4 zufällige Bildkritiken zum Thema Nachtfotografie:
Alle 39 Artikel zum Thema Nachtfotografie auf fokussiert.com:
Im letzten Teil der Serie über die technischen Aspekte der digitalen Nachtfotografie geht es um die spezielle Bildbearbeitung von Nachtaufnahmen.

3. Möglichkeiten der Ausarbeitung
Nun sind „alle Aufnahmen im Kasten“, wir sind ebenso glücklich wie erschöpft (unterschätzt bitte nicht, wie anstrengend eine solch konzentrierte Tätigkeit ist!) nach Hause gekommen – und jetzt ist alles gut? Leider nicht, denn die Vertreter der unverfälschten „out‐of‐camera‐Philosophie“ (daß das Bild also mit der Aufnahme bereits fertig zu sein habe) werden bei der Nachtfotografie meines Erachtens nicht unbedingt glücklich werden. Ein Gutteil der Anstrengung (gefühlt ein Drittel bis eine Hälfte des gesamten Zeitaufwandes) steht uns im Sinne der Ausarbeitung noch bevor. Maßgeblich für den zu leistenden Aufwand bei der Ausarbeitung ist natürlich der Zweck, den wir mit unseren Fotografien verfolgen. Jemand, der seine Bilder nur kleinformatig im Internet präsentieren möchte und darauf baut, daß in diesem Medium viele Artefakte verschluckt werden, kann sich da kürzer fassen. Mein Anspruch ist hingegen, daß meine Nachtaufnahmen auch im großformatigen Druck (also im Auge des Kritikers, Galeristen und Ausstellungsbesuchers) hinsichtlich ihrer Artefaktüberlagerung bestehen können und daß die mit digitalen Mitteln angefertigten Aufnahmen sich dem Ideal der monochromen Analogfotografie (mit weicher und ansehnlicher Lichterzeichnung sowie einer den plastischen Eindruck unterstreichenden Körnigkeit) möglichst annähern.
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Im zweiten Zeil der Serie über die technischen Aspekte der digitalen Nachtfotografie wird das geeignete Aufnahmesetup beschrieben.

2. Meisterung der Aufnahmesituation
Ich überspringe an dieser Stelle die Aspekte der inneren Einstimmung, speziellen Motiverarbeitung und Bildkomposition (diese lassen sich vielleicht in der Diskussion, ggf. auch einem weiterführenden Artikel aufgreifen) und skizziere Euch nun stattdessen mein Aufnahmesetup. Sobald die Szene eingestellt ist und die Kamera‐Objektiv‐Einheit solide auf dem Stativ ruht, beginnt es mit der Betätigung der Spiegelvorauslösung. Der optische Sucher ist nun ausgeschaltet, das Sensorbild wird auf das Display als „LiveView“ projiziert. Die automatische Fokussierung ist dadurch ausgehebelt, aber wir können sowieso besser von Hand scharf stellen und daher auf diese Funktion getrost verzichten. Der 3‐Zoll‐Monitor der 5D Mark II mit der Möglichkeit der Cursorauswahl und zehnfachen Detailvergrößerung erlaubt dabei auch ein komfortables Arbeiten. Mit diesen Möglichkeiten gilt es nun zwei verschiedene Bereiche des Bildes darzustellen, die manchmal, aber nicht notwendigerweise übereinstimmen. Zum Ersten zoomen wir an die Stelle des Hauptmotivs, welches im Bild die größte Schärfe aufweisen soll. Sofern dieses ausreichend beleuchtet ist, können wir gleich scharfstellen, ansonsten hilft uns die Taschenlampe, diesen Teil vorübergehend ins Licht zu tauchen.
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Der folgende, dreiteilige Artikel beschreibt zum einen die technischen Aspekte der digitalen Nachtfotografie im Stadium der Ausrüstung, Vorbereitung und Aufnahmemeisterung, zeigt zum anderen Ausarbeitungsmöglichkeiten im Sinne einer um HDR‐ und Ebenentechniken erweiterten Schwarzweißfotografie auf.

1. Ausrüstung und Vorbereitung
Die Nachtfotografie ist ein ebenso faszinierendes wie anspruchsvolles Gebiet der Fotografie. Mit der heute verfügbaren Digitalausrüstung geraten wir allerdings oft in Grenzbereiche ausreichender Darstellbarkeit und erträglicher Artefaktüberlagerung. Wie diese Herausforderungen mit guter Ausrüstung und sauberer Arbeitsweise zu meistern sind, soll dieser Artikel vermitteln. Die folgende Aufstellung zeigt zunächst exemplarisch die Ausrüstung, welche ich derzeit für die Nachtfotografie verwende. Einzelne Aspekte greife ich dann im Text nochmals auf.
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Da strahlt der Vollmond in der Nacht. Die Sterne ziehen Spuren und Meeresgischt löst sich in feinem Nebel auf. Wie Landschaftsfotografie bei Nacht geht, zeigt uns das Buch “Seeing the Unseen”.

© Alister Benn - aus: Seeing the Unseen
Ja, die Nacht hält viele Ungesehenes bereit. Aber wie die Belichtung messen, wie die Sterne scharf kriegen (oder eben nicht), wie das Mondlicht bewusst einsetzen? Das alles erzählt uns Alister Benn in seinem Buch.
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Wenn man die Zeit hat, mehrere Aufnahmen von einem Motiv zu machen, sollte man diese so kombinieren, daß ein besseres Gesamtbild entsteht.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Simon Frech).
Kommentar des Fotografen:
Über den Dächern von Kaiserslautern war eins meiner ersten Bilder, die ich gemacht habe als ich begann, mich intensiver mit Fotografie zu beschäftigen. Mich beeindruckt Immer noch das Farbenspiel und wie vielfältig doch unterschiedliche Farbtemperaturen im Stadtbild wirken können. Durch die lange Belichtung wirkt es unwirklich bunt dafür, dass es nachts ist…. Desweiteren verbinde ich mit diesem Bild eine schöne Kletterpartie auf ein leerstehenden Karstadt. Ein paar Flaschen Bier und einen wunderschönen Sonnenaufgang.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von simon frech:
Nachtaufnahmen gehören zu den großen Herausforderungen an einen Fotografen. Die Kamera muß manuell bedient werden, um das noch vorhandene Licht voll auszunutzen, und vielfach muß man durch Versuch und Versagen herausfinden, wo die ideale Blende und Belichtung etc. liegen.
Ich kann mir so richtig vorstellen, wie Du da auf dem Dach gesessen bist mit Deinem Bier:
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David Kaplan hat nicht nur eine neue Technik für HDR-Bilder entwickelt. Er hat auch ein Auge, sie anzuwenden.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© David Kaplan).
Kommentar des Fotografen:
Bei diesem Foto handelt es sich um ein neoHDR. Die aufsummierte Belichtungszeit aller Belichtungen beträgt rund 400s. Bei Blende 1.4 reichte hier, dank der grosszügigen Beleuchtung, ISO 200. Soweit zum technischen.
Aufgenommen wurde es über einem Nebelmeer am Lauerzersee. Auf diese Wetterkonstellation habe ich wochenlang gewartet. Wegen den schwierigen Wetterbedingungen war es auch schwierig da hochzukommen. Mit dem Auto und etwas wandern in der Nacht bin ich dann aber zu diesem tollen Aussichtspunkt gekommen.
Peter Sennhauser meint zum Bild von David Kaplan:
Das Nebelmeer über dem Lauerzersee – eine Nachtaufnahme in Farbe, die sich einerseits wie eine Langzeit-, andererseits aber wie eine Momentaufnahme präsentiert.
Kritisieren kann in man das eigentlich nicht, aber ich glaube, das ist auch nicht Davids Absicht. Er bewirbt hier sein “neoHDR”-Verfahren, und wir helfen ihm gerne dabei – denn die Bilder, die er bisher mit dem Programm geschaffen hat, sind keine Techno-Spielerei, sondern eine faszinierende neue Ansicht der Nachtwelt und ausserdem fast ausnahmslos sehr schön komponiert:
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Sternspurenbilder bedingen eine dunkle Nacht mit wenig Umgebungslicht – oder eine gute Komposition und korrekt gesetzten Fokus. Ein Erfahrungsbericht vom Mono Lake.

Sternspuren am Mono Lake. © Peter Sennhauser 2011
Tom ist schuld. Der Amateurfotograf aus St. Louis, der zufällig in der gleichen Nacht wie ich am Mono Lake in Kalifornien Sternspuren fotografierte, bannte mich mit seinen Erzählungen über das Grizzly-Camp in Alaska, wo er vor einem Jahr in vier Tagen 3700 Bärenfotos geschossen hat.
Und so wurde aus unserer ursprünglich auf 30 Minuten angelegten Belichtung ein 40-Minuten-Bild. Jedenfalls in meiner Nikon D300:
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Ellen von Unwerth entdeckte einst Claudia Schiffer. In neuen Bildern zeigt sie uns ihr Berlin bei Nacht.

© Ellen von Unwerth – aus: Berlin bei Nacht
Das “Berliner Nachtleben” entstand als Werbekampagne für einen Shampoohersteller. Es will aber doch authentisches Zeugnis sein, versichern Ellen von Unwerth und die Ausstellungsmacher vom NRW-Forum Düsseldorf. » weiterlesen
Nur mit Diagonalen zum Fluchtpunkt ein Bild zu komponieren, kann eine spannende Radikalentscheidung sein.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Fabian Möbis).
Kommentar des Fotografen:
Das Bild ist beim Festival of Lights in Berlin entstanden. Es sollte den typischen Schriftzug vom Bahnhof in den Kontext der Festivalbeleutung bringen und dabei auch den historischen Bezug berücksichtigen. Aufgenommen wurde das Bild aus einer tiefen Position mit einer D300 und dem Tokina 12-24@16mm Blende 11 bei 8s Belichtungszeit. Aus dem Bild wurde in Lightroom in 3 Belichtungen entwickelt und in Photoshop weiterverarbeitet.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Fabian Möbis:
Wir blicken von unten an die Fassade des Bahnhofs am Potsdamer Platz. In der perspektivischen Verzerrung ragen um das zentrale Motiv herum die Wolkenkratzer in den schwarzen Himmel. Bunt beleuchtet, nehmen sie das blau des Bahnhofs auf; im Vordergrund hebt sich eine rostrote Marker-Säule der Berliner Mauer ab.
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Einfache Makroaufnahmen im Haus machen Spass – aber auch Mühe: Meistens ist Licht Mangelware.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Norman Hamley).
Kommentar des Fotografen:
Das Foto entstand spontan. Die Fliege las scheinbar die neusten News. Leider habe ich kein Makro, deshalb habe ich mein bereits uraltes Nikkor 18-135mm auf meine D5000 geklemmt. Geschossen @ 135mm, ISO=1600, f/5.6, shutter 1/160, raw, entwickelt in PS4. Die Lichtquelle ist eine Tischlampe, von der man rechts noch den Sockel im Vordergrund sieht. In 100% Auflösung ist das Bild leider nicht ganz scharf (Hand-Verwackelung und die Fliege hat sich dauernd bewegt). Ich hätte gerne einen Tipp wie man in so einer Situation das Bild noch schärfer hinkriegt und auch bezüglich der Belichtung, resp. Helligkeit des Bildes. (Exposurekorrektur? oder ISO=3200 etc? Was macht hier am meisten Sinn?) und auch gerne eine Beurteilung der Bildkomposition und Farbigkeit/Tönung. Besten Dank!
Peter Sennhauser meint zum Bild von Norman Hamley:
Eine gemeine Stubenfliege sitzt auf der Kante einer Tageszeitung, wie wenn sie die darunterliegenden Zeilen lesen würde. Die Schärfentiefe in der Farbaufnahme ist sehr gering, die beiden Worte direkt unter der Fliege sind lesbar, alles andere im Bild ist unscharf.
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