesem Foto gut gefällt, ist die saubere, klare Pose:
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Vermeintlich eintönige Landschaften können mit dem Weitwinkel und Detail-Vordergrund zu faszinierenden Entdeckungswelten gemacht werden.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild entstand während einer Arktisexpedition diesen Sommer. Mein Kollege wollte einen kurzen Spaziergang machen. Es war gar nicht so einfach, den richtigen Moment zu erwischen wenn er gut sichtbar im Bild war. Die Stimmung finde ich gut wiedergegeben. So wie es halt war. Allerdings fehlt einfach was? Nachbearbeitung nur durch Kontrastanhebung und Scharfzeichnung.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Martin Leonhardt:
Eine Landschaft aus schmelzendem, schmutzigem Eis. Bis zu den Hügeln am Horizont ziehen sich in dieser Farbaufnahme vermeintlich monochrome, weiss-graue Eisbuckel eines Gletschers hin. Mitten darin ist, unerwartet klein, eine Gestalt im roten Parka zu erkennen. Dahinter ist das Festland zu erahnen, darüber breitet sich ein grau-blau-bewölkter Himmel aus.
Einöden wie Wüste, Steppe, Grasland – Landschaften, die vermeintlich nichts bieten, an dem sich das Auge festhalten kann -eignen sich für Landschaftsaufnahmen genau so wie dramatische Alpenklippen:
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Photoshop hat seinen Platz, aber Spezialeffekte können ein gutes Foto nachträglich verschlimmbessern.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild habe ich auf einer Fototour in der Rhön unweit von Frankenheim gemacht. Auf einer Höhe von über 700m wird die Landschaft oftmals zur Schneewüste in dieser Jahreszeit. Starke Schneeverwehungen werden oft nur durch Fangzäune verhindert. Doch in diese Wüste gibt es Leben! Eine geschwungene Straße durchzieht die Landschaft, und ab und zu kommen hier Fahrzeuge durch, die in der Ferne wieder im Nebel verschwinden. Ein Amsel sitzt auf einen Baum am Straßenrand, mitten in dieser lebensfeindlichen Umgebung. Futter wird sie hier kaum finden, aber was macht sie dann hier? Mit diesem Bild will ich zeigen, dass weniger oft mehr ist. Bearbeitet habe ich das Bild mit PS. Als Hobbyfotograf konzentriere ich mich hauptsächlich auf die Landschaft in der Rhön.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Michael Leipold:
Kompliment zu diesem Foto. Es vereinigt einige Ratschläge, die hier in den vergangenen Wochen in der Kritik erschienen sind. Vom inneren Schweinehund zu Tiefe im Foto zu einfacher Komposition – ein insgesamt sehr gelungenes Bild.
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Fotografien mit Horizont-Schichtung gelingen am besten, wenn genau die richtige Menge Luftfeuchtigkeit für den Kontrast an den Kanten sorgt.
© Matthias Schaffner – Canon EOS 350D – 1/400s – f/11 – ISO 100 – 58mm (90mm)
Kommentar des Fotografen:
Diese Bild entstand eher zufällig. Auf dem Weg um die 3 Zinnen in Südtirol läuft man (in diesem Falle morgens) um die kleine Zinne und der Blick öffnet sich ins Ansiei-Tal. Mir gefielen vor allem die unzähligen Horizonte, die durch den Morgendunst sichtbar geworden sind. Das Foto wurde zugeschnitten und die Tonwerte wurden angepasst.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Matthias Schaffner:
Wer sich bisweilen fragt, woher die Redewendung von einer “Fahrt ins Blaue” rührt, bekommt mit solchen Bildern eine Antwort.
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Landschaftsaufnahmen können von Leere leben. Aber sie muss umso stärker inszeniert und durch Tiefe zur Geltung gebracht werden.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild habe ich in Belgien aufgenommen. Habe dem Himmel die Farbe entzogen für mehr Kontrast. Die Stimmung ist herbstlich, was mir besser gefällt. Als fortgeschrittener Anfänger freue ich mich auf die Kritik.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Miro K.:
Landschaftsfotografie ist eine scheinbar einfache Bildgattung: Eine tolle Landschaft als Motiv, die richtige Belichtung – fertig ist das Bild.
Häufig – wie hier – geht es aber gar nicht um die Elemente der Landschaft, sondern um die Stimmung, um Linien, Licht oder Farben. Dann muss der Fotograf die bestimmenden Elemente finden.
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Gegenlicht-Bilder mit hohem Kontrast können Bilder zu Tage fördern, die anders gar nicht zu sehen wären.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild ist während des Sonnenaufgangs im Sept. 2007 auf Rügen am Thiessower Strand gemacht worden, es ist ein Fischerboot, das zu Fang ausfährt. Bearbeitung in Photoshop mittels Tonwert- und Gradationskurve. Die Stimmung des Lichts und der Morgendunst haben im Wesentlichen zu dem Ergebnis beigetragen.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Günter Kutschke:
Was hier die Blicke anzieht, ist ohne Zweifel der Morgennebel vor dem Leuchtturm in der Ferne, der sich in der Luft über dem Wasser spiegelt und zu der keulenförmigen Erscheinung über dem Horizont führt.
Das einfache Bild hat aber weit mehr zu bieten:
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