3 Bildkritiken zum Thema Nacktheit:
Alle 9 Artikel zum Thema Nacktheit auf fokussiert.com:
Der Bildband «Schöne Akte» (Das Neue Berlin) zeigt – als Nachfolgeband von «Schön nackt» – erneut Beispiele von Aktfotografie aus der DDR. Insgesamt sind 170 schwarz-weiß Aufnahmen von 24 Fotografen zu sehen, die vor allem einen Blick in eine untergegangene Welt gewähren.
«Mit Freunden über die Welt zu philosophieren, sich Geschichten zu erzählen und die Zukunft zu erträumen – das war ein Stück angenehmer, anregender Alltag in der DDR. Nacktheit war Teil des Lebensgefühls und bedeutete Freiheit, Ungezwungenheit und Selbstbestimmtheit», schreibt Herausgeber Hans-Jürgen Korn in seinem Vorwort. Und gegen Ende ergänzt er: «Aktfotografie in der DDR war kein Aufreger, sondern Anreger für Geist, Seele und Herz – erotischer Genuss, der nicht als Anzüglichkeit missverstanden wurde. Wie das Nacktbaden und der FKK-Strand gehörte sie zum ungezwungenen ostdeutschen Alltag.»
«Schöne Akte - Fotografien aus der DDR»
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Aktfotografie kann so schön, so ruhig und so intim sein – ohne jemals in die Nähe von Pornografie zu kommen. Mona Kuhn ist mit «Bordeaux Series» so ein Bildband gelungen. Ein Band, in dem die Nacktheit wieder das ist, was es immer war: das natürliche Kleid des Menschen und kein Mittel, um Skandale und Aufmerksamkeit zu provozieren.
102 Seiten hat dieser wunderbar gemachte Bildband. Schon die Aussenhülle dieses quadratischen, edlen Buches wird dem Titel gerecht: Sie fühlt sich an wie mit Stoff bespannt. Und im Inneren finden sich dann ebenso schöne, edle Aktaufnahmen, die eher Portraits denn Figurenstudien sind. Das Ergebnis ist ein sehr persönliches, feinfühliges Fotobuch mit einer sehr poetischen Bildsprache.
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Der Amerikaner Herb Ritts hat in den 80erund 90er Jahren Akt- und Porträtfotografie in Schwarz-Weiss zu einer neuen Blüte gebracht.
In den 1980er und 1990er Jahren gab es eine Handvoll von Fotografen, die den Gebrauch von Schwarz-Weiß in der Fotografie zusammen mit einer klassischen Bildsprache wiederbelebten und die die ästhetische Aktfotografie salonfähig machten.
Zu dieser erlesenen Schar von Fotografen zählte auch der US-Amerikaner Herb Ritts (1952 – 2002).
Herb Ritts: Akte und Porträts
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Der französische Fotograf Ruben Brulat will selbst Teil seiner Bilder sein: Nackt und bloß liefert er sich den Szenerien aus.
Was geschieht mit einem, der sich mitten in der Nacht, aller Kleidung entledigt, einer kalten Büroarchitektur ausliefert? Oder der nackt Teil der Natur wird? Ruben Brulat zeigt es uns in der aktuellen Ausstellung in Hamburg.
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Um ein Foto verständlich zu machen, braucht es wenigstens ein gewisses Maß an Klarheit und Stimmigkeit.
Kommentar der Fotografin:
Selbstporträt
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Adriana Navalesi:
Aus einer weich beleuchteten, verträumt pastellfarbigen Atmosphäre starrt eine junge Frau heraus – direkt in die Kamera und scharf in die Augen des Betrachters.
Ihre Arme sind schützend vor ihrem bloßen Oberkörper verschränkt, ihr Gesichtsausdruck ist mehrdeutig.
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Zu Lebzeiten waren Robert Mapplethorpes Fotografien heftig umstritten, wurden boykottiert und zensiert. Jetzt sind sie im Museum angekommen.
Dennoch ist die aktuelle große Werkschau in Düsseldorf Robert Mapplethorpes erst ab 16 Jahren frei, darunter nur in Begleitung Erwachsener erlaubt.
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Gutes Gegenlicht verlangt nach entsprechender Aufhellung, um die Hauttöne im Porträt oder Akt nicht zu gefährden.
Kommentar des Fotografen:
Beim Testen eines neuen Blitzes entstanden.
Profi Horst Kløver meint zum Bild von Bela Beier:
Da hat der neue Blitz aber ganz schön reingehauen. Man kann auch sanfter mit einer Lady umgehen, gerade, wenn es um Hauttöne geht… Pose und Bildidee sind im Grunde sehr interessant, das Model scheint für ein erotisches Porträt, eine Aktaufnahme geeignet.
Auch an Gegenlicht ist an sich nichts auszusetzen, nur musst du es mit einer weichen Aufhellung von vorne auffangen:
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Zu häufig wird Nacktheit in der Fotografie eingesetzt, um auf einfache, billige Weise Aufmerksamkeit zu erregen oder den Betrachter zu schockieren. Hier ist ein exzellentes Gegenbeispiel.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Bela Beier). – Leider keine Exif-Daten vorhanden
Kommentar des Fotografen:
Das im späten 2007 entstandene Bild war mehr oder weniger ein Zufallstreffer – das Experimentieren mit künstlicher Tiefenschärfe war das Ziel. Wie gut das funktioniert hat, und wie stark der Ausdruck des Bildes durch die S/W-Konvertierung wurde, hat mich am ehesten überrascht. Die Kamera war eine Dimage A2 von Minolta, die Blende ist mir nicht mehr bekannt, es sei denn, sie steht noch in den Exif-Daten.
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Bela Beier:
Ich störe mich nicht an Aktfotografien – aber an Bildern, die ausser Nacktheit nichts zu bieten haben. Das erste, was der Betrachter hier bemerkt, ist, dass die Frau nackt ist. Aber in diesem Fall gibt es mehr, das unser Interesse erweckt und wir fragen uns, wie die umgebene Situation sein mag:
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Der “Skandal” um ein Bild von Nan Goldin,das in England wegen des Verdachts auf Kinderpornographie beschlagnahmt wurde, lässt eine immerwährende Diskussion auflammen: Was darf Kunst? und was ist Kunst?

Inzwischen hat Nan Goldins Aufnahme “Klara And Edda Belly Dancing” eine weltweite Diskussion ausgelöst darüber, was Kunst ist und was Pornographie ist.
Um diese Diskussion führen zu können, muss man das Bild kennen, weshalb wie hier eine Kopie aus einem amerikanischen Blog (danke für den Hinweis, Marcel) zeigen (Abdeckung aus rechtlichen Gründen durch uns).
Für weit wichtiger als den unlösbaren Glaubenskrieg, ob es sich um Pornographie handelt (nach puritanischem Verständnis weiter Kreise vor allem in den USA ist Nacktheit an sich pornographisch), halte ich persönlich die Frage, was diesen Schnappschuss zur Kunst erhebt. Da er Teil einer künstlerischen Serie ist, liegt die Antwort möglicherweise in der gesamten Abfolge – dann würde diese Diskussion wiederum an fehlender Kenntnis der Sachlage scheitern.
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